SEO-Texte haben keinen guten Ruf. Viele von uns assoziieren sie mit schlechter Qualität, ständigen Wiederholungen und stupiden Sätzen. Kein Wunder, schließlich lesen sich nach wie vor viel zu viele (angeblich) suchmaschinenoptimierte Texte wie ein unzusammenhängendes Sammelsurium von Keywords ohne echten Mehrwert. Das Problem: Wie der Name schon verrät, wird der Content für Maschinen statt für Menschen geschrieben.

Doch wem nützen hohe Klick-Zahlen, wenn die Leser wegen der niedrigen Textqualität die Seite sofort wieder verlassen? Zusätzlich stützt sich Google in seiner Bewertung längst nicht mehr nur auf die Keyword-Dichte, sondern bezieht auch den Mehrwert für die Leser mit ein. Deshalb haben wir hier einige Tipps zusammengetragen, mit denen Sie SEO-Texte schreiben können, die nicht nur gut ranken, sondern auch zu hohen Konversionsraten führen.

Wie Sie prüfen, inwiefern Ihre Website und deren Elemente die Anforderungen  moderner SEO erfüllen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur  Durchführung von SEO-Audits.

Google belohnt hilfreichen Content

Schon lange berücksichtigt der Google-Algorithmus nicht nur Keywords, tatsächlich machen diese nur noch rund 15 Prozent des Ranking aus. Stattdessen legt Google inzwischen wesentlich mehr Wert auf wirklich hilfreichen Content, was sich in zwei Grundprinzipien ausdrückt:

E.A.T (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)

Damit sind vor allem fachliche Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Seriosität gemeint. Google bevorzugt Seiten, die durch hohes Fachwissen und seriöse Herangehensweise einen Mehrwert für ihre Leser bereithalten.

Y.M.Y.L („Your Money or Your Life“)

Dieses Akronym bedeutet, dass Google hohe Ansprüche an Content hat, der unmittelbar die Gesundheit, Finanzen oder allgemeine Lebensqualität der Nutzer beeinflussen könnte. Hier wird schlechte Qualität hart abgestraft und stattdessen Relevanz und Verantwortung betont.

Das zeigt, dass hochwertiger, hilfreicher Content tatsächlich beim Ranking selbst hilft: Autorität und Beliebtheit einer Seite machen insgesamt rund 26 Prozent des Ranking aus. Zusätzlich erfüllt hochkarätiger Content aber noch eine andere Funktion. Er garantiert nicht nur Sichtbarkeit und verführt Nutzer so zum Lesen, sondern überzeugt sie letztendlich und konvertiert sie zu wertvollen Leads.

Was Content dieser Art auszeichnet, verraten Ihnen die folgenden zehn Tipps.

Beherzigen Sie diese 10 Tipps für höhere Konversionsraten

1. Überschrift und Einleitung

Die Überschrift ist der erste Kontakt zwischen Leser und Text und entscheidet so darüber, ob er überhaupt angeklickt wird. Deshalb muss sie neugierig machen, eine erste Idee des Artikels und seiner Struktur vermitteln sowie leichte Lesbarkeit und Mehrwert ausdrücken. „X Gründe, warum...“ oder „How to“-Überschriften sind besonders erfolgreich, da sie den Nutzen für die Leser unmittelbar adressieren. Hier finden Sie weitere Informationen und einen Leitfaden zur perfekten Überschrift.

Aber nicht nur die Überschrift, sondern auch die Einleitung ist wichtig, damit die Leser nicht nach wenigen Sätzen wieder abspringen. Sie sollte den Mehrwert detaillierter herausstellen, möglichst ohne Füllwörter präzise zum Punkt kommen sowie klar und prägnant formuliert sein.

2. Nützlicher, passgenauer Content

Hierbei handelt es sich um das Kernmerkmal von Content, der Konversionen antreibt: Er muss informativ sein und dabei exakt die Fragestellung der jeweiligen Leser beantworten. Nachdem ein Nutzer einen solchen Text gelesen hat, sollte er von der Expertise des Unternehmens überzeugt sein.

Dazu muss der Texter zwingend die genauen Bedürfnisse der Leser kennen, die Kernaussagen des Textes (und damit seinen Nutzen) schon zu Beginn klarmachen und diese Versprechen zur Problemlösung letztlich auch halten.

3. Sinnvolle Textstruktur

Nicht nur formal, sondern auch inhaltlich sollte jeder Artikel klar strukturiert sein. Dazu gehört, dass erst allgemein in das Thema eingeleitet wird, um dann einzelne Punkte anzuführen, die kohärent sind und miteinander in Zusammenhang gesetzt werden. Am Ende muss sich ein logisches Fazit ableiten lassen, das sich nach der Lektüre eines stringent argumentativen Texts förmlich aufdrängt.

Um Zusammenhänge so herzustellen und zu verdeutlichen, sind Konnektoren beziehungsweise Bindewörter entscheidend, insbesondere Konjunktionen (wenn, obwohl, sodass etc.). Besonders wichtige Zusammenhänge sollten zusätzlich in separaten Sätzen ganz explizit herausgestellt werden.

4. Informationsstand der Nutzer berücksichtigen

Damit ein Text maximal hilfreich für die Leser ist, muss berücksichtigt werden, an welchem Punkt des Kaufprozesses sie sich befinden, denn davon hängt ihr Informationsanspruch ab. Müssen sie also erst über das Problem an sich aufgeklärt werden oder haben sie sich schon breit informiert und sind auf der Suche nach einer ganz konkreten Lösung?

Wird diese Frage nicht berücksichtigt, besteht die Gefahr, dass sich die Leser entweder langweilen oder überfordert werden – in beiden Fällen werden sie den Text wohl weder zu Ende lesen, noch konvertieren. Um also potenzielle Leads mit verschiedenem Informationsstand bedienen zu können, bedarf es unterschiedlicher Inhalte für die verschiedenen Phasen.

5. Keine Fließtexte

Lange, einheitliche Textblöcke schrecken ab, überfordern und machen keine Lust auf Lesen. Stattdessen sollten möglichst kurze, abgeschlossene Abschnitte mit Unterüberschriften gewählt werden, die durch Abbildungen, Aufzählungen, Tabellen etc. unterbrochen und aufgelockert werden.

6. Handlungsaufforderungen

Ziel eines Textes ist es immer, dass die Leser aktiv werden und sich der Lösung zuwenden, die ihnen das jeweilige Unternehmen bietet. Das sollte nicht nur im Call-to-Action (CTA) deutlich werden, sondern vielmehr anhand der generellen Sprache des Textes. Hier ist eine aktive Sprache mit klaren Imperativen gefragt. Außerdem ist als Tempus das Präsens zu wählen, da so Aktualität und Dringlichkeit zum Ausdruck gebracht werden kann.

7. Direkte Ansprache

Dieser Aspekt geht eng mit Punkt Sechs einher. Schließlich funktionieren insbesondere Imperative nur in der zweiten Person. Aber die direkte Ansprache erfüllt auch einen eigenen Zweck: Die Nutzer wollen sich nicht allgemein informieren, sondern suchen nach einer Lösung für ihre persönlichen Probleme. Dementsprechend sollte die Formulierung auch deutlich machen, dass der Text ganz konkret ihnen hilft. Zusätzlich schafft das „Du“ oder „Sie“ Nähe und Unmittelbarkeit.

8. Präzise, starke Formulierungen

Präzise Sprache dient dazu, mit wenigen klaren Worten Informationen zu vermitteln. Das funktioniert vor allem über die passenden Adjektive: Statt „wenig hilfreich“ bietet sich „nutzlos“ an, statt „sehr hübsch“ kann „wunderschön“ verwendet werden.

Ein solcher Ausdruck steht für Energie, Klarheit und eine gewisse Autorität des Texters: Wer weiß, wovon er spricht, muss sich nicht hinter schwammigen Formulierungen verstecken. Gleichzeitig hilft präzise Sprache, den Text nicht unnötig lang werden zu lassen.

9. Ansprechende Calls-to-Action formulieren

Beim CTA handelt es sich um den entscheidenden Satz, der final über jede Konversion entscheidet. Entsprechend direkt und klar muss er die Handlungsaufforderung ausdrücken, gleichzeitig überzeugend und ansprechend formuliert sein und gegebenenfalls auch eine gewisse Inspiration übermitteln.

10. Einen runden Abschluss finden

Die finalen Sätze eines Textes bleiben besonders im Kopf und sind das Letzte, was die Nutzer lesen, bevor sie sich entscheiden, ob sie auf einen CTA klicken. Deshalb sollten Sie Ihre Inhalte stets mit einer starken Botschaft abrunden. Beispielsweise bietet sich hier eine Metapher oder eine allgemein bildhafte Sprache an, um die Kernaussage noch einmal zu veranschaulichen. Ebenso kann aber auch mit einem Blick in die Zukunft oder einer Frage abgeschlossen werden, die die Leser zum Nachdenken anregt.

SEO wieder menschlich machen

Niemand möchte sinnleere Anhäufungen von Keywords lesen, zumal diese von Google nicht einmal mehr belohnt werden. Stattdessen sollte der Blick von klassischen SEO-Kriterien abgewendet und vielmehr darauf gerichtet werden, für die Menschen und deren Bedürfnisse zu schreiben.

Das honoriert nicht nur der Algorithmus von Google, sondern es sorgt auch dafür, dass es nicht bei leeren Klicks bleibt, sondern Nutzer einen Text tatsächlich lesen und zu begeisterten Leads des Unternehmens werden.

SEO-Audit-Kit

Ursprünglich veröffentlicht am 21. Januar 2019, aktualisiert am 05. Februar 2019

Themen:

SEO