Bereits 2020 hat Google mit Core Web Vitals neue Rankingfaktoren eingeführt. Dabei werden Ladegeschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit einer Website überprüft und je nach Ergebnis entsprechend in der Suchmaschine eingeordnet. Für Ende 2023 ist ein neues Page Experience Update geplant, was wir uns zum Anlass genommen haben, um ein paar Fragen zu beantworten: Was sind Core Web Vitals, wie beeinflussen sie die User Experience und wie werden sie gemessen und optimiert?

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Was sind Core Web Vitals?

Unter den Google Core Web Vitals werden drei verschiedene Rankingfaktoren zusammengefasst, die auf die Suchmaschinenoptimierung Einfluss haben. Konkret handelt es sich dabei um drei Metriken: Largest Contentful Paint (LPC), First Input Delay (FID) und Cumulative Layout Shift (CLS).

LCP beschreibt die Dauer in Millisekunden, bis der primäre Inhalt der Website geladen wird. FID meint die Dauer in Millisekunden, bis Nutzerinnen und Nutzer mit der Website interagieren können. CLS zuletzt gibt Auskunft darüber, inwieweit sich das Layout nach dem Laden ändert.

Warum sind die Core Web Vitals für SEO wichtig?

Die Nutzungserfahrung spielt eine immer größere Rolle und ist ausschlaggebend für den Erfolg eines digitalen Angebots. Mit den Core Web Vitals als Rankingfaktor hat Google drei wichtige Anhaltspunkte geschaffen, um genau diese User Experience zu optimieren.

Der direkte und schnelle Zugriff, die uneingeschränkte und intuitive Nutzung und ein konsistentes Layout sind Rankingfaktoren, die das Surferlebnis stark beeinflussen. Langsame Ladezeiten führen nicht nur zu Unzufriedenheit bei der Zielgruppe, sondern zu einer hohen Absprungrate. Das kann negative wirtschaftliche Folgen für einen Betrieb haben, aber sorgt auch für ein schlechtes Ranking in den Suchmaschinen.

Laut Googles eigener Studie sind knapp ein Viertel aller Nutzerinnen und Nutzer weniger geneigt, eine Seite zu verlassen, die den Empfehlungen für Core Web Vitals entspricht. Die Core Web Vitals sind für SEO also essenziell, um die Erwartungen der Nutzenden zu erfüllen und Zufriedenheit zu garantieren.

Core Web Vitals messen: Labordaten vs. Felddaten

Im Allgemeinen werden zwei verschiedene Methoden verwendet, um die drei Metriken der Google Core Web Vitals zu messen: Felddaten und Labordaten. Um eine zuverlässige Suchmaschinenoptimierung zu ermöglichen, sollten Sie beide Varianten nutzen.

Unter Labordaten werden Ergebnisse zusammengefasst, die unter reproduzierbaren Bedingungen gemessen werden. Felddaten oder Nutzerdaten werden generiert, indem die Performancekennzahlen von echten Nutzerinnen und Nutzern anonymisiert in Google Chrome gemessen werden.

Core Web Vitals mit Labordaten messen

Die Labordaten werden in einer kontrollierten Testumgebung mit Tools wie Lighthouse, den PageSpeed Insights und Chrome DevTools erfasst. Diese Umgebung simuliert reale Bedingungen, um verschiedene Leistungsmetriken einschließlich der Core Web Vitals zu messen. Sie liefert Entwicklern und Entwicklerinnen konsistente und reproduzierbare Ergebnisse, die bei der Diagnose von Leistungsproblemen und der Optimierung von Websites von großem Nutzen sind.

Die Labordaten haben jedoch ihre Grenzen, da sie die Erfahrungen der tatsächlichen Nutzenden nicht immer perfekt wiedergeben. Faktoren wie Gerätetyp, Netzwerkbedingungen und Browserunterschiede können sich alle auf die User Experience auswirken, werden jedoch in den Labordaten nicht zwingend berücksichtigt.

Core Web Vitals mit Felddaten messen

Felddaten, auch bekannt als Real User Monitoring oder RUM-Daten, werden von tatsächlichen Usern erfasst, die mit einer Website interagieren. Diese Daten werden über den Chrome User Experience Report (CrUX) gesammelt, der anonymisierte Daten zur Nutzererfahrung von echten Personen zusammenfasst. Felddaten bieten im Gegenzug zu Labordaten eine genauere Darstellung der realen Leistung, da sie Faktoren wie Gerätetyp, Netzwerkbedingungen und Browserunterschiede berücksichtigen.

Core Web Vitals optimieren: So geht‘s

Verschiedene Schritte sind notwendig, um das Ranking einer Website zu verbessern. Mit den oben genannten Methoden haben Sie bereits zwei Wege, um die Google Core Web Vitals zu messen. Um diese Ergebnisse zu generieren (oder vielmehr: generieren zu lassen), empfiehlt sich der Einsatz verschiedener Tools im Chrome-Browser. Achten Sie außerdem darauf, die Zielwerte der einzelnen Core Web Vitals zu erreichen. Mehr dazu im Folgenden:

Nutzen Sie die passenden Tools

Laut Google sind für die Optimierung der Core Web Vitals vor allem drei Tools nützlich: CrUX, PageSpeed Insights und die Google Search Console.

Chrome User Experience Report (CrUX)

Wie bereits oben erwähnt, hilft der Report von Chrome dabei, die Daten echter Nutzerinnen und Nutzer auszuwerten. Die Performance der Seite kann schnell überprüft werden, ohne weitere Analysetools zu integrieren. Das CrUX-Dashboard ermöglicht eine gefilterte Analyse, mit der die Ergebnisse der Core Web Vitals nach Gerätetyp (Desktop oder Mobile) sowie nach Verbindungsart angezeigt werden.

Google PageSpeed Insights

Die Google PageSpeed Insights stellen Labordaten sowie Felddaten zur Verfügung, um die Geschwindigkeit einer Webseite zu optimieren. Konkret spielt dabei die Behebung von Leistungsproblemen eine Rolle, die über Empfehlungen von PSI angegangen werden kann. In den PageSpeed Insights wird die Gesamtleistung der Webseite der letzten 28 Tage visualisiert, wodurch sie eine gute und einfach durchzuführende Analyse erlauben.

Google Search Console (Core Web Vitals Report)

Mit der Google Search Console lassen sich die Leistungsdaten pro Seite ermitteln, wodurch eine spezifischere Analyse möglich ist als mit den PageSeed Insights. Ein weiterer Vorteil des Tools bei der Optimierung der Core Web Vitals ist die Auflistung vergangener Leistungsdaten, wodurch sich ein besseres Gesamtbild der Daten ergibt.

Finden Sie die Zielwerte für Core Web Vitals

Für die drei Core Web Vitals wurden von Google jeweils Schwellenwerte festgelegt, mit denen die Metriken eingestuft werden: Grün (gut), Gelb (verbesserungswürdig) und Rot (schlecht).

Zielwerte: Largest Contentful Paint (LCP)

  • Gut (grün): weniger als 2.5 Sekunden
  • Verbesserungswürdig (gelb): bis zu 4 Sekunden
  • Schlecht (rot): mehr als 4 Sekunden

Zielwerte: First Input Delay (FID)

  • Gut (grün): weniger als 100 Millisekunden
  • Verbesserungswürdig (gelb): bis zu 300 Millisekunden
  • Schlecht (rot): mehr als 300 Millisekunden

Zielwerte: Cumulative Layout Shift (CLS)

  • Gut (grün): weniger als 0,1
  • Verbesserungswürdig (gelb): bis zu 0,25
  • Schlecht (rot): mehr als 0,25

Core Web Vitals optimieren

Verschiedene Faktoren können dafür verantwortlich sein, dass eine Webseite wenig Benutzerfreundlichkeit bietet. Um die Core Web Vitals Ihrer Webseite zu verbessern, sollte Sie die wichtigsten Auslöser und Verbesserungsvorschläge im Blick behalten:

LCP optimieren

Die Kennzahl des Largest Contentful Paint bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um den Hauptteil der Webseite auf dem Bildschirm zu laden. Die LCP-Metrik ist dynamisch, wodurch nicht zwingend die größten Elemente einer Seite zuerst geladen werden. Um einen guten LCP-Wert zu erhalten, sollten Sie folgende Faktoren beheben:

  • langsame Serverreaktionszeiten
  • lange Ladezeiten von Ressourcen
  • lange Render-Zeiten auf Clientseite
  • langes Rendern durch JavaScript und CSS

FID optimieren

Mit dem First Input Delay wird die Zeit gemessen, die eine Webseite benötigt, um auf eine erste Interaktion einzugehen. Je schneller ein Browser auf eine Aktion wie eine Weiterleitung reagiert, desto besser wird die Seite in Google gerankt. Googles festgelegte Metrik für den FID liegt bei weniger als 100 Millisekunden, um als reaktionsschnell wahrgenommen zu werden. Die Zeit kann folgendermaßen reduziert werden:

  • Code von Drittanbietern reduzieren
  • Anzahl der möglichen Anfragen gering halten
  • kleine Übertragungsgrößen sicherstellen
  • Ausführzeit von JavaScript verkürzen

CLS optimieren

Um festzustellen, wie stabil die verschiedenen Elemente einer Webseite beim Laden erscheinen, kommt der Cumulative Layout Shift zum Einsatz. Unerwartete Layoutverschiebungen werden als negativ für die User Experience eingestuft und wirken sich entsprechend schlecht auf den CLS Score aus. Laut Google kann die visuelle Stabilität und damit der CLS-Wert optimiert werden, indem drei Regeln eingehalten werden:

  • Die Dateigröße von Bildern und Videos einbetten, damit der Browser beim Laden die korrekte Größe einkalkulieren kann
  • Inhalte nicht übereinanderlegen
  • Animationen verwenden, um die Inhalte graduell und natürlich zu verschieben und plötzliche Sprünge beim Scrollen zu vermeiden

Fazit: Mit Core Web Vitals dem Stau entgegenwirken

Als größte und meistgenutzte Suchmaschine ist Google gleichzeitig Expertin, wenn es um die User Experience geht. Weit oben in den Suchergebnissen sind daher vor allem Websites, die auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sind.

Die Core Web Vitals spielen für SEO eine wichtige Rolle, da nicht mehr nur die Inhalte ausgewertet werden, sondern vor allem eins im Fokus steht: das Erlebnis der Besucherinnen und Besucher.

Durch optimierte Core Web Vitals können Sie die Interaktivität erhöhen, die Verweildauer maximieren und Ihr Google-Ranking verbessern. Die drei Kennzahlen ermöglichen es so, den immer stärker werdenden Verkehr im Netz durch konkrete Baumaßnahmen flüssig und benutzerfreundlich zu halten und zugleich den Google-Algorithmus zu überzeugen.

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Titelbild: pixdeluxe / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 27. Juni 2023, aktualisiert am Juni 27 2023

Themen:

SEO