Redirect: Der Unterschied zwischen 301, 302 und 307

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Janina Rybka
Janina Rybka

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Ein Redirect (von „redirection“) ist nichts anderes als eine Weiterleitung von einer Webadresse auf eine andere. Insbesondere für SEO-Zwecke kommen Sie manchmal nicht um die Nutzung der einschlägigen Redirects herum. Aber welche Umleitungen und Weiterleitungen gibt es eigentlich und wofür setzen Sie diese ein? Die Antworten erfahren Sie in diesem Artikel.

Einstellung eines Redirects für eine Website am Laptop

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Warum ein Redirect nutzen? Vorteile der URL-Weiterleitung

URL-Redirects sind ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung, vor allem hinsichtlich der Page Experience als Rankingfaktor. Sie verhindern, dass Nutzende und Suchmaschinen auf eine nicht mehr existierende Seite stoßen („tote Links“). Stattdessen leiten sie diese an die neue URL weiter und übergeben dabei den kompletten Linkjuice, also Backlinks, PageRank etc., sodass das Ranking nicht verloren geht.

In folgenden Fällen kann dies von besonderem Nutzen sein:

  • Sie erstellen eine komplett neue Website (Domainumzug)
  • Sie überarbeiten Ihre Website. Vor allem grundlegend die Navigationsstruktur
  • Sie möchten von einem Protokoll wie http auf https umleiten
  • Eine Unterseite ändert ihre Adresse oder fällt weg, aber die direkten Besuchenden, die über vorhandene Bookmarks oder externe Verlinkungen dorthin geleitet werden, sollen nicht ins Leere laufen (Fehlerseite 404)
  • Für die Weiterleitung auf die regionale Version der Website (Geotargeting)

Eine URL-Weiterleitung erfolgt grundsätzlich entweder über den Server (serverseitige Redirects) oder über den Client (clientseitige Redirects). Im Folgenden werden wir Ihnen beide Arten der Redirects vorstellen und deren Einsatzzwecke näher beleuchten.

Serverseitige Redirects: Die Bedeutung der Redirects 301, 302 und 307

Eine serverseitige Weiterleitung erkennen Sie an den http-Statuscodes der 300er-Klasse, also zum Beispiel Redirect 301 oder 307. Bei dieser Art der Weiterleitung wird bei Apache-Servern ein entsprechender Befehl in der .htaccess-Datei der Website hinterlegt. Sobald die URL aufgerufen wird, leitet der Server Besucherinnen und Besucher zur neuen URL weiter.

Es ist wichtig, die unterschiedlichen Statuscodes und ihre Auswirkung auf Webcrawler genau zu kennen, damit Sie keine Nachteile hinsichtlich der SEO Ihrer Website erfahren.

301 Weiterleitung: dauerhaft verschoben (moved permanently)

Eine 301 Weiterleitung teilt Suchmaschinen wie Google mit, dass die alte Adresse einer Seite nicht mehr gültig ist und aus dem Suchindex genommen werden soll. Die neue URL ist dauerhaft gültig und soll die volle Suchmaschinen-Power der alten URL erhalten. Deshalb handelt es sich um eine permanente Weiterleitung.

Bei Apache-Servern werden die 301 Redirects über Befehle in der .htaccess-Datei realisiert. Dazu muss das Modul mod_rewrite aktiviert sein, was bei den meisten Webhosting-Anbietern der Fall ist. Anschließend rufen Sie die .htaccess-Datei auf und fügen folgende Codes ein:

Weiterleitung einer einzelnen URL:

Redirect 301 [alte-seite] [neue-seite]

Weiterleitung von www auf ohne www:

RewriteEngine On

RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www.domain.de$ [NC]

RewriteRule ^(.*)$ http://www.domain.de/$1 [L,R=301]

Weiterleitung von http auf https:

RewriteEngine On

RewriteCond %{SERVER_PORT} !^443$

RewriteRule (.*) https://%{HTTP_HOST}/$1 [R=301,L]

Weiterleitung der alten Domain auf eine neue Domain mit gleicher URL-Struktur:

RewriteEngine On

RewriteCond %{REQUEST_URI} (.*)

RewriteRule ^(.*)$ http://neue-domain.tld/$1 [L,R=301]

Wird der 301-Redirect über PHP realisiert, fügen Sie den folgenden Codeschnipsel in den Header des HTML-Dokuments ein:

<?php

header("HTTP/1.1 301 Moved Permanently");

header("Location: http://www.domain.de/neuer-name.php");

header("Connection: close");

?>

302 Weiterleitung: Found

Der 302 Redirect ist eine temporäre Weiterleitung. Im Gegensatz zum 301 Statuscode, bei dem die URLs im Google-Index konsolidiert werden, verbleibt die ursprüngliche URL beim 302 Redirect im Index und wird auch weiterhin gerankt. Daher ist hier Vorsicht vor Duplicate-Content-Problemen geboten. Apropos Rank: Entgegen vielen Meinungen wird der PageRank bei 302 Redirects uneingeschränkt weitergegeben, wie Google 2016 selbst bestätigte.

Mögliche Einsatzzwecke für den 302-Redirect sind zum Beispiel Umleitungen von saisonalen Produkt-URLs oder Weiterleitungen für Website-Tests. Auch im Geotargeting ist der 302 Redirect weitverbreitet.

307 Weiterleitung: Temporary Redirect

Ähnlich wie beim 302 Redirect handelt es sich beim 307 Redirect um eine temporäre Weiterleitung, die sich hauptsächlich bei Serverwartungen oder beim Geotargeting anbietet. Der Unterschied ist, dass sich die http-Anfragemethode und der Body nicht ändern dürfen. Dabei wird zuerst eine PHP-Datei mit der Weiterleitung geschrieben, die im Stammverzeichnis gespeichert wird. Anschließend wird eine neue .htaccess-Datei mit dem Namen htaccess.307 erstellt.

Hinweis: Eine ebenfalls temporäre Weiterleitung ist der 303 Redirect, der jedoch größtenteils durch den 307 Redirect ersetzt wurde. Grundsätzlich wird heute davon abgeraten, die 303 Weiterleitung zu nutzen.

Achtung vor Weiterleitungsketten (Redirect Chains)

Vermeiden Sie überflüssige Weiterleitungen, da diese die Serverlast erhöhen und folglich die Performance der Website verschlechtern. Bedenken Sie, dass jeder Redirect zulasten des Webservers geht. Werden dann auch noch mehrere Redirects miteinander kombiniert, kann es passieren, dass die Google-Crawler einen Fehler erhalten, der sich schließlich auch negativ auf die SEO Ihrer Seite auswirken kann.

Clientseitige Redirects: Meta-Refresh und Javascript Redirects

Bei clientseitigen Weiterleitungen müssen keine Änderungen am Server vorgenommen werden. Stattdessen werden die Redirects direkt im Quellcode der Website hinterlegt. Grundsätzlich sollte diese Art der Weiterleitungen eher vermieden werden, da Suchmaschinen oftmals Schwierigkeiten haben, sie richtig zu interpretieren und sie sich dadurch negativ auf die SEO auswirken können.

Die zwei Möglichkeiten clientseitiger Redirects umfassen Weiterleitungen per Meta-Refresh-Tag und per JavaScript.

Meta-Refresh

Ein Meta-Refresh wird über den Client, also den Webbrowser des Users, ausgeführt. Dazu wird der folgende Meta-Tag in den Header des HTML-Dokuments gesetzt:

<meta http-equiv="refresh" content="0; url=http://www.neueseite.de/">

Die Zahl bei „content“ (hier 0) gibt an, wie viele Sekunden der Browser nach dem Laden einer Webseite warten soll, bis er die Weiterleitung ausführt – sprich, die neue URL lädt. Hier gilt zu beachten, dass sich längere Wartezeiten nachteilig auf die Usability der Website auswirken können.

Weiterleitung per JavaScript

Auch ein Redirect per JavaScript ist nur bedingt empfehlenswert. Zum einen setzt diese Weiterleitung voraus, dass im Browser der Nutzenden JavaScript aktiviert ist, und zum anderen interpretieren Suchmaschinen derartige Weiterleitung häufig als Cloaking oder URL-Hijacking. Außerdem wird der Linkjuice nicht weitervererbt, was sich negativ auf die SEO der Seite auswirkt.

Fazit: Die besten Redirects für SEO sind 301, 302 und 307

Redirects sind kein Hexenwerk. Allerdings ist ein grundlegendes Verständnis für Weiterleitungen hilfreich, damit Sie im Hinblick auf das Ranking Ihrer Website in der Google SERP keine böse Überraschung erleben. Häufig sind nämlich insbesondere fehlende oder falsch gesetzte 301 Redirects dafür verantwortlich, wenn eine Seite nicht von der Suchmaschine gefunden werden kann.

Unser Tipp: Überlegen Sie sich zunächst, wo Redirects überhaupt sinnvoll sind und, ob sie permanent oder temporär sein sollen. Dadurch ergibt sich der richtige Statuscode ganz von selbst.

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Titelbild: Christopher Gower / Unsplash

Themen: SEO

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