Der Schlüssel zu einer erfolgreichen YouTube-Strategie liegt in der Erhebung und Auswertung von Kennzahlen. Denn sie ermöglichen es Ihnen, festzustellen, ob Sie mit Ihrer Videostrategie die gewünschten Ergebnisse erzielen, wo noch Raum für Verbesserungen besteht und wie Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen können. Da liegt doch nahe, dass es sinnvoll wäre, möglichst viele Kennzahlen zu erheben, um möglichst viele Anhaltspunkte zu erhalten – richtig?

Rein theoretisch geht diese Rechnung auf, doch praktisch gesehen sind nicht alle Kennzahlen gleichermaßen wertvoll. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Messgrößen, die deutlich aussagekräftigere Einblicke gewähren als andere. Es empfiehlt sich daher, dass Sie sich bei Ihren Analysen auf diese Kennzahlen konzentrieren.

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In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Kennzahlen Sie zu Ihren YouTube-Videos erheben sollten, welche Einblicke diese konkret bieten und wie Sie Ihre Erkenntnisse nutzen können, um Ihre Videostrategie zu optimieren.

YouTube Analytics – die 15 wichtigsten Kennzahlen

1. Wiedergabezeit

Die Wiedergabezeit gibt Aufschluss darüber, wie viel Zeit (in Minuten) Ihre Zuschauer insgesamt damit verbracht haben, sich Videos auf Ihrem Kanal anzusehen. Diese Kennzahl ist wichtig, da sie zu den wichtigsten Rankingfaktoren von YouTube zählt. Je höher der Wert, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das betreffende Video von YouTube empfohlen wird und möglichst weit oben in den Suchergebnissen angezeigt wird. Dieser Wert wurde als Rankingfaktor festgelegt, da davon ausgegangen wird, dass von der Wiedergabezeit eines Videos auf dessen Beliebtheit geschlossen werden kann.

Daten hierzu finden Sie im Bericht zur Wiedergabezeit. Um herauszufinden, mit welchen Arten von Videos Sie die besten Ergebnisse erzielen, können Sie Ihren Content zusätzlich zur Wiedergabezeit auch noch nach Thema, Stil und Länge angeordnet anzeigen lassen.

2. Durchschnittlicher Prozentsatz der wiedergegebenen Videoinhalte

Dieser Kennzahl, die ebenfalls im Bericht zur Wiedergabezeit enthalten ist, können Sie entnehmen, wie viel Prozent eines bestimmten Videos Ihre Zuschauer sich durchschnittlich ansehen. So erfahren Sie, ob Ihre Videos ansprechend genug sind, um tatsächlich in voller Länge angesehen zu werden. Auch diese Kennzahl beeinflusst die Platzierung von Videos im YouTube-Ranking und in den Empfehlungen.

3. Durchschnittliche Wiedergabedauer

Diese Kennzahl verrät Ihnen, wie lange (in Minuten) sich Ihre Zuschauer ein bestimmtes Video im Durchschnitt pro Aufruf ansehen. Daraus können Sie dann schließen, inwiefern es Ihnen mit einem Video gelungen ist, Ihr Publikum in Ihren Bann zu ziehen. Wenn dieser Wert niedrig ausfällt, heißt dies, dass Ihre Zuschauer das betreffende Video aus irgendeinem Grund schnell wieder beenden. Umgekehrt bedeutet ein hoher Wert, dass Ihr Publikum Ihren Content offensichtlich interessant findet. Eine hohe durchschnittliche Wiedergabedauer wirkt sich auch positiv auf Ihre Gesamtwiedergabezeit aus und dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine gute Platzierung in den Suchergebnissen und Empfehlungen. Auch diese Kennzahl finden Sie im Bericht zur Wiedergabezeit.

4. Zuschauerbindung

Die Zuschauerbindung wird als Prozentsatz der Gesamtanzahl der Aufrufe eines Videos angegeben und gibt Aufschluss darüber, welche Passagen eines Videos sich Ihre Zuschauer ansehen und an welchen Stellen sie die Wiedergabe beenden. Da ein guter Wert hier bedeutet, dass Videos interessant und für Ihre Zuschauer relevant sind, gilt auch hier: je höher der Wert, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer guten Platzierung in den Suchergebnissen und Empfehlungen.

Es lohnt sich, diese Kurve näher zu betrachten, da sie Ihnen dabei helfen kann, Ihre Videostrategie zu optimieren. So können Sie ermitteln, welche Inhalte eines Videos besonderen Anklang finden, und in Ihren nächsten Videos dann ausführlicher auf die behandelten Themen eingehen. Gleichermaßen erkennen Sie anhand plötzlicher Rückgänge in der Zuschauerbindung, auf welche Inhalte Sie künftig besser verzichten sollten.

Der Bericht zur Zuschauerbindung umfasst zwei Graphen – einen für die absolute Zuschauerbindung und einen für die relative. Der absoluten Zuschauerbindung können Sie entnehmen, welche Passagen eines Videos am besten anzukommen scheinen. Die relative Zuschauerbindung verrät Ihnen, wie gut ein bestimmtes Video gegenüber vergleichbaren Videos abschneidet.

Quelle: YouTube

5. Erneute Wiedergaben

Ebenfalls interessant sind Daten zur erneuten Wiedergabe bestimmter Passagen eines Videos. Wenn der Graph zur absoluten Zuschauerbindung kleine Spitzen wie in der Abbildung unten aufweist, deutet dies darauf hin, dass die betreffenden Passagen von vielen Zuschauern mehrfach angesehen werden. Grund dafür ist vermutlich, dass Sie an diesen Stellen Themen behandeln, die für Ihre Zuschauer von besonderem Interesse sind. Ein kluger Schachzug wäre folglich, diese Themen in künftigen Videos erneut aufzugreifen.

Quelle: YouTube

6. Interaktionen

Auch aus Interaktionen wie Kommentaren, Shares, „Mag ich“- und „Mag ich nicht“-Bewertungen lassen sich wertvolle Schlüsse ziehen.

So bieten die Kommentare Ihrer Zuschauer tiefe Einblicke in die Emotionen, die Ihre Videos bei ihnen hervorrufen. Und die Anzahl an Shares lässt darauf schließen, in welchem Maße Ihre Zuschauer Ihren Content und Ihre Marke als empfehlenswert empfinden. Denn da Nutzer für gewöhnlich nur Videos teilen, die ihre persönlichen Werte und Einstellungen widerspiegeln, können Sie diese als Beweis ihres Vertrauens und ihrer Treue gegenüber Ihrer Marke werten. Anhand der „Mag ich“- und „Mag ich nicht“-Bewertungen können Sie in Erfahrung bringen, für welche Themen sich Ihre Zielgruppe am meisten interessiert. Die zugehörigen Daten finden Sie in den Interaktionsberichten in YouTube Studio.

7. Klickrate der Impressionen

Die Klickrate der Impressionen gibt an, wie viele Zuschauer bisher auf das Thumbnail eines bestimmten Videos geklickt haben. Dabei werden verschiedene Zugriffsquellen berücksichtigt, darunter die YouTube-Startseite sowie die Bereiche für Empfehlungen und Trends. Ein hoher Wert bedeutet, dass Sie einen überzeugenden Titel gewählt haben und das behandelte Thema ein breitgefächertes Publikum anspricht.

Typischerweise werden in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung hier recht hohe Werte erzielt. Dies liegt daran, dass Ihre neuen Videos Ihren Abonnenten auf ihrer Startseite vorgeschlagen werden und diese sie für gewöhnlich auch ansehen. Sobald sich das Video dann unter Ihrem Kernpublikum verbreitet hat, fällt die Klickrate für gewöhnlich wieder ein Stück ab und pendelt sich dann auf einem stabilen Wert ein.

Wenn Sie diese Klickrate dann in Verbindung mit dem durchschnittlichen Prozentsatz der Wiedergabe und der durchschnittlichen Wiedergabedauer betrachten, erfahren Sie, wie viele derjenigen Zuschauer, die auf das Thumbnail klicken, sich Ihr Video tatsächlich auch ansehen. Beachten Sie, dass eine hohe Klickrate allein noch nichts darüber aussagt, wie lange sich Zuschauer Ihr Video ansehen. Beendet ein Großteil der Nutzer das Video recht schnell wieder, kann dies darauf hindeuten, dass der gewählte Titel bzw. das Thumbnail einen anderen Inhalt vermuten lassen. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, da sich Ihre Zuschauer so unter Umständen in die Irre geführt fühlen und dadurch das Vertrauen in Ihre Marke verlieren können.

Wenn Ihre Klickrate niedrig ausfällt, die Wiedergabezeiten aber hoch sind, deutet dies darauf hin, dass das betreffende Video zwar nur ein kleines Nischenpublikum anspricht, dieses dafür aber von Ihrem Content begeistert ist. Die Klickrate der Impressionen finden Sie im Bericht zur Wiedergabezeit in YouTube Studio unter „Analytics“.

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8. Klickrate von Infokarten

Infokarten sind interaktive Elemente, die Sie während der Wiedergabe eines Videos einblenden lassen können, um Zuschauern zum Beispiel vorzuschlagen, sich ein ähnliches Video anzusehen, einen gewissen Kanal zu abonnieren oder eine bestimmte Website zu besuchen. Diese Klickrate gibt Aufschluss darüber, mit welcher Art von Infokarten Sie die besten Ergebnisse erzielen. Das heißt, Sie können ermitteln, welche Infokarten Sie effektiv einsetzen können, um Ihre Wiedergabezeit zu verbessern, neue Abonnenten zu gewinnen und Ihren Website-Traffic zu steigern.

Gleichzeitig können Sie ermitteln, wann der beste Zeitpunkt für die Einblendung von Infokarten ist, wie lange Sie sie einblenden sollten und wo Sie sie am besten platzieren. Daten zu Infokarten finden Sie im Infokartenbericht in YouTube Studio.

Quelle: YouTube

9. Daten zu Playlists

Mit Playlist können Sie Ihre durchschnittlichen Wiedergabezeiten steigern. Denn indem Sie verschiedene Videos in einer Playlist zusammenfassen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Zuschauer Ihren Content schneller finden können. Gleichzeitig animieren Sie sie dazu, sich möglichst viele Ihrer Videos anzusehen, indem Sie ihnen die „mühsame“ Suche nach weiteren relevanten Videos ersparen.

Wie gut Ihre Playlists ankommen, können Sie mithilfe von zwei Kennzahlen bestimmen: den Aufrufen pro Playlist-Start und der durchschnittlichen Playlist-Wiedergabezeit. Die Anzahl der Aufrufe pro Playlist-Start verrät Ihnen, wie viele Videos einer bestimmten Playlist durchschnittlich aufgerufen werden. Die durchschnittliche Playlist-Wiedergabezeit gibt an, wie viel Zeit Zuschauer durchschnittlich damit verbringen, sich die Videos einer bestimmten Playlist anzusehen. Wenn Sie mit Ihren Ergebnissen hier nicht zufrieden sind, können Sie diese verbessern, indem Sie Videos an den Anfang Ihrer Playlists stellen, die bei der Zuschauerbindung besonders gut abschneiden.

10. Anzahl eindeutiger Zuschauer

Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Gesamtanzahl an Zuschauern, die sich Ihre Videos in einem bestimmten Zeitraum angesehen haben (dabei werden Zuschauer nicht mehrfach gezählt, wenn sie sich mehrere Videos ansehen bzw. Ihren Kanal mehrfach besuchen). Das heißt, Sie erhalten eine ungefähre Vorstellung davon, wie viele einzelne Nutzer Ihre Zielgruppe insgesamt umfasst.

Außerdem können Sie ermitteln, wie treu Ihnen Ihre Abonnenten sind, indem Sie die Zahl eindeutiger Zuschauer mit der Zahl Ihrer Abonnenten vergleichen. Haben Sie deutlich weniger Zuschauer als Abonnenten, heißt das, dass Letztere nicht so aktiv sind, wie Sie es gerne hätten. Eine effektive Optimierungsmaßnahme könnte dann etwa darin bestehen, Ihre Abonnenten dazu aufzufordern, sich benachrichtigen zu lassen, wenn Sie neue Videos veröffentlichen. Daten zu einzelnen Nutzern finden Sie In YouTube Studio unter „Zuschauer erreichen“ und „Publikum aufbauen“.

11. Durchschnittliche Aufrufe pro eindeutigem Zuschauer

Diese Kennzahl gibt an, wie häufig sich Nutzer ein bestimmtes Video im Durchschnitt ansehen. Je höher der Wert, desto interessanter ist dieser Content offensichtlich für Ihre Zielgruppe. Von diesem Wert können Sie ableiten, für welche Themen sich Ihre Zuschauer vorwiegend interessieren. Wenn Sie dann weitere Videos zu diesen Themen veröffentlichen, wird sich dies positiv auf Ihre Klickraten, Ihre Wiedergabezeit und die Anzahl Ihrer Abonnenten auswirken.

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12. Demografische Daten

YouTube bietet Funktionen zur Segmentierung Ihrer Zuschauer nach Alter, Geschlecht und Standort. Anhand dieser Daten können Sie in Erfahrung bringen, wer Ihre aktivsten Zuschauer sind. Diese Erkenntnisse können Sie dann nutzen, um entweder Ihre Zielgruppe entsprechend anzupassen oder Maßnahmen zur Optimierung Ihrer Videostrategie zu ergreifen, um diese stärker auf Themen auszurichten, die Ihre Zielgruppe mehr interessieren dürften.

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13. Abonnentenzuwachs

Abonnenten sind Ihre wertvollsten Zuschauer. Nicht nur, weil sie Ihre Marke, Ihren Content und Ihre Werte öffentlich unterstützen und verglichen mit anderen Zuschauergruppen am wahrscheinlichsten zu Fürsprechern werden. Sondern auch, weil Abonnenten für gewöhnlich Ihre aktivsten Zuschauer sind. Dies liegt daran, dass sie benachrichtigt werden, wenn Sie neue Videos veröffentlichen, und dass Ihre Videos zudem automatisch auf ihrer Startseite angezeigt werden. So werden sie im Vergleich zu anderen Nutzern schneller auf Ihren Content aufmerksam, sehen sich regelmäßiger Videos von Ihnen an und steigern damit Ihre Klickraten. Es hat sich gezeigt, dass Abonnenten durchschnittlich doppelt so aktiv sind wie Nichtabonnenten. Daraus folgt: Je mehr Abonnenten, desto höher auch Ihre Wiedergabezeit.

Dem Abonnentenbericht können Sie entnehmen, mit welchen Videos, in welchen Regionen und in welchen Zeiträumen Sie Abonnenten gewinnen (und verlieren). So können Sie bestimmen, welche Themen Ihre Abonnenten am meisten interessieren und in welchen Regionen es sich lohnen könnte, gezielt Abonnenten anzuwerben. Wenn Sie die Anforderungen Ihrer Abonnenten in den Mittelpunkt rücken, erstellen Sie automatisch relevante Videos, die gute Wiedergabezeiten und eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen erzielen werden.

14. Zugriffsquellen

Der Bericht zu den Zugriffsquellen von Aufrufen gibt Aufschluss darüber, wie Zuschauer Ihre Videos finden – sei es über externe Quellen wie Webseiten und Social Media oder innerhalb von YouTube, über die Startseite, Suche oder Empfehlungen. Anhand dieser Daten können Sie z. B. feststellen, welche Quellen die besten Klickraten und Wiedergabezeiten einbringen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse können Sie dann Ihre Video-Marketing-Strategie optimieren.

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15. Keywords

Den Daten zu den Zugriffsquellen können Sie auch entnehmen, über welche Suchbegriffe Ihre Zuschauer Ihre Videos vorwiegend finden. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Zuschauer das ein oder andere Keyword verwenden, das Sie bisher nicht in die Meta-Daten Ihrer Videos einpflegen, sollten Sie in Erwägung ziehen, dies nachzuholen und ggf. auch die Titel Ihrer Videos anzupassen. Ergibt Ihre Analyse hingegen, dass unter den Suchanfragen einige Themen dabei sind, auf die Sie bisher noch gar nicht eingehen, bedeutet dies, dass hier viel unerschlossenes Potenzial schlummert, das Sie für sich nutzen können und sollten.

Starter-Kit Video Marketing

Ursprünglich veröffentlicht am 25. Februar 2019, aktualisiert am Februar 25 2019

Themen:

YouTube-Marketing