Komplizierte Maschinen und Softwareprodukte können Unternehmen nur schwer vertreiben, denn sie sind erklärungsbedürftig. Fachkundige Spezialisten müssen den Interessenten und Kunden die Produkte näherbringen und sie beratschlagen. Ein normaler Vertriebler kann dies in der Regel nicht. Dann kommt die Stunde der Vertriebsingenieure. Was deren Beruf ausmacht, erklären wir Ihnen hier.

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Die Aufgaben von Ingenieure im Vertrieb

Die hauptsächliche Aufgabe von Vertriebsingenieuren ist es, ihre Kunden hinsichtlich technischer Lösungen zu beraten. Mit ihrem Know-how und ihrer Expertise kennen sie die in der Regel komplizierten Produkte ihres Unternehmens sehr genau, weswegen Vertriebsingenieure auch knifflige und tief greifende Fragen ohne Probleme beantworten können. Mit diesem Ratgebercharakter überzeugen sie die Interessenten von dem Angebot. Zudem kümmern sie sich um die Nachbetreuung, beispielsweise bei Technik- oder Detailfragen der Kunden.

Wie der Titel besagt, geht das Aufgabengebiet als Vertriebsingenieur weit über die beratende Tätigkeit hinaus. Als Teammitglied des Vertriebs sind sie für den Absatz der Produkte mitverantwortlich. Dementsprechend arbeiten sie an Marketing- und Vertriebsstrategien mit, setzen die Konzepte um und „bearbeiten“ die Kunden nach allen Regeln der Vertriebskunst.

Darüber hinaus verhandeln Vertriebsingenieure Preise, erstellen Angebote, setzen Verträge auf und kümmern sich um die Auftragsabwicklung. 

In welchen Branchen arbeitet der Fachmann für erklärungsbedürftige Produkte?

Vertriebsingenieure kommen meist in der Industrie und im produzierenden Gewerbe zum Einsatz – zum Beispiel in der Metallindustrie, im Anlagen- und Maschinenbau, in der Chemie- oder Elektro- und IT-Branche.

Ihr Arbeitgeber agiert häufig im B2B-Bereich (Business-to-Business). Zum Beispiel stellt ein Unternehmen Maschinen her, die Geschäftskunden nutzen, um ihrerseits Maschinen oder technische Produkte wie Autos und Flugzeuge zu produzieren.

Damit ist ersichtlich, warum ein Abschluss als Ingenieur für diesen Beruf wichtig ist: Als Spezialvertriebler benötigt er unbedingt ein sehr gutes technisches Verständnis, um die Produkte, die Branche und die Anforderungen Ihrer Kunden bestens zu verstehen.

Ausbildung oder Studium: Wie wird man Vertriebsingenieur?

Es gibt keine Ausbildung zum Vertriebsingenieur, die Sie als Azubi absolvieren können. Stattdessen müssen Sie ein Bachelor- oder Masterstudium an einer Hochschule im Bereich Vertriebsingenieurwesen absolvieren. Oder Sie belegen ein Onlinestudium beziehungsweise einen Fernlehrgang mit einem zertifizierten Abschluss (beispielsweise von der IHK).

Viele Vertriebsingenieure erlernen ihren Beruf nicht, denn sie sind Quereinsteiger im Vertrieb. Das bedeutet, Sie können mit einem artverwandten Studiengang – zum Beispiel als Wirtschaftsingenieur oder Maschinenbauer – einen Job als Vertriebsingenieur in einem Unternehmen ergattern. Eine derartige Karriere ist üblich, denn mit Ihrem Studium und möglichen Weiterbildungen besitzen Sie das nötige Rüstzeug für diesen Beruf.

Kompetenz: Hard und Soft Skills, die ein Sales Engineer besitzen sollten

Vertriebsingenieure verfügen über vielfältige Kompetenzen. Deswegen sollten Sie diese Anforderungen bestmöglich erfüllen:

  • abgeschlossenes Studium als Ingenieur oder gleichwertiger Abschluss

  • technisches Verständnis und Interesse an technischen Themen

  • Kenntnisse im Bereich BWL, Marketing und Vertrieb

  • Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung

  • Zeitmanagement und hohe Eigenmotivation

  • Belastbarkeit und Stressresistenz

  • Reisebereitschaft und zeitliche Flexibilität

  • Fremdsprachenkenntnisse

  • gepflegtes, seriöses und souveränes Auftreten

Vertriebsingenieur: Eine attraktive Karriere?

Es ist nicht leicht, Sales Engineer zu werden – den Beruf auszuüben ebenfalls nicht. Dafür winkt Ihnen ein gutes Gehalt. Das liegt laut verschiedener Karriereportale im Durchschnitt bei 50.000 bis 75.000 Euro brutto im Jahr. Die Unterschiede bei den Gehältern kommen unter anderem über die Branche und Ihre Berufserfahrung zustande. Sowie über das Vergütungsmodell: Bei Mitarbeitern im Vertrieb ist es üblich, dass sie auf Provisionsbasis arbeiten. Das bedeutet, neben ihrem Grundgehalt erhalten sie leistungsabhängige Aufschläge.

Mit entsprechendem Engagement können Sie Ihre Position als Vertriebsingenieur nutzen, um auf der Karriereleiter weiter nach oben zu steigen, beispielsweise als Sales Manager oder Vertriebsleiter.

Geschäftsmann mit Geld in beiden Händen

Titelbild: Chainarong Prasertthai / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 10. September 2020, aktualisiert am September 24 2020

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