Google hält uns als Inbound-Marketer mit regelmäßigen Algorithmus-Updates ganz schön auf Trab. Da ist es von Vorteil, wenn man sich für seine SEO-Strategie an einer Konstante orientieren kann. Im Bereich SEO ist diese beständige Orientierungshilfe die Keyword-Recherche.

Zugegeben, nur die eigentliche Notwendigkeit, Keyword-Recherche überhaupt zu betreiben, hat sich nicht verändert, das ganze Drumherum hingegen schon.

Wie Sie prüfen, inwiefern Ihre Website und deren Elemente die Anforderungen  moderner SEO erfüllen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur  Durchführung von SEO-Audits.

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen eine mögliche Strategie für die Keyword-Recherche vor. Diese soll Ihnen dabei helfen, zuerst eine Liste mit potenziellen Suchbegriffen zu erstellen, die Sie danach auf die für Sie relevantesten Keywords eingrenzen können.

Auf diese Weise können Sie eine erfolgreiche Keyword-Strategie entwickeln und umsetzen.

Schritt 1: Erstellen Sie eine Liste mit Themen, die für Ihr Unternehmen von Relevanz sind.

Am Anfang ist es nützlich, sich seine Themen als recht generische Themenbereiche – sogenannte „Topic Buckets“ – vorzustellen. Dabei handelt es sich um Themenbereiche, für die Ihr Unternehmen in den Suchmaschinen-Rankings möglichst weit vorne stehen soll. Identifizieren Sie zwischen fünf und zehn solcher Themenbereiche, von denen Sie glauben, dass sie für Ihr Unternehmen wichtig sind. Von diesen Topic Buckets können Sie zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess spezifische Keywords ableiten.

Für reguläre Blogger sind das wahrscheinlich die Themen, über die sie am häufigsten schreiben. Oder vielleicht sind es die Themen, die am häufigsten in Verkaufsgesprächen angesprochen werden. Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Buyer-Personas: Für welche Themen interessiert sich Ihre Zielgruppe? Mit welchen Suchanfragen soll Ihr Unternehmen gefunden werden? Wenn wir als Beispiel ein Unternehmen wie HubSpot nehmen, das Marketingsoftware anbietet (mit einer Reihe von tollen SEO-Tools), würden die Themenbereiche wahrscheinlich „Inbound-Marketing“, „Bloggen“, „E-Mail-Marketing“, „Lead-Generierung“, „SEO“, „soziale Medien“, „Marketing-Analytics“ und Marketing-Automatisierung“ lauten.

Und was sind die wichtigsten Themenbereiche in Ihrem Unternehmen?

Schritt 2: Finden Sie die passenden Keywords für Ihre Topic Buckets.

Nachdem Sie im ersten Schritt Ihre Themenbereiche definiert haben, können Sie nun einige Keywords identifizieren, die zu diesen Topic Buckets passen. Hierbei handelt es sich um Keyword-Phrasen, für die sich ein gutes Ranking in den SERP (Suchmaschinen-Ergebnisseiten) lohnt, da Ihre Zielgruppe wahrscheinlich nach genau diesen Begriffen sucht.

Wenn man sich etwa als Anbieter von Inbound-Marketing-Software Keywords für den Themenbereich „Marketing-Automatisierung“ ausdenken möchte, überlegt man zunächst, welche Sätze in Suchmaschinen eingetippt werden, um Inhalte zu diesem Thema zu finden. Hier ein paar Ideen:

  • Marketing-Automatisierungs-Tools
  • Wie funktioniert Software zur Marketing-Automatisierung?
  • Was ist Marketing-Automatisierung?
  • Brauche ich Marketing-Automatisierungs-Software?
  • Lead-Nurturing
  • E-Mail-Marketing-Automatisierung
  • Die besten Automatisierungs-Tools

Und so weiter. Es geht bei diesem Schritt nicht darum, eine endgültige Liste von Keyword-Phrasen zu erstellen. Ziel ist es, alle Ideen in Ihrem Kopf niederzuschreiben. Fragen Sie sich, welche Sätze Ihre potenziellen Kunden sehr wahrscheinlich benutzen, um Inhalte zu diesem bestimmten Topic Bucket im Internet zu finden. Diese umfangreiche Liste wird dann zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess eingeschränkt.

(Hinweis: Als HubSpot-Kunde sparen Sie mit dem integrierten Content-Strategie-Tool wertvolle Zeit beim Eingrenzen von Themenbereichen und Keywords. Unser Tool unterstützt Sie dabei, basierend auf bereits bestehenden Inhalten die für Ihr Unternehmen relevanten Topic Buckets zu identifizieren.)

HubSpot-SEO-Keyword-Themen-Cluster

Leider verschlüsselt Google heutzutage immer mehr Keywords, was die Keyword-Analyse für Marketer erschwert. Darum lohnt es sich, herauszufinden, für welche Keywords Ihre Website bereits heute gefunden wird – ein weiterer intelligenter Ansatz, um Ideen für Keywords zu sammeln. Dafür benötigen Sie Software zur Website-Analyse wie beispielsweise Google Analytics oder das integrierte Quellen-Tool von HubSpot. Lernen Sie die Traffic-Quellen Ihrer Website kennen und kämmen Sie durch den organischen Traffic, um die Keywords zu identifizieren, welche von Suchmaschinen zu Ihrer Website führen.

Wiederholen Sie diese Vorgehensweise für alle Themenbereiche, die Sie vorher identifiziert haben. Vergessen Sie nicht, dass Sie jederzeit jene Ihrer Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt um Rat bitten können, wenn Sie sich schwertun, relevante Suchbegriffe zu finden. Das Vertriebs- oder Services-Team kann Ihnen bestimmt Auskunft über die Begriffstypen geben, die Ihre potenziellen Kunden wie auch Stammkunden benutzen. Es lohnt sich auch, über die am häufigsten von Kunden gestellten Fragen zu sprechen. Das sind alles gute Mittel, um Ihre Keyword-Recherche in Gang zu bringen.

Schritt 3: Recherchieren Sie verwandte Suchbegriffe.

Vielleicht haben Sie diesen Schritt bereits während Ihrer Keyword-Recherche ins Auge gefasst. Wenn nicht, wäre es jetzt ein guter Moment, diese Strategie anzuwenden, um Ihre Themenbereiche mit weiteren Keywords zu bestücken.

Wenn Sie also keine Ideen mehr für verwandte Suchbegriffe zu einem bestimmten Thema haben, empfiehlt es sich, die Liste mit ähnlichen Suchanfragen auf Google.com anzuschauen, die unten auf der Ergebnisseite angezeigt wird. Scrollen Sie, nachdem Sie einen Begriff oder Satz in die Suchmaschine eingegeben haben, zum Seitenende, um ähnliche Suchanfragen zu sehen. Dort können Sie sich zu neuen Keywords inspirieren lassen, die Sie eventuell für Ihre SEO-Strategie in Betracht ziehen wollen.

HubSpot-verwandte-Suchtreffer

Möchten Sie noch mehr Ideen finden? Tippen Sie einige dieser verwandten Suchbegriffe in die Suchmaschine ein und schauen Sie, welche ähnlichen Suchanfragen für DIESE Begriffe vorgeschlagen werden. 

Schritt 4: Im Idealfall sollten Sie für jeden Themenbereich eine gute Mischung aus Shorthead- und Longtail-Keywords sammeln.

Lassen Sie uns dafür zuerst den Unterschied zwischen Shorthead- und Longtail-Keywords definieren: Shorthead-Keywords sind grundsätzlich kürzer und allgemeiner als Longtail-Keywords und bestehen normalerweise aus einem bis maximal drei Wörtern. Je nach Definition wird die Länge jedoch unterschiedlich bestimmt. Das Hauptmerkmal von Longtail-Keywords ist die Länge – sie bestehen in der Regel aus mehr als drei Wörtern.

Mit einer gesunden Mischung aus Shorthead- und Longtail-Keywords sorgen Sie für eine ausgewogene Keyword-Strategie. So erreichen Sie nicht nur kurzfristige Ziele, sondern sind auch langfristig erfolgreich. Da viel häufiger nach Shorthead-Keywords gesucht wird, sind sie auch meistens – wenn auch nicht immer – viel stärker umkämpft als Longtail-Keywords. Das macht es grundsätzlich schwieriger, mit ihnen ein gutes Ranking zu erzielen. Testen Sie sich: Ohne das Suchvolumen oder den Schwierigkeitsgrad der Keywords zu recherchieren: Für welchen der folgenden Begriffe ist es Ihrer Meinung nach schwieriger, ein gutes Ranking zu erzielen?

  1. „Wie schreibt man einen guten Blog-Beitrag“
  2. „Bloggen“

Wenn Sie sich für das zweite Keyword entschieden haben, liegen Sie komplett richtig. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Es stimmt zwar, dass Shorthead-Keywords wie „Bloggen“ mehr Volumen generieren als Longtail-Keywords (und somit auch potenziell mehr Traffic), letztere führen häufig aber zu einem erstrebenswerteren Traffic.

Der Grund dafür ist folgender:

Stellen Sie sich vor: Jemand, der nach so einem spezifischen Thema sucht wie: „Wie schreibt man einen guten Blog-Beitrag“, ist eher der richtige Abnehmer Ihres Produkts oder Service – angenommen Sie beschäftigen sich mit dem Bloggen – als eine Person, die etwas ganz Allgemeines recherchiert. Für die Longtail-Keywords spricht auch, dass es aufgrund der Informationsdichte einfacher ist, herauszufinden, wofür sich die Benutzer tatsächlich interessieren. Eine Person, die den Head-Begriff „Bloggen“ benutzt, könnte nach einer ganzen Reihe von Dingen oder Informationen suchen, die überhaupt nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun haben.

In diesem Sinn: Gehen Sie durch Ihre Keyword-Liste durch und stellen Sie sicher, dass Sie eine ausgewogene Mischung aus Shorthead- und Longtail-Keywords haben. Kurzfristig können Sie sicherlich von Ihren Longtail-Keywords profitieren. Sie sollten aber die Shorthead-Keywords nicht vernachlässigen, die zwar nicht so einfach zu Traffic führen, aber langfristig einen echten Unterschied machen.

Schritt 5: Finden Sie heraus, wie Ihre Konkurrenz für diese Keywords rankt.

Nur weil Ihre Konkurrenten etwas machen, heißt das noch lange nicht, dass Sie das Gleiche tun müssen. Bei den Keywords ist es nicht anders. Nur weil für ein Konkurrenzunternehmen ein Keyword von besonderer Wichtigkeit ist, bedeutet das nicht, dass es für Sie die gleiche Rolle einnimmt. Wenn Sie aber verstehen, für welche Keywords sich Ihre Konkurrenten speziell interessieren, können Sie dieses Wissen für sich nutzen, um Ihre Keyword-Liste einer weiteren Prüfung zu unterziehen.

Geben Sie also die Keywords Ihrer Liste in eine Suchmaschine ein. Erscheint ein Konkurrenzunternehmen ganz oben in den Ergebnissen, ist es definitiv eine gute Idee, das eigene Ranking für das Keyword zu verbessern. Vernachlässigen Sie gleichzeitig nicht die Keywords, für die sich Ihre Konkurrenten nicht zu interessieren scheinen. Vielleicht können ja gerade Sie den Marktanteil für diese wichtigen Begriffe erobern.

Wenn Sie verstehen, für welche Begriffe es schwieriger ist, aufgrund der großen Konkurrenz ein gutes Ranking zu erzielen, und welche Begriffe ziemlich leicht Traffic generieren, können Sie ohne Mühe mit einer ausgewogenen Mischung aus Shorthead- und Longtail-Keywords arbeiten. Denken Sie immer daran: Ziel ist es, am Schluss eine Keyword-Liste zu haben, die einerseits schnelle Erfolge einbringt und Sie andererseits näher an Ihre größeren und schwieriger zu erreichenden SEO-Ziele bringt.

Nun stellen Sie sich möglicherweise die Frage: Wie finde ich heraus, für welche Keywords meine Konkurrenten weit oben in den Suchergebnissen erscheinen? Sie könnten natürlich in einem Inkognito-Browser Keywords manuell eingeben und schauen, welche Positionen Ihre Konkurrenten einnehmen. SEMrush bietet jedoch eine einfachere Methode: Über diesen Service können Sie eine ganze Reihe von kostenlosen Berichten generieren lassen, die Ihnen eine Übersicht der relevanten Top-Keywords für Ihre Themenbereiche anzeigen. Damit erhalten Sie im Handumdrehen einen Überblick über die Begriffe, für die Ihre Konkurrenten ein gutes Ranking erzielen.

Schritt 6: Benutzen Sie den Keyword-Planer von Google Ads, um Ihre Keyword-Liste weiter zu optimieren.

Sie sollten nun die richtige Mischung aus Keywords haben, und können Ihre Liste mit Hilfe von quantitativen Daten weiter einschränken. Es gibt viele Tools auf dem Markt, die Ihnen diese Arbeit erleichtern können. Im Folgenden möchten wir Ihnen dafür eine mögliche Methodik vorstellen:

Gute Tools sind hier der Keyword-Planer von Google Ads (für die Nutzung müssen Sie jedoch ein Ads-Konto erstellen, was aber nicht bedeutet, dass Sie eine Werbeanzeige kreieren müssen) und Google Trends.

Mithilfe des Keyword-Planers, der früher Keyword-Tool hieß, erhalten Sie eine Schätzung des Suchvolumens und des Traffic-Potenzials der Keywords, die Sie in Betracht ziehen. Leider hat Google viele der interessanteren Funktionen des Keyword-Tools nicht in den Keyword-Planer übernommen. Sie können aber einige Informationslücken füllen, indem Sie die Daten des Keyword-Planers mit Google Trends bereichern.

Benutzen Sie den Keyword-Planer, um herauszufinden, welche der Begriffe in Ihrer Liste viel zu wenig (oder zu viel) Suchvolumen generieren und somit nicht zu dieser Ausgewogenheit, die wir vorhin angesprochen haben, beitragen. Bevor Sie jedoch einen Begriff löschen, schauen Sie sich den Trendverlauf und die Prognosen in Google Trends an. Dort sehen Sie beispielsweise, ob sich die Investition in einen Begriff mit wenig Volumen für die Zukunft trotzdem lohnt.

Es kann auch vorkommen, dass man eine viel zu lange Liste von Begriffen erstellt hat, die man irgendwie einschränken möchte … Google Trends zeigt Ihnen auf, welche Keywords einen Aufwärtstrend erleben. Nutzen Sie diese Informationen, um Ihre Anstrengungen auf diese Keywords zu fokussieren.

Et voilà … Sie haben es geschafft!

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben jetzt eine Keyword-Liste, mit der Sie Ihre Anstrengungen auf die für Ihr Unternehmen „richtigen“ Themen konzentrieren können, um kurz- wie auch langfristig gute Rankings zu erzielen. Der nächste Schritt ist jetzt, diese Kewords in einer SEO-Vorlage zu organisieren und zu verwalten. Mithilfe einer solchen Vorlage behalten Sie den Überblick über Ihre Keywords und die jeweiligen Seiten, für welche diese Begriffe Traffic generieren sollen.

Es empfiehlt sich, die eigenen Keywords alle paar Monate neu zu evaluieren – eine Überprüfung pro Quartal scheint sich dabei bewährt zu haben. Es gibt aber auch Unternehmen, die das sogar noch häufiger tun. Je mehr Autorität Sie in den Suchmaschinen-Ergebnisseiten gewinnen, desto mehr Keywords können Sie Ihrer Liste hinzufügen. Sie sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem Sie Ihre bestehende Internetpräsenz pflegen und gleichzeitig in neue Bereiche vordringen können.

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Häufig gestellte Fragen

Ursprünglich veröffentlicht am 3. April 2019, aktualisiert am April 03 2019

Themen:

Keyword-Recherche