In der heutigen schnelllebigen digitalen Landschaft müssen Marketing-Agenturen der Zeit immer einen Schritt voraus sein. Um einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, spielt vor allem die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Inhalte für Agenturen eine wesentliche Rolle – aber auch die sparsame und clevere Investition von Zeit, Geld und Energie ist für sie von ungemeiner Bedeutung.

Obwohl Blogs bei den Verbrauchern auch heute noch immer sehr beliebt sind, können sie oftmals nur in limitierter Form von der Zielgruppe konsumiert werden. Wenn diese beispielsweise für den Sport im Fitnessstudio oder bei der Autofahrt auf dem Weg zur Arbeit nach einer angemessenen Entertainmentmöglichkeit suchen, kommt ein Blog-Artikel definitiv nicht in Frage. Aus diesem Grund sind Podcasts eine großartige Alternative und Möglichkeit für Agenturen, mit ihrer Zielgruppe Kontakt aufzunehmen, ihre Marke zu personalisieren und gleichzeitig ihre Content-Kanäle so zu diversifizieren, dass ihre Zielgruppen nach freiem Belieben auf spezifischen Content zugreifen können.

Kein Unternehmen kann es sich leisten, seine Online-Präsenz schleifen zu  lassen. Nutzen Sie unseren Leitfaden, um Ihre Marketingstrategie zu entwickeln.

In diesem Beitrag finden Sie alle hilfreichen Informationen, die Sie für den Start Ihres eigenen Podcasts benötigen – angefangen beim Equipment und den technischen Aspekten bis hin zur Vermarktung und der Verteilung Ihres Podcasts.

Die Vorteile eines Podcasts

Es gibt unzählige Forschungsergebnisse, die mich in meinem persönlichen Glauben an die Effizienz von Podcasts unterstützen. Die „Infinite Dial“-Studie von Edison Research hat im Jahr 2016 beispielsweise einen signifikanten Anstieg der Podcast-Hörergemeinde gegenüber dem Vorjahr festgestellt; die monatliche Hörerschaft stieg hier von 17 % auf ganze 21 %. Studien, die im Vereinigten Königreich und auf dem europäischen Festland durchgeführt wurden, konnten ebenfalls einen Anstieg der Beliebtheit von Podcasts verzeichnen. So wurde in der „Winter 2016 Rajar Midas Audio“-Studie von insgesamt 4,7 Millionen Podcast-Zuhörern berichtet.

Aber auch wenn die Statistiken auf den ersten Blick sehr vielversprechend aussehen, möchten wir Ihnen die Karten von Anfang an offen auf den Tisch legen: In der Regel werden Podcasts Ihnen nicht Tür und Tor zu mehr Leads öffnen. Als Content-Channel, der Unterstützung bei der Lead-Pflege bietet, können sie allerdings extrem effizient sein. Genau wie ein etablierter Blog mit einer treuen Follower-Gemeinde können Ihnen auch Podcasts dabei behilflich sein, sich als Vordenker in Ihrer Branche zu profilieren – und auf diese Weise mehr Leads zu generieren.

Behalten Sie dennoch immer im Hinterkopf, dass das Podcasting kein Kinderspiel ist und ebenso wie ein Blog viel Zeit und Mühe im Aufbau erfordert. Wenn Sie die notwendige Zeit und Mühe aufbringen können, kann ein Podcast im Hinblick auf eine Steigerung der Interaktionen mit Ihrer bestehenden Kundschaft und den Ausbau der Präsenz und Reputation Ihrer Agentur allerdings sehr lohnenswert sein.

So können Agenturen einen eigenen Podcast starten

Equipment

Vermutlich gibt es den einen oder anderen, der Sie glauben lässt, dass für einen eigenen Podcast auch ein voll ausgestattetes Tonstudio-Set-up mit unglaublich teurem und kompliziertem Equipment notwendig ist. Doch nein, Sie müssen absolut kein Profi sein, um Ihren eigenen Podcast auf die Beine zu stellen. Sie könnten jetzt sofort lediglich mithilfe Ihres Smartphones und einem kostenlosen SoundCloud-Konto mit Ihrem eigenen Podcast beginnen! Es ist tatsächlich so einfach, wie es sich anhört. Verschwenden Sie also nicht zu viele Gedanken an die technischen Aspekte.

Wenn Sie vorhaben, regelmäßige Podcasts zu machen, würde ich Ihnen dazu raten, in ein USB-Mikrofon zu investieren. Ein Blue Yeti ist für Podcast-Zwecke beispielsweise vollkommen ausreichend und ist mit 140 Euro noch erschwinglich. Wenn Sie die Podcast-Kabinen auf der letzten INBOUND-Konferenz persönlich besucht haben, konnten Sie vermutlich bereits aus erster Hand einen Blick auf die Mikrofone werfen. Diese und andere USB-Mikrofone lassen sich ganz einfach an Ihren Computer anschließen, ohne dass ein Vorverstärker zur Kontrolle/Umwandlung der Spannung erforderlich ist, was bei High-End-Mikrofonen wie dem Rode NT1A der Fall ist.

Wenn Sie anstreben, Interviews in Ihren Podcast zu integrieren, ist das tragbare Aufnahmegerät Zoom H1 mit eingebauten unidirektionalen Mikrofonen eine leichte Alternative, die in jeder Hand- oder Aktentasche Platz findet. Das Gerät ist im Einzelhandel für rund 120 Euro erhältlich.

Content

Das nötige Equipment für eine erfolgreiche Aufnahme haben Sie nun beisammen. Jetzt stellt sich die Frage, welche Themen Sie in Ihrem Podcast ansprechen sollten. Vor nicht allzu langer Zeit kam mir das, wie ich es nenne, „C.A.S.T“-Modell zur Content-Erstellung in den Sinn. Das Akronym steht für Content (Inhalt), Audience (Zielgruppe), Subject Matter (Thema) und Time (Zeit).

Und so funktioniert das Ganze: Der Content sollte für Ihre Zielgruppe relevant sein; Ihre Zielgruppe sollte in der Lage sein, das Thema des Podcasts auf irgendeine Art und Weise auf sich selbst beziehen zu können; und das Thema sollte zeitgerecht (und vorzugsweise zeitlos) sein. Sie kennen Ihre Kunden-Persona am besten – versetzen Sie sich in ihre Lage und überlegen Sie, für welche Themen sie sich interessieren könnten. Auf diese Weise werden Sie schon bald eine lange Liste mit attraktiven Gesprächsthemen vor sich haben. Oder noch besser: Fragen Sie Ihre Kunden doch einfach direkt, was sie gerne hören würden!

Denken Sie ebenfalls über die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Content nach. Haben Sie ein erfolgreiches Webinar, von dem Sie das Audio problemlos übernehmen könnten? Das wäre bereits eine mögliche Podcast-Episode. Natürlich könnten Sie das Webinar auch in einen Blog-Artikel oder ein E-Book verwandeln – oder umgekehrt. Wenn Sie Ihren Content auf diese Art und Weise skalieren, maximieren Sie nicht nur Ihren ROI, sondern verbreiten Ihre aussagekräftigsten Messages darüber hinaus auch über mehr als nur einen Kanal.

Aufzeichnung

Wenn Sie bereit für die Aufzeichnung sind, sollten Sie einige Dinge im Hinterkopf behalten.

Um Hintergrundgeräusche zu vermeiden, sollten Sie beispielsweise nach einem ruhigen Plätzchen Ausschau halten oder gegebenenfalls eine angemessene Location für die Aufnahme reservieren. Wenn Sie leichte Umgebungsgeräusche oder ein spezielles auditives Setting wie beispielsweise ein Café für Ihren Podcast bevorzugen, sollten Sie sicherstellen, dass die Geräusche die eigentliche Unterhaltung Ihres Podcasts nicht übertönen.

Einen Tipp bezüglich des Aufnahmeprozesses, den ich immer wieder gerne teile, ist, die Liste mit all Ihren Fragen an die Wand oder auf den Tisch vor Ihnen zu kleben, um lästiges Papiergeraschel während der Aufzeichnung zu vermeiden. Achten Sie darüber hinaus auch auf andere Geräusche, wie beispielsweise eine tickende Uhr im Hintergrund – bei der Bearbeitung des Audios können derartige Geräusche leicht verzerrt werden, was im Nachhinein besonders ablenkend auf die Zuhörer wirken kann.

Hosting

Es gibt zahlreiche namhafte Hosting-Optionen wie SoundCloud, PodHost, Podcaster.de, Chimpify und iTunes. Meine zwei persönlichen Favoriten sind SoundCloud und iTunes.

In SoundCloud findet man sich leicht zurecht und profitiert von nützlichen Statistiken. Innerhalb weniger Sekunden können Sie sich Ihr eigenes Konto erstellen, mit dem Sie insgesamt drei Stunden Upload-Zeit zur Verfügung haben – das sollte für den Anfang ausreichend sein, um in Erfahrung zu bringen, ob es sich lohnt, Geld für die zahlungspflichtige Version der Hosting-Plattform auszugeben.

Nehmen wir an, Sie möchten einen Podcast mit Marketingtipps starten, bei dem jede Episode 10 Minuten lang ist. In diesem Fall könnten Sie mit Ihrem kostenlosen SoundCloud-Konto insgesamt 18 Episoden erstellen. Danach sollten Sie sich wohl schon ein Bild davon gemacht haben, wie die Plattform funktioniert, und entscheiden können, ob Sie bereit dazu sind, für eine Plattform zu zahlen oder nicht. Auch wenn Sie sich aus bestimmten Gründen dazu entscheiden sollten, mit dem Podcasting aufzuhören, haben Sie noch immer eine Audio-Bibliothek in petto, deren Inhalte Sie auch noch in den nächsten Monaten mit Kunden und potenziellen Leads teilen können.

Hosting auf Libsyn ist eine kostengünstige Alternative, die darüber hinaus einige nennenswerte Vorteile mit sich bringt – unter anderem die „On Publish“-Funktion, mit der Ihr Podcast automatisch auf verschiedenen Kanälen Ihrer Wahl veröffentlicht wird. So wird Ihnen die Mühe erspart, sich jedes Mal bei verschiedenen Plattformen anzumelden, wenn Sie eine neue Episode veröffentlichen möchten. Natürlich ist auch das nicht zwingend notwendig, wenn Sie im Bereich Podcasting noch in den Kinderschuhen stecken und sich lediglich austesten möchten. Wenn Sie allerdings darüber nachdenken, Ihren Podcast auch längerfristig weiterzuführen, ist eine ausführliche Recherche definitiv lohnenswert.

Audiobearbeitung

Auch bei der Audiobearbeitung gilt: Übung macht den Meister. Beginnen Sie mit einer Software wie Audacity, die einfach in der Handhabung ist, und Ihnen dennoch einen Einblick darin verschafft, wie der Bearbeitungsprozess abläuft. Am besten üben Sie bereits mit einer Aufnahme, die nur wenige Minuten lang ist, um vor Ihrem eigentlichen Podcast-Upload nicht unter Zeitdruck zu geraten.

Wenn Sie bereits eine gewisse Fertigkeit in der Audio-Bearbeitung haben, können Sie auch zu Adobe Audition wechseln. Das Programm stellt Ihnen eine größere Auswahl an Bearbeitungsoptionen zur Verfügung und gewährleistet einen gewissen professionellen Standard. Für beide Bearbeitungs-Plattformen gibt es auf YouTube zahlreiche Tutorials, die Ihnen anfangs behilflich sein können. Die Aufnahme im WAV-Format ist allgemein am besten, da es sich hierbei um ein größeres Dateiformat handelt, mit dem Sie die Qualität des Audiomaterials während des Bearbeitungsprozesses beibehalten können.

Promotion

Einen Podcast zu promoten verläuft im Grunde genommen genauso wie die Promotion eines Webinars oder eines Video-Channels. Ihre wöchentlichen oder monatlichen E-Mail-Newsletter bieten die perfekte Gelegenheit, nebenbei auch auf Ihren Podcast aufmerksam zu machen. Ein überzeugender CTA gepaart mit einem Aktionsverb ist eine tolle Ergänzung zu den allgemeinen Unternehmensnews, die Sie per E-Mail verschicken. Darüber hinaus könnte ein CTA für Ihren Podcast in der Seitenleiste Ihres Blogs zu mehr Traffic verhelfen.

Eine weitere hervorragende Möglichkeit, Ihren Podcast zu promoten, ist Co-Marketing. Denken Sie dabei beispielsweise an erfolgreiche YouTuber, die regelmäßige Gastauftritte als eine Art Cross-Promotion in ihre Videos integrieren. Diese Methode lässt sich auch auf die Promotion von Podcasts anwenden, indem man sich mit Erstellern bereits etablierter Podcasts zusammenschließt und so die Arbeit des jeweils anderen fördert. Mit jemandem zusammenzuarbeiten, der bereits einen erfolgreichen Podcast führt, gibt Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren, wie Sie Ihren eigenen Podcast groß rausbringen können.

Performance messen

Die Performancemessung Ihres Podcasts hängt, wie so oft, von Ihrer persönlichen Definition der Performance ab und basiert auf Ihren eigenen Zielen.

Podcaster messen sie in der Regel anhand der Interaktionen im Verhältnis zur Reichweite (wie viele Zuhörer figurieren in der Podcast-Statistik versus die Anzahl der Zuhörer, von denen Ihr Content potenziell gehört werden kann). Jede Plattform/jeder Host zeigt Statistiken auf eine individuelle Art und Weise an. Bitte vergessen Sie nie, dass der Aufbau einer treuen Hörerschaft für einen Podcast Zeit in Anspruch nimmt. Sie müssen also geduldig sein und weiterhin fleißig promoten.

Worauf warten Sie?

Das Wichtigste für den Start eines erfolgreichen Podcasts? Die Gelegenheit tatsächlich beim Schopfe zu packen und auf „Aufnahme“ zu drücken. Beginnen Sie mit Ihrem Smartphone und einem kostenlosen SoundCloud-Konto, um zu sehen, ob Sie Erfolg und Spaß an der Sache haben. Sollte es nicht klappen, haben Sie größtenteils mehr Zeit als Geld investiert – sollte es wirklich gut laufen, können Sie die nächsten Schritte in Angriff nehmen, um Ihren Podcast in einen starken Content-Channel für Ihr Unternehmen zu verwandeln.

Ich hoffe, dieser Blog-Artikel konnte Ihnen zeigen, dass das Erstellen eines eigenen Podcasts gar nicht so schwer ist, wie es oftmals scheint. Worauf warten Sie also noch? Nehmen Sie das Aufnahmegerät in die Hand und legen Sie los!

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Ursprünglich veröffentlicht am 3. Januar 2019, aktualisiert am April 20 2020

Themen:

Online Marketing