So langsam rücken wir dem Herbst näher und einige haben den Besuch auf dem Oktoberfest sicherlich schon fest eingeplant. Doch was ist es, dass uns zu diesem „Besäufnis“ hinzieht? Wie gut muss das Marketing des Oktoberfestes sein, um jährlich rund 6.4 Millionen Leute anzulocken, die 6.7 Millionen Liter an Bier vertrinken? Ich habe einmal geschaut, was das Marketing des Oktoberfestes so besonders macht. Einige der Ideen lassen sich sicher auch auf das eigene Marketing übertragen und geben einen Denkanstoß.

1. Das Oktoberfest beruht auf einer Tradition  

Wie jede andere Marketinglandschaft verändert sich die Bier Industrie laufend. Der Geruch, Geschmack und das Flaschendesign werden stetig geändert, um neuen Trends zu folgen. Viele der heutigen Marken investieren also eine Menge in die Erneuerung und Positionierung ihrer Marke. Doch eine Marke hat sich bis jetzt noch nicht angepasst und besteht auf ihre Tradition: Augustiner Bräu. Ein Bier, welches um 1328 entstanden ist und sich bis heute nicht viel gewandelt hat.

Diese Marken hat das Flaschendesign nicht geändert, der Geschmack ist gleichgeblieben und das Bier wird in keiner Hinsicht beworben oder exportiert. Auf dem Oktoberfest ist Augustiner Bräu das einzige Bier, welches immer noch aus Holzfässern gezapft wird und bisher jedes Jahr zum Besten der Veranstaltung gekrönt wurde.

Die Unternehmensphilosophie besagt: Repariere nicht etwas was nicht kaputt ist. Währenddessen sind wir als heutige Markter ständig auf der Suche nach neuen Ideen, Kampagnen und Werbemöglichkeiten. Wir kommen nicht einmal zur Ruhe und lassen altes bestehen.

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Wenn man nur einmal darüber nachdenkt wie oft die meisten modernen Firmen ihr Logo oder Image ändern, dann merkt man erst einmal in welch einem Rausch wir uns befinden. Mc Donalds macht einen auf grün, Pepsi schmeißt die Schrift aus dem Logo und Google macht so kleine Designänderungen, dass es keiner mehr sieht. Die ganze Welt des Marketings ist also in einer ständigen Veränderung.

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 Doch manchmal mag es gar nicht so schlecht sein bei bestehenden Mustern zu bleiben und zu seiner traditionellen Marke zu stehen. Gerade bei B2B Firmen werden die Unternehmenswerte gern damit unterstützt. Aber auch B2C Marken wie Penaten oder Brandt stehen zu ihrem alten Logo. Es lohnt sich also einmal gut darüber nachzudenken, ob neues immer gleich besser ist.   

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2. Die Budenbesitzer wissen wie es geht.

Auf dem Oktoberfest sieht man die unterschiedlichsten Dinge. Leute sind verkleidet und laufen mit einem Bier in der einen, und einer Haxen in der anderen herum. Es scheint so, dass hier jeder mal seine verrückte Seite rauslässt. Doch eins wollen alle: Bier und Essen und das benötigt meist mehr als zwei Hände.

Deshalb haben sich die meisten Budenbesitzer etwas ausgedacht und bieten Snacks für eine Hand an. Während man also den großen Bierkrug in der einen und den Snack in der anderen hat, kann man sich von Zelt zu Zelt bewegen. Das ist nicht nur schlau, sondern löst auch das Problem der meisten Besucher.

Umständliche Teller und Besteck ist hier vollkommen fehl am Platz. Genau wie diese Budenbesitzer mit der Zeit herausgefunden haben, dass ihre Kundschaft nur eine Hand zur Verfügung hat, sollten auch Marketer sich mit diesem Thema mehr beschäftigen. Wissen Sie wirklich welche Herausforderungen Ihre Kundschaft hat? Erstellen Sie Buyer Personas und finden Sie es heraus.

3. Der Besuch ist ein Erlebnis. 

Ein Besuch zum Oktoberfest ist mehr als nur Bier trinken. Die Organisatoren haben es über die Jahre geschafft dieses Event zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen. Hier treffen sich die unterschiedlichsten Menschen, die zusammen lachen, Bier trinken und einfach nur Spaß haben wollen. Vom ersten Anstoß bis zum letzten Besucher nach den 16 Tagen sind die meisten davon sehr glücklich und freuen sich schon aufs nächste Jahr. Mal ehrlich solch eine positive Erfahrung hat man doch mit den wenigsten Firmen oder? Sei es eine Online Kampagne oder doch ein eigenes Event.

Wir als Marketer sollten uns mehr damit beschäftigen aus der Kampagne ein Erlebnis zu machen. Eine erfolgreiche Kampagne wird einen positiven Nachgeschmack bei den Teilnehmern hinterlassen und wir wissen alle, dass die Mund-zu-Mund Werbung durch Empfehlungen Gold wert sind. Fangen Sie also mal an darüber nachzudenken Ihre Anspruchsgruppe glücklich zu machen. Was können Sie anbieten? Wie steigern Sie den Mehrwert eines Angebotes oder welcher Inhalt ist für Ihre Buyer Personas hilfreich? Ein Erlebnis zu erschaffen bedeutet nicht immer gleich Millionen von Euros auszugeben, es bedeutet sich Gedanken über andere Personen zu machen und deren Bedürfnissen nachzukommen. 

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Ursprünglich veröffentlicht am 26. August 2014, aktualisiert am November 21 2019

Themen:

Branding