Dynamic Pricing: So beherrschen Sie die dynamische Preisgestaltung

Gestaltung Ihrer Preisstrategie
Fabiana Sbrandolino
Fabiana Sbrandolino

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Es ist ein altbewährtes Mittel in der Preisstrategie: Händler oder Händlerinnen passen die Preise ihrer Produkte regelmäßig an die Nachfrage und die Marktsituation an, um ihre Kundschaft zu Käufen zu animieren. Schwankende Preise für Benzin, Last-Minute-Flüge oder auch für das Brot aus der Bäckerei – all das sind Dynamic Pricing Beispiele.

Frau rechnet am Taschenrechner die Strategie für Dynamic Pricing aus

Wenn Sie Ihrer Zielgruppe immer die besten Preise für Ihre Produkte bieten wollen, ohne Gefahr zu laufen, Geld zu verschenken, stellt die dynamische Preisgestaltung höchstwahrscheinlich auch für Sie ein sinnvolles Tool dar.

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Mittels künstlicher Intelligenz (KI) und Algorithmen werden diverse Faktoren wie Nachfrage, Lagerbestände und Wettbewerb analysiert und darauf basierend ideale Preise ausgewählt. Die Vorgänge des Dynamic Pricing entwickelt die KI mittels Machine Learning (zu Deutsch: maschinelles Lernen) selbstständig weiter und optimiert die Preisanpassungen.

Wie funktioniert Dynamic Pricing?

Beim Dynamic Pricing kommen in der Regel Algorithmen und Bots zum Einsatz, welche ununterbrochen die Marktsituation und die Preise des Wettbewerbs analysieren. Hierbei orientieren sie sich stark an Online Marktplätzen und Vergleichsseiten, sie können aber auch gezielt die Preise ausgewählter konkurrierender Unternehmen in den Blick nehmen.

Es gibt zudem spezielle Softwarelösungen, die Sie weiter individuell anpassen können. Beispielsweise bietet sich der Einsatz von preislichen Ober- und Untergrenzen an.

Ebenso steht es Ihnen offen, Ihr Dynamic Pricing vollautomatisch von einer KI erledigen zu lassen oder eine teilautomatische Lösung zu nutzen, auf die Sie aktiv Einfluss nehmen. Davon kann Ihr Dynamic Pricing vor allem durch das Machine Learning profitieren, durch welches sich die KI fortlaufend weiterbildet und optimiert.

Für die Preisgestaltung ziehen die Algorithmen unterschiedliche Kennzahlen heran. Hierzu gehören insbesondere die Nachfrage, die Lagerbestände, die Preise der Konkurrenz und die eigenen Kosten, die sich aus den Artikel-Stammdaten und Datensilos Ihrer Firma ergeben.

Des Weiteren spielen im Onlinebereich die Klickzahlen und die historischen Verkaufsdaten eine Rolle. Außerdem berücksichtigt eine KI Faktoren wie saisonale Effekte, Wetterentwicklungen, regionale Besonderheiten und die Markenstärke.

Sie sehen also: Es existiert eine ganze Menge Einflussfaktoren für das Dynamic Pricing! Dank dem maschinellen Lernen sind gewählte Pricing-Softwares in der Lage, ständig dazuzulernen, mehr Daten zu berücksichtigen und immer bessere, teils sogar individuelle Preise anzubieten.

Verschiedene Formen der dynamischen Preisgestaltung

Es gibt verschiedene Formen und Beispiele des Dynamic Pricing, auf die Sie je nach Vertriebskonzept zurückgreifen können.

1. Individuelle Preise

Die größten Erfolge mit Dynamic Pricing erzielen Sie, wenn Sie basierend auf einer Kundenanalyse individuelle Preise für verschiedene Personen anbieten. Menschen mit einer größeren Zahlungsbereitschaft bekommen höhere Preise für die Produkte angezeigt als andere.

Außerdem gibt es Vergünstigungen für spezielle Gruppen wie Studierende oder Senioren und Seniorinnen. Um diese Form des Dynamic Pricing anwenden zu können, sind Sie auf große, verlässliche Datensätze zu Ihrer Kundschaft und deren individuellen Eigenschaften angewiesen.

2. Zeitgebundene Preise

Eine weitere Möglichkeit des Dynamic Pricing ist es, die Preise Ihrer Produkte oder Dienstleistungen an zeitliche Faktoren zu koppeln. Vor allem saisonale Kriterien spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle.

Ein typisches Beispiel im Handel sind die Preise für Benzin, Flugtickets und Bahnreisen, welche rund um die Schulferien ansteigen. Ebenso sind während des Wochenendes häufig mehr Menschen in Onlineshops unterwegs, als unter der Woche.

Entsprechend sind die Preise für Waren und Dienstleistungen in den weniger stark frequentierten Zeitfenstern oft niedriger als zu Spitzenzeiten.

3. Preise anhand äußerer Faktoren

Bei Ihren Wareneinkäufen und Ihrer Preispolitik sind Sie meist von äußeren Marktfaktoren abhängig. Wenn Rohstoffe knapp sind, müssen Sie diese teuer einkaufen und können dementsprechend nur durch eine Anpassung Ihrer Preise einen Gewinn erzielen. Wenn der Frühling naht und das Wetter besser wird, müssen Sie die Preise für Ihre Produkte aus dem Wintersortiment anpassen, um die Produkte noch verkaufen zu können.

Während die Rohstoffpreise zwar nicht immer planbar steigen und fallen, treten wetterbedingte Einflussfaktoren meist immer zu denselben Zeiten auf – diesen können Sie in Ihrer Preispolitik also leicht folgen.

4. Surge Pricing

Surge Pricing bezeichnet die Anpassung von Preisen an die aktuelle Nachfrage. Wenn ein Taxiunternehmen mehr Anfragen bekommt, als Fahrzeuge auf den Straßen sind, erhöht es die Preise. So hat die Kundschaft die Wahl mehr zu bezahlen oder zu warten, bis die Nachfrage sinkt.

So soll sichergestellt werden, dass diejenigen, die dringend ein Fahrzeug benötigen, dieses auch dann bekommen können, wenn die Nachfrage ungewöhnlich hoch ist.

Dynamic Pricing: Einsatzbereiche und Vorteile

Mit Dynamic Pricing reagieren Sie in Echtzeit auf die aktuelle Nachfrage und die Situation am Markt. Die Preise für Waren und Dienstleistungen werden automatisch durch Algorithmen optimiert, sodass Sie sich nicht täglich selbst damit auseinandersetzen müssen.

So haben Sie die Möglichkeit, Ihrer Kundschaft durch Ihre Preisstrategie individuelle Preise anzubieten und sie von einem Kauf zu überzeugen. Hierdurch können Sie eine Umsatzsteigerung generieren.

Vor allem in Märkten mit stark fluktuierenden Rohstoffpreisen, viel Konkurrenz und einer Nachfrage mit hoher Preiselastizität ist es daher sinnvoll, Dynamic Pricing anzuwenden.

Kann Dynamic Pricing umgangen werden?

Kunden und Kundinnen versuchen teilweise, das Dynamic Pricing mithilfe verschiedener Strategien zu umgehen.

Einige kaufen gezielt zu Zeiten mit einer geringen Nachfrage ein, andere nutzen unterschiedliche mobile Endgeräte, da diese von den Algorithmen als Kriterium zur Bestimmung der Zahlungsbereitschaft einer Person herangezogen werden. Wieder andere beobachten den Markt und vergleichen vor jeder Kaufentscheidung zahlreiche Angebote. Nicht zuletzt nutzen viele Menschen auch Bonusaktionen, Rabatte und Gutscheine, um günstigere Preise zu bekommen.

Für Unternehmen hat dieses Verhalten oftmals den gleichen Effekt der Verkaufsförderung wie etwa Rabattaktionen: Da sie das Gefühl haben, Geld zu sparen, indem sie das Dynamic Pricing umgehen, kaufen die Kunden und Kundinnen häufig mehr ein, als sie es unter anderen Bedingungen würden.

Selbst auf Menschen, die das Dynamic Pricing bewusst umgehen wollen, kann die Preisstrategie also Auswirkungen haben, welche Ihrem Unternehmen zugutekommen.

Warum ist Dynamic Pricing wichtig?

Eine dynamische Preisgestaltung mittels Dynamic Pricing ist für den Markterfolg Ihres Unternehmens wichtig. Zu hohe Preise schrecken Kundschaft ab, durch zu niedrige Preise verlieren Sie gutes Geld.

Die Einflussfaktoren, die Ihre Preispolitik beeinflussen sollten, sind aber so komplex und vielseitig, dass es viel zu aufwendig wäre, sie personalisiert oder per Hand zu analysieren und entsprechende Preisanpassungen vorzunehmen.

KI und Algorithmen sind in der Lage, selbst große Datensätze innerhalb kürzester Zeit zu analysieren, zu bewerten und daraus geeignete Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie automatisieren Ihre Preisanpassungen dank Dynamic Pricing so, dass Sie Ihrer Kundschaft immer die optimalen Preise anbieten können, ohne sich selbst aktiv darum kümmern zu müssen.

So generieren Sie Wettbewerbsvorteile und werden von Ihrer Zielgruppe als flexibel, günstig und fair wahrgenommen.

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Titelbild: Atstock Productions / iStock / Getty Images Plus

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