Nur wer wagt, der gewinnt. Aber: Jede Idee und Entscheidung – allem Mut zum Risiko zum Trotz – sollte immer gut überlegt und vor allem gut kalkuliert sein. Hier kommt der sogenannte Proof of Concept ins Spiel, über den Sie im Folgenden mehr erfahren.

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Was ist der sogenannte Proof of Concept (PoC)? 

Prüfung eines Konzepts – so kann ganz grob der Proof of Concept aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt werden. Der aus dem Projektmanagement stammende Begriff meint, dass ein Konzept, ein Projekt oder eine Geschäftsidee im Vorfeld der Realisierung genau geprüft wird. Dazu ist eine Machbarkeitsstudie erforderlich, die unter anderem die folgenden Fragen beantwortet: 

  • Ist das Vorhaben überhaupt wie gedacht umsetzbar
  • Rechnet sich meine Geschäftsidee so, dass damit Geld zu verdienen ist? 

Nur wenn diese Fragen jeweils mit einem Ja beantwortet werden können, sollten Sie Ihre Planungen weiterverfolgen.

Für wen ist der Proof of Concept relevant?

Ein Proof of Concept trägt dazu bei, Risiken und Chancen einer Unternehmung oder eines Projekts zu erkennen und genau zu identifizieren. Mit Chancen ist in diesem Fall gemeint, dass sich zeigt, ob das Konzept den Anforderungen genügt und damit zielführend sowie zukunftsfähig ist.

Risiken können zum Beispiel eine grundsätzliche Akzeptanz des Produkts, der Dienstleistung oder der neuen Firma sein sowie mögliche kritische Bedingungen, was die Software oder Technik im Allgemeinen betrifft.

Relevant ist der Proof of Concept hauptsächlich für Investoren oder potenzielle Miteigentümer eines Unternehmens, die natürlich wissen möchten, ob sich eine Investition lohnt. Grundsätzlich kann ein Proof of Concept in nahezu jeder Branche verlangt werden. Klassiker sind aber zwei Bereiche:

IT-Branche
Ein gutes Beispiel für einen Proof of Concept ist in der IT die Entwicklung neuer Software und deren Prüfung im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit oder Funktionalität.

Betriebswirtschaft
Ein Proof of Concept kommt hier bei Neugründungen von Firmen sowie bei neuen Produkten oder Dienstleistungen zum Einsatz, wenn diese vorab im Hinblick auf den Markt, die Konkurrenz und die potenziellen Kundenschichten überprüft werden. 

Zeitpunkt der Erstellung und Dauer eines Proof of Concept

Ein Proof of Concept kommt immer dann zum Tragen, wenn er verlangt wird – wie bereits erwähnt zum Beispiel durch Investoren oder Mitgründer. 

Für die Dauer gibt es keinen festgelegten Zeitraum. Da verschiedene Wege, die im Folgenden noch näher erläutert werden, für einen Proof of Concept existieren, ist von einem durchschnittlichen Zeitraum von mehreren Tagen, Wochen oder sogar Monaten auszugehen.

Ein wichtiger Meilenstein ist ein aussagekräftiger Businessplan, den Unternehmer vorab erstellen sollten. Auf diesem aufbauend sollten sie dann genau prüfen, ob ihre Geschäftsidee sinnvoll ist. Aber: Geldgeber investieren oft erst dann, wenn der Break-Even-Point, also die Gewinnschwelle, bereits erreicht beziehungsweise absehbar ist.

Diese Methoden gibt es für den Proof of Concept 

Für einen Proof of Concept existieren keine bindenden Vorgaben – stattdessen ist die Durchführung eher individuell möglich. Eingebürgert haben sich letztendlich aber drei Optionen:

Die risikoreiche Variante: Gleich raus auf den Markt

Diese Option bedeutet, das Unternehmen einfach zu gründen oder das Produkt auf den Markt zu bringen. Klar ist hier, dass Unternehmer mit ihrem Vorhaben scheitern können. Allerdings ist es genauso gut möglich, dass sie Erfolg haben, das Produkt beziehungsweise die Dienstleistung am Markt angenommen wird und sie damit Geld verdienen. Der Proof of Concept ist damit folglich erbracht.

Der Mittelweg: Einen Test durchführen

Vor dem eigentlichen Start für ein Produkt oder eine Unternehmung können Sie einen Test, beispielsweise durch Schalten von Anzeigen, den Verkauf von Produkten im kleinen Rahmen oder die Erstellung einer Webseite mit entsprechender Interaktionsfunktion durchführen.

Verläuft dieser Test erfolgreich, steht einem Komplett-Start nichts im Weg. Der Vorteil hier: Kommt das Produkt oder die Dienstleistung bei der Zielgruppe nicht gut an, erfahren Sie das, ohne dass Ihnen vorab große Kosten entstanden sind.

Die Light-Version: Marktforschung betreiben

Sie können selbstverständlich komplett auf Nummer sicher gehen, indem Sie Befragungen durchführen und den Markt für Ihre Idee genau analysieren. Ob Investoren aber nur aufgrund einer Marktanalyse Geld in Ihre Unternehmung einbringen, ist fraglich.

Proof of Concept während des laufenden Geschäftsbetriebs

Ein gutes Beispiel für einen Proof of Concept ist aber nicht nur die Vorabinformation dafür, ob sich ein Geschäftsmodell lohnt. Auch die dauerhafte Erfolgskontrolle kann stattfinden, indem regelmäßig überprüft wird, ob sich ein Produkt rechnet. Ein Proof of Concept lässt sich deshalb als Konstante in den laufenden Geschäftsbetrieb integrieren.

Unternehmen könnten heutzutage im Normalfall nicht mehr einfach so gegründet oder neue Produkte ohne große Prüfung auf den Markt gebracht werden. Ausnahmen gibt es zwar immer wieder; allerdings entscheidet ein Proof of Concept in aller Regel über Erfolg und Misserfolg mit. Schaffen Sie die Gründung oder einen Produktstart nicht aus eigenen Mitteln, benötigen Sie einen Investor oder Partner – und der verlangt eine Garantie für sein Investment. Diese bietet ihm ebenso der Proof of Concept.

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Headerbild: shironosov / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 12. November 2019, aktualisiert am März 11 2020

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