Das Business Model Canvas (BMC) erlaubt angehenden Unternehmern, ihre Geschäftsidee einfach und prägnant zu visualisieren. Das eigene Geschäftsmodell auf einem einzigen Blatt Papier darstellen – diese Methode des Schweizer Unternehmers Alexander Osterwalder aus dem Jahr 2004 hat die Geschäftswelt entscheidend verändert. Sein Fachbuch „Business Model Generation“ steht ganz oben auf der Bestseller-Liste für Start-ups.

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In diesem Beitrag erklären wir, warum das Business Model Canvas für Start-ups so nützlich ist, geben praxisnahe Beispiele und gehen auf die neun Elemente des Modells ein.

Durch die Nutzung visueller, modularer Methoden gelingt es, ein besseres Verständnis für die Geschäftsidee zu entwickeln und Optimierungspotenziale zu identifizieren.

Von einem Geschäftsmodell oder Businessplan grenzt sich das Business Model Canvas vor allem durch den Umfang und die visuelle Darstellung ab. Ein klassischer Businessplan beispielsweise darf gern bis zu 50 Seiten umfassen und soll potenzielle Investoren – vor allem durch ausführliche Analysen und schriftliche Erläuterungen – von einer Idee überzeugen. Das BMC zielt hingegen darauf ab, eigene Ideen zu visualisieren, zu vergleichen und zu optimieren.

Das Business Model Canvas ist eng mit dem Ansatz des „Lean Startup“ verknüpft. Die „Lean Startup”-Theorie zielt darauf ab, Geschäftsgründungen möglichst schlank und effizient umzusetzen. Jahrelange Vorbereitung auf den Markteintritt wird im „Lean Startup“ durch kurze Entwicklungszyklen und schnelle Produkt-Launches ersetzt.

Übrigens: Wie bereits erwähnt, ist das Business Model Canvas für Start-ups und Unternehmensgründer interessant, lässt sich jedoch auch auf bestehende Unternehmen anwenden. Vor allem im Vertrieb und Kundenservice erfreut sich die effiziente Methode großer Beliebtheit.

Die Bedeutung des Business Model Canvas

Der Siegeszug der beliebten Start-up Lektüre „Business Model Generation“ von Alexander Osterwalder kommt nicht von ungefähr. Das Business Model Canvas weist schließlich einige entscheidende Vorteile auf:

Verständlichkeit

Um ein komplexes Geschäftsmodell zu verstehen, sind viele Stunden Arbeit erforderlich. Mit dem Business Model Canvas lassen sich die Grundzüge der Geschäftsidee in wenigen Minuten erfassen.

Vergleichbarkeit

Das Modell erlaubt es angehenden Unternehmern, verschiedene Ansätze für ihre Idee zu Papier zu bringen und übersichtlich miteinander zu vergleichen.

Fokus

Als Start-up ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mit dem BMC haben Unternehmensgründer einen klaren Fokus auf die wichtigsten Aspekte.

Businessplan

So attraktiv das Business Model Canvas auch ist – ohne einen ausführlichen Businessplan kommen die wenigsten Gründer an das notwendige Fremdkapital. Das BMC liefert jedoch eine hervorragende Grundlage, um den Businessplan später zu Papier zu bringen.

Bei all den Vorteilen ist stets zu berücksichtigen, dass das Business Model Canvas eine stark vereinfachte Darstellung ist. Die Methode hat nicht den Anspruch, einen Businessplan zu ersetzen. Zudem umfasst es nicht alle Aspekte des Geschäftsmodells.

Wenn Sie Ihr eigenes BMC aufstellen möchten, benötigen Sie dafür lediglich die folgenden Hilfsmittel:

  • Ein gedrucktes BMC-Template (möglichst groß, z.B. DIN A0, A1 oder A2)
  • Eine große freie Fläche zum Aufhängen des Templates
  • Haftnotizen und Stifte
  • Ein paar Stunden Zeit, Konzentration und Kreativität

Die 9 Elemente des Business Model Canvas

Beim Visualisieren des Geschäftsmodells mit der BMC-Methode hat sich die Darstellung mit neun Elementen durchgesetzt. Diese werden im Folgenden kurz erläutert:

Quelle: STARTUP TEENS

1. Customer Segments

Wer ist die Zielgruppe der Geschäftsidee und welche Bedürfnisse hat diese Zielgruppe? Die Beantwortung dieser Frage ist ein zentraler Bestandteil des Business Model Canvas.

2. Value Proposition

Welche Bedürfnisse der Zielgruppe möchte ich mit dem Unternehmen erfüllen? Das Wertangebot sollte optimal auf das Kundensegment abgestimmt sein, um den Kunden einen konkreten Mehrwert zu bieten.

3. Channels

Welche Kommunikationskanäle sind geeignet, um die identifizierte Zielgruppe zu erreichen? Auch bei diesem Element geht es darum, sich an dem potenziellen Kundenkreis und dessen Verhaltensweisen zu orientieren.

4. Customer Relationships

Die Kundenbeziehung ist für den nachhaltigen Geschäftserfolg von entscheidender Bedeutung. Ein Beispiel: Junge Zielgruppen möchten meist freundschaftlich, locker und auf einer weniger formalen Ebene angesprochen werden. Bei älteren Zielgruppen punkten Unternehmen mit Kompetenz, Professionalität und einer gesunden Distanz.

5. Revenue Streams

Das beste Geschäftsmodell ist nicht profitabel, wenn die Einnahmen die Ausgaben nicht decken. In diesem Schritt geht es folglich darum, Einnahmequellen zu identifizieren.

6. Key Resources

Welche Schlüsselressourcen sind erforderlich, um der Zielgruppe ein Produkt beziehungsweise eine Dienstleistung anbieten zu können?

7. Key Activities

Welche Schlüsselaktivitäten sind für den Geschäftserfolg entscheidend? Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen Social-Media-Kanäle anbietet, sind vor allem die Entwicklung und Pflege der Plattformen entscheidend.

8. Key Partners

Kaum ein Unternehmen kommt ohne zuverlässige Geschäftspartner aus. Die Identifizierung der wichtigsten Zulieferer und Dienstleister ist daher sehr wichtig. 

9. Cost Structure

Ein funktionierendes Business kennt die eigene Kostenstruktur bis ins letzte Detail. In diesem Feld geht es darum, die wichtigsten Kostentreiber zu identifizieren.

Für wen lohnt sich das Business Model Canvas?

Das BMC ist eine Methode, die sich sowohl für Start-ups in ihren Anfängen sowie für bestehende Unternehmen auf der Suche nach Optimierungspotenzial anbietet. Das Aufstellen eines Business Model Canvas ist dabei stets nur als wirkungsvolles Werkzeug zur Analyse von einem Geschäftsmodell zu betrachten und ersetzt keinen ausführlichen Businessplan. Wenn Sie Ihr BMC detailliert und schriftlich ausformulieren, können Sie das Ergebnis als solide Grundlage für einen durchdachten Businessplan nutzen.

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Headerbild: Rawpixel / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 19. Dezember 2019, aktualisiert am Februar 19 2020

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