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Seit ihrem Rekordboom in 2017 sind Kryptowährungen in aller Munde, und wohl keine mehr als der Bitcoin, der mittlerweile schon einige Höhen und Tiefen erlebt hat. In Zusammenhang mit den digitalen Währungen wird auch immer wieder die ihnen zugrunde liegende Technologie der Blockchain thematisiert, in der weit mehr steckt als nur das Potenzial für neue Zahlungsmöglichkeiten. Wie aber funktioniert sie? Wofür kann sie noch eingesetzt werden? Und wie wird sich die Technologie zukünftig weiterentwickeln? In diesem Artikel wollen wir uns das etwas genauer ansehen.

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Jeder hat so sein eigenes – mehr oder weniger erfahrungsbasiertes – Bild vom Bitcoin. Einige kauften die Währung bereits früh, um sie dann mit etwas Gewinn wieder zu verkaufen – andere kauften den Bitcoin in seiner Hochphase und sehen sich aktuell mit Verlusten konfrontiert. Doch eine Mehrzahl steht dem Bitcoin und anderen neuen Termini wie „Kryptowährung“, „Digital Mining“ und „CryptoKitties“ noch relativ ratlos gegenüber.

Die Blockchain: Mehr als Bitcoin-Transaktionen

Um etwas Ordnung in das Wirrwarr an neuen Konzepten zu bringen, möchten wir uns mit der Technologie beschäftigen, die alle diese Anwendungsfälle überhaupt möglich macht: die Blockchain.

Die Blockchain wird auch als „Public Ledger“, also als öffentliches Register, bezeichnet, in dem alle Bitcoin-Transaktionen vermerkt sind. Unserer Meinung nach ist die Blockchain nicht nur ein Trend, sondern sie hat das Potenzial, unseren Alltag von Grund auf umzugestalten.

blockchain-statistikBild: HubSpot, Quelle: Deloitte

In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Blockchain funktioniert, wer sie verwendet und wie sie zukünftig eingesetzt werden kann. Über die nachstehenden Schaltflächen können Sie direkt zu einem beliebigen Themenabschnitt wechseln.

Nur digitale Währung? Was sich hinter dem Begriff „Blockchain“ verbirgt

Für die Zukunft der Blockchain ist Großes zu erwarten. Die Kryptowährung Bitcoin ist dabei nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten dieser revolutionären Technologie. Aber was genau ist die Blockchain?

Bei der Blockchain handelt es sich um eine Art Buchführungssystem, in dem Transaktionen – Kryptowährungen, Gesundheitsdaten, Wahlen, Eigentumsverhältnisse und vieles mehr – in entsprechenden Einträgen vermerkt werden, wobei diese Einträge verteilt in einem offenen Netzwerk gespeichert werden.

Dabei werden jeweils eine gewisse Anzahl von Transaktionen in einzelnen Blöcken (daher „Block“-chain) zusammengefasst und jeder einzelne Block wird von Nutzern des Systems durch die Lösung einer komplizierten Rechenaufgabe verifiziert. Wurde ein Block einmal validiert, wird er an eine Kette (daher Block-„chain“) mit anderen validierten Blöcken angehängt und kann danach praktisch nicht mehr verändert werden. Die einzelnen Einträge formen zusammen eine Blockchain – eine Kette aus Blöcken, die jeweils Transaktionsdaten enthalten.

Alle Nutzer der Blockchain verfügen über ihre eigene Kopie dieses Datenverlaufs. Einfach ausgedrückt ist eine Blockchain also ein riesiges Register, das von allen Benutzern des Systems verwendet wird. In der Praxis ist die Technologie aber weitaus spannender.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Sie haben sich letztes Jahr eine neue Gitarre gekauft, denken nun aber, dass sie sich doch nicht so toll spielt, wie zunächst erwartet. Sie könnten das Instrument nun über einen Drittanbieter wie eBay verkaufen. eBay agiert als Marktplatz, auf dem Verkäufer und potenzielle Käufer für die Abwicklung von Käufen zusammenkommen, und berechnet für diesen Dienst eine Gebühr.

Wenn nun ein Verkauf über die Plattform stattfindet, verifiziert diese die Authentizität der Transaktion, indem sie die jeweiligen Banken der beiden Teilnehmer kontaktiert und sowohl die Existenz der Gitarre als auch die des Käufers prüft. Wenn Sie sich als Verkäufer allerdings dazu entscheiden, Blockchain-Technologie zu verwenden, um Ihr Instrument zu verkaufen, besteht kein Bedarf für etwaige Mittelspersonen – und die Transaktion ist trotzdem sicher, schnell und über Ländergrenzen hinweg möglich. Hier wären also weder Zwischenhändler noch Banken oder Gebühren im Spiel.

Die Idee der Peer-to-Peer-Zahlungen

Bevor wir uns damit beschäftigen, welche Technologie eigentlich hinter der Blockchain steckt, sollten wir einen kurzen Blick auf die Entstehung der Blockchain werfen. Im Oktober 2008 stellte Satoshi Nakamoto, Erfinder des Bitcoin, seine Idee für elektronische Peer-to-Peer-Zahlungen vor. (Es ist nicht bekannt, ob es sich bei Satoshi Nakamoto tatsächlich um eine Person oder eine Gruppe von Personen handelt – „seine“ Identität ist ebenso kryptisch wie die Währung, die er geschaffen hat.)

Die Kryptowährung Bitcoin beruhte auf der allerersten Blockchain der Welt. Die zugrunde liegende Software ist Open Source, sie kann also beliebig verwendet und modifiziert werden. Daher dauerte es auch nicht lange, bis die Software für andere Anwendungsfälle umgeschrieben wurde.

Von der Kryptowährung Bitcoin zu weiteren Anwendungen

Anfangs versuchten einige Nutzer, optimierte Versionen des Bitcoin zu erschaffen. Mit Litecoin wollte ein früherer Google-Mitarbeiter beispielsweise für schnellere Zahlungstransaktionen sorgen. Der von einem Meme inspirierte Dogecoin hingegen wurde ursprünglich entwickelt, um den Bitcoin zu parodieren.

Dogecoin

Mit Namecoin.org wurde ein neuer Verwendungszweck für die Blockchain gefunden. Die Plattform verwendet eine Blockchain für die Registrierung von .bit-Domainnamen – als Alternative zu den üblichen Vergabeverfahren. Namecoin macht es externen Beteiligten, wie etwa Regierungen, äußerst schwer, Kontrolle über diese Websites zu gewinnen. Da .bit-Domains in einer Blockchain registriert werden, können sie grundsätzlich nicht ohne den Kodierungsschlüssel modifiziert werden.

Die Öffnung der Technologie

Der nächste bedeutende Fortschritt erfolgte im Jahr 2013, als ein kleines Start-up mit dem Namen Ethereum ein Whitepaper veröffentlichte, in dem dargelegt wurde, wie Entwickler neue Blockchains auch ohne den ursprünglichen Bitcoin-Code erstellen konnten. Zwei Jahre später kündigte Ethereum die Einführung seiner neuen Plattform an, die nun jedem ermöglichte, die Blockchain-Technologie nicht nur für Kryptowährungen zu nutzen.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain sind bei Weitem noch nicht ausgiebig erforscht worden. Es ist allerdings klar, dass sie enormes Potenzial für die Bereiche des Gesundheitswesens, der Energieversorgung, des Lieferketten-Managements und weiterer Branchen hat. Dazu später mehr.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Blockchain zu entwickeln. Die Harvard Business Review hat jedoch fünf Grundsätze definiert, die bei jeder Blockchain vorliegen.

Erstens: Eine Blockchain verwendet eine dezentrale Datenbank: Das bedeutet, dass jeder Nutzer der Blockchain umfassenden Zugang zu der vollständigen Datenbank hat, einschließlich des gesamten Transaktionsverlaufs. Nutzer können also jeden beliebigen Datensatz nachprüfen und Transaktionen direkt, ohne Vermittler, durchführen.

Zweitens: Jegliche Transaktionen oder Kommunikationen werden zwischen „Peers“, also gleichrangigen Teilnehmern, durchgeführt. Jeder Nutzer speichert Einträge und sendet Informationen an alle Teilnehmer der Blockchain. Daher sind Vermittler und zentrale Speicheranbieter, wie etwa Banken, nicht mehr notwendig. Nutzer verfügen selber über die nötigen Informationen, um die Vertrauenswürdigkeit anderer Nutzer des Systems – auch Knoten genannt – einschätzen zu können.

Drittens: Jeder Nutzer kann anonym bleiben, und das, obwohl die Blockchain vollkommen transparent und der darin gespeicherte Transaktionsverlauf allen Nutzern zugänglich ist. Um die Identität der Teilnehmer zu schützen, verfügen alle über ihre eigene alphanumerische Adresse bestehend aus mindestens 30 Zeichen, welche anstelle des jeweiligen Namens genutzt wird. Nutzer bestimmen selber, ob sie ihre Identität mit anderen teilen oder anonym über ihre Blockchain-Adresse agieren möchten.

Diese alphanumerischen Adressen werden auch für die Verifizierung von Transaktionen verwendet. Möglicherweise haben Sie schon einmal den Begriff „Mining“ (wörtlich „schürfen“) im Zusammenhang mit Bitcoins gelesen oder gehört. Wenn jemand Bitcoin-Mining betreibt, bedeutet das nicht, dass er tatsächlich mit dem Spaten nach Bitcoins gräbt (… Ausnahmen bestätigen die Regel).

Mining funktioniert folgendermaßen: Wenn jemand eine Transaktion durchführen will – also einen neuen Eintrag oder „Block“ zur Blockchain hinzufügen möchte – muss er dafür eine (hochkomplizierte) Rechenaufgabe lösen. Computer müssen eine gewisse Rechenleistung aufwenden, um letztendlich die richtige Antwort zu finden – sie „graben“ quasi nach der Antwort. Die Person, die dieses Mining betreibt, wird auch als „Miner“ bezeichnet. Die Lösung der Rechenaufgabe muss anschließend vom Netzwerk verifiziert werden. Ist die Antwort richtig, wird ein neuer Block zur Blockchain hinzugefügt. Zu diesem Zeitpunkt wird dann auch ein Token generiert – dieses ist sozusagen der Beleg für die Transaktion.

HubSpot-Blockchain-DiagrammViertens: Da die Blockchain digital ist, können Transaktionen vollständig mithilfe von Algorithmen automatisiert werden. Beim Kauf eines Eigenheims zum Beispiel bezahlen Sie üblicherweise auch für einige Nebenkosten wie etwa den Grundbucheintrag, Hypothekenzinsen, Prüfungen und Anwaltsgebühren – für den ordentlichen Ablauf der Transaktion müssen hier noch viele andere Personen hinzugezogen werden.

All diese komplexen Prozesse fallen bei der Blockchain komplett weg. Die gesamte Transaktion wird live in der Blockchain gespeichert. Es lassen sich zudem Regeln mit bedingter Logik – sogenannte „Smart Contracts“ – in die Blockchain aufnehmen, um die Transaktion zu automatisieren. In unserem Beispiel könnte dann der Eigentumstitel automatisch transferiert werden, sobald eine bestimmte Bedingung (die Überweisung einer Anzahlung etwa) erfüllt wurde.

HubSpot-Blockchain-HauskaufFünftens: Ist ein Eintrag in der Blockchain einmal erstellt, kann er nicht mehr verändert werden. Nachdem eine Transaktion überprüft wurde, erhalten alle Nutzer der Blockchain eine Kopie des verifizierten Eintrags. Während dieses Mining-Prozesses wird nebenbei auf Basis der jeweiligen Transaktion die Rechenaufgabe für den nächsten Block in der Chain erstellt. Jede Transaktion wird also direkt und untrennbar mit der jeweils vorherigen Transaktion verlinkt und ohne „Single Point of Failure“ auf mehreren Computern gespeichert.

In diesem Abschnitt fassen wir kurz einige der wichtigsten Fakten zusammen:

  1. Eine Blockchain ist vollkommen transparent. Alle Teilnehmer haben auf unbegrenzte Zeit Zugriff auf jede beliebige Transaktion.
  2. Jede Transaktion findet zwischen individuellen Nutzern statt – es besteht kein Bedarf für Mittelspersonen.
  3. Obwohl Blockchains transparent sind, setzt dies nicht voraus, dass auch die Identitäten der Nutzer bekannt sein müssen. Den Teilnehmern wird eine öffentliche Adresse zugeteilt, die sie bei ihren Transaktionen anstatt ihres eigenen Namens verwenden.
  4. Da Blockchains auf einer digitalen, internetbasierten Technologie beruhen, können zukünftige Transaktionen anhand von Algorithmen automatisiert werden – etwa so, wie sich ein Netflix-Abo jeden Monat automatisch erneuern lässt.
  5. Nachdem ein Block zu einer Blockchain hinzugefügt wurde, kann er daraus nicht mehr entfernt werden.

Die verschiedenen Arten von Blockchains im Überblick

Eine Blockchain kann sowohl privat als auch öffentlich sein. Beide Typen verfügen über die oben beschriebenen Eigenschaften, haben also ähnliche Merkmale; sie unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt. Eine öffentliche Blockchain ist für jeden öffentlich zugänglich und jeder kann daran teilnehmen, Transaktionen durchführen und verifizieren. Jeder Teilnehmer verfügt über eine Kopie der dezentralen Einträge. Die Bitcoin-Blockchain ist derzeit eine der größten öffentlichen Blockchain-Netzwerke.

Bei einer privaten Blockchain hingegen ist eine Teilnahme nur auf Einladung möglich. Einer Person muss explizit die Genehmigung erteilt werden, an dem Netzwerk teilzunehmen. Private Blockchains bieten auf diese Weise eine noch höhere Sicherheit. Sie sind zudem mit einem geringeren Kostenaufwand verbunden, da in kleineren Netzwerken bedeutend weniger Rechenleistung benötigt wird, um Transaktionen zu verifizieren.

Die Vorteile der Blockchain

Nachdem wir uns die Geschichte und die Funktionsweise der Blockchain angesehen haben, möchten wir nun näher darauf eingehen, welche Vorteile die Blockchain bietet und warum diese Technologie das Potenzial hat, unseren Alltag von Grund auf umzugestalten.

Sicherheit in der Blockchain

Einer der größten Vorteile der Blockchain-Technologie liegt in der hohen Sicherheit der Netzwerke. Daten, die über eine Blockchain ausgetauscht werden, sind von Natur aus verschlüsselt. Somit sind sie sicherer als in üblichen Systemen, die nur durch die Abfrage von Anmeldedaten gesichert sind. Der größte Sicherheitsvorteil der Blockchain entsteht allerdings durch die intrinsische Beschaffenheit des Nutzernetzwerks.

Dadurch dass die Daten einer Blockchain dezentral gespeichert sind und kein „Single Point of Failure“ existiert, ist es extrem schwierig, die Kette zu hacken. Das können Sie sich in etwa so vorstellen: Viele Menschen speichern wichtige Dokumente auf einer einzigen Festplatte. Wird dieses Speichermedium zerstört, gestohlen oder kommt es auf andere Weise abhanden, sind die Daten permanent gelöscht. Wenn diese Daten allerdings auf Tausenden von Festplatten gespeichert werden, ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, dass die Daten dauerhaft verloren gehen. Doch das ist nur eine der Sicherheitsmaßnahmen der Blockchain.

Um eine Blockchain zu knacken, müssten Hacker – im Normalfall – in kürzester Zeit mehr als 50 Prozent des Netzwerks überwältigen. Für dieses Vorhaben müsste in den meisten Blockchains eine enorme Rechenleistung aufgebracht werden. Vor allem größere Netzwerke sind deshalb so schwer zu hacken, weil es sich dabei um hochverteilte Systeme handelt, in denen eine große Anzahl an Computern an der Verifizierung von Transaktionen arbeitet.

Ein weiterer Sicherheitsvorteil der Blockchain entsteht daraus, dass sehr einfach zu erkennen ist, ob ein Block nach seiner Entstehung manipuliert wurde. Der Hashwert aus einem Block wird immer auch in den Hashwert des nächsten Blocks aufgenommen. Versucht nun jemand, einen Block zu verändern, verändert er damit auch den Hashwert dieses Blocks und den des nächsten Blocks. Eine solche Manipulation könnte nicht unbemerkt geschehen und der Block würde dadurch ungültig werden.

Anonymität durch Blockchain

Die Blockchain bietet ihren Nutzern darüber hinaus Anonymität. Andere Systeme verwenden eine Vielzahl von Informationen wie Namen, Adressen, Kreditkartennummern und Sozialversicherungsnummern, um Transaktionen zu verifizieren. Diese personenbezogenen Informationen, die hier übermittelt werden, können von Unbefugten abgefangen werden. In einer Blockchain hingegen kann nur derjenige auf bestimmte Daten zugreifen, der den entsprechenden privaten Schlüssel dafür hält.

Jeder Nutzer der Blockchain hält zwei Schlüssel: einen öffentlichen Schlüssel und einen privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird mithilfe einer mathematischen Formel aus dem privaten Schlüssel errechnet. Der öffentliche Schlüssel wird dann noch mit weiteren Informationen verbunden, um die öffentliche Transaktionsadresse für den Nutzer zu generieren. Der private Schlüssel, welcher nur seinem Inhaber bekannt ist, ist demnach durch mehrere komplexe mathematische Formeln geschützt. Ohne den privaten Schlüssel können Transaktionen der öffentlichen Adresse nicht verifiziert werden.

Es besteht zwar die Möglichkeit, den privaten Schlüssel einer Person aus dem öffentlichen Schlüssel zu berechnen, jedoch würde selbst der leistungsfähigste Computer der Welt 40.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Jahre brauchen, um dieses mathematische Problem zu lösen. Das Risiko ist also äußerst gering.

Ein dezentrales System und „Smart Contracts“

Ein weiterer Vorteil der Blockchain liegt in ihrer dezentralen Struktur und in den „Smart Contracts“. Letztere stellen wohl den zurzeit erfolgreichsten Anwendungsfall der Technologie dar. Unser Director of Acquisition und Blockchain-Experte bei HubSpot, Matthew Howells-Barby, beschreibt den Einsatz dieser „intelligenten Verträge“ folgendermaßen:

„Kleine und mittelständische Unternehmen werden vor allem aufgrund der Smart Contracts unmittelbar von der Blockchain-Technologie profitieren. Smart Contracts ermöglichen zwei Teilnehmern, zwischen denen keine Vertrauensbasis bestehen muss, das Aufsetzen und die Durchführung digitaler Verträge – für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten. Diese Art von ‚vertrauenslosen‘ Abkommen ohne jegliche Mittelspersonen ist etwas ganz Neues. Man könnte damit beispielsweise einen Smart Contract mit einem Auftragnehmer aufsetzen, und der Vertrag gibt bei befriedigender Fertigstellung des Auftrags automatisch die Zahlung frei.“

Smart Contracts nutzen die Blockchain, um Zahlungen und Überweisungen basierend auf zuvor festgelegten Bedingungen zu automatisieren. Mit Smart Contracts können Unternehmen so etwa festlegen, dass die Stromrechnung automatisch bezahlt wird, sobald eine bestimmte Menge an Strom verbraucht wurde. Die Transaktion würde sicher an den Stromanbieter übermittelt und mithilfe der Blockchain verifiziert werden. Verspätungsgebühren, gestohlene Finanzinformationen und die Vorausplanung von Überweisungen würden damit der Vergangenheit angehören.

Mit der Verbreitung von Smart Contracts für die Automatisierung von Transaktionen würde nach und nach der Bedarf an Mittelspersonen und externen Unternehmen abnehmen. Da alle Informationen im gesamten Netzwerk verteilt liegen, wäre es äußerst schwer für eine einzelne Gruppe, die Kontrolle über das System zu gewinnen. Regierungen und einflussreiche Individuen hätten dann keine Möglichkeit mehr, unerwünschte Informationsquellen stillzulegen, da die geteilten Informationen auf vielen verschiedenen Computern im Netzwerk hinterlegt sind.

Schnell und effizient

Der dritte große Vorteil von Blockchains ist ihre Schnelligkeit und Effizienz. Wir wissen, dass die manuelle Dateneingabe viel Zeit in Anspruch nimmt und großen Spielraum für Fehler lässt: Schon beim Verfassen einer E-Mail ist es normal, dass sich einige Fehler einschleichen – einige von diesen schaffen es dann auch noch in die endgültige Version der Nachricht. Viele Organisationen verwenden unterschiedliche Datenbanken für verschiedene Tätigkeiten. So würde eine Eisdiele etwa separate Datenbanken für die Wareneinkäufe, die Arbeitszeiten der Mitarbeiter und die Verkäufe führen. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. In einer Blockchain würden diese Informationen gleich bei ihrer Entstehung verifiziert und gespeichert werden.

Die Geschwindigkeit, mit der Transaktionen verifiziert werden, birgt enorme Vorteile. Auch die Übertragung von Aktien könnte so beschleunigt werden. Bei einer Blockchain fallen Verifizierungen durch externe Entitäten weg, da die für die Verifizierung und Ausführung der Transaktionen nötigen Informationen direkt im System gespeichert werden. Die Übertragung von Aktien würde somit fast ohne zeitliche Verzögerung durchgeführt werden.

HubSpot-Blockchain-Vorteile

Anwendungsfälle

Nachdem wir uns die Vorteile der Blockchain-Technologie angesehen haben, können wir nun etwas näher unter die Lupe nehmen, für welche Zwecke Blockchains aktuell bereits zum Einsatz kommen. Financial Times-Reporter Sally Davies erklärt:

„Blockchain ist für Bitcoin, was das Internet für E-Mails ist: Ein großes elektronisches System, auf dem man Anwendungen bauen kann. Die Erstellung neuer Währungen ist nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten.“

Bitcoins sind demnach nur ein kleines Dorf in einer Welt oder gar einem Universum aus Möglichkeiten. Die folgenden Anwendungsfälle sind deshalb auch nur eine kleine Auswahl:

Zahlungen mit Bitcoins

Neben den oben beschriebenen Kryptowährungen gibt es heutzutage noch viele andere auf kryptografischen Prinzipien basierende Zahlungsmethoden und sie stellen wie erwähnt eine der häufigsten Anwendungen der Blockchain dar. Das ist kaum verwunderlich – immerhin wurde die erste Blockchain damals speziell für den Bitcoin entwickelt.

Der Bitcoin ist zurzeit die wertvollste Kryptowährung der Welt (gemessen in US-Dollar). Das liegt einerseits daran, dass er die allererste Währung dieser Art war, und andererseits daran, dass der Bitcoin über das größte Nutzernetzwerk verfügt. Er wird sogar schon in einigen Geschäften, Restaurants und Bars als Zahlungsmethode akzeptiert.

Einwohner von Metropolen wie New York können theoretisch schon für ihren gesamten Lebensunterhalt in Bitcoin aufkommen – in der Praxis ist das jedoch nicht unbedingt die einfachste Lösung. Bitcoins wurden des Weiteren genutzt für Börsenspekulationen, als Zahlungsmethode bei Online-Glücksspielen und in Venezuela sogar zum Ausgleich persönlicher Verluste im Zuge der Hyperinflation.

Und die weiteren Kryptowährungen?

Andere Kryptowährungen wie Ripple, Litecoin und Ethereum können zwar auch für Börsenspekulationen oder Zahlungstransaktionen genutzt werden, haben allerdings alle die eine oder andere Eigenart. Mit Ripple sollen internationale Transaktionen beschleunigt und Gebühren reduziert werden. Lediglich vier Sekunden dauert die Verarbeitung durch Ripple – das ist schneller als bei jeder anderen Kryptowährung und deutlich schneller und günstiger als die Zahlungsabwicklungen bei den meisten Banken. American Express, Santander Bank und andere Unternehmen experimentieren aus diesem Grund bereits mit dem Einsatz von Ripple für internationale Transaktionen.

Litecoin kann ebenfalls für Zahlungen genutzt werden, ist jedoch vorrangig auf alltägliche Transaktionen und nicht auf internationale Überweisungen ausgelegt. Litecoin-Gründer Charlie Lee erklärt:

„Litecoin soll schnelle Zahlungstransaktionen mit niedrigen Gebühren ermöglichen.“

Es gibt viermal mehr Litecoins als Bitcoins und die Transaktionen in dieser Währung sind ebenfalls viermal schneller als Bitcoin-Transaktionen.

Bei Ethereum heißt die eigentliche Währung Ether, doch stehen bei dieser Blockchain vor allem die Smart Contracts im Vordergrund, welche nach der Erfüllung vordefinierter Bedingungen die automatische Abwicklung verschiedenster Deals initiieren können. Sie können sich leicht ausmalen, wie diese Funktionalität auch außerhalb von FinTech eingesetzt werden könnte.

Handel

Diese Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie werden sich zukünftig voraussichtlich in bedeutendem Maße auf den Handel auswirken. Sowohl der nationale als auch der internationale Handel werden durch kürzere Verifizierungszeiten, niedrigere Wechselgebühren (oder gebührenlose Transaktionen) und ein schwindendes Fehlerrisiko um einiges einfacher werden.

Das Unternehmen IBM konnte durch Einsatz der Blockchain in seinem internen Finanzierungssystem 100 Millionen US-Dollar freisetzen, die zuvor in ungelösten Streitverfahren feststeckten. Auch bei diesem Beispiel ist es leicht, sich vorzustellen, welches ungeheure Potential die Blockchain-Technologie für die Abwicklung der billionenschweren Transaktionen, die tagtäglich durch das weltweite Finanzsystem durchlaufen, haben könnten.

Crowdfunding

Neben bedeutenden Umwälzungen in den Bereichen der Versicherungen und des internationalen Handels wird die Blockchain auch für Unternehmen und Start-ups höchst relevant werden, die versuchen, Kapital für ihre Projekte aufzubringen. Plattformen wie das 2009 gegründete Kickstarter ermöglichen eine neue Art der Finanzierung, bei der praktisch jeder eine Idee für ein neues Projekt vorstellen und die Öffentlichkeit um finanzielle Unterstützung bitten kann. Motivierte Unternehmer können so potenziellen Geldgebern auf der ganzen Welt ihre innovativen Produkte vorstellen.

Mit diesem Konzept wurde die Kapitalfinanzierung zu einem gewissen Grad demokratisiert, da Nutzer nun weniger oder gar nicht auf traditionelle Geldgeber wie Banken oder Risikokapitalfonds angewiesen sind. Damit jeder sein Geld sicher investieren kann, werden die Beiträge von Unterstützern erst eingezogen, nachdem das Finanzierungsziel erreicht wurde. Für seine Dienste berechnet Kickstarter seinen Nutzern neben einer Zahlungsabwicklungsgebühr eine Bearbeitungsgebühr von 5 Prozent. Bis dato wurden über diese Plattform allein 4,56 Milliarden US-Dollar für die verschiedensten Projekte gesammelt.

Mit einer Blockchain würden diese Gebühren entfallen. Die Verifizierung von Projektstartern und Unterstützern würde sofort erfolgen und die Finanzierungsbeträge könnten beim Erreichen des Finanzierungsziels mithilfe von Smart Contracts sicher und zuverlässig übermittelt werden. Einige Künstler und Start-ups experimentieren aktuell bereits mit Blockchain-basiertem Crowdfunding, durch sogenannte „ICOs“ – Initial Coin Offerings. ICOs funktionieren ähnlich wie die traditionellen „Initial Public Offerings“ (IPOs oder Börsengänge). Anstatt jedoch als Investor Aktien des Unternehmens zu kaufen, in das Sie investieren möchten, kaufen Sie virtuelle Münzen (Coins). Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Investoren mit diesen Coins keine Eigentumsrechte an dem jeweiligen Unternehmen erstehen, sondern eben nur dessen neue Währung. Aus diesem Grund zählen Investitionen bei ICOs als sehr risikoreiche Anlagen.

Eigentum und Identität

Nachweise der eigenen Identität und Besitztümer sind wichtige Dokumente, die jeder Mensch schützen möchte. Mit einer Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunde sind verschiedene Rechte verbunden, wie etwa eine Staatsbürgerschaft, Arbeitnehmerrechte und das Wahlrecht.

In einigen Ländern existieren persönliche und behördliche Dokumente nur im Papierformat. Bei dem verheerenden Erdbeben, das 2010 im Inselstaat Haiti großen Schaden anrichtete, wurde auch der Großteil der Grundbucheinträge des Landes zerstört. Danach war es praktisch unmöglich, Besitzansprüche geltend zu machen. Korruption machte sich breit und viele Menschen erlitten zusätzliche Verluste. Zukünftig könnte die Blockchain-Technologie dabei helfen, eine gewisse Stabilität inmitten solcher Ausnahmezustände zu gewährleisten.

Eine Blockchain kann zudem als ein sehr effektives Identitätsmanagement-System fungieren – vor allem im digitalen Zeitalter, da wir regelmäßig persönliche und Finanzinformationen über das Internet versenden.

Bei Online-Transaktionen ist es wichtig, dass Sie Ihre Identität eindeutig belegen können, jedoch setzen Sie die eigenen Daten so auch einigen Gefahren aus, da diese gleich an mehreren Punkten abgefangen werden können. Bei einer Blockchain sorgen die dezentrale Struktur des Netzwerks und die einzigartigen Nutzeradressen dafür, dass Hacker nur sehr schwer an persönliche Daten gelangen können.

Lieferkette

Im Einzelhandel wird die Blockchain-Technologie heute bereits erfolgreich eingesetzt: Smart Contracts dienen etwa dazu, die verschiedenen Prozesse der Lieferkette von Unternehmen zu vereinfachen. Anfang 2017 tat sich Maersk, die größte Containerschiffsreederei der Welt, mit IBM zusammen, um ein digitales Blockchain-basiertes Lieferkettensystem zu entwickeln. Ziel war die Implementierung einer schnelleren, sichereren und kostengünstigeren Methode für den internationalen Produkthandel.

Die Kosten für die Dokumentation von Handelsaktivitäten, die Übermittlung dieser Informationen sowie für den gesamten Verwaltungsapparat liegen schätzungsweise bei einem Fünftel der Gesamtkosten des eigentlichen Transports. Bei den Tausenden von Warenlieferungen, die ein einziges Schiff befördern kann, fallen enorme Kosten für die Erstellung und Verarbeitung der entsprechenden Dokumente an. Zudem fehlen oft wichtige Belegunterlagen, da sie entweder irgendwo unterwegs verloren gegangen sind, verlegt wurden oder aber einfach noch nicht übermittelt werden konnten – das führt natürlich zu weiteren Komplikationen. Dies ist ein logistischer Albtraum, mit dem sich viele Transportunternehmen bereits seit langer Zeit herumschlagen mussten.

Mit einer Blockchain können alle Beteiligten in der Lieferkette die nötigen Dokumente jederzeit einsehen und Transportvorgänge in Echtzeit nachverfolgen. Die Informationen der Lieferkette werden sicher in der Blockchain gespeichert und können nur dann verändert werden, wenn auch das Netzwerk einer Änderung zustimmt. Ein solches Level an Transparenz führt zu kürzeren Lieferzeiten und Kosteneinsparungen und verhindert Betrugsfälle und Fehler. Davon profitieren schlussendlich Verbraucher auf der ganzen Welt.

Gesundheitswesen

Bei der Verarbeitung vertraulicher Dokumente und Informationen zum gesundheitlichen Zustand von Personen müssen besonders hohe Sicherheitsstandards beachtet werden. Doch nicht nur die Datensicherheit ist im Gesundheitswesen ein wichtiges – jedoch komplexes – Thema, sondern auch die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen.

Kann Blockchain also sogar „Leben retten”? Schließlich ermöglicht sie Patienten, Versicherern und Ärzten, Krankenakten sicher und zeitnah einzusehen und zu aktualisieren. Diese unkomplizierte Methode für das Abrufen von Patientendaten befähigt behandelnde Ärzte dazu, Krankheiten oder Symptome ihrer Patienten frühzeitig zu erkennen. Laut einer Studie von IBM „werden Blockchains im Gesundheitswesen um einiges schneller integriert als in Organisationen der Finanzbranche – das Gesundheitswesen scheint sogar um einige Schritte voraus zu sein.“

Die Blockchain hat zudem das Potenzial, die Anzahl der Betrugsfälle im Gesundheitssystem zu reduzieren und gesundheitsrelevante Informationen zentral verfügbar zu machen. Und medizinische Forschungsarbeiten aus aller Welt könnten in einer zentralen, umfassenden Datenbank gesammelt werden. Blockchains würden es auch möglich machen, dass medizinische Eingriffe basierend auf deren Endergebnis und nicht nach zuvor festgelegten Raten bezahlt werden. 

Energie

Unsere Elektrizitätsnetze werden mit Energie aus verschiedensten Quellen gespeist, etwa Energie aus fossilen Brennstoffen, aus erneuerbaren Energiequellen oder Kernenergie. Sobald die Energie sich im Netz befindet, ist ihr Ursprung nicht mehr auszumachen. Kraftwerke müssen sehr komplexe, teure Systeme einsetzen, um die Energie aus erneuerbaren Energiequellen nachverfolgen zu können.

Mit Blockchain-Technologie könnten einige Zwischenstationen abgeschafft, das Fehlerrisiko reduziert und eine dezentrale Datenbank für die erneuerbaren Energiequellen erstellt werden. Das ist jedoch nicht alles. Über die letzten paar Jahre hinweg wurde ein immer größeres verteiltes Stromnetz aufgebaut, das durch Solarmodule auf den Häusern und Batterien aus Elektroautos von Privatpersonen gespeist wird. Produzieren diese Systeme mehr Energie, als sie verbrauchen, können die Eigentümer den Überschuss an einen Stromanbieter verkaufen.

Allerdings dauert es im Moment noch mehrere Monate, bis Verbraucher von den entsprechenden Erträgen tatsächlich profitieren können. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn experimentiert das Unternehmen LO3 Energy zurzeit mit einem Blockchain-basierten Stromnetz, über das Verbraucher ihre überschüssige Energie an Nachbarn weiterverkaufen können. Da es um einiges einfacher ist, Elektrizität in geografisch eingegrenzten Bereichen zu verteilen, anstatt sie über weite Distanzen zu senden, könnten durch dezentrale Blockchain-Mikronetze Stromausfälle verhindert und die Energienutzung durch die Beteiligung vieler verschiedener Stromerzeuger maximiert werden.

Investieren in die Blockchain

Hoffentlich war es uns möglich, bis hierhin die verschiedenen Aspekte der Blockchain-Technologie ausreichend zu beleuchten. Möglicherweise konnten wir Sie auch davon überzeugen, dass Blockchains uns zukünftig von großem Nutzen sein werden. Oder vielleicht stehen Sie der Sache noch etwas skeptisch gegenüber und würden gerne mehr darüber wissen. Wir vermuten, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis die Blockchain-Technologie weitreichend Anwendung findet. Daher bleibt Ihnen noch genügend Zeit, um weitere Informationen einzuholen und das Potenzial der Blockchain für Ihre eigenen Projekte auszuloten.

Kleinen und mittelständischen Unternehmen raten wir dazu, erst noch abzuwarten, bis die Technologie richtig Fuß gefasst hat, bevor sie diese in ihren Prozessen implementieren. Wer nicht so lange warten möchte, könnte jetzt bereits mit ersten Blockchain-Anwendungen experimentieren. In dem folgenden Abschnitt beschäftigen wir uns damit, wie Unternehmen strategisch und gezielt in Blockchain investieren können.

Wie Unternehmen das Potenzial der Blockchain für sich abschätzen können

Laut Harvard Business Review gibt es zwei Faktoren, an denen nachvollzogen werden kann, wie leicht neue Technologien in Unternehmen angenommen werden: Neuartigkeit und Komplexität. Bei der Neuartigkeit geht es darum, ob Nutzer sich bereits mit der Funktionalität der Technologie auskennen. Je neuartiger oder unvertrauter eine Technologie ist, desto länger wird es dauern, bis sie sich etablieren kann. Bei der Komplexität handelt es sich um die Anzahl der Menschen, die eine Technologie anwenden müssen, bevor sie tatsächlich nutzbringend eingesetzt werden kann. Nehmen wir dafür das Beispiel einer Dating-App: Erst wenn es eine ausreichende Anzahl an Nutzerprofilen gibt, ist die App auch tatsächlich nützlich.

HubSpot-Blockchain-Neue-TechnologienAnhand dieser beiden Kriterien können leitende Angestellte im Voraus evaluieren, auf welche Hindernisse sie bei der Implementierung einer Blockchain-App stoßen würden und wie viel Aufwand damit verbunden wäre. Aus dem Diagramm oben geht hervor, dass Sie mit Blockchain-Anwendungen, die nur für einen einzigen Zweck eingesetzt werden, mit recht wenigen Hindernissen bei der Annahme rechnen müssen. Sowohl der Grad der Neuartigkeit als auch der Komplexität sind relativ niedrig.

Ein Beispiel für eine solche Anwendung ist die Zahlung mit Bitcoins. In der HBR wird erklärt: „Bitcoins werden in Bereichen, in denen die aktuellen Finanzsysteme nicht genügend Spielraum gewähren – etwa im Kontext von Direktzahlungen und des Handels von Fremdwährungen und Vermögenswerten –, immer öfter eingesetzt.“ Wer Kryptowährungen als Zahlungsmethode akzeptiert, kann Kunden auf der ganzen Welt ermöglichen, sicher und schnell online einzukaufen.

Nachdem ein Unternehmen erst einmal Bitcoins als Zahlungsmethode angenommen hat, kann es anschließend eine Blockchain-Anwendung einsetzen. Das ist schon etwas neuartiger, jedoch nach wie vor nicht sehr komplex: ein privates Blockchain-Kontobuch, in dem alle Transaktionen vermerkt werden. Ist das digitale Kontobuch einmal fest in den Prozessen des Unternehmens eingebettet, könnte es eine komplexere Anwendung, wie etwa Smart Contracts, in Betracht ziehen, und so weiter und so fort.

Das Potenzial der Blockchain ist enorm. Bereits jetzt haben Unternehmen viele verschiedene Möglichkeiten, ihre Prozesse damit zu optimieren. Es hängt alles davon ab, wie viel Kapital und Zeit Sie oder Unternehmen bereit sind, darin zu investieren.

Ein Blick in die Zukunft der Blockchain

Wir hoffen, dass wir Ihnen hier einen guten Überblick über ein recht komplexes, aber sehr interessantes Thema geben konnten, und dass Sie nun besser evaluieren können, ob die Blockchain möglicherweise auch für Ihr Unternehmen interessant werden könnte. Wir erwarten, dass die Blockchain in einigen Branchen erst noch Fuß fassen muss, bevor wir sie tatsächlich zu einem festen Bestandteil unseres Alltags zählen können.

Kleinen und mittelständischen Unternehmen raten wir daher anfänglich nicht zu größeren Investitionen in diesem Bereich. Jedoch sollten Sie die weiteren Entwicklungen dieser Technologie sowie die neuen App-Ideen von Großunternehmen aufmerksam nachverfolgen, um sich für die Zukunft zu wappnen.

Momentan haben wohl nur noch die wenigsten eine Chance, durch Bitcoins zu Millionären zu werden. Doch wir haben alle die Gelegenheit, das enorme Potenzial der Technologie auszuschöpfen, die dem Bitcoin seinen Siegeszug erst ermöglichte. Wir erleben gerade erst die Anfänge der Blockchain-Technologie und sind gespannt, welche innovativen Ideen und Produkte sie in Zukunft hervorbringen wird.

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Ursprünglich veröffentlicht am 23. Januar 2020, aktualisiert am Februar 10 2020

Themen:

Blockchain