Kunden mit geringen Streuverlusten erreichen, Öffnungsraten von bis zu 90 Prozent erzielen: Das verspricht WhatsApp als Marketingkanal. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf die Messenger-App. Was Sie dabei beachten müssten, verraten uns zwei Unternehmer, die Tools für WhatsApp-Marketing anbieten.

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen den Messenger-Dienst WhatsApp, der 2009 im kalifornischen Santa Clara (USA) startete. Sie verschicken täglich mehr als 42 Milliarden Nachrichten, etwa 1,6 Milliarden Fotos und rund 250 Millionen Videos.

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Da überrascht es nicht, dass immer mehr Unternehmen diesen Kanal in ihre Kommunikation integrieren und Follower mit nützlichem Content versorgen – etwa mit Styling-Tipps für den Frühling oder Party-Angeboten für das Wochenende.

Markus Buchner

Wir wollten genauer wissen, was die Vorteile von WhatsApp im Marketing sind.

Deswegen haben wir uns mit zwei Experten unterhalten. Unser erster Interviewpartner ist Markus Buchner, Geschäftsführer von atms – ein Netzbetreiber aus Wien, der seit zwei Jahren mit WhatsATool eine der größten IP-Messaging-Plattformen Europas betreut.

Maximilian Tietz

Außerdem haben wir mit Maximilian Tietz gesprochen, Geschäftsführer von WhatsBroadcast aus München.

Das Unternehmen betreibt eine Online-Plattform, mit der Unternehmen Newsletter via WhatsApp an Kunden und Fans verschicken und eigene Chatbots erstellen können.

Wie funktioniert WhatsApp-Marketing?

Um WhatsApp-Marketing bequem und effektiv zu machen, setzen atms und WhatsBroadcast auf eine Weblösung. Mit ihr lassen sich WhatsApp-Unternehmenskanäle und Abonnenten managen und mit Content versorgen. Tietz erklärt das Prinzip:

Unsere Kunden können zentral über eine Oberfläche Newsletter an die gewünschten Empfänger schicken, eingehende Fragen beantworten und Statistiken einsehen. Die Inhalte des Marketings übernimmt der Kunde – wir sind der Technologiedienstleister.

Das Angebot von atms funktioniert ähnlich, wie Buchner erläutert:

Nach Freischaltung erhält der Anwender Zugang zu einer Weboberfläche, über die er sein Messagingangebot für WhatsApp einrichtet. Die Administration ist einfach und bietet im Unterschied zur Verwendung von WhatsApp am eigenen Handy umfassende Nutzungsstatistiken und unbegrenzte Nachrichtenkapazität.

Was sind die größten Vorteile von WhatsApp als Marketing-Kanal?

Zwar gibt es keine Zahlen, die belegen, wie viele Unternehmen in Deutschland den Messenger-Dienst als Marketing-Kanal nutzen – dafür ist das Thema noch zu jung und dynamisch. Doch Buchner und Tietz sind überzeugt: Jeden Tag nutzen mehr Betriebe die Vorteile der App. Buchner erklärt:

Unter unseren Kunden sind Unternehmen jeder Größe und aus jeglicher Branche. Das reicht vom Start-up bis zum Großkonzern, vom Verlag bis zum Schulungsanbieter. Und sogar Tourismusverbände und Gemeinden setzen heute bereits auf WhatsApp als Kontaktkanal. Die größten Vorteile im Vergleich zu anderen Kanälen sind sicherlich der direkte Kundenzugang, die Multimedia-Unterstützung und die Kontakt- bzw. Interaktionsqualität. Wir sehen Öffnungsraten von bis zu 90 Prozent und Interaktionsraten von teilweise über 50 Prozent. Wir sehen eine hohe Reaktionsfreudigkeit seitens der Empfänger und einen hohe Treuegrad (Stickiness). Und das bei einer technischen Reichweite von über einer Milliarde Nutzer weltweit!

Auch Tietz beobachtet, dass immer mehr Unternehmen auf WhatsApp setzen:

Derzeit scheint es einen Hype um WhatsApp als Marketingkanal zu geben. Bei uns wurde im März 2017 der 1000. Channel gebucht. Zu den Gründen zählt sicherlich die sehr einfache Handhabung, die sehr große Reichweite sowie die hohe Nutzerfrequenz, die den Messenger zu einem nicht zu unterschätzenden Marketingkanal macht. WhatsApp bietet im Vergleich zu anderen Marketingkanälen wie etwa E-Mail-Newslettern eine sehr direkte Kommunikation. Dabei halten sich die Streuverluste in Grenzen, da genau die Personen angesprochen werden, die sich bewusst mit der Einspeicherung der Unternehmens-Rufnummer ins private Handy für diesen Kanal entschieden haben.

WhatsApp ist beim Direktmarketing rechtlich unproblematisch – vorausgesetzt, einige Voraussetzungen sind erfüllt. Dazu zählt ein Double-Opt-in-Verfahren für die Anmeldung, eine genau Aufklärung über den Inhalt der Nachrichten und ein Verweis auf die Abmeldung per Opt-out auf der Anmeldeseite. Auch der leidige Wermutstropfen, die fehlende standardisierte Schnittstelle zu WhatsApp, könnte bald austrocknen, erläutert Buchner.

Nachdem WhatsApp schon seit geraumer Zeit seine Öffnung hin zu gewerblichen Anbietern proklamiert und seine AGB für den privaten Nutzer dahingehend bereits 2016 erweitert hat, gehen wir davon aus, dass dieser Umstand in naher Zukunft Geschichte sein wird.

Was gilt es beim WhatsApp-Marketing zu beachten?

Einfach ins kalte Wasser springen empfiehlt sich auch beim Marketing mit WhatsApp nicht. Stattdessen ist Strategie gefragt, erklärt Tietz:

Wenn man mit WhatsApp-Marketing startet, ist es wichtig, sich im Vorfeld ein klares Konzept zu überlegen. Wie soll der Messenger in meinem Marketingmix eingesetzt werden und welche Inhalte sollen an die Kunden ausgespielt werden? Als Unternehmen befindet man sich hier im privaten Bereich der Empfänger und sollte sich Mühe geben, den Content so interessant und lesenswert wie möglich zu gestalten. Kurz und knapp und in einer verständlichen Sprache aufbereitet. Die Verantwortlichen müssen Nutzern einen echten Mehrwert bieten. Das können zum Beispiel Informationen zu Verspätungen der Bahn sein oder ein täglicher Wetterbericht für die Region.

Auch Buchner betont, dass Unternehmen das Marketing mit WhatsApp sorgfältig planen sollten. Besonderen Fokus gilt es dabei auf die Echtzeit-Kommunikation mit Usern zu legen, ist Buchner überzeugt:

WhatsApp ist definitiv Arbeit und lässt sich trotz des Einsatzes von Chatbots nicht ausschließlich automatisch bedienen. Denn der Messenger bietet Nutzern immer auch einen Rückkanal an. Wenn der genutzt wird, muss sich jemand auf Anbieterseite darum kümmern. Und zwar sofort. Wenn das Unternehmen diese Hürde sauber genommen hat, geht es schon um die Tool-Entscheidung und gleich darauf um die Kundengewinnung mittels sauberer Double-Opt-Ins. In der Regel wird von einem sehr raschen Anwachsen der Nutzerbasis ausgegangen, welches sich aber bei den allerwenigsten Anbietern einstellt. Nicht, weil die Vermarktung des Angebots schlecht gemacht wird, sondern weil bei der Fülle an Informationen und Angeboten, denen sich Konsumenten heute gegenübersehen, es einfach eine Zeit dauert, bis Neues wahrgenommen, bewertet und eingesetzt wird.

Was bringt die Zukunft des WhatsApp-Marketing?

WhatsApp-Marketing entwickelt sich so rasant, dass es in Zukunft noch einige Überraschungen bieten wird, sagt Buchner:

Wir sehen aktuell eine sehr rosige Zukunft für den Messenger im Unternehmenskontext. Die Entwicklung steht hier erst am Anfang und viele für die Nutzer wertvolle Ideen wurden noch gar nicht realisiert. Aufgrund der enormen globalen Verbreitung und der umfassenden Medienunterstützung von WhatsApp ist die Verwendung des Kanals für Unternehmen höchst spannend. Wir rechnen damit, dass WhatsApp das Potenzial hat, der am meisten genutzte Multimediakanal des Smartphonezeitalters zu werden. Zudem wird Sprache und deren Synthetisierung ein spannendes Element.

Auch Tietz prognostiziert Wachstum beim Marketing mit WhatsApp:

Ich bin mir sicher, dass der Messenger mittelfristig einen festen Platz in der Unternehmenskommunikation haben wird. Er ist für die Endkunden einfach zu bedienen, die Hemmschwelle ist niedrig, die Kommunikation kann synchron und asynchron stattfinden und die Informationen sind jederzeit abrufbar. Auch das Thema Bots wird an Bedeutung gewinnen. Wir stehen hier ja gerade erst am Anfang. Doch bereits jetzt zeigen erste Projekte, wie Bots die Kommunikation mit den Nutzern über Messenger-Plattformen verändern können. Ein schönes Beispiel ist der What´sMeBot, der im Einsatz für die Bundesagentur für Arbeit ist und junge Leute bei der Berufswahl unterstützt. Aber auch künstliche Intelligenz wird zunehmend eine wichtigere Rolle spielen.

Jetzt Messenger-Strategie entwickeln

WhatsApp gehört zu den am schnellsten wachsenden Messenger-Diensten der Welt und hält großes Potential für die Unternehmenskommunikation bereit. Sie haben damit direkten Kundenzugang und können Öffnungsraten von bis zu 90 Prozent erreichen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Ihre Botschaften über den Text hinaus zu emotionalisieren – mit Bildern, Videos und Audio.

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Ursprünglich veröffentlicht am 9. Mai 2017, aktualisiert am Dezember 05 2017

Themen:

WhatsApp-Marketing