Amazon-SEO: Mehr Verkäufe durch gezielte Optimierung

Leitfaden für E-Commerce
Noora Harju
Noora Harju

Veröffentlicht:

Amazon ist der größte Onlineshop der Welt. Die Konkurrenz ist enorm, der Platz in den Suchergebnissen aber begrenzt. Wer nach einer Suchanfrage ganz oben in den Ergebnissen steht, hat die besten Verkaufschancen. Glücklicherweise können Sie Ihr Amazon-Ranking gezielt beeinflussen. Und zwar durch Amazon-SEO. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Verpackung eines Produktes, das über Amazon-SEO in den ersten Suchergebnissen gelandet ist

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Was ist Amazon-SEO?

Amazon-SEO kann also als Versuch verstanden werden, die eigenen Produkte in den Suchergebnissen der Plattform so weit wie möglich nach vorne zu bringen. Das Ziel ist, dass mehr Interessierte Ihre Angebote dort sehen und kaufen, wenn sie durch die richtigen Maßnahmen Ihr Amazon-Ranking verbessern. Wenn Sie auf Amazon verkaufen, kann sich SEO deshalb unmittelbar auf Ihre Umsätze auswirken.

SEO steht für Search Engine Optimization – auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Doch SEO-Strategien sind nicht mehr nur für Google oder Bing wichtig. Tatsächlich können Sie sich jede große Website, auf der Sie nach einzelnen Ergebnissen oder Produkten suchen, als Suchmaschine vorstellen. Amazon ist also eine Produktsuchmaschine. Der Unterschied besteht darin, dass die User spezifischere Suchanfragen stellen und nach bestimmten Produkten Ausschau halten.

Unterschiede zwischen Amazon-SEO und Google-SEO-Optimierung

Der Begriff SEO wird üblicherweise zuerst mit Google in Verbindung gebracht, der größten Suchmaschine am Markt. Tatsächlich gibt es zwischen Google- und Amazon-SEO einige Überschneidungen, aber auch viele Unterschiede.

Für beide Plattformen müssen zum Beispiel Texte, Überschriften und Metadaten optimiert und am besten mit Keywords versehen werden. Der Amazon-Algorithmus ist jedoch weniger komplex, da er nur Produktsuchen auswerten muss und die Suchanfragen daher weniger divers und komplex sind.

Auf Google wird nicht nur nach Produkten gesucht, sondern auch nach Dienstleistungen, Informationen, Unterhaltung, Lösungen für Probleme und vielem mehr. Der Google-Algorithmus muss erst die Suchintention der Nutzerinnen und Nutzer verstehen, bevor er ein passendes Ergebnis anzeigen kann. Bei Amazon ist die Suchintention von vornherein klar: etwas kaufen oder zumindest Informationen über Produkte einholen.

Hinzu kommt, dass Amazon im Gegensatz zu Google ein Eigeninteresse daran hat, dass es zu einer Conversion kommt: Jeder Kauf spült auch Geld in die Kassen des E-Commerce-Riesen.

Wie funktioniert das Ranking auf Amazon?

Der Amazon-Produkt-Ranking-Algorithmus A9 bewertet anhand vieler verschiedener Faktoren, für welche Produkte bei einer Suchanfrage die höchste Kaufwahrscheinlichkeit besteht. Je höher diese ist, desto weiter oben erscheint das Produkt in den Amazon-Suchergebnissen. Dazu analysiert der Algorithmus vor allem zwei Bereiche: den Aufbau und Inhalt der Produktdetailseite (Keywords) und die Performance des Produkts (unmittelbare Faktoren wie Klickrate, Conversion).

Für die Amazon-SEO spielen beide Bereiche eine große Rolle, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Im ersten Schritt sollten Sie sich auf die Keywords und Details Ihres Produkts konzentrieren, anschließend auf die Performancefaktoren.

Amazon-SEO: Das sind die wichtigsten Onpage- und Offpage-Rankingfaktoren

Im Fokus des Amazon-Algorithmus stehen die Fragen, wie relevant Ihr Produkt für die Amazon-Nutzenden ist und wie zufrieden Kundinnen und Kunden mit Ihnen sind. Um das einschätzen zu können, berücksichtigt er unter anderem die folgenden Faktoren.

Relevanzfaktoren

Die Relevanzfaktoren sind vergleichbar mit den Onpage-Faktoren für das Google-Ranking. Sie messen, wie gut Ihr Produkt zu einer Suchanfrage passt. Die wichtigsten Faktoren für die Amazon-SEO-Optimierung sind, in absteigender Bedeutung:

  • Produkttitel: In maximal 200 Zeichen beschreibt der Titel, um welches Produkt es sich handelt.
  • Produktbilder: Das Auge kauft mit – und deshalb sollte vor allem das Hauptbild eines Produkts möglichst detailreich und hochauflösend sein. Ab einer Pixelgröße von 1.000 x 1.000 aktiviert Amazon die Zoom-Funktion.
  • Produkteigenschaften in Bullet Points: Neben dem Produktbild befinden sich maximal fünf Aufzählungspunkte, die die wichtigsten Produkteigenschaften enthalten, idealerweise Unique Selling Points. Jeder Punkt umfasst bis zu 200 Zeichen.
  • Keywords: Die Keywords für Ihr Produkt sind auf der Produktseite nicht sichtbar, sondern werden lediglich im Amazon Seller Central, also im Backend, eingegeben. Sie fließen jedoch in die Auswertung des Amazon-Algorithmus mit ein.
  • Produktbeschreibung: Die Produktbeschreibung ist in erster Linie an die Besuchenden gerichtet und dient dazu, das Produkt emotional und verkaufsanregend zu beschreiben. Sie umfasst maximal 2.000 Zeichen und bietet daher genug Platz, um relevante Keywords zu wiederholen.

Performance-Faktoren

Im zweiten Schritt misst Amazon diejenigen Faktoren, die die Verkaufsperformance beeinflussen und damit auch die Kaufwahrscheinlichkeit. Dazu zählen beispielsweise:

  • Produktpreis
  • Versandkosten
  • Lieferzeit
  • Verweildauer auf Ihrer Produktseite
  • Click-Through Rate (CTR) des Produkts
  • Prozentualer Anteil der Retouren
  • Prozentualer Anteil der abgeschlossenen Bestellungen, also Conversion Rate
  • Ihre Reaktionszeit auf Nachrichten
  • Händlerbewertungen
  • Kundenrezensionen bzw. Produktbewertungen

Zwei weitere wichtige Performance-Faktoren sind FBA (Fulfillment by Amazon) und Amazon Prime. Bei Amazon FBA erfolgt der Versand der Ware durch Amazon, wodurch in der Regel die Verkäufe angekurbelt werden, da der Hinweis beim Kunden Vertrauen erweckt. Das Gleiche gilt für Amazon Prime: Produkte mit einem Prime-Icon garantieren einen schnellen und kostenlosen Versand, was sich positiv auf die Konversion auswirkt.

Amazon FBA und Amazon Prime entscheiden maßgeblich darüber, ob ein Händler die begehrte Amazon Buy Box bekommt oder nicht. Hierbei handelt es sich um eine Box rechts oben auf der Detailseite, über deren Schaltflächen „In den Einkaufswagen“ und „Jetzt kaufen“ der Großteil aller Bestellungen bei Amazon getätigt werden.

Screenshot der Amazon Buy Box

Quelle: Screenshot Amazon

Offpage-Faktoren

Zuletzt gibt es noch ein paar Faktoren, die an die klassische Google Offpage SEO erinnern. Darunter fallen Backlinks zu Ihrer Produktseite sowie Amazon-SEO-Affiliate-Links von anderen Webseiten.

Amazon-Optimierung: Besseres Ranking mit diesen Amazon-SEO-Tipps

SEO ist bei Amazon zum Glück sehr viel transparenter und einfacher als bei Google. Mit den folgenden acht Maßnahmen können Sie schnell Ihr Amazon-Ranking verbessern:

Tipp 1: Keyword-Recherche durchführen

Die Optimierung Ihrer Produkttexte basiert zu einem großen Teil auf dem gekonnten Einsatz passender Keywords. Diese müssen Sie vorab natürlich erst einmal identifizieren. Nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Keyword-Recherche. Als erste direkte Quelle bietet sich die Amazon-Suggest-Funktion (Vorschlagssuche) an, gefolgt vom Search Term Report für gesponserte Produktkampagnen (Amazon PPC).

In diesem Bericht erfahren Sie, welche Suchbegriffe potenzielle Kaufende verwenden – inklusive Klickrate, Conversion Rate und Umsatz. Schauen Sie auch nach, auf welche Suchbegriffe Ihre Konkurrenz setzt. Häufig versteckt sich hier wertvolle Inspiration.

Eine andere Quelle ist Google, selbst wenn sich, wie oben beschrieben, die Suchintention von Amazon unterscheidet. Oft lassen sich über Tools wie Google Suggest oder den Google Keyword Planner noch weitere passende Keywords identifizieren.

Tipp 2: Keywords in Produkttitel einbauen

Der Titel Ihrer Produktseite gehört zu den wichtigsten Elementen der Optimierung, denn er wird vom Algorithmus ausgelesen und gibt nicht nur den Nutzerinnen und Nutzern, sondern auch Amazon eine Vorstellung davon, was von Ihrem Angebot zu erwarten ist.

In maximal 200 Zeichen sollten Sie die wichtigsten Keywords unterbringen. Auch der Name der Marke und Alleinstellungsmerkmale wie Farbe, Material oder besondere Eigenschaften sollten schon hier Erwähnung finden. Wenn Sie die 200 Zeichen dabei nicht ausreizen müssen, umso besser – denn ab 80 Zeichen wird der Titel in den Suchergebnissen abgeschnitten.

Tipp 3: Produktattribute ausfüllen

Direkt unter dem Titel können Sie in bis zu fünf Bullet Points die wichtigsten Informationen zu Ihrem Produkt hinterlegen. Diese sehen Kunden sofort, wenn sie auf die Seite kommen. Nutzen Sie die Möglichkeit, um an dieser prominenten Stelle Ihre stärksten Verkaufsargumente zu präsentieren und Interessentinnen und Interessenten sofort zu überzeugen. Eine gute Strategie für die fünf Punkte ist:

  1. Zusammenfassung des Produkts
  2. Im Lieferumfang enthaltenes Zubehör
  3. Alleinstellungsmerkmal (USP)
  4. Weitere Eigenschaften bzw. Boni
  5. Handlungsaufforderung (CTA)

Screenshot einer Produktbeschreibung auf Amazon

Quelle: Screenshot Amazon

Tipp 4: Amazon A+ Content nutzen

Die A+-Inhalte auf Amazon ermöglichen es Ihnen, Ihre Produktbeschreibung noch individueller und überzeugender zu gestalten. Um diese Inhalte zu nutzen, benötigen Sie neben dem Amazon-Verkäuferkonto eine sogenannte Amazon-Markenregistrierung.

Hierüber bestätigen Sie, dass Sie eine eigene Marke besitzen, deren Produkte Sie über Amazon verkaufen möchten. Sobald Amazon diese Marke anerkennt, erhalten Sie Zugang zum Vendor Central und den zahlreichen Produkttemplates für A+-Inhalte. Laut Amazon erhöht A+ Content die Kaufwahrscheinlichkeit. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie statt 2.000 Zeichen ganze 5.000 Zeichen zur Beschreibung Ihres Produkts zur Verfügung haben.

Screenshot von Amazon A+ Content.

Quelle: Screenshot Amazon

Tipp 5: Bilder optimieren

Bei Ihren Produktbildern sollten Sie keine Kompromisse machen, denn sie haben entscheidenden Einfluss darauf, ob Interessierte bei Ihnen kaufen. Stellen Sie wenigstens sechs hochwertige, aussagekräftige Fotos ein.

Sie sollten mindestens 1.000 x 1.000 Pixel groß sein, damit Ihre Kundschaft in das Bild hineinzoomen und Details betrachten kann. Doch Vorsicht: Ab 1.500 x 1.500 Pixel skaliert Amazon die Bilder, was die Bildqualität beeinträchtigen kann. Bedenken Sie auch, dass Amazon je nach Produktkategorie unterschiedliche Anforderungen an die Produktbilder stellt.

Tipp: Geben Sie den Bildern schon vor dem Hochladen einen Dateinamen, der mindestens ein Keyword enthält.

Screenshot von einem Amazon-Produktbild

Quelle: Screenshot Amazon

Tipp 6: Allgemeine Schlüsselwörter festlegen

Tragen Sie abschließend im Amazon Seller Central im Backend Ihre Keywords in das Feld „Allgemeine Schlüsselwörter” ein. Der Algorithmus liest die Begriffe aus, Nutzende sehen diese nicht. Denken Sie daran, auch Synonyme zu Ihren Keywords aufzuschreiben. Alles, was Userinnen und User in das Suchfeld eingeben könnten, um zu Ihrem Produkt zu gelangen, hat hier Platz – sogar gängige Falschschreibungen.

Tipp 7: Käuferinnen und Käufer nach Rezensionen fragen

Rezensionen spielen vor allem für die Offpage SEO eine wichtige Rolle. Nachdem ein Kauf abgeschlossen und das Produkt bei den Nutzenden angekommen ist, hoffen Sie natürlich auf eine positive Bewertung. Nicht nur, dass künftige Interessentinnen und Interessenten die Rezensionen in ihre Kaufentscheidung einbeziehen – auch der Amazon-Algorithmus schätzt gutes Kundenfeedback.

Überlassen Sie diesen wichtigen Punkt nicht dem Zufall! Nach dem Kauf können Sie eine Nachricht an Ihre Kunden senden. Bedanken Sie sich für den Kauf, fragen Sie nach, ob alles zur Zufriedenheit der Kundschaft ist – und bitten Sie am Ende der Nachricht freundlich darum, eine Bewertung zu hinterlassen. Wenn Ihr Produkt begeistert hat, werden viele Nutzende eine Bewertung hinterlassen.

Tipp 8: Amazon-SEO-Tool verwenden

Ähnlich wie bei Google-SEO gibt es auch bei Amazon-SEO keinen Königsweg, um das Ranking zu optimieren. Denn noch wichtiger als die Rankingfaktoren selbst ist deren Zusammenspiel. Hierbei können jedoch Amazon-Tools helfen. Gute Tools unterstützen Sie bei der Wettbewerbsanalyse, bei der Keyword-Recherche, beim Keyword-Tracking und beim Suchvolumen.

Ein bekanntes Amazon-SEO-Tool aus Deutschland ist Amalyze, das eine Fülle an Recherche- und Analysefunktionen bietet sowie ein eigenes Modul, das die Verwaltung und Auswertung von Produktanzeigen beziehungsweise PPC-Kampagnen vereinfacht.

Fazit: Amazon-SEO ist kein Hexenwerk

Während die Suchergebnisse bei Google und anderen klassischen Suchmaschinen hart umkämpft sind, ist Amazon eine regelrechte SEO-Oase. Dennoch scheint vielen Anbieterinnen und Anbietern die Relevanz einer optimalen Produktpräsentation nicht bewusst zu sein, wodurch eine Menge Potenzial verschenkt wird. Deshalb ist Amazon-SEO so wertvoll.

Nutzen Sie deshalb Ihren Vorteil: Recherchieren Sie passende Keywords, optimieren Sie Titel, Produktbeschreibung und Bilder und fragen Sie Nutzende aktiv nach Rezensionen. Die richtigen Amazon-Tools wie ein Amazon-Keyword-Tool helfen zusätzlich. So haben Sie gute Chancen, Ihre Sichtbarkeit und Verkäufe bei Amazon deutlich zu erhöhen.

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Titelbild: Bench Accounting / Unsplash

Themen: E-Commerce

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