Jedes Unternehmen braucht motivierte Arbeitskräfte. Doch wie schaffen Arbeitgebende es, ihre Mitarbeitenden dauerhaft zu guten Leistungen zu motivieren? Was es mit der Mitarbeitermotivation auf sich hat und wie Sie die Motivation in Ihrem Betrieb steigern können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Mitarbeitermotivation: Definition

Mitarbeitermotivation bedeutet, laut Wirtschaftslexikon, „die Einflussnahme der Führungskraft bzw. des Unternehmens auf den Mitarbeiter, um diesen zu bewegen, sein Leistungsverhalten und/oder seine Leistungsergebnisse beizubehalten, weiterzuentwickeln oder (grundlegend) zu ändern.“ Nach dieser gängigen Definition liegt die Mitarbeitermotivation hauptsächlich in der Verantwortung der jeweiligen Vorgesetzten.

Was ist Mitarbeitermotivation: Ebenen der Einflussnahme

Als Unternehmer haben Sie verschiedene Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Motivation Ihrer Mitarbeitenden. Entscheiden Sie selbst, auf welcher Ebene Sie zuerst ansetzen, um die Motivation Ihrer Arbeitskräfte zu steigern:

  • Das „materielle und immaterielle Arbeitsumfeld“ umfasst viele Aspekte, die mit den Arbeitsplatzbedingungen zusammenhängen. Dazu gehören zum Beispiel die Sauberkeit und die zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel — etwa Computer, die Arbeitszeit, das Gehalt, die Personalentwicklung und das Gesundheitsmanagement des Betriebs. Für Unternehmen bieten sich entsprechend viele Ansatzpunkte, die Motivation Ihrer Mitarbeitenden durch ein angenehmes Arbeitsumfeld zu stärken.
  • Das sogenannte „psychische Arbeitsumfeld“ wird zum großen Teil durch den Führungsstil der Führungsriege bestimmt. Es beeinflusst maßgeblich die Qualität der Zusammenarbeit unter Kolleginnen und Kollegen sowie die Teamentwicklung. Ein autoritärer Führungsstil beispielsweise, der früher häufiger Anwendung fand, wirkt auf jüngere Menschen oftmals veraltet und demotivierend, denn für sie stehen Freude und Sinnhaftigkeit im Vordergrund. Prof. Dr. Viktor Frankl hat es auf den Punkt gebracht: „Wer Leistung fordert, muss Sinn-Möglichkeiten bieten“.
  • Auch im privaten Umfeld kann eine positive Einflussnahme seitens des Unternehmens stattfinden. Denkbar sind beispielsweise Events mit Familie oder Freunden, Freizeitaktivitäten wie der klassische Betriebsausflug, Sport auf Firmenkosten oder Beiträge zur Work-Life-Balance, etwa in Form von betriebseigener Physiotherapie.

Extrinsische Motivation: Äußere Gründe triggern die Handlung

Bei der extrinsischen Motivation handelt die betreffende Person in bestimmter Art und Weise, weil äußere Gründe sie dazu bewegen. Äußere Gründe, die die Mitarbeitermotivation verstärken sollen, sind meist Konsequenzen, die aus den Handlungen des Mitarbeitenden entstehen, so beispielsweise Provisionen, Gehaltserhöhungen oder eine positive Personalbeurteilung.

Als Unternehmen haben Sie also eine Bandbreite relativ einfacher Möglichkeiten, extrinsische Arbeitsmotivation bei Ihren Mitarbeitenden hervorzurufen.

Intrinsische Motivation: Der Reiz kommt von innen

Die intrinsische Motivation stellt das Gegenstück zur extrinsischen Motivation dar. Sie lässt sich am besten an einem Beispiel erklären: Wenn eine Person deshalb arbeitet, weil die Tätigkeit selbst ihr einen inneren Anreiz liefert, befindet sie sich im Zustand der intrinsischen Motivation.

Das Erlebnis des Flows beispielsweise stellt eine optimale intrinsische Motivation dar. Wenn Ihre Mitarbeitenden also im Flow sind, arbeiten Sie in einer Art Glücksmoment und sind maximal motiviert. Generell ist das Erkennen eines Sinns in der eigenen Arbeit ein stark motivierender, intrinsischer Faktor.

Warum ist Mitarbeitermotivation wichtig?

Die Mitarbeitermotivation hängt direkt mit der Arbeitsleistung zusammen. Auch die Kundenzufriedenheit wird stark davon beeinflusst, wie motiviert ein Mensch ist, seine Arbeit gut zu erledigen.

Mitarbeitermotivation steigern: die neun besten Tipps

Die heutige Arbeitswelt ist eine grundlegend andere als noch vor 30 Jahren. Die Omnipräsenz des Internets hat eine noch nie dagewesene Fülle an neuen Jobs geschaffen, verlangt Flexibilität und hat in vielen Bereichen mobiles Arbeiten zur Norm gemacht. Fachkräfte sind seit vielen Jahren rar.

Viele Unternehmen stehen dadurch vor der Aufgabe, gut ausgebildete Arbeitskräfte zu gewinnen und zur dauerhaften, effektiven Mitarbeit im Unternehmen zu motivieren. Mitarbeiterzufriedenheit ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort, denn zufriedene Mitarbeitende arbeiten besser und bleiben dem Unternehmen eher erhalten.

Folgende Maßnahmen haben sich als Motivationsbooster bewährt:

  1. Lockerheit und Freude bei der Arbeit sorgen für motivierte Arbeitskräfte. Falls Sie es nicht sowieso schon beherzigen: Ein autoritärer Führungsstil, ebenso wie das Mikromanagement, sind für die Motivation der Mitarbeitenden Gift. Sorgen Sie stattdessen für regen Austausch und beziehen Sie die Meinungen und Ansichten Ihrer Teams ein. Gemeinsam gefundene Lösungen werden fast immer besser von allen mitgetragen als solche, die „von oben“ diktiert werden.
  2. Wertschätzung und Lob bedeuten die Anerkennung für geleistete Arbeit. Die Leistungen Ihrer Mitarbeitenden zu würdigen, ist ein starker Anreiz für diese, sich auch weiterhin anzustrengen. Doch Vorsicht: Wenn Sie übertreiben oder nicht authentisch sind, bewirken Sie das Gegenteil.
  3. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre ist für 63 Prozent der Befragten einer Studie zum Thema New Work unter den wichtigsten drei Faktoren für die Arbeitgeberwahl. Neben einer wenig kompetitiven und unterstützenden Arbeitsatmosphäre können gemeinsame Events zum Teambuilding beitragen. Besonders eignen sich Kochkurse, das Geocaching, der Klettergarten oder auch ein Ruderausflug.
  4. Schaffen Sie Entfaltungsmöglichkeiten für kreative Ideen Ihrer Mitarbeitenden. Für ihren Arbeitsplatz sind sie immerhin die besten Expertinnen und Experten. Die Würdigung und Umsetzung eigener Ideen steigert fast immer die Arbeitsmoral.
  5. Weiterbildungsmöglichkeiten sind eine Gelegenheit für Ihre Arbeitskräfte, individuelle Potenziale freizusetzen. 49 Prozent der Teilnehmenden der New-Work-Umfrage gaben gute Schulungsmöglichkeiten als wichtiges Qualitätsmerkmal bei der Arbeitgeberwahl an. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit zur Entfaltung und Entwicklung, wirkt sich dies positiv auf die Motivation aus.
  6. Ein angenehmer Arbeitsplatz sorgt für mehr Motivation. Licht, Luft, Sauberkeit sowie eine sinnvolle Anordnung der benötigten Arbeitsmittel helfen dabei, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sorgt die freie Platzwahl oder eine Rotation für Abwechslung.
  7. Gehaltserhöhungen und Corporate Benefits, wie Boni oder Firmenwagen, sind probate Mittel, um die Motivation zu fördern, stehen aber in dem Ruf, nur kurzfristig zu wirken. Sie sind grundsätzlich vorsichtig einzusetzen. Beachten Sie, dass das Gesamtgefüge der Vergütungen nicht gestört wird. Insbesondere Bonuszahlungen sollten klar und deutlich als eine Art Auszeichnung für besonderes Engagement gesehen werden.
  8. Flexible Arbeitszeiten kommen dem heutigen Wunsch nach individueller Lebensgestaltung entgegen. Starre Arbeitszeiten dagegen können abschreckend wirken. Besonders junge Familien achten vermehrt darauf, ob ihr Familienleben mit der Arbeit vereinbar ist. Aber auch Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen legen Wert darauf. Durch flexible Arbeitszeiten punkten Sie bei Ihren Arbeitskräften und sorgen für Motivation.
  9. Das Homeoffice ist von einer Randerscheinung zur neuen Normalität geworden. Für viele Beschäftigte ist Remote Work eine attraktive Alternative zu 100 Prozent Präsenz im Büro. Immerhin 43 Prozent der befragten Studienteilnehmenden sahen die Möglichkeit des mobilen Arbeitens als sehr wichtig an.

Mitarbeitermotivation: Beispiele aus der Praxis

Mitarbeitermotivation entsteht nicht von allein. Ein angenehmer Arbeitsplatz und ein freundlicher und wohlwollender Umgang miteinander sollten selbstverständlich sein. Auch müssen sich Führungskräfte darüber klar sein, dass ihr eigenes Verhalten den Mitarbeitenden als Vorbild dient.

Eine motivierte, zugewandte Haltung beispielsweise kann die Atmosphäre schnell verbessern. Durch gezielte Maßnahmen können Sie darüber hinaus für eine bessere Mitarbeitermotivation sorgen. Anreize wie ein Gympass-Programm, ein Pilateskurs oder Physiotherapie-Gutscheine sprechen die Gesundheitsbewussten an. Dienstfahrräder oder ein Jobticket helfen Ihren Mitarbeitenden, umweltbewusst und auf Firmenkosten mobil zu sein. Überlegen Sie sich, was zu Ihren Teammitgliedern passt und womit Sie bei ihnen punkten können.

Fazit: Viele Wege führen zur Mitarbeitermotivation

Mitarbeitermotivation ist keine Hexerei. Neben den Grundvoraussetzungen können Unternehmen viel dafür tun, die Motivation Ihrer Belegschaft immer wieder aufs Neue anzufachen. Von der Anerkennung der Arbeitsleistung bis hin zum gemeinsamen Kanuausflug gibt es für jede Firma passende Möglichkeiten. Wenn Sie die Belegschaft mitbestimmen lassen, was sie am besten finden würde, finden auch Sie den richtigen Motivator.

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Titelbild: fizkes / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 22. April 2022, aktualisiert am April 22 2022

Themen:

Employer Branding