Marketing auf der Überholspur

27 Februar 2017

Was ist semantische Suche?

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Was ist Semantische Suche?

Was steckt eigentlich hinter dem Konzept der „Semantischen Suche“ (engl.: semantic search), das im Zusammenhang mit der Platzierung bei Google & Co. immer wichtiger wird? Wie beeinflusst es Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung? Das zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

„Der Inhalt der Texte ist unwichtig, Hauptsache die Keywords sind drinnen“: Diese SEO-Maxime für ein besseres Suchmaschinenranking ist Schnee von gestern. Vor allem Google dringt mit seinen Algorithmen immer weiter in den Bereich der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens vor – was die sogenannte semantische Suche ermöglicht. Sie sind ein Herzstück des semantischen Internets. Google hat die semantische Suche mit dem Hummingbird-Update 2013 eingeführt und seitdem laufend mit weiteren Updates weiterentwickelt.

Wie identifizieren Sie die Keywords, nach denen Ihre Zielgruppe tatsächlich  sucht? Finden Sie es heraus – in unserem kostenlosen Ebook „Einführung in die  Suchmaschinenoptimierung“.

Bei der semantischen Suche versuchen Algorithmen, die Bedeutung von Website-Texten zu entschlüsseln. Sie lernen, Websites durch interne Verlinkungen zu verstehen, unterscheiden zwischen Schwachsinn und Qualitätscontent, strukturieren die Informationen in reaktionsfähigen Datenbanken und beziehen die Suchenden und ihre individuellen Bedürfnisse in das Ranking mit ein.

Das bedeutet für Websites: Je besser Google die Struktur einer Website versteht und je relevanter Google den Content einstuft, desto größer ist die Chance auf ein gutes Ranking in den Suchergebnissen. Die entscheidende Frage: Wie kann man die semantische Suche im Online-Marketing zu seinem Verbündeten machen? Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Tipps für die semantische Suche

1. Beantworten Sie Kundenanfragen mit zielgerichteten Inhalten

Man kann es nicht oft genug sagen, weil noch immer viel „alte SEO-Denke“ ihr Unwesen treibt: Einen Text einfach nur mit Keywords anzureichern, bringt Ihrer Website kaum ein besseres Ranking. Vielmehr gefragt: Einzigartige Texte, welche die Fragen der Suchenden wirklich beantworten. Denn immer mehr Menschen tippen nicht nur Keywords in die Suchmaske, sondern ganze Fragen.

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Website-Inhalten daher lieber darauf, echten Mehrwert zu bieten – auf ein Aha-Erlebnis, das die Leser nicht mehr missen möchten. Liefern Sie ihnen Nutzen, den die Konkurrenz bestenfalls noch nicht ausgiebig beleuchtet hat. Wenn dann auch Google die Relevanz des Contents als hoch einstuft, erhöhen sich Ihre Aussichten auf ein gutes Ranking automatisch.

Und die Textlänge? Die spielt eine untergeordnete Rolle. Relevante Infos stuft Google auch dann als wertvoll ein, wenn sie prägnant formuliert sind. Trotzdem: Vielseitige und tiefgehende Inhalte können kaum kurz sein. Richten Sie die Länge der Inhalte also nicht künstlich aus, sondern bleiben Sie natürlich. Für Nutzer gilt ohnehin: Je kürzer (und dennoch informativ), desto besser.

2. Analysieren Sie die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe

Was haben die Menschen für Fragen? Einen ersten Einblick gewinnen Sie über die Suchmaske von Google. Ein Beispiel: Ein Teppichhändler ist auf der Suche nach Themen für seine Website. Sobald er das Keyword „Wie Teppich“ eingibt, erscheinen häufig eingegebene Beispielfragen – etwa „Wie Teppich reinigen“, „Wie Teppichboden verlegen“ oder „Wie Teppichboden entfernen“. Auf die Suchanfrage „Wann Teppich“ erscheint beispielsweise „Wann Teppich auf Estrich“ oder „Wann Teppich erneuern“.

Es existieren zudem Keyword-Datenbanken, mit denen Sie semantisch-thematische Verbindungen von Begriffen und Themen ergründen können – allen voran der Google Keyword-Planer, aber auch die verwandten Suchbegriffe unterhalb der Google-Suchergebnisse, Longtail-Keyword-Tools und W-Fragen-Tools. Nützlich ist auch Vionto. Die semantische Suchmaschine zeigt Begriffe an, die zu einem Schlüsselwort passen – geordnet nach Kategorien wie Ort, Person und Gesundheit. Um Beziehungen zwischen Begriffen zu erkennen, ist auch Google Correlate nützlich. Das Tool gibt Aufschluss darüber, welche Suchbegriffe Menschen in einer bestimmten zeitlichen Abfolge durchstöbern.

Mit diesen Methoden erhalten Sie Inspiration für Themen, die Ihre Zielgruppe tatsächlich beschäftigen. Danach liegt es an Ihnen, kreativ zu werden, Themen weiterzudrehen und einzigartige Inhalte zu generieren. Denn solcher Qualitätscontent, der jenseits des Keyword-Stuffings auf tatsächliche Suchanfragen zugeschnitten ist, wird von Google honoriert. Das wiederum führt zu einem besseren Ranking.

Um das Vertrauen der Zielgruppe zu gewinnen, bietet sich ein sogenanntes Authorship-Markup an. Dabei verbinden Sie den redaktionellen Inhalt beispielsweise mit dem Google+-Account des Autors oder einer Autorenseite. Der Name erscheint dadurch in den Suchergebnissen, was die Vertrauenswürdigkeit in den Content in den Augen von Suchenden erhöht.

3. Strukturieren Sie Ihre Daten

Unterstützen Sie Suchmaschinen dabei, die Struktur und Werte Ihrer Website-Inhalte besser einzuschätzen. Hier ist schema.org ein geeignetes Tool für Ihren SEO-Werkzeugkasten. Es handelt sich um eine Initiative von Google, Bing und Yahoo. Die drei großen Suchmaschinen haben eine einheitliche Auszeichnungssprache für die Strukturierung von Websitedaten entwickelt. Mit Hilfe von JSON-LD, HTML Microdata und RDFa kennzeichnen und strukturieren Websitebetreiber im Quellcode ihre Inhalte, damit die Suchmaschinen die Inhalte leichter verstehen und indexieren können.

Je besser Suchmaschinen eine Website verstehen, desto höher die Chance auf ein gutes Ranking. Außerdem ermöglicht die Strukturierung die Erstellung sogenannter „Rich Snippets“, die Auszüge des Website-Inhaltes (Bilder, Filme etc.) in den Suchergebnissen darstellen. Mit ihrer Hilfe erkennen Suchende noch schneller die Relevanz einer Website.

4. Pflegen Sie laufend Ihre internen Verlinkungen

Im semantischen Internet wollen Suchmaschinen die Strukturierung von Websites genauer denn je kennenlernen. Dabei helfen auch interne Verlinkungen. Ordnen Sie jeder Seite einen Suchbegriff zu und verlinken Sie sie von jeder passenden anderen Unterseite Ihrer Webpräsenz, die den Suchbegriff enthält. Damit machen Sie auch User dezent auf weiterführende relevante Inhalte aufmerksam. Auch Google & Co. werden Ihnen diese Strukturierung über interne Links danken. Denn Suchmaschinen bewerten sauber strukturierte Seiten in der Regel besser. Und das wirkt sich langfristig auf ihr Ranking aus.

Jetzt mit semantischer Suche beschäftigen

Um 2017 gute Rankingergebnisse erzielen zu können, dürfen Sie die Prinzipien der semantischen Suche nicht ignorieren. Finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppe tatsächlich umtreibt, welche Fragen die Menschen in Suchmaschinen eingeben. Schaffen Sie dann relevanten und möglichst einzigartigen Content, der Nutzen und bestenfalls ein Aha-Erlebnis bietet. Wenn Sie Google & Co. dann mit internen Verlinkungen und Datenstrukturierung noch dabei unterstützen, die Inhalte besser zu verstehen und einzuordnen, steigen Ihre Chancen auf ein gutes Ranking und mehr Traffic auf Ihrer Website.

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Themen: SEO

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