Sie amüsieren, provozieren und einige sind sogar so beliebt, dass sie in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen wurden: Erfolgreiche Werbeslogans sind meist untrennbar mit der Markenidentität verbunden und können wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen. 

Wir zeigen Ihnen die zehn beliebtesten Werbeslogans – und was ihren Erfolg ausmacht. Außerdem erfahren Sie, wie Sie selbst den perfekten Werbeslogan für Ihr Unternehmen finden können.

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Die Top 10 der beliebtesten Werbeslogans

Werbeslogans gibt es wie Sand am Meer und die Industrie lässt sich tagtäglich weitere eingängige Slogans zu Produkteinführungen einfallen. Doch es gibt einige von ihnen, die selbst Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch fest im Gedächtnis der Zielgruppe verankert sind. Das Portal für Markt-, Medien- und Meinungsforschung hat die zehn beliebtesten Werbeslogans in einem Ranking zusammengefasst: 

1. Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso

Schon seit 1962 wirbt der Süßwarenhersteller Haribo aus Bonn erfolgreich mit diesem unveränderten Slogan und belegt in Sachen Bekanntheit Platz 1 auf dem deutschen Markt. Übrigens: Den Slogan „Haribo macht Kinder froh“ gibt es sogar schon seit 1935, der Zusatz "und Erwachsene ebenso" folgte dann erst fast dreißig Jahre später.

2. Quadratisch. Praktisch. Gut.

Kurz und knackig fasst Ritter Sport die Vorzüge der bekannten Schokoladentafel in diesem Slogan zusammen – und das schon seit 1970. Das Markenversprechen hat in dieser Form wohl wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen und macht die quadratischen Tafeln zur zweitliebsten Schokolade der Deutschen.

3. Merci, dass es dich gibt

Der dritte Platz geht an einen weiteren Schokoladenhersteller: In Kombination mit dem bekannten Song verknüpft Merci seit 1993 sein Produkt mit einer großen Portion Emotionen und appelliert an seine Kunden, einfach mal „Danke“ zu sagen. 

4. Wohnst du noch oder lebst du schon?

Seit 2002 stellt das schwedische Möbelhaus seinen Kunden diese Frage und macht damit klar: Bei IKEA wird nicht nur Mobiliar verkauft, sondern ein Lifestyle.

5. Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt

Fast vierzig Jahre prägte dieser Slogan das Markenbild von Milka und ist bis heute fest in den Köpfen der Konsumenten verankert. Trotz Relaunch blieb das Markenversprechen „zart“: Seit 2012 lautet der Slogan „Trau dich zart zu sein“.

6. Nichts ist unmöglich … Toyota

1985 ging Toyota mit diesem Slogan an den Start und konnte den Bekanntheitsgrad der Marke innerhalb weniger Wochen um satte 176 Prozent steigern.

7. Red Bull verleiht Flügel

Mit dem „Traum vom Fliegen“ als Markenkonzept gelang dem österreichischen Unternehmen der große Durchbruch. Mittlerweile steht Red Bull nicht nur für den bekannten Energy-Drink, sondern insbesondere für sein Sponsoring im Bereich Lifestyle und Extremsport.

8. Ich bin doch nicht blöd

Noch vor „Geiz ist geil“ sorgte Media Markt Ende der 1990er-Jahre mit diesem Slogan für ordentlich Wirbel und vermittelte ein Spaß-orientiertes Image mit latenter Provokation.

9. Ist der neu? Nein, mit Perwoll gewaschen

Dieser Slogan aus dem Jahr 1985 wurde so bekannt, dass der Ausdruck sogar in den alltäglichen Sprachgebrauch überging. Heute erfreut er sich nach wie vor großer Beliebtheit und wird vom Konzern Henkel als Plädoyer für Second-Hand-Mode verwendet.

10. Alles Müller – oder was?

Platz 10 der beliebtesten Slogans geht an diesen 1991 entwickelten Spruch der Molkerei Müller. Besteht an der Bekanntheit kaum Zweifel, scheiden sich bei diesem Slogan trotzdem die Geister: In einer weiteren Umfrage belegte der Werbeslogan der Molkerei Alois Müller sogar Platz 1 – der unbeliebtesten Werbesprüche.

Bekannte Werbeslogans: Was macht ihren Erfolg aus?

Eines ist den Top 10 der beliebtesten Werbeslogans gemein: Sie sind häufig schon Jahre oder sogar Jahrzehnte präsent und bekannt. Außerdem sind sie untrennbar mit ihren jeweiligen Marken verbunden und haben wesentlich zu deren Erfolg beigetragen. Aber was macht den Erfolg der Slogans wirklich aus?

In erster Linie sind die Sprüche sehr einprägsam und leicht verständlich – so verankern sie sich besonders schnell in den Köpfen der Konsumenten. Gleichzeitig formulieren sie den USP (Unique Selling Point) der Marke (mehr oder weniger direkt) in einem kurzen Satz. Häufig bewerben sie dabei nicht unbedingt das konkrete Produkt, sondern bestimmte Eigenschaften, einen Lifestyle oder ein gewisses Gefühl.

So bewirbt Merci beispielsweise nicht die Schokoladenriegel selbst, sondern das Gefühl von Liebe und Dankbarkeit. Auf diese Weise erzeugen Marken eine emotionale Verbindung zum Unternehmen, dem Produkt oder einer bestimmten Idee. Ein wichtiger Aspekt, der über ein reines Werbeversprechen hinausgeht und Marken als Teil der Popkultur etabliert.

Dieses Erfolgskonzept, die Vermittlung eines Lebensgefühls, scheint übrigens auch bei jüngeren Slogans durch: IKEA setzt in der aktuellen Kampagne beispielsweise erfolgreich auf die „Work-Life-Sleep-Balance“ und das Karriereportal LinkedIn konstatiert gemäß der New-Work-Bewegung: „Gemeinsam ist das neue Ich.“

So erstellen Sie einen erfolgreichen Werbeslogan

Ein erfolgreicher Slogan wird oft als DIE Königsdisziplin im Marketing bezeichnet und ist zumeist das Resultat von viel kreativer Arbeit.

Wir zeigen Ihnen Strategien und Techniken, mit denen Sie erfolgreiche Werbeslogans formulieren und in wenigen Schritten prägnante Claims schaffen, die Ihre Markenbotschaft ideal transportieren.

1. Markenkern definieren

Bevor Sie einen Werbeslogan entwickeln, ist es hilfreich, zunächst den Kern der Marke zu definieren. Folgende Fragen helfen Ihnen, sich dem Markenkern zu nähern:

  • Soll der Markenname im Slogan vorkommen?
  • Um welche Idee oder welches Produkt handelt es sich?
  • Was macht die Idee/das Produkt im Vergleich zur Konkurrenz so besonders?
  • Welches Gefühl möchten Sie vermitteln?
  • Für welche Werte steht die Marke?

Dabei kann es hilfreich sein, sich den spezifischen Merkmalen eines Produktes über Ebenen zu nähern. So können Sie schrittweise den USP (beziehungsweise eine Unterscheidbarkeit zu anderen Marken) herausstellen.

Sie benennen also zunächst einen Begriff, den Sie in einen Oberbegriff und eine nähere Definition aufteilen. Ein einfaches Beispiel für eine schrittweise Definition der Merkmale:

Ein Klappstuhl (Begriff) ist ein Sitzmöbel (Oberbegriff), das zusammenklappbar ist (nähere Definition). Über diesen Weg lassen sich häufig bereits erste Ansätze finden, die im Anschluss weiter ausgebaut werden können.

Bestenfalls vermitteln Sie Ihren Kunden einen bestimmten Eindruck von der Marke, der sich vom Wettbewerb abgrenzt. Zum Beispiel: „EDEKA – Wir lieben Lebensmittel.“

2. Zielgruppe kennen

Der ideale Werbeslogan spricht Ihre Zielgruppe genau an und geht auf ihre Werte und Bedürfnisse ein. Fragen Sie sich an dieser Stelle also, wie Sie Ihre Zielgruppe gezielt erreichen können und erstellen Sie eine Zielgruppenanalyse. Dabei können Sie das Alter, demografische Daten, regionale Besonderheiten und individuelle Eigenarten einbeziehen. Möchten Sie sich beispielsweise an abenteuerlustige Konsumenten oder heimatverbundene Kunden richten?

3. Brainstorming

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, einmal in alle Richtungen zu denken. Dabei hilft es, zunächst alle wichtigen Informationen zum Unternehmen, dem Produkt oder der Idee zu notieren. Anschließend können Sie bereits erste Ansätze sammeln – dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Erste Wortspiele, Satzbausteine oder Reime entsprechen vielleicht nicht sofort dem gewünschten Ergebnis, können aber später zu kreativen Slogans werden.

4. Emotionen wecken

Emotionen werden besonders stark im Gehirn verankert. Versuchen Sie also, eine Sprache zu wählen, die emotional überzeugt. Ein Claim kann zum Beispiel witzig, aufregend oder vertrauenerweckend sein. Das muss nicht bedeuten, dass ein Slogan immer auf abstrakte Werte wie Liebe oder Glück anspielen muss. Auch Provokation oder Wut können sehr erfolgreich funktionieren – wenn sie denn zur Marke passen. Ein bekanntes Beispiel: „Geiz ist geil“ von Saturn.

5. Sprachliche Mittel nutzen

Metaphern und Symbole schaffen starke Bilder in den Köpfen der Kunden. Ein melodischer Wortklang kann aus einem Slogan einen echten Ohrwurm und ihn somit noch erfolgreicher machen. Nutzen Sie also ruhig sprachliche Mittel, um Ihren Slogan effektvoller zu gestalten. Scheuen Sie nicht davor zurück, Konventionen zu brechen. Gegensätze, Übertreibungen und kleine Wagnisse rufen eine emotionale Wirkung hervor und können wesentlich zum Erfolg eines Slogans beitragen. Aber: Bleiben Sie dabei immer bei der Wahrheit.

6. Den besten Kandidaten finden

Nach dem Brainstorming geht es an den Feinschliff: Streichen Sie nach und nach alle Ideen, die keine eindeutige Aussage transportieren oder an den Unternehmenszielen vorbeischießen. Holen Sie sich dabei ruhig auch Zweit- und Drittmeinungen ein: Wie kommt ein Slogan bei anderen an und transportiert er die gewünschte Botschaft? 

Folgende Fragen können Ihnen an dieser Stelle helfen, Ihre Ideen noch konkreter zu fassen:

  • Trifft der Slogan eindeutig die Markenidentität?
  • Ist er leicht auszusprechen?
  • Ist der Slogan glaubwürdig?

Auf diese Weise ermitteln Sie schließlich Schritt für Schritt einen Slogan, der Ihre Markenbotschaft auf den Punkt bringt und Ihrer Zielgruppe entspricht. 

Tipp: Slogan-Generator nutzen

Während des Kreativprozesses sind Slogan-Generatoren nützliche Tools für etwas zusätzliche Inspiration. Plattformen wie Shopify oder Sloganizer generieren aus einem Begriff in Sekundenschnelle zahlreiche Versionen für einen Werbeslogan, die – zugegeben – nicht in jedem Fall unbedingt Sinn ergeben, aber dennoch spannende Denkanstöße liefern können.

Erfolgreiche Werbeslogans sind manchmal ein Zufallsprodukt, aber häufig das Ergebnis von intensivem Brainstorming und kreativen Prozessen. Mit ein paar gezielten Techniken müssen erfolgreiche Werbesprüche kein Zufall sein, sondern können systematisch erarbeitet werden. Dabei ist es wichtig, den Markenkern immer im Auge zu behalten und Ihre Zielgruppe sowie ihre Bedürfnisse gut zu kennen. Denken Sie ruhig quer und sammeln Sie auch Ideen, die vielleicht nicht sofort passen. Das alles ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses und kann letztlich helfen, einen innovativen Werbeslogan zu schaffen. 

So nutzen Sie die Google Suite

Ursprünglich veröffentlicht am 22. Oktober 2019, aktualisiert am Oktober 29 2019