Hektik aufgrund engmaschiger Deadlines, schlechte Stimmung innerhalb des Teams oder überstrapazierte Nervenkostüme infolge anstrengender Kundschaft. Stress im Berufsalltag und knifflige Herausforderungen treten früher oder später auf. Eine Supervision schafft professionelle Abhilfe. Doch wie funktioniert diese eigentlich?

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Wer kann eine Supervision durchführen?

Eine Supervision wird in der Regel von psychologisch ausgebildeten Beratenden durchgeführt. Sie können im Vergleich zu Angestellten und Führungskräften des Unternehmens aus der Vogelperspektive auf das Unternehmen blicken und sind unvoreingenommen. Die Berufsbezeichnung „Supervisor / Supervisorin“ ist jedoch nicht geschützt.

Was bringt eine Supervision?

Die detaillierten Ziele einer Supervision sind von der genauen Anforderung der Supervisanden abhängig. Primäres Ziel aller Beteiligten ist stets, bestehende Probleme und Konflikte zu lösen, zielführende Ansätze für Herausforderungen zu finden sowie den Berufsalltag und die Qualität der Arbeit und Zusammenarbeit grundlegend zu verbessern.

Unterschied zwischen Supervision und Mediation

Die Grenzen zwischen Supervision, einer psychotherapeutischen Sitzung und einer Mediation sind nicht klar abgegrenzt und verschwimmen in der Praxis oftmals miteinander.

Eine Mediation löst ein akutes und unmittelbares Problem. Mediatoren und Mediatorinnen agieren dabei als Schlichtende. Der bestehende Konflikt muss also von beiden Parteien eigenständig gelöst werden. Gefühle und Persönlichkeiten werden ausgeblendet, eine Mediation ist eher sachbezogen.

Bei einer Supervision hingegen werden psychologische Elemente in der Beratung genutzt. Alle Teilnehmenden legen vor den Sitzungen Spielregeln fest, nach denen gehandelt wird. Der Supervisor oder die Supervisorin analysieren Verhaltensmuster innerhalb der Gruppe, zeigen Lösungsansätze auf und schaffen so die strategische Grundlage für eine harmonische und angemessene Zusammenarbeit in der Zukunft.

Wann ist eine Supervision sinnvoll?

Überall, wo Teams, einzelne Mitarbeitende oder größere Gruppen Stress, Anspannung und sozialer Interaktion auseinandergesetzt sind, ist eine regelmäßige Supervision sinnvoll. Das gilt beispielsweise für Unternehmen mit Kundenverkehr oder für Berufe im sozialen Bereich. Um Konflikten aktiv vorzubeugen, empfehlen Expertinnen und Experten regelmäßige Supervisionen.

So sieht der Ablauf einer Supervision aus

Der Ablauf einer Supervision ist wie das Berufsbild selbst nicht geregelt. Wie eine Sitzung oder ein systemisches Betreuen aussieht, richtet sich nach den Zielen der Supervision. Dazu können zählen:

  • Arbeitsalltag reflektieren
  • Arbeitsklima in der Belegschaft verbessern, Teamklima fördern
  • Bestehende Konflikte lösen und aufkeimende ersticken
  • Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigern
  • Kommunikationssicherheit und Handlungssicherheit stärken
  • Neue Mitarbeitende oder Strukturen etablieren
  • Lösungsstrategien für bestehende Herausforderungen finden

Kurz zusammengefasst: Eine Supervision trägt zur Verbesserung des Berufsalltags und der Arbeit bei. Sie hat nicht den Anspruch, kränkelnde Strukturen zu heilen oder personelle wie strukturelle Probleme gänzlich zu lösen. Mit diesen Zielen im Hinterkopf ist ein Coaching sinnvoller.

Methoden für Ihre Supervision

Die fachlichen Methoden einer Supervision unterscheiden sich je nach Anforderung. Was jedoch alle Supervisionen gemein haben: Sie folgen einem klaren, dreiteiligen Schema. Dieses sieht losgelöst von den Beteiligten meist wie folgt aus:

  1. Initialphase: Problemerkennung
  2. Hauptphase: Arbeit im Team, der Gruppe oder mit dem oder der Einzelnen
  3. Abschlussphase: Auswertung und Reflexion

In der ersten Phase suchen Sie als Auftraggebender den Kontakt zur Person, die die Supervision durchführt. Diese verschafft sich anschließend einen Überblick. Welche Ziele verfolgt die Supervision? Wo liegen die Probleme und Herausforderungen?

Die zweite Phase wird von der Zusammenarbeit aller Beteiligten dominiert. Die identifizierten Problemfelder werden bearbeitet, dabei halten sich alle an zuvor definierte Spielregeln.

Der dritten und letzten Phase obliegt die Auswertung der gesamten Beratung: Wurden die angesprochenen Herausforderungen und Konflikte gemeistert oder gelöst? Wie haben die Beteiligten die Supervision wahrgenommen? In diesem Schritt können auch Folgeberatungen vereinbart werden.

Supervision: Das sind die Vorteile

In der Praxis werden von Teilnehmenden vor allem folgende Vorteile genannt:

  • Umgang mit schwierigen Kunden oder Klientinnen wird verbessert
  • Interne Kommunikation wird gestärkt
  • Neue Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen

Der unabhängige Blick von außen auf eine Organisation oder ein Team hilft dabei, neue Gedankenwege zu entdecken und Konflikte oder Probleme aus anderen Perspektiven zu beleuchten.

Supervision: Das sind die Nachteile

Einer der meist genannten Nachteile einer Supervision kann der Zeitpunkt dieser sein. Wird eine solche Beratung zu spät eingesetzt, kann es sein, dass ein bestehender Konflikt nicht mehr reparabel ist.

Zudem besteht bei Supervisionen im Team die Gefahr, dass einzelne Personen innerhalb der Gruppe untergehen und die gewünschte Dynamik nicht eintritt. Dieses Risiko lässt sich mit klaren Regeln und Zielvorgaben minimieren.

Supervision anhand praktischer Beispiele

Eine Supervision muss nicht immer zwingend in einer Gruppe stattfinden. Auch Einzelsupervisionen sind in der Praxis sinnvoll – beispielsweise dann, wenn leitende Angestellte sich nicht mehr sicher sind, ob sie ihre Arbeit weiter fortführen möchten. Mit einer Supervision können verschiedene Konfliktarten bestenfalls aufgelöst werden.

Im Team hingegen stehen oft andere Dinge im Fokus. Zum Beispiel könnte es der unangemessene Umgang miteinander innerhalb einer Abteilung sein. Um diesen andauernden und schwelenden „Dauerkonflikt“ zu lösen, kann eine neutrale und unvoreingenommene Beratung in Form einer Supervision helfen.

Fazit: Mit verschiedenen Formen der Supervision zum Erfolg

Egal, für welche Form der Supervision Sie sich entscheiden – ob allein, in kleinem Kreis oder ein gesamtes Team: Wichtig ist, dass vorab klare Ziele und Spielregeln für alle Beteiligten festgelegt werden. Das gilt bei der Bewältigung persönlicher Konflikte, kundenbezogener Herausforderungen oder anspruchsvoller Projektarbeiten.

Systemische Supervision kann durch den Blick von außen dabei helfen, festgefahrene Probleme oder neue Herausforderungen zu lösen. Damit diese Form der Beratung den gewünschten Erfolg und eine Problemlösung mit sich bringt, sollten Sie nicht zu lange warten – und bestenfalls regelmäßig eine Supervision durchführen.

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Titelbild: Marko Geber / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 7. September 2022, aktualisiert am September 07 2022

Themen:

Konfliktmanagement