Social Media Detox: Bewusste Auszeit von sozialen Medien

Leitfaden Work-Life-Balance
Mia Srebrnjak
Mia Srebrnjak

Veröffentlicht:

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil des sozialen Miteinanders und aus dem Alltag vieler nicht wegzudenken. Dennoch wird das Bewusstsein über die negativen Auswirkungen einer intensiven Social-Media-Nutzung immer stärker. Mehr und mehr Nutzerinnen und Nutzer entscheiden sich daher für ein Social Media Detox. Doch was steckt dahinter, für wen ist die Auszeit ratsam und wie kann die Pause von den sozialen Medien umgesetzt werden?

Frau mit Tasse in der Hand macht Social Media Detox und genießt den Morgen ohne Social Media

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Was ist ein Social Media Detox? Eine Definition

Ein Social Media Detox meint den bewussten Verzicht auf soziale Medien mit dem Ziel, das eigene Wohlbefinden zu verbessern. Dabei wird ein Zeitraum festgelegt, in der Regel eine Woche oder ein ganzer Monat, in dem keinerlei soziale Medien genutzt werden. Idealerweise erfolgt ein Social Media Detox durch einen Verzicht auf sämtliche sozialen Medien auf allen Endgeräten, sodass die Auszeit bewusst wahrgenommen wird.

Die sozialen Medien bringen eine unentwegte Informationsflut mit sich und bieten für viele Nutzende eine schnelle Möglichkeit der Ablenkung. Doch immer häufiger entwickelt sich der Konsum zur Sucht. Der Weg dorthin ist meist schleichend und wird von Betroffenen oft erst dann wahrgenommen, wenn sie ihre eigene Abhängigkeit von den sozialen Medien wahrnehmen.

Laut einer Studie von Bitkom aus dem Jahr 2022 haben 43 Prozent der Befragten in den vergangenen Jahren mindestens einmal zeitweise auf das Internet oder soziale Medien verzichtet. Davon haben insgesamt 14 Prozent eine komplette digitale Auszeit genommen. Detox ist also in!

Was bringt eine Social-Media-Pause?

Wer dem eigenen Gefühl nach zu viel Zeit in den sozialen Medien verbringt oder von engen Vertrauten auf den übermäßigen Konsum hingewiesen wurde, profitiert von einer bewussten Auszeit. Die Social-Media-Detox-Vorteile im Überblick: Das Suchtgefühl kann durch eine Social-Media-Pause reguliert werden, sodass gesunde Auslöser von Freude wieder als solche vom Gehirn wahrgenommen werden.

Auch die verzerrte Wahrnehmung durch die Social-Media-Brille sorgt häufig für ein schlechtes Selbstbild, weshalb sich immer mehr Nutzende durch die Selbstdarstellung in den digitalen Medien unter Druck gesetzt fühlen.

Ein bewusster Verzicht schärft das Auge für reale Darstellungen und stärkt damit die Selbstgenügsamkeit. Ein Social Media Detox ist auch dann von Vorteil, wenn der ständige Blick in die digitale Welt die Aufmerksamkeit beeinträchtigt. Alltägliche Aktivitäten und Hobbies können bewusster angegangen werden, ohne dass Social Media eben diese Beschäftigungen einschränkt oder bestimmt.

Wann sollte man ein Social Media Detox machen?

Ein bewusster Verzicht auf Social Media ist für viele nur bedingt durchführbar. Laut der Studie von Bitkom konnte über die Hälfte der Befragten lediglich einige Stunden den sozialen Medien fernbleiben. Die Befragung zeigt damit, wie süchtig diese Plattformen bei täglicher Nutzung machen können und wie schwer ein Verzicht fallen kann.

Neben relevanten Nachrichten, informativen und unterhaltsamen Inhalten ist auch die Kommunikation auf den Plattformen wichtig für die Nutzerinnen und Nutzer. Damit einhergehend verlagert sich der soziale zwischenmenschliche Austausch immer weiter auf digitale Endgeräte. Die fehlende persönliche Kommunikation ist jedoch nicht der einzige Grund, warum ein Social Media Detox sinnvoll sein kann.

Auch der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung ist für viele ein Grund, die Apps mehrmals täglich zu öffnen. Immerhin sorgt der Konsum sozialer Medien für einen kurzfristigen Dopaminanstieg im Gehirn, wodurch die häufige Nutzung zusätzlich angeregt wird. Die Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer und so müssen Smartphone, Tablet, Laptop oder Rechner in immer schnelleren und kürzeren Intervallen geöffnet werden, um das Dopaminlevel aufrechtzuerhalten.

Doch die Nutzung digitaler Medien kann auch allein durch die Abhängigkeit ein Stressgefühl verursachen. Der gewohnte Griff zum Smartphone kommt wie selbstverständlich, das Bewusstsein für das Suchtverhalten jedoch weniger. Wenn bereits ein kurzfristiger Verzicht von Social Media Gefühle wie Stress, Nervosität oder innere Leere auslöst, kann eine bewusste Auszeit genau das Richtige sein.

Ist Social Media Detox per Definition ein Entgiftungsverfahren, so sind die sozialen Medien also das Gift. In kleinen Mengen sind soziale Medien also kein Problem, in großen Mengen jedoch eine einschleichende Belastung für das Wohlbefinden. Spätestens wenn also irgendeine Form von Leidensdruck entsteht, ist eine Social-Media-Pause zu empfehlen.

Wie lange sollte Social Media Detox gemacht werden?

Die Dauer einer Social-Media-Pause hängt von der jeweiligen Nutzung ab. Da der Social Media Detox in der Regel eine langfristige Verhaltensänderung zum Ziel hat, empfiehlt sich eine Pause von mindestens 30 Tagen. In dieser Zeit können Sie bewusst beobachten, wie sich die Auszeit auf Sie auswirkt. Zudem hat das Gehirn genug Zeit, um neue Gewohnheiten als Routine abzuspeichern und so die Abwesenheit der sozialen Medien durch gesunde Glückslieferanten auszugleichen.

Vielleicht wollen Sie sich bloß den täglichen Konsum abgewöhnen oder aber das stündliche Gegenchecken auf ein gesundes tägliches Maß bringen. Die individuellen Social-Media-Auswirkungen spielen hierbei also eine Rolle und sollten berücksichtigt werden, wenn ein Zeitrahmen für den Verzicht festgelegt wird.

Auch die eigene Disziplin ist hierbei entscheidend. Im Idealfall können Sie einen ganzen Monat auf die Nutzung Ihrer Kanäle verzichten und so nachhaltig neue Routinen und Aktivitäten etablieren. Ein kürzerer Social Media Detox ist jedoch ebenfalls sinnvoll, da er einfach realisierbar ist. Vor allem Nutzerinnen und Nutzer, die viele Plattformen intensiv verwenden, können durch kleine Ziele möglicherweise bessere Ergebnisse erreichen.

Um nachhaltig einen bewussten Umgang mit den sozialen Medien zu pflegen, kann auch eine stufenweise Reduktion eine gute Lösung sein. So können Sie beispielsweise versuchen, zunächst während der Arbeitszeit nicht von sozialen Medien abgelenkt zu werden. Eine professionelle Arbeitsumgebung bietet dafür einen guten Rahmen und ersetzt einen Teil der Selbstkontrolle.

Vor allem abends ist ein Social Media Detox jedoch ratsam. Zwar ist hier mehr Selbstdisziplin gefragt, da auch mehr Zeit für Ablenkung da ist. Die freie Zeit ermöglicht es Ihnen aber auch, bewusst neue Gewohnheiten zu etablieren und sinnvolle Beschäftigungen zu finden.

Übrigens: Wer noch einen Schritt weiter gehen will, verzichtet für eine Zeit auf jegliche digitale Kommunikation: Auch der Digital Detox kann gut tun – dieser ist wohl schwerer einzuhalten und noch radikaler als der Social Media Detox, kann aber für mehr Erholung sorgen.

Fazit: Lassen Sie sich nicht von sozialen Medien beherrschen

Das Smartphone entwickelt sich schon seit Jahren zum ständigen Begleiter und wird nicht einfach nur als Informations- und Kommunikationswerkzeug genutzt. Vielmehr bietet es Nutzenden Ablenkung und Bestätigung, wann immer sie es wünschen. Gleichzeitig sehnen sich aber auch immer mehr Userinnen und User nach einer Welt zurück, in der soziale Medien weniger Bedeutung haben und in der sie weniger Fear of Missing Out ausgesetzt sind.

Die ständige Erreichbarkeit tut ihr Übriges: Die bewusste Auszeit in Form eines Social Media Detox ist zwar generell für viele erstrebenswert, die eigentliche Umsetzung jedoch ist schwieriger. Der erste Schritt für weniger Abhängigkeit von sozialen Medien ist also nicht der Verzicht, sondern die Erkenntnis, wie gewinnbringend und wünschenswert dieser ist.

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Titelbild: PeopleImages / iStock / Getty Images Plus

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