Wer nach einem kostenlosen und intuitiven Webinar-Tool sucht, kann sich schnell in detaillierten Vergleichen unzähliger Anbieter verlieren. Dabei bleibt die naheliegendste Lösung häufig unbeachtet: YouTube. Die weltweit größte Video-Plattform mag für sein Webinar-Feature zwar weniger bekannt sein, gestaltet sich allerdings in der Praxis als äußerst fähiges Tool für Sie und Ihr Publikum. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie mit YouTube Webinare erstellen können.

Warum sich YouTube als Webinar-Tool lohnt

Dank YouTube Live müssen Sie nicht mehr zwangsläufig kostenpflichtige Webinar-Plattformen in Anspruch nehmen, sondern können bei dem Streaming-Riesen gebührenfrei Ihr Wissen vermitteln. Wie bei einem klassischen Seminar sollten Sie aber auch trotz der geringen Eintrittshürde intensive Vorbereitungen treffen, um sich Ihrem Publikum nachhaltig als Experte zu präsentieren.

YouTube eignet sich dafür perfekt, da es insgesamt 81 Prozent aller Social-Media-Nutzer in Deutschland nutzen. Ähnlich barrierefrei wie die Umsetzung eines Webinars ist dann auch die Teilnahme: Interessierte benötigen keine App und können sich einfach über den Link dazuschalten, den Sie auf Ihrer Website, in entsprechenden E-Mails oder Beiträgen auf Social Media promoten können.

Die wichtigsten Schritte für ein Webinar auf YouTube

Die Grundvoraussetzung für die Umsetzung eines Webinars mit YouTube ist ein YouTube-Account. In unserem YouTube-Marketing-Leitfaden können Sie die einzelnen Schritte zum Aufsetzen eines Accounts nachlesen.

Folgen Sie anschließend einfach diesen Schritten:

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YouTube-Webinar-Livestream-starten

  1. Gehen Sie zu Ihrem YouTube Creator Studio.
  2. Gehen Sie zum Live Streaming Tab, wo Sie unter dem Menüpunkt „Kamera“ die wichtigsten Informationen wie Thema oder Datum eintragen können.
  3. Unter „Später Planen“ können Sie den Stream-Startpunkt und die technischen Gegebenheiten (Kamera & Mikrofon) eintragen.
  4. Wichtig: Aktivieren Sie unter Erweiterte Einstellungen die Chat-Funktion. Dort können Sie außerdem eine Altersbeschränkung eingeben und angeben, ob Produktplatzierungen im Webinar vorkommen sollen.
  5. Klicken Sie auf „Fertig“, womit Sie den Vorbereitungsprozess abschließen und gleichzeitig ein Foto gemacht wird, was als Startbild dient.

Noch vor Starttermin des Webinars mit YouTube wird ein Link generiert, über den Sie Nutzer einladen können.

Alternativ zu kostenlosen Webinaren können Sie mit YouTube ebenso kostenpflichtige Webinare oder Webcasts aufsetzen. Stellen Sie dazu das Video auf „nicht gelistet“ teilen Sie den Link nur mit denjenigen Nutzern, die gezahlt haben.

Die Durchführung eines Webinars mit YouTube

Um schnell und effizient Webinare zu konzipieren, mit denen Sie ein Publikum anlocken und begeistern können, haben wir Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Auch während der Übertragung sollten Sie darauf achten, immer ein offenes Auge und Ohr auf die Belange Ihrer Zuschauer zu haben. Schließlich lebt diese Darbietungsform von einem aktiven Austausch zwischen allen Beteiligten.

Bei YouTube finden Sie während des Streaming auf der rechten Seite die Live-Kommentare der Teilnehmer, auf die Sie im Laufe des Webinars eingehen können. Um den Vortrag nicht durch Unterbrechungen zu stören, kann sich eine Interaktion mit dem Publikum im Anschluss an den Vortrag anbieten

Kündigen Sie beispielsweise zu Beginn des Webinars an, dass Sie im Anschluss für eine ausführliche Q&A-Runde zur Verfügung stehen und dort dann im Detail auf die Kommentare eingehen. Zusätzlich zu inhaltlichen Rückmeldungen können Sie zum Abschluss auch ein gezieltes Feedback zum Webinar erfragen. Das kann Ihnen wertvolle Erkenntnisse für künftige Webinare liefern.

Nach der Fragerunde und der Verabschiedung schließen Sie das Webinar per Klick auf „Stream beenden“ ab. Im Anschluss zeigt YouTube Ihnen Statistiken auf, wie beispielsweise die Anzahl neu gewonnener Abonnenten oder die durchschnittliche Wiedergabezeit der Teilnehmer.

Was passiert nach einem Webinar?

Anhand der Resonanz auf Ihr YouTube-Webinar können Sie zukünftige Webinare und andere Initiativen optimieren.

  • Waren bestimmte Webinar-Passagen unverständlich und können beim nächsten Mal noch etwas vereinfacht werden?
  • Haben Nutzer Themen angesprochen, die Sie in Ihrem nächsten Webinar möglicherweise ergänzen sollten?
  • Sind Fragen aufgetaucht, die Stoff für ein eigenes Webinar, einen Blogartikel oder gar ein eigenständiges E-Book bieten?

Neben dem Nutzen im Hinblick auf ihre künftige Content-Planung bietet ein aufgezeichnetes Webinar selbst noch weitere Vermarktungspotenziale. Einmal aufgezeichnet, können Sie es als Video auf Ihrem Kanal frei zugänglich machen und entsprechend in Ihrem Blog oder auf sozialen Netzwerken promoten.

Zwei Beispiele für ein erfolgreiches Webinar mit YouTube

Die Betreiber des erfolgreichen YouTube-Channels Income School veranstalten regelmäßig Webinare. Die Zahlen sprechen für sich: Mit dem unten aufgeführten Webinar konnten die zwei SEO-Experten über 250.000 Klicks und 500 Kommentare generieren.

Rechts neben dem Video können Sie den Live-Chatverlauf nachvollziehen. So können sich Zuschauer hilfreiche Tipps einholen und verpassen keine Diskussion, selbst wenn sie nicht live am Webinar teilgenommen haben.

Adobe nutzt das Format YouTube-Webinar weniger zur Interaktion mit der Community als zur Vermittlung von Expertenwissen. Dafür haben sie sich zwei Spezialisten als Moderatoren ins Boot geholt, die die Thematik anschaulich erklären und präsentieren. Unterschiedliche Kameraperspektiven, die Einbindung verschiedener Medien, eine Einführung durch einen Moderator – Adobe zeigt hier eindrucksvoll auf, wie ein Webinar auf YouTube professionell aufgesetzt wird.

YouTube bietet Ihnen eine wunderbare Möglichkeit, leicht und kostengünstig Webinare zu erstellen und für ein großes Publikum zugänglich zu machen. Insbesondere dann, wenn Sie noch wenig Erfahrung mit diesem Format haben, eignet sich die Video-Plattform als ideale Teststrecke und praktische Alternative zu kostenpflichtigen Webinar-Tools.

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Headerbild: beerphotographer / iStock / Getty Images Plus

 

Ursprünglich veröffentlicht am 13. August 2019, aktualisiert am August 13 2019