Schauen Sie auch manchmal auf die Uhr und wundern sich, wo die Zeit geblieben ist? Besonders bei der Arbeit kommen solche Situationen öfter vor. Ein kurzer Ausflug in die sozialen Medien oder schnell mal ein Video angeschaut, schon ist die wertvolle Arbeitszeit für die eigentlichen Aufgaben dahin. Und das, obwohl Sie sich vorgenommen hatten, dass es bei Ihnen heute keine Unterbrechungen gibt.

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Manche Tätigkeiten sind dafür prädestiniert, unser Zeitmanagement aus der Bahn zu werfen. Dieser Artikel befasst sich daher mit Zeitfressern und gibt Tipps zum Umgang mit diesen Produktivitätskillern.

Warum entstehen überhaupt Zeitfresser?

Zeitfresser entstehen meist aus dem Wunsch nach Ablenkung und schleichen sich vor allem beim unkonzentrierten Arbeiten in den Alltag ein. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Aufgabe langweilig oder repetitiv ist und die Zeitfresser leicht verfügbar sind. Diese Zeitdiebe sorgen für eine kurzfristige Befriedigung, tragen aber sonst wenig zu unserem Leben bei.

Das Problem an Zeitfressern ist, dass sie eine der schlimmsten Formen der Prokrastination darstellen und dadurch mittel- bis langfristig eher zu Stress führen, als ihn zu beseitigen. 

1) Smartphone

Moderne Smartphones bieten buchstäblich 1.000 verschiedene Ablenkungen von der Arbeit für jeden Geschmack. Durch die vielfältigen Apps und den ständigen Zugang zum Internet ist das Smartphone der ultimative Zeitfresser. Außerdem bewahren es die meisten Menschen ständig angeschaltet und in Griffweite auf. Zur produktivitätsstörenden Wirkung von Smartphones gibt es übrigens auch einige Studien.   

Wie kann sich ein leistungsmotivierter Mensch vor Unterbrechungen von der Arbeit durch das Smartphone schützen?

Der Schlüssel liegt darin, die Verfügbarkeit des Smartphones einzuschränken. Das angeschaltete Smartphone neben Ihnen auf dem Tisch verlockt sehr leicht dazu, sich abzulenken. Wenn das Smartphone ausgeschaltet in der Tasche oder in einem anderen Raum liegt, ist die gedankliche Hürde schon höher, mal eben die News zu checken oder die letzten belanglosen Nachrichten im Gruppenchat zu lesen.

Wer aus beruflichen Gründen auf die Erreichbarkeit per Smartphone angewiesen ist, hat es schon etwas schwerer. Hier kann es sich lohnen, ein Handy anzuschaffen, dass ausschließlich beruflich genutzt wird und auf dem keine zusätzlichen Apps installiert sind. 

2) Soziale Medien

Soziale Medien sind ein absoluter Zeitdieb. Facebook und Co. wurden eigens dafür entworfen, um uns möglichst lange an den Bildschirm zu fesseln. Algorithmen merken sich, worauf wir besonders lange schauen und worauf wir klicken, um uns anschließend mehr davon zu zeigen. Das ist an sich nicht schlecht, verleitet aber zu unreflektiertem Surfen

Wenn bestimmte Websites ein Problem werden, bieten sich auf PC und Smartphone sogenannte Blacklists als Lösung an:

Diese können als Erweiterungen für den Browser heruntergeladen werden. Beispiele sind etwa LeechBlock oder Block Site. Mit ihnen können Nutzer den Zugang auf bestimmte Websites beschränken, um ihren inneren Schweinehund auszutricksen.

3) Video- und Streaming-Dienste / Fernsehen

Videoplattformen wie YouTube und Netflix verleiten durch die schiere Menge an verfügbaren Inhalten zum „Binge-Watching“. Einmal angefangen, ist es durch die automatische Wiedergabe weiterer Episoden schwer, sich vom Bildschirm loszureißen. Auch hier empfiehlt sich die Verwendung von Blacklists, zumindest für bestimmte Zeiträume.

Fernsehen fällt in eine ähnliche Kategorie. Obwohl es heute zunehmend an Bedeutung verliert, ist es immer noch eine der beliebtesten Ablenkungen der Deutschen: 2019 verbrachten wir im Durchschnitt 3,5 Stunden pro Tag vor dem Fernseher – ein ansehnlicher Anteil unserer Zeit. 

4) Übermäßiger Small Talk mit Kollegen

An Gesprächen im Büro ist im Sinne eines angenehmen Arbeitsklimas sicherlich nichts auszusetzen. Manche Kollegen tendieren aber dazu, sich in ausufernde Gespräche, die die Arbeitszeit empfindlich einschränken, zu vertiefen. 

Sollten Sie sich dabei erwischen, wie Sie seit einer Stunde über belanglose Dinge diskutieren, wird es Zeit, das Gespräch höflich, aber bestimmt zu beenden. 

5) Unordnung

Jeder kennt den Spruch: „Das Genie beherrscht das Chaos.“ Klingt zwar, als könnte es stimmen, ist aber in der Regel nur eine schwache Rechtfertigung für einen unaufgeräumten Arbeitsplatz.

Vor allem bei der Zusammenarbeit mit Kollegen ist Unordnung ein absolutes No-Go. Sie verringert nicht nur die Produktivität, sondern sorgt für sozialen Sprengstoff zwischen dem „Chaoten“ und den ordnungsliebenden Mitgliedern im Büro. 

Nehmen Sie sich daher zumindest am Ende jedes Arbeitstages etwas Zeit, die Unordnung, die sich während des Tages angesammelt hat, zu beseitigen.

6) Schlafmangel

Genügend Schlaf ist für die Leistungsfähigkeit am nächsten Tag absolut essenziell. Das Schlafbedürfnis kann von Person zu Person variieren, weniger als sechs Stunden sollten es langfristig aber auf keinen Fall sein! 

Um ausreichend Schlaf zu bekommen, empfiehlt es sich, jeden Tag etwa um die gleiche Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. Der Körper gewöhnt sich mit der Zeit daran und sorgt ganz automatisch dafür, dass Sie genügend erholsamen Schlaf erhalten.

7) Multitasking

Wir haben uns schon in einem anderen Artikel mit den Auswirkungen von Multitasking beschäftigt. Kurz und knapp: Multitasking verzögert Arbeitsschritte und verschlechtert die Qualität der Arbeit. 

Der Schlüssel zum Erfolg ist das Gegenteil von Multitasking – die Konzentration der geistigen Energie auf eine einzige Aufgabe. 

8) Perfektionismus 

Perfektionismus ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist eine perfekt ausgeführte Aufgabe eine schöne Sache. Sie kostet aber auch mehr Zeit, als eigentlich nötig gewesen wäre. Denn auch hier gilt das Pareto-Prinzip: 80 % der Ergebnisse werden in 20 % der Zeit erzielt. Wer noch mehr Arbeitszeit investiert, macht nur noch wenige Fortschritte. 

Perfektionisten können also durchaus davon profitieren, die meisten Aufgaben auch mit einer befriedigenden Leistung zu erledigen, als sich stundenlang der Optimierung von unwichtigen Details zu widmen.

Zeitfresser erkennen und besiegen

Der wichtigste Schritt zur Vermeidung von Zeitfressern ist die Erkenntnis, welche Tätigkeiten im Alltag zum Zeitfresser geworden sind. Nehmen Sie sich dafür ab und zu etwas Zeit und reflektieren Sie, welche Dinge Sie in den letzten Stunden verrichtet haben und was davon wirklich zum Erreichen Ihrer Ziele beigetragen hat. Viele der Zeitfresser schleichen sich durch Gewohnheit in unseren Alltag ein, lassen sich ebenso aber auch wieder vertreiben.

Als versöhnliches Schlusswort: Einige der aufgelisteten Dinge sind nur dann Zeitfresser, wenn sie unbewusst und unkontrolliert ausgeführt werden. Schauen Sie etwa einmal in der Woche abends Ihre Lieblingsserie, handelt es sich dabei eher um gesunde, aktive Erholung und nicht um einen Zeitfresser.

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Headerbild: suzannerowcliffe / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 23. April 2020, aktualisiert am April 23 2020

Themen:

Produktivität