Bei den Logos von Marken und Unternehmen gibt es mitunter enorme Unterschiede. Zum einen gibt es Standardlogos, die man sofort wieder vergisst, aber auch geniale Kreationen, die wir immer wiedererkennen werden, auch wenn der Markenname nicht dabei steht.

Aber wie genau muss ein Logo gestaltet sein, damit man es wiedererkennt? Wie lässt es sich hinbekommen, dass ein Design besonders einprägsam ist oder sogar ein bestimmtes Gefühl hervorruft?

Wenn Sie gerade für Ihr Unternehmen ein Logo gestalten, sind Sie in einer einmaligen Position, mitbestimmen zu können, wie Verbraucher Ihre Marke wahrnehmen.

Alles, was Sie als Unternehmen tun, sagen und zeigen, verrät Ihren potenziellen Kunden etwas über Ihre Unternehmensidentität. Es ist also wichtig, direkt von Anfang an eine zusammenhängende und klare Aussage über die Botschaft Ihres Unternehmens machen.

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Ein Logo zu designen, scheint auf den ersten Blick sehr einfach zu sein, doch der Schein trügt. In das Design fließen eine Menge Marktforschung, tiefe Kenntnis Ihrer Buyer-Personas sowie eine sorgfältige Anwendung der Grundlagen guten Logo-Designs mit ein. Designer erstellen oft viele Versionen eines einzelnen Logos, bevor wirklich alles stimmt.

Aber wo fängt man denn überhaupt mit der Gestaltung eines Logos an? Genau hier. Wir haben den Prozess zur Entwicklung eines neuen Logos in neun Schritte aufgeteilt, die wir Ihnen hier vorstellen möchten (zudem erhalten Sie Tipps zu den einzelnen Schritten). Wenn Sie diesem Leitfaden folgen, können Sie ein Logo designen, dass nicht nur Ihnen sondern auch Ihren potenziellen Kunden gefällt.

So designen Sie Logos für Geschäfte, Unternehmen oder sich selbst

1. Fangen Sie mit Ihrer Story an

Unternehmen werden gegründet, um Geld zu verdienen. Das mag nicht die romantischste Feststellung sein, aber das ist nun mal Ihr Startpunkt. Um Ihr Unternehmen rentabel zu machen, müssen Sie sich selbst genauso gut verkaufen wie Ihr Produkt. Moderne Marketer werden zustimmen, dass Käufer im Allgemeinen tiefere Beziehungen zu Geschichten entwickeln, als zu den grundlegenden Fakten eines Produktes. Was bedeutet das für Sie? Ihr Logo muss auf einer Geschichte fußen.

Bevor Sie sich überlegen, wie Ihr Logo aussehen soll, nehmen Sie sich zunächst einmal Zeit, die Geschichte hinter Ihrem Unternehmen zu finden. Wenn wir uns einmal Coca-Cola ansehen, denken wir nicht an ein braunes, kohlensäurehaltiges Getränk sondern an Eisbären und dicke, weiße Schreibschriftbuchstaben.

Coca-Cola-Logo mit Eisbär auf grauem HintergrundBildquelle: Coca-Cola

Konzentrieren Sie sich also nicht nur darauf, was Ihr Unternehmen macht, sondern schauen Sie auf das Warum. Das „Warum“ ist die Wurzel Ihrer Geschichte und sollte sich in der Farbe, Form und Schriftart Ihres Logos widerspiegeln. Wäre Ihr Logo der Titel eines Films, wie würde es aussehen?

2. Sammeln Sie Begriffe, die Ihre Marke beschreiben

Nachdem Sie Ihre Geschichte ausgearbeitet haben, ist es an der Zeit, das Umfeld Ihres Logo-Designs genauer einzugrenzen. Verwenden Sie ein Synonymwörterbuch und geben Sie einen Begriff in das Suchfeld ein, der Ihr Unternehmen beschreibt.

Wenn Sie beispielsweise in der Modebranche tätig sind, könnten Sie „Kleidung“ eingeben. Es wird Sie vielleicht überraschen, wie viele Synonyme dort angezeigt werden. Sie können auch auf die einzelnen Begriffe klicken und so eine neue Suche beginnen. So nähern Sie sich den Wörtern, die Ihre Marke am besten beschreiben.

HubSpot-Openthesaurus

Bildquelle: openthesaurus.de

Suchen Sie sich 10 Begriffe aus, die nicht nur beschreiben, was Sie tun, sondern denken Sie an das Warum aus dem letzten Schritt. Die Wörter fügen sich dann wie zu einem Puzzle zusammen und helfen Ihnen bei der Verfeinerung Ihres Konzepts.

3. Entwerfen Sie einige Ideen basierend auf den Begriffen

Jetzt haben Sie Ihr Warum und ein paar passende Begriffe, die Ihnen eine Richtung aufzeigen. Greifen Sie als nächstes zu Stift und Papier und zeichnen Sie alle Ideen, die Ihnen in den Kopf kommen. Die Konzepte sollten sich dabei alleine entwickeln dürfen. Lassen Sie sich nicht frustrieren, wenn die ersten Entwürfe nicht so schön werden. Arbeiten Sie einfach Stück für Stück an der Verfeinerung. Dabei können Sie auch vorherige Skizzen zur Inspiration verwenden. Bei diesen Skizzen können Sie sich auf Formen, Ihren Markennamen oder beides konzentrieren.

Hier sind noch einige Tipps für Ihre Skizzen:

  • Versuchen Sie, die Form einfach zu halten. Wenn Sie die meisten Komponenten in sieben oder weniger Sekunden skizzieren können, sind Sie auf gutem Wege. Sie sollten keine beliebten Cliparts oder Standardsymbole wie Globus oder Sterne verwenden, denn Kunden kennen diese bereits von anderen Unternehmen. Sie sind nach dem ersten Blick sofort wieder vergessen. Je kreativer Sie in dieser Phase sind, desto besser wird Ihr Logo gelingen. Das Logo ist der Aspekt einer Marke bzw. eines Unternehmens, an den sich Kunden am meisten erinnern. Seien Sie hier also ehrlich beim Gestalten.
  • Farben können entweder Ihr bester Freund oder schlimmster Feind sein. Natürlich darf Ihr Logo auch Farben enthalten, aber diese sollten gut ausgewählt sein. Achten Sie hier vor allem auf Farbtrends, die auf Ihrem Zielmarkt bereits verwendet werden. Als Faustregel empfiehlt es sich, nicht mehr als drei Farben zu verwenden. Wählen Sie eine Farbe oder Farbkombination, mit der Sie sich von Ihren Wettbewerbern absetzen. Aber bitte passen Sie auf, dass Ihr Logo am Schluss nicht aussieht, als sei es durch den Wasserfarbkasten gezogen worden.

4. Testen Sie Ihre besten Entwürfe an Ihrer Buyer-Persona

Sobald Sie ein paar Skizzen fertig gestellt haben, sehen Sie sich alle in Ruhe an und wählen Sie die drei besten Konzepte aus. Denken Sie aber nicht zu viel darüber nach. Lassen Sie die Augen schweifen und wählen Sie diejenigen aus, zu denen Sie immer wieder zurückkehren.

Diese Entwürfe können Sie dann an Freunde, Familienmitglieder und Kollegen weitergeben, denen Sie vertrauen. Falls es möglich ist, sollten Sie die Skizzen jemandem zeigen, der Ihrer Buyer-Persona entspricht oder Ihr idealer Kunde wäre. So bekommen Sie das produktivste Feedback zu Ihrem Logo-Entwurf, da Sie daran erkennen wie Kunden Ihre Marke sehen und nicht nur Personen in Ihrem Umfeld.

Machen Sie sich auf ehrliches Feedback gefasst und nehmen Sie negative Kommentare nicht persönlich. Die Kritik wird Ihnen dabei helfen, Ihr Logo zu verbessern. Nutzen Sie die Rückmeldungen, um ein Konzept auszuwählen, das Sie dann zu einem vollständigen Design entwickeln.

5. Verfeinern Sie den gewählten Entwurf

Sobald Sie sich für einen Entwurf entschieden haben, ist es nun an der Zeit, ihn zu verfeinern und Ihre Geschichte aus Schritt 1 zu perfektionieren.

Zu Beginn des Verfeinerungsvorgangs ist es sinnvoll, die Begriffe vom Anfang des Prozesses aus dem Synonymwörterbuch in Schritt 2 erneut anzusehen. Betrachten Sie Ihre Skizze nun noch einmal und fragen Sie sich: Welche Begriffe sind darin noch nicht enthalten? Nutzen Sie Ihre Begriffe, um die Skizze weiterzuentwickeln und ergänzen Sie die Aspekte Ihrer anderen Entwürfe, die Sie nicht für die Verfeinerung ausgewählt haben.

6. Entwickeln Sie das Layout Ihres Logos auf einer kostenlosen Design-Plattform

Jetzt kommt der technische Teil: Sie müssen Ihre Skizze auf Papier in ein digitales Format bringen. Um Ihr Design zu digitalisieren, stehen Ihnen viele kostenlose Design-Plattformen zur Verfügung. Hier sind einige Plattformen, die Sie kostenlos nutzen können:

Die oben aufgeführten Plattformen helfen Ihnen dabei, Ihr gezeichnetes Logo in ein digitales Format zu übertragen. Aber für eine geschäftliche Zielgruppe brauchen Sie unter Umständen etwas technische Anweisung, wenn es darum geht, Ihrem Konzept Leben einzuhauchen. Der dabei wohl wichtigste Aspekt ist das Layout. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihr Text und die Formen perfekte Abstände aufweisen und dass das Logo gut an seiner Umgebung ausgerichtet ist. 

Das Logo muss nicht symmetrisch sein, sollte aber in unterschiedlichen Bereichen passend ausgerichtet sein. Es kann sein, dass Ihr Logo irgendwann an vertikale und horizontale Ränder grenzt. Dabei sollte es gerade sein. Das gilt für sämtliche Bereiche und Medien, in denen Ihr Logo auftauchen soll.

7. Wählen Sie vielseitige Farboptionen aus

Die von Ihnen gewählten Farben sehen vor dem Hintergrund, auf dem Sie das Design erstellt haben, sicherlich gut aus. Allerdings wird Ihr Logo auch auf Hintergründen erscheinen, die Sie noch nicht in Betracht gezogen haben.

Sehen wir uns nochmal das Beispiel von Coca-Cola aus Schritt 1 an. Wie Sie unten sehen können, harmoniert das Unternehmenslogo mit allen verkauften Dosenfarben.

Coca-Cola Logo-Design mit Platzierung auf vier verschiedenfarbigen DosenBildquelle: Jay Moye

Erstellen Sie also Ihr Logo in verschiedenen Farben, damit es auf dunklen und hellen Hintergründen gleichermaßen gut aussieht. Vielleicht müssen Sie dafür nur Ihre Schriftfarbe ändern. Unter Umständen muss aber auch das gesamte Logo farblich angepasst werden.

Für den Fall, dass Sie Werbegeschenke mit Logo-Aufdruck bestellen, sind Sie mit zwei verschiedenen Optionen also gut bedient. Und für Artikel wie T-Shirts, Aufkleber, Notizbücher und Kaffeetassen lohnt es sich, unterschiedliche Farbvariationen Ihres Logos zu haben.

8. Entscheiden Sie sich für eine Schriftart

In diesem Schritt verbinden Sie Ihren Text mit Ihren Bildern. Wenn Ihre Skizze aktuell nur aus einer Form oder einem Symbol besteht, sollten Sie nun den Namen Ihres Unternehmens bzw. Ihrer Marke einbinden. Überlegen Sie sich also eine Schriftart für Ihren Namen, denn diese wird verwendet, wenn Ihr Name ohne Ihr Logosymbol erscheint.

Ihre gewählte Schriftart kann viel über Ihr Unternehmen aussagen. Zur Auswahl stehen Schriftarten mit Serifen (also mit Querstrichen an den Buchstaben) oder serifenlose Schriftarten (ohne Querstriche). Serifenschriften werden als klassisch angesehen und Serifenlose als modern.

Serifenschrift-Serifenlose

Verwenden Sie für Ihr Logo keine Standardschrift, die in jedem Textverarbeitungsprogramm enthalten ist. Beispielsweise sind Times New Roman, Lucida Handwriting und Comic Sans alles Standardschriften. Mit diesen Schriftarten tun Sie sich keinen Gefallen, da Sie dadurch nicht im Gedächtnis bleiben.

9. Achten Sie auf Skalierbarkeit

Logos repräsentieren Ihr Unternehmen bzw. Ihre Marke auf verschiedenen Plattformen: gedruckt, auf Ihrer Website, auf Ihren Social Media-Seiten und im übrigen Internet, wenn Ihr Unternehmen wächst. Sie benötigen also ein Logo, dass in Plakatgröße genauso scharf gestochen erscheint wie auf einem Kugelschreiber.

Jeder Teil Ihres Logos sollte lesbar sein, ganz gleich, wie groß oder klein es ist.

Es mag etwas überwältigend erscheinen, aber wenn Sie es langsam und ruhig angehen, ist das alles machbar. Es ist wichtig, den gesamten Prozess zu durchlaufen und am Schluss mit einer beachtenswerten Marke dazustehen, statt in wenigen Monaten von Neuem beginnen zu müssen, weil Sie etwas beim Design falsch gemacht oder sich für etwas Anderes entschieden haben.

Photoshop-Leitfaden

Dieser Artikel ist ursprünglich als Gastbeitrag von Rachel Begg, Julie Hruska und Britt Schwartz auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

Ursprünglich veröffentlicht am 11. Juni 2019, aktualisiert am Juni 11 2019

Themen:

Grafikdesign