
Das Wichtigste in Kürze
Integriertes Marketing verbindet sämtliche Marketingkanäle zu einer gemeinsamen Strategie. Statt isolierter Einzelmaßnahmen sorgen einheitliche Botschaften, zentrale Daten und eine abgestimmte Customer Journey für ein konsistentes Markenerlebnis – und bessere Ergebnisse.
- Definition: Integriertes Marketing verzahnt Kanäle, Teams und Botschaften zu einer einheitlichen Marketingstrategie.
- Abgrenzung: Während Multi-Channel mehrere Kanäle nutzt und Omnichannel die Customer Experience verbindet, sorgt integriertes Marketing für die strategische Abstimmung aller Maßnahmen.
- Die Grundlage: Erfolgreiche Kampagnen basieren auf klaren Zielen, einer definierten Zielgruppe, konsistenten Botschaften und einer zentralen Erfolgsmessung.
- KI als Unterstützung: Moderne KI-Tools helfen dabei, Inhalte kanalübergreifend zu erstellen, Kampagnen zu personalisieren und Marketingmaßnahmen schneller zu optimieren.
- Zentrale Daten: Eine gemeinsame Plattform für Marketing, Vertrieb und Service erleichtert die Zusammenarbeit und macht den Erfolg einzelner Maßnahmen transparent.
- Praxisbeispiele: Unternehmen wie Lidl, Apple und die IHK zeigen, wie integrierte Kampagnen über verschiedene Kanäle hinweg ein konsistentes Markenerlebnis schaffen.
Lesezeit: ca. 11 Minuten
Zwei von drei deutschen Einzelhändlern nutzen Instagram im Marketing. Aber auch Facebook, E-Mail-Newsletter und Point-of-Sale-Werbung. Was deutlich wird: Nicht nur im Einzelhandel, quer über alle Branchen gibt es mittlerweile gerade für wachsende Unternehmen viele mögliche Kommunikationskanäle und Marketinginstrumente.
Das ist aus meiner Sicht eine große Chance – die aber richtig genutzt werden muss. Klug umgesetzt, ergänzen sich die einzelnen Elemente gegenseitig und Sie profitieren von Synergieeffekten. Dann wird von integriertem Marketing gesprochen. Ich zeige Ihnen, wie Sie sämtliche Marketingaktivitäten erfolgreich miteinander verknüpfen.
Was ist „integriertes Marketing“?
Bei integriertem Marketing handelt es sich streng genommen nicht um eine separate Unterkategorie des Marketings. Vielmehr sollte Marketing an sich bereits integrativ verstanden und durchgeführt werden. Da die Disziplin aber häufig eher als Menge einzelner Maßnahmen verstanden wird, legt integriertes Marketing besonderen Fokus auf die Notwendigkeit, sämtliche Bereiche des Marketings nach innen und außen aufeinander abzustimmen.
Was sind die 4 Ps des integrierten Marketings?
Die vier Ps des integrierten Marketings decken sich mit denen des „klassischen“ Marketings – nur eben nicht isoliert, sondern eingebettet in eine übergeordnete Strategie. Sie legen also einen Fokus darauf, dass Product, Price, Place und Promotion – also Produkt, Preis, Vertrieb und Kommunikation – stets miteinander verzahnt sind.
Definitionen: Wie grenzen sich Omnichannel, Multi-Channel und integriertes Marketing ab?
Im Zusammenhang mit integriertem Marketing fallen auch immer wieder die Begriffe Omnichannel-Marketing und Multi-Channel-Marketing. Ich höre oft, wie alle drei synonym verwendet werden – dabei unterscheiden sie sich doch leicht. Beim Multi-Channel-Marketing nutzen Sie ohne weitere Verzahnung mehrere Kanäle, um Kund:innen zu erreichen.
Der Omnichannel-Ansatz hingegen stellt die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt. Er schafft die beste Voraussetzung für ein optimales Nutzererlebnis (User Experience, UX). Sie stimmen hier sämtliche Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten so aufeinander ab, dass Ihre Kund:innen jederzeit den bevorzugten Kanal wechseln und ihren Kaufprozess dennoch ungestört weiterführen können.
So sollte es zum Beispiel möglich sein,
- ein Kleidungsstück im Schaufenster zu entdecken,
- es am Computer im Onlineshop zu finden und dort in den Warenkorb zu legen,
- über die Social-Media-Seite des Shops noch offene Fragen zu stellen,
- das Kleidungsstück dann über die App zu kaufen
- und es im Geschäft abzuholen.
Omnichannel-Marketing ist in meinem Empfinden in der Praxis angewandtes integriertes Marketing. Die Buchhandelskette Thalia macht das beispielsweise mit ihren Marketingbotschaften und Angeboten und Angeboten sehr gut. Die stationären Buchhandlungen, der Online-Shop, die Smartphone-App und E-Reader sind zu einem nahtlosen Ganzen verknüpft. Ein einfaches Beispiel: Ich kann ein online bestelltes Buch innerhalb von 120 Minuten in der nächsten Filiale abholen.

Quelle: Screenshot Thalia
4 Kriterien für die erfolgreiche Implementierung von integriertem Marketing
Ich habe es eingangs bereits angedeutet – im Marketing-Mix nutzen deutsche Unternehmen viele verschiedene Instrumente. Mehr als jede zweite Firma setzt auf Social-Media-Marketing, rund 39 Prozent auf E-Mail-Marketing und Suchmaschinen-Marketing – aber auch 14 Prozent auf Display- und Video-Advertising.
Damit integriertes Marketing funktioniert und all diese Kanäle aufeinander abgestimmt sind, müssen Sie einige Aspekte bedenken. Dabei kommt es meiner Erfahrung nach insbesondere auf die folgenden Punkte an:
- Kennen Sie Ihre Zielgruppe: Erstellen Sie eine Buyer-Persona und finden Sie heraus, welche Kanäle, Inhalte und Botschaften wirklich relevant sind.
- Setzen Sie klare Prioritäten: Streuen Sie nicht zu breit und wählen Sie gezielt sinnvolle Kanäle aus – und bespielen Sie diese dafür mit voller Kraft und hoher Qualität.
- Bleiben Sie konsistent: Achten Sie auf einheitliche Botschaften, ein stimmiges Design und eine wiedererkennbare Tonalität über alle Maßnahmen hinweg.
- Verfolgen Sie konkrete Marketingziele: Ob mehr Klicks, Leads oder Umsatz: Richten Sie jede Maßnahme klar an einem Ziel aus – und lassen Sie Ihre Kanäle dabei sinnvoll zusammenspielen.
So verändert KI integriertes Marketing
Integriertes Marketing wird durch KI nicht neu erfunden – aber deutlich einfacher und effizienter. Viele Aufgaben, die früher viel Abstimmung und manuellen Aufwand erforderten, lassen sich heute automatisieren. So können Marketingteams kanalübergreifende Kampagnen schneller planen, umsetzen und kontinuierlich optimieren.
KI-Marketingplan
Mit KI zur perfekten Marketingstrategie
- Strukturierter Rahmen: Alle wichtigen Strategiebausteine
- Fertige KI-Prompts: Kopieren, einfügen, loslegen.
- Raum für eigene Interpretation: Jeder Abschnitt kombiniert KI-Output mit Ihrer Expertise.
- Sofort einsatzbereit: Dein neuer Marketingplan in einem Dokument.
KI unterstützt dabei entlang der gesamten Marketingkampagne:
- Content erstellen: Aus einer zentralen Kampagnenidee erstellt KI passende Varianten für Blogartikel, E-Mail-Newsletter, Social-Media-Posts, Anzeigen oder Landingpages – bei gleichbleibender Tonalität und Markenbotschaft.
- Zielgruppen personalisieren: KI analysiert CRM-, Website- und Kampagnendaten und passt Inhalte automatisch an unterschiedliche Zielgruppen und Phasen der Buyer's Journey an.
- Kampagnen optimieren: Durch die Analyse von Leistungsdaten erkennt KI frühzeitig erfolgreiche Inhalte und Kanäle und gibt Empfehlungen, wie Budgets oder Botschaften angepasst werden können.
- Workflows automatisieren: Wiederkehrende Aufgaben wie Lead-Scoring, E-Mail-Strecken oder die Segmentierung von Kontakten lassen sich automatisiert ausführen und sparen Marketingteams wertvolle Zeit.
Mit einer Plattform wie HubSpot greifen diese Möglichkeiten ineinander. Die KI-Funktionen von Breeze unterstützen unter anderem bei der Erstellung kanalübergreifender Inhalte, während Marketing-, Vertriebs- und Servicedaten auf einer gemeinsamen CRM-Plattform zusammenlaufen. Dadurch kann KI den gesamten Kontext einer Customer Journey berücksichtigen und Marketingteams dabei helfen, konsistente Kundenerlebnisse über alle Touchpoints hinweg zu schaffen.
Wie sie eine Kampagne mit dem Loop-Marketing-Konzept starten, erklärt Ihnen meine Kollegin Romana, von der HubSpot Academy:
So setzen Sie eine integrierte Marketingkampagne in 5 Schritten auf
90 Prozent der Verbaucher:innen erwarten konsistente Informationen über alle Kanäle hinweg – umso wichtiger ist, dass Sie Ihr Marketing integriert denken. Ich zeige Ihnen, wie Sie diese vier Kriterien auch konkret in der Praxis anwenden und eine integrierte Marketingkampagne aufsetzen:
1. Legen Sie konkrete Kampagnenziele fest
Ein grundlegendes Prinzip von erfolgreichem integriertem Marketing besteht darin, sämtliche Inhalte, ganz gleich über welchen Kanal sie verbreitet werden, an klaren Zielen und KPIs auszurichten.
Beispiele für mögliche Zielsetzungen und Metriken sind etwa:
- höhere Klickraten
- mehr Konversionen
- höhere Öffnungsraten
- mehr Umsatz
- mehr Interaktionen
Dabei müssen die unterschiedlichen Instrumente nicht zwingend auf dasselbe Ziel ausgelegt sein, um im Rahmen eines integrierten Marketings funktionieren zu können. Vielmehr können Sie unterschiedliche Phasen der Buyer’s Journey und damit auch verschiedene konkrete Ziele anvisieren, die allerdings trotzdem aufeinander aufbauen.
Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Sie die KPIs zentral messen. Mir hilft dabei ein Tool wie HubSpot, mit dem ich alle Zahlen übersichtlich auf einem Dashboard sehe.

Quelle: HubSpot KPI-Software
Ein großer Vorteil einer zentralen Plattform wie HubSpot besteht darin, dass Marketing-, Vertriebs- und Servicedaten an einem Ort zusammenlaufen. Dadurch sehen Sie nicht nur die Performance einzelner Kanäle, sondern können den gesamten Weg eines Leads bis zum Abschluss nachvollziehen. So wird sichtbar, welche Marketingmaßnahmen tatsächlich zum Geschäftserfolg beitragen.
2. Wählen Sie Ihre Kanäle aus
Mit den übergeordneten Kampagnenzielen im Hinterkopf können Sie die geeigneten Kanäle auswählen. Es braucht dabei nicht immer den gesamten Blumenstrauß an Möglichkeiten. „Konzentrieren Sie sich lieber auf die Kanäle, die für Ihre Zielerreichung relevant sind“, rät mein/e Kolleg/in xy, und ergänzt: „Viele Kanäle bedeuten nicht zwingend auch höhere Conversion Rates oder Umsätze.“
Für mich sind folgende Kanäle grundsätzlich spannend:
- Klassische Werbung, sowohl Print als auch PPC
- Direktmarketing
- E-Mail-Marketing
- PR
- Persönlicher Verkauf
- Sales Promotions
- Digitalmarketing / Onlinemarketing (etwa AEO, Website, Content-Marketing)
- Social Media
- Events
- Sponsoring
Sie sehen: Es gibt sehr viel Auswahl – teilweise bereits innerhalb der Kanäle mit zig Unterkanälen. Auch der ROI unterscheidet sich – E-Mail-Marketing etwa bietet laut Statista weltweit mit 42 Prozent den höchsten Return, digitale Werbung liegt bei 41 Prozent. Unser „State of Marketing Report 2026“ zeigt, dass aktuell vor allem Short-Form-Videos, Bilder und Livestreams mit hohem ROI punkten.
Wenn Sie an dieser Stelle nicht priorisieren, sondern zu viel auf einmal angehen, wird die Qualität des Outputs zwangsläufig sinken und eine engmaschige Abstimmung der verschiedenen Kanäle und Maßnahmen kaum möglich sein.
Das heißt aber nicht, dass Sie nicht verschiedene Kanäle ausprobieren können. Denken Sie nur immer daran, den Erfolg zu messen und auch Kanäle wieder aus Ihrer integrierten Kampagne zu streichen.
3. Definieren Sie Ihre Zielgruppe
Um Ihre Kampagne bestmöglich auf die Bedürfnisse Ihrer Kund:innen abstimmen zu können, müssen Sie diese zunächst in Erfahrung bringen. Deshalb bildet eine Analyse der eigenen Zielgruppe den Ausgangspunkt für integriertes Marketing.
- Wie sieht der oder die typische Kund:in als Person aus?
- Wie stellt sich ihre Lebenssituation dar?
- Was ist ihr in Bezug auf den Kaufprozesses wichtig?
- Welche Kanäle / Medien nutzt / konsumiert sie bevorzugt?
- Was sind ihre allgemeinen Werte und Ziele?
Am Ende dieser Analyse steht im Idealfall eine Buyer-Persona, also ein imaginärer Charakter, der stellvertretend für den typischen Vertreter der eigenen Zielgruppe steht. Meine Kollegin Jehad Begraoui erklärt hier, was dabei wichtig ist:
Nutzen Sie zur Erstellung am besten das KI-Buyer-Persona-Tools von HubSpot – das Ergebnis kann in etwa so aussehen:
Quelle: Make my Persona
Die ermittelten Vorlieben, Interessen, Ziele und Wünsche entscheiden maßgeblich über die bespielten Kanäle, die gewählte Tonalität und die thematischen Inhalte sämtlicher Marketingaktivitäten.
4. Einheitliche Assets und konsistente Botschaften erstellen
Nachdem Sie die Kanäle ausgewählt haben und wissen, wen Sie wo ansprechen, geht es nun darum, die Integration der verschiedenen Maßnahmen und Instrumente erfolgreich zu meistern.
Nehmen wir an, Sie möchten Ihre erste Kampagne vermarkten. Um Ihre Kanäle hier sinnvoll ineinandergreifen zu lassen, können Sie einen Teaser in den sozialen Medien teilen, dann einen ausführlichen Blogartikel zum Thema auf Ihrer Website veröffentlichen und diesen durch eine breit angelegte Anzeigenkampagne promoten.
Wichtig: Achten Sie dabei nicht nur auf stimmige Inhalte (gleiche Daten, Preise, Rabatthöhe usw.), sondern auch auf eine einheitliche „Corporate Identity“.
Logo, Design und Tonalität sollten sich nicht wesentlich unterscheiden, damit Sie auf allen Kanälen vom Wiedererkennungseffekt profitieren können. Ich nutze gerne für einheitliche Botschaften unsere HubSpot-KI Breeze. Hier lässt sich mit wenigen Klicks eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg erstellen.
HubSpot unterstützt dabei nicht nur mit KI bei der Inhaltserstellung. Über den Content Hub und den Marketing Hub lassen sich Landingpages, Blogbeiträge, E-Mails und Social-Media-Beiträge zentral verwalten. Das erleichtert es Teams, einheitliche Markenbotschaften über alle Kanäle hinweg umzusetzen und Änderungen schnell für sämtliche Kampagnenelemente zu übernehmen.
Quelle: HubSpot
5. Kampagne launchen und Ergebnisse messen
Wenn alles steht – Ziele, Kanäle, Zielgruppe und Inhalte – wird es ernst: Ihre Kampagne kann live gehen. Wichtig ist jetzt: Seien Sie von Anfang an bereit dazu, Leads zu erfassen und sinnvoll weiterzuverarbeiten.
- Machen Sie die Umwandlung so einfach wie möglich: Passen Sie Landingpages, Formulare und Call-to-Actions so an, dass potenzielle Leads möglichst einfach in Ihrem Trichter landen.
- Planen Sie die weitere Verarbeitung der Leads: Startet ein automatischer E-Mail-Workflow? Wird der Lead an den Vertrieb gegeben? Stimmen Sie sich ab, damit kein:e Interessent:in „verloren geht“.
- Ergebnisse messen: Denken Sie zurück an Ihre KPIs aus dem ersten Schritt und messen Sie diese. So erkennen Sie, welche Kanäle und Methoden funktionieren und welche nicht.
Dieser wichtige letzte Schritt – die Erfassung von Daten und Messung des Erfolgs – wird meiner Erfahrung nach oft vergessen und somit wertvolles Potenzial verschenkt.
KI-Marketingplan
Mit KI zur perfekten Marketingstrategie
- Strukturierter Rahmen: Alle wichtigen Strategiebausteine
- Fertige KI-Prompts: Kopieren, einfügen, loslegen.
- Raum für eigene Interpretation: Jeder Abschnitt kombiniert KI-Output mit Ihrer Expertise.
- Sofort einsatzbereit: Dein neuer Marketingplan in einem Dokument.
Bauen Sie integrierte Marketingteams für die perfekte Datenbasis auf
Damit Ihr integriertes Marketing gelingt, ist eine enge Abstimmung nicht nur innerhalb der Marketingabteilung selbst notwendig, sondern auch zwischen Marketing, Service und Vertrieb. Denn nur so können alle Geschäftsbereiche einander sinnvoll unterstützen und zuverlässig die gewünschte Botschaft ausstrahlen.
Eine von uns mit LinkedIn durchgeführte Studie zeigt, dass 70 Prozent aller Marketer:innen allein entscheiden – und eben nicht mit dem Vertrieb sprechen, sich Daten aus allen Unternehmensbereichen zunutze machen und so weiter.
Dabei sollte der Vertrieb beispielsweise Informationen über Kund:innen liefern, die bei der Erstellung einer Buyer-Persona helfen. Der Kundendienst muss sich gegebenenfalls auf Rückfragen zu kurzfristigen Aktionen einstellen, die das Marketing geplant hat.
Auch meine ehemalige Kollegin und Head of Marketing DACH, Josephine Wick Frona, hebt in diesem Zusammenhang hervor: „Marketingverantwortliche sollten sich der Bedeutung valider Daten bewusst sein. Jeder Aspekt der technischen Marketing-Infrastruktur eines Unternehmens hängt von exakten Kundendaten ab. Es ist Zeit, Daten und Datenanalyse zu priorisieren."
Holen Sie also nicht nur Ihr eigenes Team, sondern abteilungsübergreifend Kolleg:innen mit ins Boot, um Daten aus allen Quellen in Ihre Strategie einfließen zu lassen und das Erlebnis Ihrer Kund:innen durch ganzheitliche Abstimmung rundum zu optimieren.
3 Beispiele für integriertes Marketing
Wenn Sie die genannten Kriterien und Tipps beherzigen, sind Sie einem integrierten Marketing ein großes Stück näher. Wie eine Kampagne über sämtliche Kanäle hinweg einheitlich gelingt, zeigen die folgenden drei Beispiele.
Lidl-Weihnachtskampagne
Insbesondere bei kürzeren saisonalen Kampagnen zahlt sich eine integrierte Herangehensweise oft aus. Ein gutes Beispiel, noch bevor solche emotionalen Kampagnen zu Weihnachten üblich waren: die Lidl-Weihnachtskampagne aus 2018 unter dem Motto #waswirklichwichtigist.

Quelle: Screenshot Facebook
Diese bestand aus drei Komponenten, die für maximale Reichweite und Präsenz in kurzer Zeit sorgen sollten. Die Maßnahmen ergänzten sich dabei perfekt:
- Ein Kurzfilm legte auf emotionale Weise den Fokus auf die Bedürfnisse von Kindern, die dann sachlich durch die Ergebnisse einer Studie gestützt wurden.
- Auf dieser Basis wurde anschließend über soziale Medien eine Spendenaktion geteilt, die Kinderhilfsorganisationen unterstützen sollte.
- Die Strategie ging auf, Lidl konnte Spenden in Höhe von 90.000 Euro generieren, was wiederum von den Medien aufgegriffen wurde und das Markenimage des Discounter-Konzerns positiv beeinflusste.
Die zwingende Voraussetzung für eine solche Kampagne ist allerdings eine frühzeitige Planung und ein umfassender Marketingplan. Nur so wird gewährleistet, dass früh genug mit den entsprechenden Vorbereitungen begonnen werden kann und alle Inhalte pünktlich zur Weihnachtszeit bereitstehen.
Hier empfiehlt es sich, rückwärts zu denken: Legen Sie fest, wann Sie die entsprechenden Maßnahmen umsetzen möchten und rechnen Sie dann rückwärts, um pünktlich in die Startlöcher zu gehen.
Apple+ und die Serie „Severance“
Dass Apple im integrierten Marketing ein Vorbild ist, dürfte klar sein: Das Design der Produkte findet sich in jedem Store wieder, das Markenerlebnis ist über alle Kanäle hinweg identisch.
Auch beim hauseigenen Streamingdienst Apple+ ist wohl angekommen, wie eine integrierte Marketingkampagne aussehen muss. Vor der Premiere der zweiten Staffel der Erfolgsserie „Severance“ gab es einen unerwarteten Pop-up-Auftritt in New York City – mitten in der bekannten Grand Central Station.

Quelle: Time Out
Im Vorfeld dieser Aktion integrierte Apple TV zudem in die Kopfzeile der App ein Bild von Severance und setzte die Sendung auf den ersten Platz der beliebtesten Serien. Der „Auftritt“ mitten in New York sollte die Zuschauer:innen auf die App von Apple TV lenken, wo wiederum alles dafür getan wurde, dass Severance ganz einfach zu finden war.
Bundesweite IHK-Kampagne „Jetzt #könnenlernen“
Die Industrie- und Handelskammern (IHK) haben mit der Kampagne „Jetzt #könnenlernen“ eine bundesweite Initiative gestartet, um die duale Ausbildung zu fördern.
Die Kampagne nutzt als Marketingansatz – wenig überraschend – verschiedene Kanäle wie Social-Media-Plattformen, Buswerbung und lokale Aktionen, um junge Menschen über verschiedene Berührungspunkte direkt anzusprechen. Zusätzlich, und das finde ich im Hinblick auf integriertes Marketing besonders spannend, sprechen Sie ihre Zielgruppen jeweils gezielt an:
- Einbindung von Azubis als authentische Botschafter:innen (zum Beispiel über eigenen TikTok-Kanal)
- Einbindung der Mitgliedsunternehmen, die selbst im Kampagnendesign Assets nutzen und etwa auf Social Media posten können
- Einbindung der Eltern potenzieller Azubis über Newsletter und Beratungstermine
Dabei hat alles die gleiche Tonalität und das gleiche Look-and-Feel – eine aus meiner Sicht sehr gelungene Kampagne.
Fazit: Integrated Marketing ist Pflicht
Der integrative Charakter von Marketing ist eigentlich nicht optional. Im Idealfall sollte jede Variation von Marketing im Kern integrativ gestaltet sein, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Gerade, wenn die Zahl der verwendeten Kanäle und Instrumente steigt, gewinnt das Prinzip aber zusätzlich an Bedeutung.
Denken Sie daher gerade für wachsende Unternehmen ganzheitlich und stellen Sie so sicher, dass Ihre Marketingstrategie Früchte trägt.

