Stellen Sie sich vor, Sie erwarten Besuch. Aber Sie wollen ihn ungern in Ihr Haus lassen, vielleicht weil er dort etwas sehen könnte, was er nicht sehen soll oder, weil es schlicht nicht aufgeräumt ist. Was tun Sie? Eine Möglichkeit ist es, den Besuch einfach gar nicht ins Haus zu lassen, sondern ihn im Garten oder auf der Terrasse zu empfangen. Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert die Arbeit mit Subdomains. Wir zeigen Ihnen, was es damit auf sich hat und wie Ihre SEO von Subdomains profitieren kann.

Download: SEO-Starter-Kit inkl. On-Page-SEO-Vorlage & 30-Tage-Planer

Von Sub- über Second Level Domains bis zu Top Level Domains

Alle Domains sind hierarchisch aufgebaut. Sie bestehen mindestens aus einer Top Level und einer Second Level Domain. Die Top Level Domain ist die Endung Ihrer URL, zum Beispiel .de oder .com. Die Second Level Domain steht unmittelbar davor. In unserem Fall lautet sie „hubspot“. Zusammen ergeben die beiden Ebenen hubspot.de.

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Domain noch weiter aufzugliedern, um die Webseite in mehrere Unterbereiche zu teilen. Dann ist die Rede von einer Subdomain. Sie steht unmittelbar vor der Top Level Domain und wird von dieser durch einen Punkt getrennt. Jetzt gerade befinden Sie sich zum Beispiel auf einer Subdomain: nämlich blog.hubspot.de.

Subdomain vs. Subdirectory: Wo liegt der Unterschied?

Vielleicht sind Sie zusätzlich zu den Domain-Begriffen schon einmal auf die Bezeichnung „Subdirectory“ gestoßen. Wie die Subdomains dienen auch Subdirectorys vor allem der Strukturierung der eigenen Webseite. Es existieren jedoch einige einfache, aber elementare Unterschiede.

Eine Subdomain ist eine eigene hierarchische Domain-Ebene und wird deshalb oft als Third Level Domain bezeichnet. Sie gehört zur Haupt-Webseite, wird aber als eigenständiger Teil davon betrachtet.

Eine Subdirectory hingegen ist ein Zweig innerhalb einer hierarchischen Ebene. Das zeigt sich unter anderem in der URL. Statt blog.hubspot.de würden wir bei der Arbeit mit Subdirectories hubspot.de/blog verwenden.

Beide Versionen helfen den Nutzern, sich auf der Webseite gut zurechtzufinden. Sie werden allerdings von Suchmaschinen anders behandelt. Der wohl zentralste Unterschied liegt im Link-Bereich: Wird auf eine Subdirectory verlinkt, kommt das unmittelbar der Haupt-Domain zugute. Im Gegensatz dazu baut eine Subdomain eigenständig Autorität nur für sich selbst auf. Der Link Juice wird nicht automatisch an die Haupt-Domain vererbt.

Wie sich Subdomains auf SEO auswirken

Wie bereits erwähnt, erkennen Suchmaschinen zwar, dass eine Subdomain zur Haupt-Webseite gehört, behandeln sie aber als eigene Einheit. Subdomains eignen sich deshalb hervorragend, um Einfluss auf die Indexierung bestimmter Inhalte und die Rankings zu nehmen.

Google selbst zum Beispiel bietet einen Hilfebereich für seine verschiedenen Produkte und Programme an. Dieser Bereich gehört zwar zum Unternehmen, hat aber nichts mit der bekannten Suchmaschine zu tun. Deshalb ist er unter einer Subdomain erreichbar: support.google.com. Das Unternehmen nutzt die Subdomain also zur klaren Abgrenzung von zwei nicht unmittelbar miteinander zusammenhängenden Angeboten.

Neben Hilfebereichen können auf diese Weise auch Blogs, Shops, Foren oder Events von der Haupt-Webseite getrennt werden. Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeit zudem, um verschiedene Standorte, Regionen oder Sprachversionen einer Webseite zu kennzeichnen oder sich stark unterscheidende und nicht unmittelbar zusammengehörige Angebote zu präsentieren.

Ziel des Ganzen ist es, die Webseite gut und nachvollziehbar zu strukturieren. Nutzer finden sich so leichter zurecht. Das kann zu positiven Nutzersignalen und einem höheren Engagement auf der Webseite führen – und das wiederum wirkt sich positiv auf die Rankings aus.

Über Subdomains können Sie außerdem Autorität in einer Nische aufbauen, die aktuell nicht zu Ihrem Kernthema gehört.

Subdomain anlegen: Das müssen Sie wissen

Eine Subdomain anzulegen, ist grundsätzlich nicht schwierig. Es ist nicht nötig, die gewünschte Domain zu registrieren, da sie direkt auf der bereits existenten Haupt-Domain aufbaut. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten.

Den Namen der Subdomain können Sie frei wählen. Er darf allerdings maximal 63 Zeichen lang sein und nur aus Buchstaben von A bis Z, Ziffern und Bindestrichen bestehen. In der Regel ist es sinnvoll, nicht allzu kreativ zu werden, sondern lieber eine eindeutige Bezeichnung zu wählen, unter der sich Nutzer sofort etwas vorstellen können. Beliebte Subdomains sind unter anderem „blog.“ und „shop.“.

Wie viele Subdomains Sie anlegen können, hängt von Ihrem Hoster und dem dort gebuchten Paket ab. Beachten Sie, dass es mehrere Stunden dauern kann, bis die Subdomain nach der Registrierung aktiv wird.

Einrichten von Subdomains: So geht’s

Ihre Subdomain können Sie in der Regel ganz einfach im Backend Ihres Hosters einrichten. Der genaue Ablauf variiert leider von Anbieter zu Anbieter. Halten Sie im Menü Ausschau nach den Begriffen „Domains“, „Domainliste“ und „Subdomains“. In den meisten Fällen finden Sie die Einstellungsmöglichkeiten dort. Fragen Sie andernfalls am besten direkt bei Ihrem Hoster nach.

In der Eingabemaske legen Sie den Namen der Subdomain fest und entscheiden, auf welches Verzeichnis Ihres Webspaces sie verweisen soll. Voraussetzung dafür ist, dass Sie über ein FTP-Programm auf Ihren Server zugreifen und in der höchsten Ebene (meist mit der Bezeichnung „www“) einen neuen Ordner für die Subdomain erstellen. Er sollte auch eine Index-Datei enthalten.

Fazit: Mit Subdomains zu mehr Nutzerfreundlichkeit

Der größte Vorteil von Subdomains ist, dass Sie Ihre Webseite übersichtlich halten können, indem Sie Teilbereiche ausgliedern. Das steigert die Nutzerfreundlichkeit und zahlt somit auch positiv auf Ihre SEO ein.

Dass Haupt-Domain und Subdomain getrennt voneinander betrachtet werden, kann aber unter Umständen auch von Nachteil sein – insbesondere, wenn es um den Aufbau von Backlinks geht. In dieser Hinsicht sind Subdirectories eine gute Alternative.

Allgemein gilt: Wägen Sie gut ab, welche Subdomains Sie brauchen. Spätestens, wenn Ihr Unternehmen wächst, mehrere Standorte hat, neue Produkte anbietet oder in neue Branchen expandiert, wird die Navigation auf Ihrer Webseite für Kunden schnell komplex. Dann schafft eine Subdomain Abhilfe.

New Call-to-action

Titelbild: Aramyan / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 2. September 2020, aktualisiert am September 02 2020

Themen:

SEO