Als Klickbetrug bezeichnet man das manipulative Anklicken von Werbebannern oder Textanzeigen durch Personen oder Bots. Klickbetrug oder auch Click Fraud tritt im Internet leider häufig und in unterschiedlichen Formen auf. Erfahren Sie hier, wie Ihnen Klickbetrug schaden kann und wie Sie sich davor schützen.

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Was bezweckt Click Fraud?

Um zu verstehen, warum diese Form des Ad Frauds, auch als Click Fraud bekannt, überhaupt betrieben wird, müssen wir uns vor Augen führen, welche Summen allein in Deutschland für digitale Werbung fließen. Laut Prognosen werden die Ausgaben für Online-Werbung weltweit von 2020 bis 2021 um mehr als 20 Prozent steigen – in Deutschland allein wurden im Sommer 2021 bereits fast 334 Millionen Euro pro Monat für Desktop-, Mobile- und Online-Werbung ausgegeben. Der Großteil dieses Budgets wurde in Banner und Anzeigen bei Google und Co. investiert.

Solche Anzeigen werden hauptsächlich klickbezogen abgerechnet („Pay-Per-Click“ oder PPC). Wer zum Beispiel über Google AdSense eine Google Ads-Anzeige schalten will, legt dort zunächst die maximalen Werbeausgaben fest und zahlt dann für jeden Klick auf die Anzeige, bis das Budget aufgebraucht ist. Dieses Abrechnungssystem bietet allerdings auch eine große Angriffsfläche für Betrugsversuche, etwa um dem Werbetreibenden finanziell zu schaden oder sich eigene Vorteile zu sichern.

Dies führt uns zu den beiden primären Gründen für Klickbetrug:

Klickbetrug schadet der Konkurrenz

Das bewusste Hochjagen der Klickraten sorgt dafür, dass Ihr Werbebudget wesentlich schneller verbraucht ist und Ihre Anzeige danach nicht mehr geschaltet wird. Finanzielle Einbußen erleiden Sie zum Ersten, weil diese manipulativen Klicks keine Käufe generieren, und zum Zweiten, weil Sie nach Ablauf dieser Werbeanzeige eine neue schalten müssen. Manche Klickbetrüger verfolgen damit auch das Ziel, Konkurrenzanzeigen verschwinden zu lassen und die eigenen Anzeigen automatisch nach oben zu treiben.

Click Fraud aus Eigennutz

Wenn ein Webseitenbetreibender fremde Werbebanner auf ihrer Seite schaltet, muss der Werbende für jeden Klick auf die Banner bezahlen, während der Publisher für die Werbefläche vergütet wird. Dies schafft natürlich eine verlockende Grundlage für Click Fraud. So werden teilweise ganze Seiten angelegt, nur um Fremdwerbung zu schalten und die Banner automatisiert zu klicken. Das Ziel: Der Betreibende steigert so künstlich seinen Verdienst.

Der Klickbot – so gefährlich ist automatisierter Klickbetrug

Beim Klickbetrug gibt es verschiedene Techniken. Besonders drastisch sind softwaregestützte Methoden über sogenannte Klickbots, also Roboter, die unentwegt Anzeigen anklicken und so massive wirtschaftliche Schäden verursachen. Dabei werden über verschiedene Server Botnetze errichtet, die dann über mehrere IP-Adressen enorme Klickzahlen generieren können.

Klickbetrug kann allerdings auch manuell erfolgen, entweder durch einzelne oder mehrere Personen, auch als Klickfarm bekannt. Hierbei fallen die finanziellen Verluste zwar geringer aus, sind aber trotzdem nicht unerheblich.

Google Ads und Google AdSense Klickbetrug

Google Ads ist das Werbenetzwerk schlechthin und seit seiner Einführung 2000 eines der erfolgreichsten Produkte von Google. Um Betrugsversuche via Click Fraud zu verhindern, arbeitet der Konzern daher fortlaufend an einer Optimierung der Google Ads.

So zeigt Google seinen Kundinnen und Kunden unter anderem ungültige Zugriffe an, die zum Teil aus Klickbetrugsversuchen stammen. Diese werden auf Basis von statistischen Erfahrungswerten und der Auswertung von verdächtigem Nutzerverhalten identifiziert. Werbenden werden diese ungültigen Klicks nicht verrechnet.

Auch das Display-Netzwerk AdSense wird von Google zur Verfügung gestellt. Ein typischer Fall von Klickbetrug tritt hier auf, wenn sich Betrüger direkt bereichern, indem sie AdSense-Anzeigen auf ihren Webseiten einbinden und dann mit betrügerischen Klicks versuchen, Einkommen zu generieren. Die Kosten für diese Klicks zahlt jedoch der Werbende, nicht der Webseitenbetreibende.

Gegenmaßnahmen für Klickbetrug

Die gute Nachricht ist, dass Webseiten inzwischen dazu fähig sind, Klickbetrug bereits nach kurzer Zeit zu identifizieren und von Werbekooperationen auszuschließen. Da es sich bei Klickbetrug um ein weitverbreitetes Manipulationsverfahren handelt, gibt es unterschiedliche Mechanismen, um Werbetreibende zu schützen.

Auf der einen Seite setzen Google, Microsoft und Co. spezielle Online-Filter ein, um Click Fraud entlarven zu können. Werbende selbst haben die Möglichkeit, verdächtige Klicks manuell zu überprüfen. Beides erläutern wir Ihnen im Folgenden genauer.

Automatisierte Filter gegen Click Fraud

Zur Identifizierung von Klickbetrug werden ausgeklügelte, immer weiter entwickelte Algorithmen eingesetzt, die Muster und ungültige Klicks erkennen können. Alle Aktivitäten werden dabei auf verdächtige Kombinationen aus Zeit, IP-Adresse und Datum überprüft.

Diese automatisierten Filter laufen in Echtzeit ab und entfernen ungültige Klicks von verdächtigen IP-Adressen sofort. Dem Werbenden werden diese Klicks nicht in Rechnung gestellt. Zusätzlich dazu wurden, beispielsweise von Google, sogenannte Ad Traffic Quality Teams eingerichtet, die betrügerischen Aktivitäten systematisch nachgehen.

Trotzdem können Google und Co. natürlich keine Garantie bieten, dass jeder Klickbetrug verhindert wird. Aus diesem Grund bieten Betreiberinnen und Betreiber Berichtsfunktionen wie etwa Onlineformulare an, mit denen auffällige Aktivitäten gemeldet werden können. Bestätigt sich der Verdacht nach einer eingehenden Untersuchung, wird dem Click Fraud nachgegangen.

Manuelle Prüfung von auffälligen Klicks

Um verdächtige Klicks zu erkennen, können Sie dieselben Tools wie für das Anzeigentracking verwenden. In Google Analytics sehen Sie so zum Beispiel den Verlauf der Klickzahlen auf Bannern und können etwaige Unstimmigkeiten oder Schwankungen sehr schnell erkennen.

Charakteristisch für Klickbetrug sind wiederkehrende Klickmuster, die die Anzahl der Webseitenbesuche stark erhöhen, jedoch keine Conversion generieren. Sehen Sie sich bei diesen Klicks die Logfiles detailliert an und überprüfen Sie:

  • den User-Agent

  • die Zeitstempel für den Klick und alle Aktionen

  • die IP-Adresse

Die Kombination aus IP-Adresse und Zeitstempeln ist ein hilfreiches Indiz, um Klickbetrug zu erkennen: Wenn eine IP-Adresse besonders viele Zeitstempel verzeichnet, aber keine weiteren Handlungen auf der Webseite vornimmt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Click Fraud. Die Prüfung des User-Agents kann feststellen, ob die Betrügerinnen und Betrüger dieselbe IP-Adresse nutzen.

Falls eine IP-Adresse übermäßige Klicks generiert, sollten Sie herausfinden, ob immer dieselbe Absender-IP verzeichnet wird. Denn über Proxy-Server wie beispielsweise in öffentlichen Internet-Cafés, Restaurants, Universitäten oder Flughäfen kann ein möglicher Click Fraud gut verschleiert werden. Zusätzlich sollten Sie regelmäßige Muster im Userverhalten tracken.

Haben Sie verdächtige IP-Adressen entlarvt und sind so Klickbetrügern auf die Spur gekommen? Dann lassen Sie diese über den jeweiligen Werbebetreiber sofort sperren. Ihre Werbeanzeige wird dieser IP-Adresse fortan nicht mehr angezeigt.

Der Einsatz von Remarketing-Kampagnen empfiehlt sich bei einem erhöhten Aufkommen von Klickbetrug, denn Werbeanzeigen werden dann nur denjenigen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt, die bereits eine Webseite besucht und dort eine Handlung ausgeführt haben.

Veränderungen der Klickraten können aber auch andere Gründe als Click Fraud haben und lassen sich gegebenenfalls auf folgende Faktoren zurückführen:

  • Höhere Werbeausgaben

  • Optimierung der eingesetzten Keywords

  • Saisonale Abweichungen oder neue Trends

  • Veränderungen der Wettbewerbssituation oder Preise

  • Verbesserungen der eigenen Webseite oder der User Experience

  • Kampagnenänderungen

  • Technische Ursachen

Ziehen Sie auch diese Aspekte als Ursache für auffällige Aktivitäten in Erwägung. Falls keiner dieser Gründe vorliegt, können Sie weitere Maßnahmen ergreifen, um Klickbetrug erkennen zu können.

Allgemein gilt: Da es sich um gezielte Manipulation handelt, hat ein Publisher mit drastischen Sanktionen zu rechnen, wenn ein Klickbetrug entlarvt wird. Betreiberinnen und Betreiber haben ein enormes Interesse daran, Klickbetrug zu verhindern, da die Werbekundinnen und Werbekunden das Vertrauen verlieren und schlimmstenfalls zu anderen Werbenetzwerken wechseln.

Fazit: So schützen Sie sich vor Klickbetrug

Klickbetrug ist eine ernstzunehmende Gefahr, vor der sich Online-Unternehmer und -Unternehmerinnen in Acht nehmen müssen. Ihr eingesetztes Werbebudget sollte schließlich sinnvoll investiert werden und keinem Klickbetrüger in die Hände geraten.

Am wichtigsten ist es, dass Sie das eigene Konto regelmäßig überprüfen und einen guten Überblick über laufende Kampagnenaktivitäten behalten. Viele Werbenetzwerke schützen die Werbetreibenden mittlerweile durch spezielle Filter, können Klickbetrug aber nie vollständig verhindern.

Sollten Sie daher verdächtige Klicks bemerken und sich sicher sein, dass ein Click Fraud vorliegen könnte, zögern Sie nicht vor Gegenmaßnahmen wie der Sperrung von IP-Adressen. Es kann ratsam sein, je nach eigenem Wissen oder Schwere des Falls, Fachleute hinzuzuziehen, die den Klickbetrug fachkundig einschätzen können.

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Titelbild: Nuthawut Somsuk / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 14. Oktober 2021, aktualisiert am Oktober 14 2021

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