Heutzutage einen Job im Marketing zu finden, ist alles andere als einfach. Immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig die Implementierung einer erfolgreichen Inbound-Marketingstrategie ist, und werden deshalb immer wählerischer bei der Einstellung ihrer Marketingverantwortlichen.

Wie können Sie es also schaffen, eine Stelle im Marketing zu bekommen? Worauf kommt es den Personalern an?

Um Ihnen bei Ihrer Jobsuche zu helfen oder Ihre Chancen auf eine Beförderung zu verbessern, haben wir eine Liste mit 17 Fähigkeiten und Eigenschaften zusammengestellt, auf die Manager bei der Einstellung oder Beförderung von Inbound-Marketern Wert legen.

Wir haben diese Merkmale in drei Kategorien unterteilt: Grundlegende Verhaltensweisen, wichtigste Marketingfähigkeiten und spezialisierte Fähigkeiten. Orientieren Sie sich an dieser Liste, um einzuschätzen, in welchen Bereichen Sie bereits gut abschneiden und welche Fähigkeiten Sie noch ausbauen könnten, um für eine erfolgreiche Marketingkarriere gerüstet zu sein.

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Grundlegende Verhaltensweisen

1) Neugier

Die Online-Welt verändert sich jeden Tag. Deshalb ist es wichtig, dass Sie wissbegierig sind und Ideen, Prozesse und Taktiken hinterfragen – sowohl alte als auch neue. Neugierige Marketer tragen dazu bei, Schwächen und Mängel aufzudecken oder bisher ungenutzte Möglichkeiten zu erkennen, indem sie die richtigen Fragen zu Marketingstrategien und -methoden stellen.

Die wichtigsten Aspekte von konstruktiver Neugier: viele Fragen stellen, ungewohnte Lektüre lesen, vorurteilsfrei zuhören, Veränderungen gegenüber offen sein und lernen, die Perspektive zu wechseln.

2) Anpassungsfähigkeit

Neugierig zu sein und Dinge zu hinterfragen ist aber noch nicht genug, denn wenn damit Änderungen einhergehen, muss man auch bereit sein, sie anzunehmen und umzusetzen. Die Marketingwelt befindet im ständigen Wandel. Marketingteams stehen laufend neuen Herausforderungen gegenüber. Wenn Sie in dieser Umgebung Erfolg haben möchten, müssen Sie flexibel sein und Ihre Arbeitsweise oder Ihre Aufgabenstellung mit einer positiven Einstellung ändern können.

Wie Scott Stratten in seinem Buch Unmarketing schreibt, sind die ständigen Veränderungen in der Marketingwelt nicht der einzige Grund, warum Anpassungsfähigkeit so wichtig ist: Auch die Anforderungen Ihrer Marke oder Ihrer Kunden ändern sich. Deshalb sollten Sie die Dinge immer nehmen, wie sie kommen, und kein Problem damit haben, sich an andere Umstände anzupassen.

3) Entscheidungsfreudigkeit

Überraschungen – sowohl schöne als auch weniger schöne – gehören im Marketing mehr oder weniger zum Alltag. Eine Kampagne bringt vielleicht nicht die erwarteten Ergebnisse, oder die Zahl der Leads stagniert. Gute Inbound-Marketer können schnell darauf reagieren und Entscheidungen treffen, wie sie aus diesen Überraschungen das Beste machen können. Entscheidungen bergen Risiken, aber fast immer ist es besser, etwas zu tun, als nichts zu tun. Fehler können zwar vorkommen, aber die Möglichkeit von Fehlern darf die Entwicklung nicht aufhalten.

Verwechseln Sie jedoch nicht Entscheidungsfreudigkeit mit überhasteten Entscheidungen. Entscheidungsfreudig zu sein heißt nicht, dass nicht die erforderlichen Informationen gesammelt werden, Feedback vom Team eingeholt wird und andere Meinungen berücksichtigt werden, ob sie nun hilfreich oder kritisch sind.

4) Tatkraft 

Inbound-Marketing ist mit Arbeit verbunden, viel Arbeit. Während es beim Outbound-Marketing meist weniger um Anpassungsfähigkeit und Gewandtheit als um das Budget geht, erfordert Inbound-Marketing, dass Sie sich um die Website und die Online-Präsenz Ihres Unternehmens kümmern – und zwar ständig. Inbound-Marketer brauchen heute einen smarteren und proaktiveren Ansatz bei ihren Marketingprogrammen.

Manchmal müssen Marketer mehr, schneller oder härter arbeiten – erfolgreiche Kampagnen sind häufig mit großem Arbeitseinsatz verbunden. Unternehmen suchen Mitarbeiter, die mit diesen Herausforderungen klarkommen. Allerdings darf Quantität nicht auf Kosten der Qualität gehen. Gute Inbound-Marketer wissen, wie sie hier ein Gleichgewicht finden.

5) Offenheit

Schweigsam und verschlossen im Vorstellungsgespräch zu sitzen, ist nicht nur dem Personalreferenten gegenüber unhöflich, sondern auch für die Kandidaten selbst nachteilhaft. Manche Kandidaten finden zum Beispiel, dass sie ein Geheimnis daraus machen müssen, wenn sie auch in anderen Unternehmen Gesprächstermine haben. Andere meinen, sie sollten ehrgeizig auftreten und verkünden, dass sie eines Tages eine leitende Funktion ausüben möchten. Es ist aber völlig in Ordnung, wenn Sie dies nicht möchten, sofern dies für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, nicht verlangt wird. Wenn Sie aber mit der Einstellung in ein Gespräch gehen, dass Sie einfach nur um jeden Preis eingestellt werden möchten, ist Ihre Enttäuschung vorprogrammiert.

Wichtigste Marketingfähigkeiten

6) Schreibvermögen

Eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Inbound-Marketing ist es, ansprechend schreiben zu können. Marketer schreiben jeden Tag – E-Books, Social-Media-Beiträge, E-Mails und Webseiten, die Kunden anziehen und ihr Unternehmen repräsentieren sollen.

Zwar können die meisten Leute Texte verfassen, aber nicht alle können es gut. Wenn Sie wirkungsvolle Marketingtexte verfassen wollen, müssen Sie gut schreiben können und dabei immer die Marketingperspektive im Auge behalten. Sie müssen Texte schreiben können, deren wichtigste Inhalte beim kurzen Überfliegen bei den Lesern hängenbleiben, zum Beispiel um die Vorteile eines Produkts herauszustellen. Sie müssen wissen, wie Sie längere Blog-Artikel mit Zwischenüberschriften auflockern, um die Leser neugierig auf den Rest des Textes zu machen.

7) Lehrfähigkeit

Es nützt nichts, wenn Sie sich hervorragend in Ihrer Branche auskennen, diese Kenntnisse aber nicht weitergeben können. Das Teilen und Vermitteln von Wissen ist ein wichtiger Aspekt des Inbound-Marketings. Das gilt umso mehr, wenn Content erstellt werden soll, mit dem sich ein Unternehmen als Vordenker etablieren kann und neue Kunden angezogen werden.

Personalreferenten sind zum Beispiel weniger an Ihren E-Books und Blog-Artikeln interessiert, wenn diese mit Produktinformationen überladen sind und sonst wenig Wissenswertes enthalten. Sie möchten lieber erkennen, dass Sie informative Inhalte parallel zu Produkt- oder Serviceangeboten verfassen können. Ihnen ist wichtig, dass Sie komplexe Inhalte oder Begriffe so aufbereiten können, dass sie leicht von den Lesern verstanden werden.

8) Lernfähigkeit

Genauso wichtig wie ein Talent zur Wissensvermittlung ist es, dass Sie selbst leicht neue Informationen aufnehmen und verstehen können. Marketer müssen unter Umständen auch mal Inhalte erstellen, Kennzahlen analysieren und Taktiken implementieren, die ihnen fremd sind. Und ein Team arbeitet besser und schneller, wenn es von Marketern geleitet wird, die neue Strategien schnell begreifen und umsetzen. Zeigen Sie den Personalreferenten, dass Sie schnell lernen. Betonen Sie, dass Sie gerne experimentieren und sich an neue Herausforderungen anpassen wollen und können.

9) Branchenkenntnisse

Sie sollten sich in Ihrer Branche gut auskennen, damit Sie Best Practices anwenden und vermitteln und im entsprechenden Kontext arbeiten können. Je fundierter Ihre Kenntnisse sind, desto mehr Autorität wird Ihr Content haben. 

Falls Sie die Branche wechseln, ist es noch wichtiger, Ihre Lernfähigkeit herauszustellen. Denn ein Mangel an Erfahrung kann zumindest teilweise durch Recherche und gute Vorbereitung ausgeglichen werden. Sie könnten zum Beispiel branchenrelevante Blogs lesen, wichtigen Influencern der Branche in den sozialen Medien folgen und sich über Branchen-Benchmarks informieren

10) Analysefähigkeit

Inbound-Marketing ein datengestützter Ansatz und Marketer müssen zudem den ROI ihrer Kampagnen und Experimente mit Zahlen belegen können. Deshalb reicht es heute nicht mehr aus, als Marketer nur kreativ zu sein. Auch die analytische Gehirnhälfte muss zum Einsatz kommen, um die tagtäglich anfallenden Datenmengen zu verarbeiten. Sie müssen den ROI überprüfen können, Trends in Kennzahlen erkennen, wichtige Marketingkennzahlen verstehen und wissen, wie relevante Marketingberichte erstellt werden.

Wenn Sie Ihren Lebenslauf für eine Bewerbung im Inbound-Marketing schreiben, führen Sie Ziele und Kennzahlen an, die Personalreferenten mit denen anderer Bewerber vergleichen können, und achten Sie darauf, dass diese Zahlen Sinn ergeben und nicht verwirrend sind. Hier ein paar Beispiele:

  • Verbesserte die Newsletter-Klickraten um 37 % durch die Neuformulierung von Vertriebstexten.
  • Steigerte den E-Commerce-Umsatz in nur 6 Monaten um 23 % durch A/B-Tests und die Neugestaltung aller relevanten Landing-Pages.

11) Produktwissen

Auch wenn Sie bei Ihrem aktuellen Unternehmen nicht im Produktmarketingteam arbeiten, suchen Personalreferenten nach Mitarbeitern, die mit den Produkten oder Dienstleistungen eines Unternehmens vertraut sind. Nehmen Sie sich Zeit, um die Ziele des Unternehmens hinsichtlich der Produkte oder Dienstleistungen, die es verkauft, genau zu verstehen. Falls Sie jemanden kennen, der Zugang zu den Produkten oder Dienstleistungen hat und mit Ihnen darüber sprechen kann, nutzen Sie die Chance. Vielleicht können Sie auch eine kostenlose Demoversion ausprobieren.

12) Allgemeinwissen & Fachkenntnisse

Wenn Sie sich mit vielen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens auskennen, gelten Sie als „breit aufgestellt“.Es ist hilfreich, wenn Sie verschiedenste Projekte kompetent in Angriff nehmen können, ab einem gewissen Punkt brauchen Sie jedoch auch tiefreichendes Spezialistenwissen.

Manager suchen nach Marketern mit einem „T-förmigen Profil“ – sie sollen sich mit vielen Themen auskennen und kooperativ sein (das ist der Querbalken des T), aber auch über fundierte Kenntnisse zu einem speziellen Thema verfügen (das ist der vertikale Teil des T).

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Spezialisierte Fähigkeiten

13) Excel-Kenntnisse

Excel ist ein leistungsstarkes Tool, das wir häufig als selbstverständlich ansehen. Mit der richtigen Schulung und Erfahrung können Marketer mit erweiterten Kenntnissen von Excel aussagekräftige Tabellen erstellen, um wichtige Kennzahlen aufzuschlüsseln und dem Marketingteam die Zahlen hinter der Strategie näher zu bringen.

Werfen Sie einen Blick auf diese hilfreichen Blog-Artikel:

14) Kein Lampenfieber

Viele Marketer halten häufig Vorträge oder präsentieren der Öffentlichkeit oder bestimmten Gruppen in ihren Unternehmen bestimmte Inhalte. Ob es sich um eine „Keynote Speech“ bei einer Konferenz oder um eine Präsentation für den Chef handelt, die Fähigkeit, vor anderen zu reden, ist nicht zu unterschätzen und wird auch Personalreferenten beeindrucken.

Es gibt eine Fülle an Möglichkeiten, Ihre rhetorischen Fähigkeiten kostenlos zu verbessern.

HubSpot CMO Kipp Bodnar schlägt vor, einen Improtheater-Kurs zu belegen, um zu lernen, vor anderen aufzutreten und zu sprechen. Denn Improvisation stärkt Ihr Selbstvertrauen, verbessert Ihr Timing und vieles mehr. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe auch einen Toastmasters-Ableger. Diese Organisation für öffentliches Reden, die viele für die beste der Welt halten, vereint 15.400 Toastmaster-Clubs in 135 Ländern.

15) Videoproduktion

Seit ein paar Jahren werden Onlinevideos immer beliebter. Video ist ja auch ein wunderbares Medium, um attraktive Inhalte zu erstellen und zu teilen.

Angesichts der steigenden Beliebtheit von Videos kann es für Marketingteams ein echter Wettbewerbsvorteil sein, einen Marketer mit Erfahrung in der Videoproduktion einzustellen. So ist es dem Team möglich, regelmäßig Videoinhalte zu erstellen, ohne auf andere Unternehmen angewiesen zu sein.

Wenn Sie keine Erfahrung mit der Produktion von Videos haben, ist das kein Problem, solange Sie sich nicht um eine Stelle bewerben, bei der dies vorausgesetzt wird. Allerdings sind Personalreferenten meistens beeindruckt, wenn sich Kandidaten mit der Terminologie und den Best Practices beim Videomarketing und beliebten Plattformen auskennen oder auf andere Marken verweisen können, die Videomarketing verwenden. Beschäftigen Sie sich doch einmal mit Facebook Live, erstellen Sie ein paar animierte GIFs und andere Arten von Videocontent, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

16) Website-Design

Für das Benutzererlebnis spielt das Design eine immer größere Rolle, deshalb sollten Marketer wenigstens über Grundkenntnisse in diesem Bereich verfügen. Wenn ein Unternehmen sich hauptsächlich um das Design von E-Books, Infografiken, Bildbeiträgen für Social Media oder anderen visuellen Inhalten kümmert, kann ein Marketer mit Erfahrung mit Adobe Photoshop, InDesign oder Illustrator eine hervorragende Ergänzung des Marketingteams und des gesamten Unternehmens sein.

Hilfreich ist auch, wenn Sie etwas über die psychologischen Aspekte wissen, zum Beispiel über Typografie oder Farbtheorie

(Hier finden Sie über 195 kostenlose Designvorlagen, die für E-Mail, Infografiken, Social Media und vieles mehr optimiert sind.)

17) Programmierkenntnisse (Basiswissen)

In den letzten Jahren wurde viel darüber diskutiert, ob Programmieren zu den unverzichtbaren Fähigkeiten moderner Marketer gehört. Schließlich liegt den meisten Marketingkampagnen eine Menge Programmiercode zugrunde.

Deshalb sollten sich Marketer wenigstens etwas mit HTML auskennen, damit sie die Strukturen verstehen, die ihre Websites, Apps und Tools zum Laufen bringen. Auch wenn das Programmieren nicht Ihre Haupttätigkeit ist, können Grundlagenkenntnisse überaus hilfreich sein, zum Beispiel, um kleine Fehler zu beheben oder effektiver mit Softwareentwicklern kommunizieren zu können, wenn Sie einmal Hilfe benötigen.

Wenn Sie sich ausführlicher mit Programmiersprachen beschäftigen möchten, finden Sie zahlreiche kostenlose Ressourcen im Internet, zum Beispiel bei Codecamedy – bei Einsteigern sehr beliebt. Coursera bietet ebenfalls eine Reihe von kostenlosen Einführungskursen in die Programmierung an. Diese wurden von Universitäten wie der University of Washington, Stanford, University of Toronto und Vanderbilt entwickelt.

Und das war‘s

Auch wenn Sie über keine einzige der hier beschriebenen Fähigkeiten verfügen, können Sie im Inbound-Marketing erfolgreich sein. Dennoch lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, um sich selbst eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen.

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Ursprünglich veröffentlicht am 6. Dezember 2018, aktualisiert am 06. Dezember 2018

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