Es ist kein Geheimnis, dass sich die Regeln der Suchmaschinenoptimierung (SEO) in den letzten Jahren erheblich gewandelt haben. Einem wichtigen Aspekt wird dabei jedoch meist zu wenig Beachtung geschenkt: der Tatsache, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen SEO-Strategie heute nicht mehr in Keywords liegt.

Ein rein Keyword-basierter Ansatz ist nicht nur mühsam in der Umsetzung, sondern auch veraltet und ineffektiv. Der Grund dafür liegt im veränderten Suchverhalten der Nutzer: Statt kryptischer Begriffe geben diese nun meist längere, voll ausformulierte Suchanfragen ein. Und an dieses neue Suchverhalten wurden auch die Algorithmen der Suchmaschinen angepasst. Für Sie bedeutet das, dass Sie diese neuen Gegebenheiten bei der Strukturierung Ihrer Website und der Erstellung von Inhalten berücksichtigen müssen, und dazu benötigen Sie wiederum eine neue SEO-Strategie.

Wie Sie prüfen, inwiefern Ihre Website und deren Elemente die Anforderungen  moderner SEO erfüllen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur  Durchführung von SEO-Audits.

Sehen wir uns also an, wie Sie Ihre SEO-Strategie in nur acht einfachen Schritten optimieren können. (Dabei hilft Ihnen auch unsere kostenlose On-Page-SEO-Vorlage, die Sie sich weiter unten herunterladen können.)

Schritt 1: Erstellen Sie eine Liste relevanter Themen

Während Keywords zwar nach wie vor eine wichtige Rolle in der SEO spielen, setzen moderne SEO-Strategien in erster Linie bei Themen an – Keywords kommen erst später ins Spiel.

Folglich besteht Ihr erster Schritt also darin, Themen zu finden, die für Sie und Ihre Zielgruppe relevant sind. Dazu erstellen Sie am besten eine Liste mit etwa 10 kurzen Begriffen, die zu Ihren Produkten bzw. Dienstleistungen passen. Anschließend prüfen Sie mithilfe eines Keyword-Tools wie dem Google Ads Keyword-Planer, wie häufig Nutzer nach diesen Begriffen suchen. Das Tool hilft Ihnen auch dabei, für Sie sinnvolle Varianten dieser Keywords zu finden.

Beachten Sie, dass dieser Schritt dazu dient, in Erfahrung zu bringen, nach welchen Keywords in Zusammenhang mit den für Sie relevanten Themen gesucht wird – und NICHT dazu, Themen für Ihre Blog-Beiträge zu finden. Denn Keywords, die Sie auf diese Weise ermitteln, sind äußerst beliebt, weshalb es schwierig wäre, mit individuellen Beiträgen gute Rankings für sie zu erzielen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie gerade erst damit beginnen, Ihre Website für Suchmaschinen zu optimieren.

Screenshot des Google Ads Keyword-Planers

Wählen Sie dann etwa 10 bis 15 Keywords (Themen) aus, für die Sie ein gutes Ranking erzielen möchten (und sollten), und ordnen Sie sie nach Priorität bzw. Relevanz an.

Jedes dieser Keywords steht für eines Ihrer Kernthemen, auf deren Basis Sie Ihre Website strukturieren. Seiten, auf denen diese Kernthemen behandelt werden, nennt man Pillar-Seiten. Jede Pillar-Seite bildet zusammen mit dem um sie herum gruppierten Cluster-Content (Unterseiten, die Longtail-Keywords gewidmet sind) einen Themencluster. Diese Unterthemen gilt es nun im nächsten Schritt zu bestimmen.

Schritt 2: Erstellen Sie eine Liste mit Longtail-Keywords, die für Ihre Kernthemen relevant sind

An dieser Stelle kommt nun die Optimierung Ihrer Website für spezifische (Longtail-)Keywords ins Spiel. Ermitteln Sie mithilfe eines Keyword-Tools für jedes Ihrer Kernthemen etwa fünf bis zehn Longtail-Keywords, die jeweils einen Aspekt des zugehörigen Kernthemas darstellen.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Nehmen wir einmal an, „SEO“ wäre eines Ihrer Kernthemen. Dann bestünde Ihr Ziel nicht darin, ein gutes Ranking für dieses Keyword zu erzielen. Denn angesichts seiner großen Beliebtheit wäre dies ein äußerst schwieriges Unterfangen. Hinzu kommt, dass Sie riskieren, dass Ihre eigenen Beiträge im Hinblick auf ihr Ranking miteinander konkurrieren, wenn Sie mehrere Unterseiten für dasselbe Keyword optimieren. Um Ihr Ranking für das Keyword „SEO“ zu verbessern, würden Sie dieses stattdessen als Thema wählen und eine Pillar-Seite dazu erstellen. Dieser würden Sie dann verschiedene Blog-Beiträge zu spezifischeren Themen unterordnen, wie Keyword-Recherche, Optimierung von Grafikelementen für Suchmaschinen, Entwicklung einer effektiven SEO-Strategie und ähnlichen relevanten Unterthemen.

Welche Unterthemen sich für Blog-Beiträge zu einem bestimmtem Kernthema anbieten, können Sie ebenfalls mithilfe eines Keyword-Tools in Erfahrung bringen.

An dieser Stelle sollten Sie nun für jedes der im ersten Schritt definierten Kernthemen je fünf bis zehn Unterthemen bestimmt haben.

Im nachstehenden Video wird das Themencluster-Modell noch einmal ausführlich erklärt:

 

HubSpot-Cluster-ModellWie Sie sehen, geht es bei Themenclustern im Prinzip darum, Suchmaschinen dabei zu helfen, Ihren Content zu erfassen. Und je genauer Sie auf einer Unterseite auf einen spezifischen Aspekt eines allgemeinen Themas eingehen, desto besser wird diese Seite von den Algorithmen der Suchmaschinen bewertet. Bedenken Sie außerdem, dass es auch im Hinblick auf die Lead-Generierung sinnvoll ist, möglichst spezifische Aspekte eines Themas zu beleuchten. Denn je gezielter Nutzer nach Informationen suchen, desto spezifischer sind ihre Anforderungen und desto wahrscheinlicher werden diese Besucher auch zu Leads.

Schritt 3: Erstellen Sie zu jedem Ihrer Themen eine Webseite

When it comes to websites and ranking in search engines, trying to get one page to rank for a handful of keywords can be next to impossible. But here's where the rubber meets the road:

Im nächsten Schritt erstellen Sie zu jedem der im ersten Schritt bestimmten Kernthemen je eine Webseite (eine Pillar-Seite), auf der Sie Ihren Lesern einen umfassenden Überblick über das betreffende Thema bieten. Erwähnen Sie dabei auch kurz die zugehörigen Longtail-Keywords, die Sie in Schritt Nr. 2 festgelegt haben. Im Falle unseres Beispiels von oben würden Sie hier also eine kurze Einführung in das Thema „SEO“ geben und dabei kurz auf Aspekte wie die Keyword-Recherche, Optimierung von Grafikelementen, Entwicklung einer SEO-Strategie usw. zu sprechen kommen. Sie können sich eine Pillar-Seite als Inhaltsverzeichnis vorstellen, in dem Sie Ihre Leser darauf aufmerksam machen, welche Inhalte Sie in Ihren Blog-Beiträgen behandeln werden.

Bei der Wahl der Anzahl Ihrer Pillar-Seiten können Sie sich am Umfang Ihres Produkt- bzw. Dienstleistungsangebots oder an der Anzahl Ihrer Standorte orientieren. Es geht dabei vor allem darum, die individuellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens möglichst flächendeckend abzudecken. So sorgen Sie dafür, dass Ihre Interessenten und Kunden Ihre Inhalte einfacher finden – auch dann, wenn ihre Suchanfragen nicht exakt mit den Keywords übereinstimmen, für die Sie Ihren Content optimiert haben.

Achten Sie bei der Erstellung Ihrer Inhalte auch darauf, nur Content zu wählen, der für Ihre Interessenten und potenziellen Kunden auch wirklich relevant ist. Optimieren Sie das Nutzererlebnis, indem Sie Grafikelemente einfügen und an passender Stelle weitere, relevante Inhalte Ihrer Website verlinken. Wie Sie diese Links setzen, erfahren Sie im nächsten Schritt.

Schritt 4: Richten Sie einen Blog ein

Bloggen kann eine äußerst effektive Methode sein, Ihr Ranking für bestimmte Keywords zu verbessern und die Anzahl Ihrer Website-Besucher zu steigern. Denn je mehr Beiträge Sie veröffentlichen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer Ihrer Artikel in den Suchergebnissen angezeigt wird. Es lohnt sich also auf jeden Fall, einen Unternehmensblog zu führen. Bedenken Sie, dass Sie erst in den Blog-Beiträgen tatsächlich auf die Informationen eingehen, nach denen Nutzer – und damit auch Suchmaschinen – suchen.

Bei der Erstellung von Blog-Beiträgen sollten Sie drei wichtige Regeln beachten:

  1. Erwähnen Sie Longtail-Keywords maximal drei- oder viermal pro Beitrag. Denn wenn Sie Ihre Artikel mit Keywords überladen, riskieren Sie, von Suchmaschinen wegen „Keyword Stuffing“ abgestraft zu werden.
  2. Fügen Sie in Ihre Beiträge Links ein, die zur jeweils übergeordneten Pillar-Seite zurückverweisen. Dazu können Sie entweder Hyperlinks in Ihre Fließtexte integrieren oder Sie setzen in Ihrem Content-Management-System (CMS) die entsprechenden Tags.
  3. Fügen Sie Ihren Pillar-Seiten dann Links zu den untergeordneten Beiträgen hinzu. Setzen Sie die Links dabei am besten an Stellen, an denen Sie die in den verlinkten Blog-Beiträgen behandelten Themen einführen.

Indem Sie Ihre Pillar-Seiten und Ihren Cluster-Content auf diese Weise verknüpfen, zeigen Sie Webcrawlern, dass ein Zusammenhang zwischen den verlinkten Longtail-Keywords und dem übergeordneten Thema besteht.

Schritt 5: Bloggen Sie regelmäßig, um die Autorität Ihrer Webseiten zu stärken

Nicht alle Blog-Beiträge und Unterseiten müssen Teil eines Themencluster sein. Hauptsache ist, dass Sie Themen behandeln, die Ihre Zielgruppe interessieren, auch wenn es sich dabei um Randthemen handelt. Denn je beliebter Ihre Inhalte sind, desto höher ist die Autorität Ihrer Website und desto besser ist damit auch das Ranking anderer Inhalte außerhalb des Cluster-Modells.

Für Unternehmen empfiehlt es sich daher, mindestens einen Blog-Beitrag pro Woche zu veröffentlichen. Lassen Sie sich dabei aber nicht dazu verleiten, Ihre Beiträge primär mit Blick auf die Suchmaschinen zu planen, sondern orientieren Sie sich vorrangig an den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe. Wenn Sie sich darauf konzentrieren, Themen zu behandeln, die Ihre Leser und potenziellen Kunden interessieren, und in diese Beiträge dann relevante Keywords einflechten, werden Sie ganz automatisch ein treues Publikum und damit auch Autorität aufbauen.

Bevor Sie sich nun an die Erstellung Ihrer Beiträge machen, sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Themen Sie gemäß Ihren Unternehmenszielen priorisieren sollten. Am besten erstellen Sie dazu eine Liste mit allen Themen, ordnen diese nach Relevanz an und planen Ihre Beiträge dann entsprechend.

Halten Sie diese Liste immer aktuell, prüfen Sie, welche Artikel am effektivsten dazu beitragen, Ihre Unternehmensziele zu erreichen, und räumen Sie diesen Themen dann Priorität ein.

Schritt 6: Entwickeln Sie eine Strategie für den Aufbau von Backlinks

Während die Einführung des Themencluster-Modells aktuell die beste Möglichkeit darstellt, die Rankings Ihrer Inhalte zu verbessern, sind Ihre Möglichkeiten damit noch nicht ausgeschöpft.

In den Schritten 1 bis 5 haben wir uns ausschließlich mit On-Page-SEO-Taktiken befasst. Daneben gibt es aber noch einen weiteren, äußerst effektiven Weg, das Ranking Ihrer Inhalte zu verbessern: Off-Page-SEO. Darunter versteht man im Grunde den Aufbau von Backlinks, das sogenannte Link-Building.

Backlinks, auch Inbound-Links oder eingehende Links genannt, sind Links, die von externen Webseiten auf Ihre eigenen Seiten verweisen. Der Wert dieser Links liegt in dem Umstand, dass die Autorität, die Suchmaschinen bestimmten Websites zuweisen, auf andere Seiten übertragen werden kann. D. h. dass Ihre Website von der Autorität der Websites, die auf sie verweisen, profitieren kann. Generell gilt hier: Je höher die Autorität der externen Seite, desto stärker wirkt sich dies auch auf das Ranking der verlinkten Seite aus.

Ihr Ziel besteht also darin, zu erreichen, dass Ihr Content möglichst häufig auf externen Seiten verlinkt wird. Dazu stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Sie könnten etwa mit anderen Unternehmen aus Ihrer Region vereinbaren, dass Sie gegenseitig auf Ihre Inhalte verweisen. Sie können Blog-Beiträge verfassen und diese auf Twitter, Facebook, Google+ und LinkedIn teilen. Darüber hinaus können Sie Gastbeiträge auf anderen Blogs veröffentlichen und in diesen auf Ihre eigene Website zurückverweisen.

Außerdem eignen sich Blog-Beiträge zu aktuellen Veranstaltungen oder Ereignissen hervorragend, um die Anzahl Ihrer Backlinks zu steigern. Denn mit etwas Glück stoßen einflussreiche Branchenexperten oder andere Blogger auf Ihre Artikel und verlinken sie in ihren eigenen Beiträgen.

Schritt 7: Informieren Sie sich stets über die neuesten SEO-Trends und Best Practices

Da sich die Regeln der Suchmaschinenoptimierung immer wieder ändern, ist es nicht leicht, stets auf dem neuesten Stand zu sein. Glücklicherweise gibt es einige Online-Ressourcen, die speziell aktuellen SEO-Trends gewidmet sind und Sie darüber informieren, ob und welche Anpassungen Ihrer Website und SEO-Strategie empfehlenswert wären.

Hier einige Beispiele:

Schritt 8: Messen und analysieren Sie Ihre Ergebnisse

Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren, kann viel Zeit und Energie kosten. Vergewissern Sie sich also, dass sich Ihre Bemühungen auch tatsächlich bezahlt machen, und erfassen und analysieren Sie die Ergebnisse Ihrer SEO-Maßnahmen. Dazu stehen Ihnen eine ganze Reihe von Kennzahlen zur Verfügung, die Sie täglich, wöchentlich oder monatlich erheben können.

Da es bei der Suchmaschinenoptimierung um organischen Traffic geht, verwenden Sie am besten ein Tool wie SEMrush, mit dem Sie allgemeine Zahlen zu Ihrem organischen Traffic erfassen, aber gleichzeitig auch gezielt prüfen können, welches Ranking individuelle Seiten für spezifische Longtail-Keywords erzielen.

Halten Sie Ihre Ergebnisse monatlich in einer Excel- oder Google-Tabelle oder einem Tool für Web-Analytics fest, sodass Sie stets einen Überblick darüber haben, wie viel organischen Traffic Ihre Website generiert.

Wenn Sie außerdem auch Kennzahlen zu indexierten Seiten, Leads, Backlinks, Keywords sowie zum Suchmaschinenranking und dem ROI Ihrer Maßnahmen erfassen, können Sie präziser bestimmen, wie Sie Ihre Rankings noch gezielter verbessern können.

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Häufig gestellte Fragen

Dies ist ein Gastbeitrag von Drew Forting von The Predictive Index, der ursprüngliche auf dem HubSpot.com-Blog erschienen ist und aus dem Englischen übersetzt wurde.

Ursprünglich veröffentlicht am 20. März 2019, aktualisiert am April 02 2019

Themen:

SEO