Allein in Deutschland wurden im Jahr 2018 insgesamt rund 547.000 Unternehmen gegründet. Jeder Unternehmensgründer verfolgt dabei eine bestimmte Geschäftsidee und hat genaue Vorstellungen davon, wie das Unternehmen später einmal aussehen soll. Wenn es jedoch um die konkrete, strukturierte Umsetzung geht, fehlt es Existenzgründern oftmals an einem durchdachten Geschäftsmodell.

In diesem Überblick zeigen wir Ihnen, was ein gutes Geschäftsmodell ausmacht, welche verschiedenen Modelle es gibt, und wie Sie das richtige für Ihr Unternehmen finden können. 

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Ein Business Model oder Geschäftsmodell beantwortet im Idealfall folgende Fragen: 

  • Welchen Vorteil hat eine Geschäftsidee für Kunden?
  • Welches Problem kann eine Geschäftsidee für Kunden lösen?
  • Wie lässt sich eine größtmögliche Wertschöpfung erreichen?
  • Wie kann das Unternehmen einen Ertrag erwirtschaften?
  • Welche Ressourcen hat das Unternehmen?

Ziele eines Geschäftsmodells

Die Beantwortung dieser Fragen dient als Grundlage für die strategische Analyse von Geschäftsideen und ermöglicht es, ein besseres Verständnis für deren Potenzial zu entwickeln. Dabei werden im Wesentlichen die folgenden Ziele verfolgt:

  • Ein tiefgreifendes Verständnis für die Geschäftsidee entwickeln
  • Unterschiede gegenüber Wettbewerbern herausarbeiten
  • Die Schwächen der eigenen Geschäftsidee verstehen
  • Den Kundennutzen systematisch aufzeigen
  • Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Geschäftsidee analysieren
  • Eine mögliche Skalierbarkeit des Geschäftsmodells prüfen

Geschäftsmodell, Unternehmensstrategie oder Businessplan?

Ein Geschäftsmodell grenzt sich von der Unternehmensstrategie insofern ab, als dass es die Funktionen der verschiedenen Bestandteile eines Unternehmens beschreibt und keine Aussagen zur Wettbewerbssituation umfasst. Mit der Erstellung eines Businessplans wird dann die Belastbarkeit der Geschäftsidee aus finanzieller Sicht überprüft.

Welche Typen von Geschäftsmodellen gibt es? 

Es gibt keine allgemeingültige Klassifizierung von Geschäftsmodellen, doch bieten sich bestimmte Ausrichtungen je nach Geschäfts- bzw. Produktidee an. Einige prominente Beispiele stellen wir im Folgenden kurz vor: 

Add-ons

Das englische Wort „Add-on“ heißt so viel wie „Zusatz“, was den Kerninhalt dieses Geschäftsmodells umreißt. Dabei werden zusätzlich zum eigentlichen Produkt weitere Leistungen angeboten, mit denen der Umsatz pro Kunde gesteigert werden soll.

Affiliation

Dieser Ansatz beschreibt eine Partnerschaft von zwei oder mehr Unternehmen, im Rahmen derer auch die Produkte des bzw. der jeweiligen Partnerunternehmen vertrieben und/oder beworben werden. 

Das senkt die Kosten für das Marketing und es können bestenfalls mehr Kunden erreicht werden. Die Formel hier lautet: Ist ein Partner erfolgreich, ist es das eigene Unternehmen ebenfalls. 

Aikido-Prinzip

Dieser Ansatz verfolgt das Ziel, Produkte und Dienstleistungen so zu positionieren, dass sie sich radikal von denen anderer Anbieter und den bereits auf dem jeweiligen Markt verfügbaren Angeboten unterscheiden.

Die Intention ist, auf diese Weise der direkten Konkurrenz zu entgehen.

Auktion

Auktionen sind so alt wie der Handel selbst und natürlich auch im Internet omnipräsent. Dieser Ansatz lässt sich auf jedes denkbare Produkt anwenden und bietet vor allem Vorteile für eher seltene Produkte mit geringen Stückzahlen.

Cash-Machine

Bei diesem Geschäftsmodell stellt ein Unternehmen Produkte erst her, nachdem Kunden bereits dafür bezahlt haben.

Cross-Selling

Wenn ein Unternehmen bereits für eine bestimmte Produktpalette bekannt ist, kann es diese Bekanntheit zur Erweiterung des Sortiments nutzen. Kunden werden somit dazu animiert, auch andere Produkte zu erwerben, wenn sie mit der ursprünglich eingekauften Ware zufrieden sind. 

Kundentreue

Punktesysteme, Treuestempel, Kundenkarten – Konzepte, die vor allem aus dem Einzelhandel wohlbekannt sind und von Unternehmen genutzt werden, um Kunden für deren Loyalität zu belohnen.

Das gleiche Prinzip gibt es auch im B2B-Kontext. Händler können mit Vergünstigungen gelockt werden, wenn sie einem Unternehmen über lange Zeit treu sind.

Open Business Model

Grundlage des Open Business Model ist ein offener und kooperativer Umgang mit allen Geschäftspartnern – auch in Bezug auf sensible Daten. Ziel dieser offenen Vorgehensweise ist es, die eigene Effizienz zu steigern und strategische Vorteile zu erlangen.

So können Sie Ihr Geschäftsmodell entwickeln

Bei der Entwicklung einer Geschäftsidee ist zunächst wichtig, ob Sie ein neues Produkt anbieten, eine Lösung für ein bestehendes Problem vorstellen oder die verbesserte Version eines bereits existierenden Produkts verkaufen möchten. Die Idee kommt in der Regel ganz allein – beispielsweise durch negative Erfahrungen mit bestehenden Angeboten.

Wenn Sie dann ein Geschäftsmodell entwickeln, dürfen die folgenden Aspekte beziehungsweise Fragestellungen nicht fehlen: 

  • Was wollen Sie anbieten?
  • Inwiefern fehlt dieses Produkt auf dem Markt
  • USPs (Unique Selling Propositions): Hat das Produkt eine einzigartige Eigenschaft, beispielsweise in Preis, Nutzen, Form?
  • Marktbeschaffenheit: Wie gestaltet sich die aktuelle Situation auf dem betroffenen Markt?
  • Wie hoch ist das Angebot, wie hoch die Nachfrage? 
  • Wertschöpfung: Wie wird das Produkt den Umsatz Ihres Unternehmens beeinflussen? 

Drei weitere Aspekte sind zudem entscheidend für den Erfolg einer Geschäftsidee: 

  • Sind Sie selbst begeistert von der Idee?

Es kann mitunter dauern, bis eine Idee auch Erfolg hat – daher brauchen Sie viel Durchhaltevermögen und müssen an die Idee glauben. 

  • Gibt es einen Markt?

Lassen Sie sich nicht von Ihrer eigenen Begeisterung blenden und haben Sie im Blick, ob auch andere von der Idee überzeugt sein werden. 

  • Ist die Idee umsetzbar?

Finanziell und organisatorisch muss Ihre Idee umsetzbar sein – prüfen Sie dies vorab.

Es gibt verschiedene Geschäftsmodelle für die unterschiedlichsten Produkte oder Dienstleistungen. Damit Ihre Geschäftsidee erfolgreich ist, sollten Sie daher ein tiefgreifendes Verständnis für diese und ihre Umsetzbarkeit entwickeln. Ohne ein dazu passendes Geschäftsmodell ist es nur sehr schwer möglich, eine Idee zu realisieren und zu vermarkten. 

Startup-Marketing Paket

Headerbild: Radachynskyi / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 14. Januar 2020, aktualisiert am Januar 15 2020

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