Was tun, wenn Fehler, mangelnde Effizienz und hohe interne Kosten den Erfolg eines Unternehmens behindern? Six Sigma hilft Ihnen dabei, die Weichen von Prozessen und Projekten wieder auf Erfolg zu stellen.

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Warum Six Sigma?

Halten Sie Ihre Unternehmensprozesse mathematisch fest? Dann kennen Sie dieses Ergebnis: Gibt es viele Prozesse, die vom standardisierten Weg abweichen, haben Sie eine niedrige Effizienz und eine relativ hohe Fehlerquote. 

Hier kommt Six Sigma ins Spiel: Der griechische Buchstabe Sigma definiert die Standardabweichung, also die Streubreite um einen Mittelwert. Mit der Six-Sigma-Methode agieren sie streng analytisch, um Abweichungen und Fehler in Ihrem Unternehmen zu erkennen und zu vermeiden.

Anwendungsbereiche von Six Sigma

Was bringt die Six-Sigma-Methode? Sie berücksichtigt folgende Aspekte:

  • die konsequente Ausrichtung auf Prozesse

  • die konsequente Ausrichtung auf die Qualität aus Sicht der Kundschaft

  • das Treffen von Entscheidungen auf Basis von Zahlen und statistischen Größen

  • das Verständnis von Abweichungen und deren Ursachen

  • die Projektdefinition zur Bearbeitung von Aufgaben

  • die Umsetzung mit vielen verschiedenen methodischen Werkzeugen

Lean Management mit Six Sigma

Lean Management ist eine Management-Philosophie mit dem Ziel, Prozesse zu verschlanken. Das spart Ihnen Kosten. 

Methoden, mit denen Lean Management umgesetzt wird, gibt es viele: Kaizen, Kanban oder Total Quality Management. Vereinbaren Sie die Grundsätze von Lean Management mit jenen von Six Sigma, so führt das zu Lean Six Sigma. Daraus ergibt sich eine quantitative Herangehensweise, mit der Lean Management im Unternehmen gelingt.

Six-Sigma-Werkzeug: Der DMAIC-Zyklus

Im Zentrum der Six-Sigma-Methode steht der Zyklus DMAIC. Die fünf Buchstaben stehen für einzelne Phasen, in denen Sie unterschiedliche Werkzeuge einsetzen:

  • Define: In dieser Phase definieren Sie, was das Problem darstellt, wie groß und relevant es ist. Und sie halten fest, welches Ziel Sie erreichen möchten. Dabei wenden Sie die VOC-CTQ-Matrix (Voice of Customer – Critical to Quality) oder die SIPOC-Methode (Supplier, Input, Process, Output, Customer) an.

  • Measure: Sie quantifizieren, welche Prozessauswirkungen zum Problem beitragen und welche Performance aktuell messbar ist. Sie sammeln in dieser Phase methodisch Daten, stellen sie grafisch dar und überführen sie zur Interpretation in Prozess-Sigmas.

  • Analyze: Sie erkennen in dieser Phase, welche Ursachen hauptsächlich zum Problem führen. Hierfür kommen Methoden wie das Fischgrätendiagramm, Prozessdarstellungen (Ist) oder die Wert-Analyse zum Einsatz.

  • Improve: Nun beseitigen Sie das Problem und steigern messbar die Performance. Als Methoden finden Anwendung: Prozessdarstellungen (Soll), Fehlerüberprüfungen oder die sogenannte Pugh-Matrix zur Bewertung alternativer Konzepte.

  • Control: Die Verbesserung der Performance soll dauerhaft im Unternehmen verankert werden. In der letzten Phase des DMAIC-Prozesses stellen Sie sicher, dass das gelingt. Methodische Bestandteile sind hierbei Prozess- und Projektdokumentationen sowie Control-Charts.

Download: Praktische Vorlage zur Prozessdokumentation

Die fünf Gürtel der Six-Sigma-Methode

Die verschiedenen Phasen eines Six-Sigma-Prozesses benötigen unterschiedliche Kompetenzen und Rollen. Diese teilt man bei Six Sigma in fünf Stufen ein. Für jede einzelne gibt es eine individuelle, zertifizierte Ausbildung:

  • Yellow Belt: Inhaber beziehungsweise Inhaberinnen dieser Rolle unterstützen aktiv in den Prozessen. Sie sind mit der Wirkung von Six Sigma vertraut, kennen die Tools und Methoden.

  • Green Belt: Mit einem grünen Gürtel leiten Sie Six-Sigma-Projekte und verantworten deren Erfolg. Neben einer Methodenkompetenz müssen Sie auch eine soziale Kompetenz besitzen.

  • Black Belt: Ähnlich wie beim Green Belt sind Sie in dieser Rolle für den Erfolg von Six-Sigma-Projekten zuständig. Diese zeichnen sich beim Black Belt durch eine höhere Komplexität aus, da Sie bereichsübergreifende Teams in den Prozess einbinden.

  • Master Black Belt: Hierbei verantworten Sie den Erfolg des Prozesses in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung. Als Master Black Belt coachen Sie Prozessbeteiligte und definieren die Standards für die Identifizierung, Umsetzung und Kontrolle der Six-Sigma-Projekte.

  • Champion: Diese Rolle hat in der Regel eine Führungskraft inne. Sie wird im Prozess auch „Sponsor“ genannt. Sponsoren wählen die Projekte aus, controllen den Fortschritt und unterstützen in jeder Phase. Sie bereiten die Unternehmenskultur auf den Change-Management-Prozess vor, der mit der Einführung von Six Sigma einhergeht. 

Six Sigma: Ein Anwendungsbeispiel

Ein Hersteller in der Automobil-Zulieferer-Industrie produziert ein neues Bauteil. Der Ausschuss in der Produktion fällt durch Fehler in der Produktion hoch aus. Ziel ist es, diesen Ausschuss zu verringern. Im Zuge eines Six-Sigma-Projektes kommt die DMAIC-Methode zum Einsatz:

  • Define: In der Analyse wurde den Beteiligten deutlich, dass für viele Prozessparameter die Soll-Einstellung nicht bekannt war. 

  • Measure: Das Projektteam definiert Messgrößen und überprüft sie auf ihre Eignung, um die Ausgangssituation quantitativ beurteilen zu können.

  • Analyze: Es erfolgt eine systematische Analyse der bestehenden Prozesse und eine Priorisierung von Ursachen-Variablen.

  • Improve: In dieser Phase erfolgt die Ermittlung der passenden Stichprobengröße und eine Definition des Modells inklusive der Parameter-Verifizierung.

  • Control: Control Charts zur Überwachung der Parameter werden eingeführt.

Six Sigma: Mehr Qualität in Unternehmen

Six Sigma ist der Bestandteil einer grundsätzlichen Philosophie. Es ist sinnvoll, Six Sigma mit dem Lean Management zu verknüpfen, um daraus ein Lean Six Sigma zu entwickeln.

Unternehmen entwickeln sich dank der Verbesserungsprojekte mit DMAIC kontinuierlich weiter. Das Gute: Sie können Optimierungen im Rahmen eines Qualitätsmanagements vornehmen, bevor Probleme auftreten. Das senkt die Kosten und steigert die Effizienz. 

Doch durch seine Strenge kann Six Sigma die Kreativität in Ihrem Unternehmen untergraben. Die konsequent am Prozess ausgerichtete, datengetriebene Methode eignet sich somit vor allem für standardisierte Prozesse und Produktionsweisen.

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Titelbild: twomeows / Moment / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 10. Mai 2021, aktualisiert am Mai 10 2021

Themen:

Change Management