Wir bei HubSpot erhalten jeden Monat viele Nachrichten, in denen Leute uns ihre Ideen oder Ansätzen zuschicken. Obwohl wir genaue Vorgaben haben, wie ein solcher Pitch an uns gestaltet werden muss, erreichen uns auch viele Nieten. Nur ganz selten ist etwas dabei, was uns begeistert. Den größten Teil löschen wir jedoch nach dem ersten Lesen einfach direkt.

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Wir sind deshalb so wählerisch, weil wir unseren Kunden wirklich nur das Beste bieten wollen. Wir sind dankbar, dass Sie – ja genau Sie, wie Sie gerade diesen Blogpost lesen - sich Zeit dafür genommen haben, um unsere Seite zu besuchen. Deshalb möchten wir, dass es sich für Sie auch lohnt und Sie von unserem Content genau so begeistert sind, wie wir. 

Letztes Jahr haben wir einen der besten E-Mail Pitchs erhalten, den wir je gesehen haben. Er war so gut, dass wir ihn Ihnen nicht vorenthalten wollen. Denn jeder von uns muss zu einem oder anderen Zeitpunkt eine Idee einreichen – also machen Sie sich lieber ein paar Notizen.

Dürfen wir vorstellen: Bryan Harris, Gründer von Videofruit. (Mittlerweile dürften Sie bereits wissen, was sich aus seinem Pitch entwickelt hat.) Wenn Sie genau erfahren möchten, wie Bryan sich auf den E-Mail Pitch vorbereitet hat, sollten Sie sich seinen Blogpost durchlesen. Die von ihm gewählte Methode basiert auf Strategien von Gary Vaynerchuck (Jab, Jab, Jab, Right-Hook” Methode): Statt seinen Vorschlag blank aufzutischen, bietet er zunächst einen Mehrwert, ohne dafür etwas zurück zu bekommen. Sein erster Versuch mit dieser Methode bestand darin, dem Bestseller Autor Jon Acuff eine iPhone App zu schicken - kostenlos.

„Es ist wie Ihre Beziehung zu den Nachbarn gegenüber“, erklärt Bryan, „Wenn ich sie nach einem Ei fragen würde, würden sie mir direkt eins geben. Das verläuft dabei nach einem einfachen Prinzip: Wenn Sie einst etwas von jemandem bekommen haben, wollen Sie sich revanchieren.“

Von diesem Standpunkt aus will ich erklären, weshalb Bryans Pitch so überzeugend war. Diese Tipps werden zwar nicht jede Ihrer Ideen zum Meisterwerk werden lassen, aber Ihre Erfolgschancen werden im Allgemeinen deutlich ansteigen. 

Wie Bryan uns überzeugte

Das ist die Nachricht, die wir von Byran erhalten haben:

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Auf den ersten Blick wirkt diese E-Mail nicht besonders – ein paar Zeilen Text, ein paar Links und ein Foto. Aber wenn Sie genauer hinsehen, bemerken Sie, weshalb er mit diesem E-Mail Pitch den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Er war kein Unbekannter

Auch wenn Bryan bis dahin noch keinen direkten Kontakt zu einem HubSpot-Mitarbeiter hatte, war er für uns kein Unbekannter. Er war seit Jahren ein regelmäßiger Leser unseres Blogs und machte durch aktive Kommentare immer wieder auf sich aufmerksam. An seinen HubSpot-Kontaktdaten konnten wir sein Verhalten nachverfolgen und sein ehrliches Interesse an unserer Firma bestätigen. Er kannte uns als Unternehmen in- und auswendig und konnte mit diesem Wissen auch bei allen nächsten Punkten glänzen.

Er kannte unseren Umgangston

Eben weil er ein langjähriger Fan von HubSpot war, wusste er genau, welche Sprache wir hier auf unserem Blog verwenden. Wir sind gesprächig, lässig und gerne auch lustig (das versuchen wir jedenfalls!). Definitiv bestehen wir hier nicht auf steife und förmliche Fachsprache.

Von daher hat Bryan unseren Umgangston perfekt wiedergespiegelt. Er hat keine großen Reden geschwungen und bedeutungsschwangere Worte wie „einzigartiger Content“ verwendet – nichts von all dem Blabla. Mit seiner normalen und freundlichen Ausdrucksform hat er uns gezeigt, dass hinter der E-Mail ein echter Mensch steckt und keine SEO Maschine.

Er kannte unsere Mitstreiter

Ich bin ein großer Fan von KISSmetrics - meiner Meinung nach haben sie dort ausgezeichneten Content zum Themenfeld Marketing. Dass Bryan dieses Unternehmen erwähnt und sogar für sie gearbeitet hat, hat uns definitiv aufmerksam werden lassen.

Bevor Sie nun denken, dass er rein durch Name-Dropping bei uns gepunktet hat - das war nicht der Fall. Wir haben auch schon vor Bryan eine Menge an Nachrichten von wunderbaren Leuten erhalten, die für namenhafte Unternehmen gearbeitet haben, die wir sehr schätzen. Sein Bezug zu KISSmetrics war gewissermaßen nur das Sahnehäubchen und bestätigte das gute Gefühl, das wir sowieso schon von ihm hatten.

Er wusste von unseren Schwächen

Wenn Sie sich einmal auf unserem Blog umsehen, werden Sie merken, dass wir keine Unmengen von Videos produzieren. Hier und da können wir eins vorzeigen, aber es ist definitiv ausbaufähig. Da wir bei HubSpot ein kleines Team sind, haben wir nicht wahnsinnig viele Ressourcen, um Video Content regelmäßig zu produzieren.

Deshalb war Bryans Idee so relevant: Sein Content könnte eine unserer Lücken füllen. Wir haben nie ausdrücklich ausgeschrieben, dass wir nach Video-Produzenten suchen, doch durch ein wenig Recherche hat er gemerkt, dass wir genau dort etwas Unterstützung gebrauchen könnten.

Er hat sich kurz und direkt ausgedrückt

Bryan hat es geschafft, in sieben Sätzen zu überzeugen. Er hat nicht groß um den Brei herumgeredet, sondern sich gezielt vorgestellt, gezeigt, was er uns bieten kann und uns gefragt, ob wir Interesse haben. Das hat für frischen Wind gesorgt bei all den Ideen, die uns in seitenlangen Aufsätzen umständlich dargestellt werden.

Durch diese direkte Art hat er allen Beteiligten Zeit erspart. Weder haben Sie Stunde um Stunde Zeit, um einen E-Mail Pitch perfekt zu formulieren, noch haben Unternehmen die Zeit dazu, ihn sich aufmerksam durchzulesen – eine Win-Win Situation.

Er setzte noch Einen drauf

Von dem obigen Screenshot alleine können Sie nicht unbedingt erkennen, wie viel Arbeit Bryan in den Pitch gesteckt hat. Um es mal darzulegen: Er hat eine maßgeschneidertes, einminütiges Mustervideo für uns erstellt, das Sie hier ansehen können. Den Arbeitsaufwand darf man hier nicht unterschätzen - es ist nicht so, als ob er einfach 500 Wörter zu einem Thema abgetippt hätte. Für ein solches Video muss das Skript geschrieben, das Material gedreht, einzelne Szenen zusammen geschnitten und das Ganze irgendwo hochgeladen werden. Das ist ganz schön viel Arbeit für etwas, für das man vielleicht gar keine Rückmeldung erhält.

Dadurch, dass das Thema genau richtig und das Video qualitativ sehr hochwertig produziert war, waren wir überzeugt. Bryan ist mehr als einen Schritt weitergegangen, er ist für uns einen ganzen Kilometer gelaufen - und es hat sich gelohnt.

Er hatte das perfekte Timing

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, liegt manchmal außerhalb der eigenen Kontrolle –oftmals ist es einfach Glück. Bryan hatte in dieser Situation wohl eine Glücksträhne. Wir hatten gerade etwas Luft, um einen weiteren Content Gestalter aufzunehmen und unser Vorgesetzter war von dem Video-Projekt begeistert.

Sie werden nicht immer Glück haben, wenn sie eine Idee pitchen (und ich bin mir sicher, dass Bryan zuvor auch einige Male Pech hatte). Selbst wenn Sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt Ihren Pitch einreichen, die restlichen Tipps oben aber befolgt haben, stehen die Chancen gut, dass man sich bei Ihnen melden wird. Vielleicht werden Sie gebeten, sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu melden, weil man an Ihrer Arbeit interessiert ist - Was wir mit Bryan sicherlich getan hätten.

Wie Sie gesehen haben, hat Bryan nicht durch einen einzelnen Grund einen so guten Eindruck auf uns gemacht. Jedes der oben genannten Elemente hatte Einfluss auf unsere Entscheidung, ihn dank des perfekten E-Mail Pitchs einzustellen.

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Ursprünglich veröffentlicht am 1. April 2015, aktualisiert am August 10 2020

Themen:

E-Mail-Marketing