Instagram verzeichnet inzwischen weltweit über eine Milliarde Nutzer, von denen 80 Prozent mindestens einem Unternehmensprofil folgen. Dennoch schrecken viele Unternehmen noch vor der Bilderplattform zurück: Nur 25 Millionen Firmen sind auf Instagram vertreten, sie machen also gerade einmal 0,25 Prozent der Nutzer aus. Dabei bietet das Netzwerk seit zwei Jahren mit seiner Stories-Funktion noch einen Grund mehr, hier präsent zu sein.

Das Prinzip, kurze Live-Impressionen für begrenzte Zeit zu veröffentlichen, überzeugte schon beim Konkurrenten Snapchat. 400 Millionen Nutzer machen auf Instagram täglich davon Gebrauch – so viele, dass Mutterkonzern Facebook bereits ankündigte, 2019 zugunsten der Stories vollständig auf den normalen Feed zu verzichten. Influencer, die Pioniere der werblichen Nutzung von Instagram, haben diese Entwicklung bereits verinnerlicht: An 25 von 30 Tagen nutzen sie das Tool durchschnittlich. Allerdings gilt es auch hier, die formatspezifischen Tipps und Tricks zu kennen, die Ihnen zu den gewünschten Klicks verhelfen können. Deshalb erklären wir im Folgenden, wie Sie Ihre Stories optimal nutzen können.

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So klicken mehr Nutzer auf Ihre Instagram-Story

1) Zur richtigen Uhrzeit posten

Wie bei jedem sozialen Netzwerk gibt es auch bei Instagram bestimmte Zeiten, zu denen sich das Posten am meisten lohnt. Das gilt ebenso für Stories, selbst wenn diese (im Gegensatz zu regulären Beiträgen) gut sichtbar in der oberen Leiste bestehen bleiben. Denn während aktiv neue Ausschnitte einer Story veröffentlicht werden, wird sie dem Nutzer immer wieder prominent an erster Stelle angezeigt.

Allerdings gibt es geteilte Meinungen darüber, wann die beste Zeit speziell für Instagram ist. Einige Schnittmengen lassen sich aber feststellen: Unter der Woche Beiträge zu veröffentliche, lohnt sich mehr als am Wochenende. Speziell samstags sind viele Menschen mit angenehmen Freizeitaktivitäten beschäftigt, sodass sie weniger auf Social Media unterwegs sind.

Ebenfalls ist es Konsens, dass Beiträge, die morgens abgesetzt werden, viele Views ergattern, da viele Nutzer vor der Arbeit oder Schule in der Bahn oder am Frühstückstisch noch durch die sozialen Netzwerke scrollen. Auch am späteren Abend sind viele hier aktiv. Wenig sinnvoll dagegen sind Beiträge am Mittag – dann werden statistisch gesehen die wenigsten Follower erreicht.

Aber: Die besten Beitragszeiten hängen sehr stark von der eigenen Zielgruppe und deren Tagesablauf ab. Schließlich sieht der bei einem Teenager völlig anders aus als bei einer Person über 30. Deshalb ist es unverzichtbar, seine eigenen Erfahrungen miteinfließen zu lassen und mit verschiedenen Zeitpunkten zu experimentieren.

2) Hashtags und Standorte nutzen

Inzwischen können auch wie bei normalen Beiträgen Orts-Verlinkungen und Hashtags in eine Story eingefügt werden. Beide Mittel sind praktisch, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und mehr Follower zu generieren. Denn werden relevante Hashtags verwendet, wird der entsprechende Teil der Story in aggregierter Form mit anderen Stories präsentiert, wenn Nutzer gezielt nach dem Hashtag suchen. Orts-Tags funktionieren sehr ähnlich: Nutzer sehen über sogenannte „Location Stories“, was Instagrammer an ihrem aktuellen Standort oder einem beliebigen Ort, nach dem aktiv gesucht wird, gerade teilen.

Wer diese Möglichkeit in Gänze nutzen, gleichzeitig aber seine Story nicht mit den sogenannten Stickern überfrachten möchte, kann sich des folgenden Tricks bedienen: Fügen Sie ein Hashtag ein und verkleinern Sie es mit Daumen und Zeigefinger so stark, dass es nicht mehr zu sehen ist. Die Mühe zahlt sich aus: Individuelle Erfahrungen legen nahe, dass Hashtags und Orts-Verlinkungen einer Story zu bis zu 500 Prozent mehr Reichweite verhelfen können.

3) Auf Interaktionen setzen

Interaktionen lassen sich über Stories besonders gut generieren, was vor allem an zwei Tools liegt. Das ist zum einen die Fragen-Funktion, über die gezielt die Meinung der Community zu bestimmten Themen eingeholt und wiederum gepostet werden kann. Zum anderen sind es die Umfragen, deren Ergebnisse sich ebenfalls veröffentlichen lassen. So fühlen sich Nutzer mit wenig Aufwand eingebunden und in ihren Ansichten ernst genommen.

Die Funktionen haben zusätzlich noch einen angenehmen Nebeneffekt, denn sie ermöglichen dem Unternehmen wertvolle Einblicke in die Präferenzen der Community, die wiederum in Marketing, Vertrieb und Produktgestaltung einfließen können.

Aber auch über diese beiden Tools hinaus ist es möglich, mit Nutzern zu interagieren. Beispielsweise lässt sich auch ohne die konkrete Funktion (verbal in einem Video oder in Textform) eine Frage stellen. Die Antworten der Community per Direktnachricht können dann wiederum als Screenshot in der Story gepostet werden. Ebenso lassen sich Nutzer zur Verwendung eines zu etablierenden Hashtags auffordern, woraufhin die entsprechenden Beiträge als nutzergenerierte Inhalte erneut gepostet werden können.

Ein gutes Beispiel hierfür bietet die Buchhandlungskette Thalia, die ihren Nutzern via Instagram-Stories zum 20-jährigen Jubiläum der Jugendbuch-Reihe ein umfangreiches Harry-Potter-Quiz präsentiert hat:

Instagram-Story-Thalia-HP-Quiz

4) Durchdachter Content

Wie jeder andere Beitrag in sozialen Netzwerken sollten auch die Instagram-Stories Teil der allgemeinen Kommunikationsstrategie einer Marke sein. Dementsprechend muss die Gestaltung der Stories dieser Strategie auch angepasst werden. Dazu ist es hier besonders wichtig, die Stories inhaltlich und optisch an den regulären Feed anzupassen, schließlich war es der Feed, der die Abonnenten dazu bewegt hat, der Marke zu folgen.

Um beide Elemente sinnvoll zu verbinden, kann außerdem im Feed auf eine Story verwiesen werden, indem beispielsweise ein Thema vorgestellt wird. Im besten Fall ergänzen die Stories den Feed also. Wie das funktionieren kann, zeigt zum Beispiel EDEKA auf seinem Instagram-Profil. Während im Feed ein Bild eines fertigen Gerichts mit dem komprimierten Rezept in Textform präsentiert wird, zeigen die Stories ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie die eigentliche Zubereitung:

Instagram-Story-Edeka-Rezepte

5) Stories planen

Wie der Name schon verrät, sollten in Stories Geschichten erzählt werden. Dazu gehören automatisch ein Anfang, ein Höhepunkt und ein Ende. Dementsprechend sollte eine Instagram-Story auch so geplant werden. Statt zusammenhanglos ein Bild oder Video zu posten, gilt es, in ein Thema einzuleiten, etwas Spannendes dazu zu erzählen und die Story dann zu Ende zu bringen.

Natürlich lässt sich nicht jede Geschichte so perfekt durchorchestrieren. Sollen beispielsweise Impressionen einer Messe oder ähnlicher Gegebenheiten live eingefangen werden, muss eine gewisse Unberechenbarkeit in Kauf genommen werden. Aber gerade in diesem Gefühl der Unmittelbarkeit liegt auch der Reiz der Story-Funktion, weshalb es wichtig ist, dass solche Beiträge spontan wirken. Eine geeignete Klammer für jede Geschichte, die sie ein- und ausleitet, sollte allerdings vorhanden sein.

6) Laufend posten

Kontinuität wird grundsätzlich vom Algorithmus belohnt. Wer seinen Kanal regelmäßig mit Content versorgt, wird Nutzern häufiger vorgeschlagen und taucht auch zuverlässig im Feed der Abonnenten auf. Zusätzlich macht Kontinuität ein Kanalangebot für die Nutzer berechenbarer und damit attraktiver.

Gerade bei inhaltlich zusammengehörigen Teilen einer Story ist es essenziell, kontinuierlich über einen Tag hinweg zu posten. Damit die gerade erwähnte Geschichte in sich stimmig ist und zum Abschluss kommt, sollte das Ende keinesfalls erst dann veröffentlicht werden, wenn der Anfang schon nicht mehr verfügbar ist.

7) Auf Qualität achten

Schon längst ist Instagram keine Plattform mehr, auf der wahllose Schnappschüsse gepostet werden. Stattdessen erwarten Nutzer hohe Fotoqualität, angenehmen Ton und keine verwackelten Bilder. Da ist es praktisch, dass Stories auch das Hochladen von auf dem Smartphone gespeicherten Fotos erlaubt, die vorher nach Belieben bearbeitet werden können.

Trotzdem sollten Sie Hinterkopf behalten, dass Stories etwas Spontanes und Unmittelbares ausstrahlen sollen. Deshalb ist es hier – je nach Format – vertretbar und teils sogar wünschenswert, einfach mit der Handykamera zu filmen und nicht auf Hochglanzoptik zu setzen. Das gilt zum Beispiel für den typischen Blick hinter die Kulissen oder das typische „Follow-Me-Around"-Format vieler Blogger.

8) Die Möglichkeiten ausschöpfen

Stories bieten weit mehr Möglichkeiten als einfach nur Fotos und Videos. Neben der bekannten „Boomerang“-Funktion, die einen kurzen Videoausschnitt in Vor-und-zurück-Dauerschleife darstellt, gibt es den Superzoom sowieso das „Rewind“-Format, das Szenen rückwärts abspielt. Die separate „Hyperlapse“-App ermöglicht ruckelfreie Zeitraffervideos.

All diese Varianten bieten die perfekte Möglichkeit, nicht einfach nur Videoclips aneinanderzuhängen, sondern sie immer wieder durch Fotos und Animationen aufzulockern. Eine Vielfalt von Formaten gestaltet Stories schlicht interessanter und kurzweiliger.

Über die „Swipe-Up“-Funktion lassen sich mittlerweile auch Links in Stories einbetten – ideal, um Follower direkt auf eine Landing-Page weiterzuleiten. Allerdings ermöglicht Instagram diese Funktion (bis jetzt) nur verifizierten Profilen und aktiven Business-Accounts, die mehr als 10.000 Follower haben.

Aber auch Unternehmen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können in ihren Stories auf eine Landing-Page verweisen. Das geht beispielsweise, indem ein Kurzlink präsentiert wird, den die Nutzer sich einfach merken und dann separat aufrufen können. Alternativ funktioniert auch ein kurzer Hinweis à la „Link in der Bio", wenn der entsprechende Link in der Profilbeschreibung hinterlegt ist.

Wer es schade findet, dass eine besonders gelungene Story, in die viel Mühe geflossen ist, nach 24 Stunden wieder verschwindet, wird sich über eine weitere Option freuen. Denn als Highlights lassen sich solche Stories nach Themen sortiert dauerhaft speichern und im Profil präsentieren. Diese Möglichkeit nutzt zum Beispiel auch die Kosmetikkette Douglas auf ihrem Profil:

Instagram-Story-Timeline-Douglas

9) Nicht zu lang werden lassen

Nutzer sehen auf einen Blick an der Balkendarstellung am oberen Bildrand, aus wie vielen Teilen eine Story besteht. Werden hier etliche einzelne Clips angezeigt, die im Grunde nur ein einziges langes Video ergeben, werden viele Nutzer sich nicht die Mühe machen, die Inhalte auch wirklich anzusehen. Denn wenn sie diese Form von Content konsumieren wollen, nutzen sie YouTube.

Stattdessen müssen Stories über die schon erwähnte Abwechslung verfügen und komprimiert erzählen, statt ausschweifend zu werden oder gar zu langweilen. Als nützlicher Hinweis für den Nutzer bietet sich in diesem Sinne auch ein Stichwort in Textform an, um das Thema zu vermitteln. So können die Nutzer selbst entscheiden, ob sie gegebenenfalls Kopfhörer einstöpseln und die ganze Story mit Ton ansehen wollen.

Aber was ist dann die perfekte Länge? Für Snapchat gelten acht einzelne Snaps als idealer Umfang einer Story. Es ist anzunehmen, dass das bei Instagram ähnlich ist.

10) Mit anderen Profilen interagieren

Werden häufig die Stories eines anderen Nutzers angesehen, wird das eigene Profil dieser Person irgendwann vorgeschlagen. Es zahlt sich also mit Blick auf die Reichweite aus, selbst aktiv zu werden.

Ebenso kann es hilfreich sein, große Profile in der eigenen Story zu verlinken. Diese werden von Instagram automatisch darüber informiert und thematisieren die jeweilige Story bestenfalls auf ihrem eigenen Account. So werden die vielen Follower aufmerksam und werden vielleicht selbst zum Teil der eigenen Community.

Instagram-Story-Rewe-Pamela-reif

Das funktioniert natürlich nicht nur punktuell, sondern auch über langfristige Kooperationen. Das macht zum Beispiel Rewe mit Fitness-Influencer und Instagram Star Pamela Reif vor, die aus Produkten des Supermarkts werbewirksam gesunde Gerichte kocht. 

So nutzen Sie Instagram for Business

Ursprünglich veröffentlicht am 4. Dezember 2018, aktualisiert am 04. Dezember 2018

Themen:

Instagram-Marketing