Wie lange dauert es eigentlich, bis man bei Google rankt?

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Die neue Website ist optimiert, mit gutem Content versehen und schlussendlich veröffentlicht – doch auf Google passiert nichts. Wird nach den entsprechenden Keywords gesucht, taucht die eigene Website entweder gar nicht oder nur im Nirwana der hintersten Suchergebnisseiten auf. Diese frustrierende Erfahrung haben die meisten Marketer sicherlich bereits selbst gemacht. In diesem Beitrag erklären wir, woran das liegen kann, wie viel Zeit Sie für ein gutes Ranking einplanen müssen und wie Sie den Prozess beschleunigen können.

Schritt Nr. 1: Die Indexierung

Ganz allgemein bezeichnet der Begriff „Index“ ein geordnetes Register, in dem Daten leicht wiederzufinden sind. Ähnlich funktioniert das auch bei Google: Wird eine Suchanfrage gestartet, werden alle indexierten Websites nach Übereinstimmungen mit den jeweiligen Keywords durchsucht. Um also überhaupt in den Suchergebnissen bei Google auftauchen zu können, muss die betreffende Website zwingend im Index gelistet, indexiert, sein.

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Die Indexierung geschieht im Normalfall automatisch. Bei noch im Bearbeitungsmodus befindlichen Websites wird sie oft allerdings bewusst unterdrückt, da die Seite vor der geplanten Veröffentlichung nicht auffindbar sein soll. Entsprechend wichtig ist es, die Indexierung bei Veröffentlichung wieder zuzulassen. Wird eine Website von Google überhaupt nicht gefunden, ist ein zuvor selbst gesetztes Indexierungsverbot ein erster Anhaltspunkt für eine mögliche Ursache.

Aber auch abseits von solchen Flüchtigkeitsfehlern kann es Probleme mit der automatischen Indexierung geben: Diese funktioniert generell über Bots, die sogenannten „Spiders“ oder „Crawler“, die unablässig über Verlinkungen von einer Website zur nächsten springen und auf diese Weise als neu identifizierte Websites indexieren. Allerdings hängt die Geschwindigkeit dieses Crawling von unterschiedlichen, nicht ganz transparenten Faktoren ab, sodass der Prozess zwischen einigen Sekunden und mehr als einem Monat dauern kann. Aber wer will schon über einen Monat warten, bis die neue Website bei Google gefunden werden kann?

Wie lässt sich die Dauer bis zur Indexierung verkürzen?

Tatsächlich haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die Indexierung zu beschleunigen:

1. Antrag auf Indexierung stellen

Google stellt Möglichkeiten bereit, mit denen Sie die Indexierung beantragen können. Voraussetzung ist lediglich ein kostenloses Google-Konto. Allerdings ist auf diesem Weg weder garantiert, wie lange eine Indexierung dauert, noch dass sie überhaupt vorgenommen wird.

2. Website mit Google Search Console eintragen

Bei Search Console handelt es sich um ein Tool von Google, mit dem die Performance der eigenen Website überwacht werden kann. Über den Menüpunkt „Crawling“ kann eine Sitemap eingetragen werden, die dann in den darauffolgenden 24 Stunden gecrawlt wird. Den Status dieses Prozesses können Sie im Tool nachvollziehen sowie das erfolgreiche Crawling überprüfen. Allerdings ist dieser Dienst auf zehn URLs pro Monat beschränkt.

3. Googles Test auf Optimierung für mobile Endgerät nutzen

Dieses Google-Tool ist eigentlich für die Überprüfung der mobilen Nutzbarkeit von Websites konzipiert, macht es aber auch möglich, die eigene Website an Google zu senden. Dazu muss die betreffende Seite nicht einmal mobil-optimiert sein. Zusätzlich benötigen Sie für diese Option kein eigenes Google-Konto.

4. Allgemeine SEO-Kriterien erfüllen

Zu guter Letzt können Sie die Frequenz, mit der die Bots Ihre Website „crawlen“, durch verschiedene Aspekte in Ihrer SEO-Strategie erhöhen. Dazu zählen etwa eine hohe Anzahl qualitativ hochwertiger Backlinks und kurze Aktualisierungsintervalle der Website ebenso wie eine hohe Website-Geschwindigkeit und ein guter PageRank-Wert (eine Seitenbewertung, die auf der Anzahl und Qualität eingehender Links basiert).

Ob die Indexierung dann letztlich erfolgreich war, ist leicht zu überprüfen. Geben Sie in die Google-Suche „info:“ in Kombination mit der betreffenden URL ein – ist die Seite indexiert, sollte sie nun angezeigt werden.

Schritt Nr. 2: Das Ranking

So wichtig die Indexierung als Basis für die eigene Sichtbarkeit ist – sie bringt nicht viel, wenn die eigene Website auf den hintersten Seiten der Google-Ergebnisse landet, wo sie niemand je finden wird. Vielmehr sind gute Positionen in den organischen Suchergebnissen gefragt. Dabei ranken sich viele Mythen um die Frage, wie genau diese Positionierung zustande kommt. Oft war davon die Rede, dass neu indexierte Websites besonders gut ranken würden, da Google sie auf diese Art testen würde (der sogenannte Newbie-Bonus).

Einige hielten dagegen, dass Google neuen Seiten grundsätzlich erst einmal misstraue und auf das Nutzer-Vertrauen in altbewährte Inhalte setze. Neuere Websites würden deshalb zunächst im digitalen „Sandkasten“ abgesetzt, bis sie sich bewiesen haben (auch als Sandbox-Prinzip bekannt). Nach beständigen Veränderungen des Google-Algorithmus scheint über dessen Funktionsweise inzwischen mehr Verwirrung zu herrschen als je zuvor.

Wie lange dauert es, bis eine Website gut rankt?

Aus diesem Grund hat das US-amerikanische Unternehmen Ahref 2017 untersucht, wie viel Zeit im Schnitt vergeht, bis eine Website ein gutes Ranking bei Google ergattert. Dazu wurde analysiert, wie alt die Top-Rankings zu zwei Millionen beliebig ausgewählter Keywords waren. Ergebnis: Das durchschnittliche Top-10 Suchergebnis ist mehr als zwei Jahre alt, nur 22 Prozent der Ergebnisse in den Top 10 sind jünger als ein Jahr.

Wie zu erwarten zeigt sich der Ranking-Prozess für Keywords mit hohem Suchvolumen als besonders schwierig und langwierig. Insgesamt haben es tatsächlich nur 5,7 Prozent der untersuchten Websites innerhalb eines Jahres für mindestens ein Keyword unter die zehn ersten Suchergebnisse geschafft. Am schnellsten gelang ihnen das mit Keywords mit niedrigerem Suchvolumen.

Ausschnitt%20Infografik%20AhrefsBild: Ausschnitt der Infografik von Ahrefs

Wie kann das Ranking verbessert werden?

Was also haben diese 5,7 Prozent besser gemacht als der Großteil Teil der untersuchten Websites? Neben einer Portion Glück waren vor allem eine hohe Domain-Autorität (vor allem berechnet über Zahl und Qualität eingehender Links) sowie eine ausgeklügelte SEO-Strategie entscheidend.

Gerade die SEO-Überlegungen sollten zum Ziel haben, dass die Website einen möglichst hohen „Vertrauenswert“ (engl. Trust) erreicht, der für Google erkennbar ist. Das gelang früher vor allem über die reine Anzahl an Links, die auf eine Website führten, während heute die Link-Qualität mitentscheidend ist. Aber auch zahlreiche weitere Faktoren werden von Google berücksichtigt, darunter:

  • die Qualität der ausgehenden Links
  • die Kontinuität der Links
  • Bestimmte Abzeichen und Siegel (wie bspw. von Trusted Shops)
  • Angaben zum Autor bei entsprechenden (Blog-)Artikeln und Beiträgen
  • kontinuierlich guter Content
  • kontinuierliches Traffic-Aufkommen
  • häufiges explizites Suchen der Domain selbst
  • möglichst wenig redundante Inhalte
  • wenig und seltene Seitenfehler

Vieles davon lässt sich mit einer durchdachten SEO-Strategie relativ leicht und schnell beeinflussen. Auffällig ist aber die Betonung von Kontinuität – ein Kriterium, das per Definition erst über längere Zeit hinweg erfüllt werden kann.

Eine solide SEO-Strategie etablieren und Geduld beweisen

Grundsätzlich bedarf es für ein gutes Ranking definitiv Zeit, eine abgestimmte SEO-Strategie kann die Dauer aber verkürzen beziehungsweise ein Top-Ranking wahrscheinlicher machen. Dennoch ist Aktualität gerade online immens wichtig. Dementsprechend wird Google zunehmend unter Druck gesetzt, positive Signale aus dem Nutzerverhalten möglichst schnell auszuwerten. Änderungen, die beispielsweise Ladezeiten, Titel, Meta-Beschreibungen oder Weiterleitungen betreffen, wirken sich daher inzwischen schon nach Wochen, nicht mehr erst nach Monaten auf das Ranking aus.

In Sachen Benutzerfreundlichkeit und ihrer Optimierung muss dagegen mehr Zeit einkalkuliert werden. Änderungen im Design, der Seitenstruktur oder am Logo wirken sich nur sehr langsam aus, da Google an dieser Stelle eine breite Datenbasis über einen langen Zeitraum hinweg mit einbezieht – Sünden aus der Vergangenheit verfolgen Sie hier dementsprechend länger.

Als kleine Helfer auf dem Weg zum Wunschranking können zusätzlich verschiedene Tools dienen, die einen Sichtbarkeitsindex ermitteln. Der setzt meist das Ranking in Bezug zum Suchvolumen und berücksichtigt die Klickraten. So wird zum Beispiel einem Ranking für ein Keyword mit hohem Suchvolumen mehr Wert beigemessen als dem gleichen Ranking für ein Keyword mit niedrigem Suchvolumen. Wer Faktoren dieser Art im Blick behält, kann auf Basis des entsprechenden Feedbacks leichter, schneller und effektiver am bestmöglichen Google-Ranking arbeiten.

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