Ihr Inbound-Marketing lebt von wiederkehrenden Webseiten-Besuchern, die immer mehr Vertrauen zu Ihnen aufbauen – und schließlich Kunden werden. Nur wie kommt man an treue Besucher am besten ran? Facebook hat sich bekannter Maßen zu einem erstklassigen Tool gemausert, um gezielt Nutzer anzusprechen. Retargeting kann dafür sorgen, dass sie immer wieder kommen. Aber kann das eine prall gefüllte E-Mail-Liste ersetzen? Ich habe zwei Internet-Marketer gefragt, die es wissen müssen.

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„50.000 Facebook Fans bringen weniger als 5.000 Abonnenten“

Vladislav Melniks Affenblog hat auf Facebook nur rund 8000 Fans - beim Verkaufen seiner Info-Produkte oder des SEO-Plugins über den Blog stört ihn und seine Partner das aber überhaupt nicht. Für ihn ist Facebook ein wichtiges Tool, um mit der Community in Kontakt zu bleiben. Außerdem ist das Netzwerk ein Distributionskanal für den Content und seinen Newsletter (besser gesagt: seine E-Mail-Marketing-Kampagnen).

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Aber kann Facebook das E-Mail-Marketing auch ersetzen? Sind treue Facebook-Fans so viel Wert wie Abonnenten? Vladislav – die meisten nennen ihn Vladi – sagt: nein. Während sich andere bei immer mehr Besuchern über Google und Facebook schon auf die Schultern klopfen, fängt für Vladi und seine Kollegen die Arbeit hier erst an.

„Unsere Abonnenten sind unser „wahres“ Publikum. Alle anderen sind eher Schaufensterbesucher.“

In allen Projekten ist das E-Mail-Marketing bei Vladi immer die „treibende Nummer eins“, sagt er. „Wenn wir neue Produkte rausbringen, frische Blog-Posts veröffentlichen oder uns andere Aktionen überlegen, können wir uns sicher sein, dass unsere Abonnenten von den Inhalten und Angeboten auch wirklich etwas mitbekommen. Wir wissen dann auch, dass diese Nutzer prinzipiell an unseren Angeboten interessiert sind; schließlich haben sie sich ja angemeldet. Facebook und generell Social Media ist für uns einfach Interaktion mit der Zielgruppe und Community-Building. Natürlich ist Facebook auch wichtig, aber eher als Distributionskanal für unseren Content. Bei uns funktioniert in dem Zusammenhang Facebook-Werbung sehr gut. Spannender Weise zieht das Freebie des Newsletters mehr Abonnenten an, als der Blog-Content. Die Nutzer erhalten einen kostenlosen Kurs und sind ab dann Abonnenten unserer E-Mails.“

Von Anfang auf Abonnenten konzentrieren?

Facebook ist für Vladi nur ein Kanal. Anderen Marketern empfiehlt er, ebenfalls von Anfang an den Fokus auf einen Blog zu legen und damit Leads für die Ansprache per E-Mail zu generieren. Facebook muss dabei unterstützen, genauso wie das SEO und bezahlte Werbung bei Google, Facebook und anderen Netzwerken. Speziell für Facebook empfiehlt der junge Inbound Marketer, immer sowohl auf organischen als auch bezahlten Traffic zu setzen und das E-Mail-Abonnement direkt zu bewerben. Am besten über ein kostenloses Premium-Angebot, einen Produkt-Test oder eine Beratung. Aber auch über den Blog-Content sollten Abonnenten angesprochen werden, zum Beispiel per Calls-to-Action im Text oder Video. Ganz wichtig dabei: Testen, testen, testen – über welchen Weg melden sich mehr Nutzer an? Auf was kann man gegebenenfalls verzichten und als überflüssige Aktionen abhaken?

„Du brauchst die Erlaubnis, die Menschen zu kontaktieren“

Ok, E-Mails können was. Aber Fans einsammeln geht relativ schnell und leicht, E-Mail-Marketing ist aufwändig, komplex, Präzisionsarbeit. Und überhaupt: Wer weiß, wie lange es E-Mails noch gibt! Ist E-Mail-Marketing auch wirklich nachhaltig? Vladi: „Du brauchst die Erlaubnis, die Menschen zu kontaktieren. 50.000 Facebook Fans bringen Dir nicht so viel wie 5.000 Abonnenten. Bei Facebook hat man die Permission nicht, alle Leute zu erreichen, die einem folgen. Das sieht man ja an der zurückliegenden Reichweitenkürzung. Man muss bezahlen, um seine eigenen Fans zu erreichen. Bei meinen E-Mail-Abonnenten habe ich die Kontrolle. Wenn ich will, sende ich einfach eine Mail an alle aktiven Abonnenten.“

Kanal -> Blog -> Newsletter 

E-Mail ist wie Post, in Social-Media sind die Nutzer in den unterschiedlichsten Stimmungen anzutreffen. „Da entspannt man, „chillt“ ein bisschen rum. Ich bin überzeugt, dass E-Mail bleiben wird; digitale Post wird bleiben. Früher hat mal halt… Wie heiß das..? Briefe verschickt! Heute schreibt man sich Mails - in der einen oder anderen Form. Jeder wird eine Art digitalen Briefkasten behalten, egal wie viel die Leute sich über Facebook-Nachrichten, WhatsApp oder iMessage schreiben“, sagt Vladi.


Auf Facebook die Zielgruppe analysieren, über E-Mail verkaufen

Ähnlich sieht das der Internet Marketer Ömer Bekar, der erfolgreich verschiedene, hochspezifische Webseiten betreibt, die digitale Info-Produkte verkaufen. „Facebook ist für mich wertvoll, um meine Zielgruppe besser kennen zu lernen, Analysen durchzuführen und im Stream interessanter Facebook-Gruppen Probleme der jeweiligen Branche und Nutzer zu erkennen. Dafür ist Facebook sehr gut geeignet; auch um bestehende Analysen meiner Zielgruppe zu ergänzen.“

Facebook ist für Ömer Bekar auch wichtig, um bei der Zielgruppe Vertrauen aufzubauen und zu interagieren. Aber auch er spricht die Nutzer vor allem über Angebote per E-Mail an, um seine Angebote zu platzieren. Ömer: „Standardnewsletter sind zwar nichts mehr wert - weg damit, sage ich meinen Kunden. Ich empfehle allen Firmen mit Standardnewslettern, damit noch heute aufzuhören. Die Klickraten sind mies, Öffnungsraten sinken - die Allgemeinen Infos interessieren niemanden mehr. Aber: Wer zum Beispiel eine E-Mail-Liste speziell für Frauen anbietet, die nach der Schwangerschaft einen Job suchen und wer dann für dieses Kundensegment einen kostenlosen E-Mail-Kurs für die Bewerbung anbietet, hat eine durchschnittliche Öffnungsrate von 60 Prozent und eine Link-Klickrate von 24 Prozent. Damit kann man dann auch im Verkauf von Produkten oder Leistungen etwas anfangen.

Fortsetzung folgt: Zielgruppenanalyse im Content-Marketing

Wie genau der Internet Marketer vorgeht, um die Bedürfnisse von Nutzern zu identifizieren und sie anschließend als hoch relevante Abonnenten und Kunden zu gewinnen, lesen Sie in der bald erscheinenden Fortsetzung dieses Artikels.

Fazit: Abonnenten gehören Ihnen – Fans gehören Facebook

Facebook hat im Vergleich zur E-Mail keine Chance, wenn es darum geht, gezielt Nutzer anzusprechen und als Stammnutzer zu gewinnen. Das macht das Social Network als Plattform und Kanal fürs Marketing aber nicht minder interessant. Eine prall mit Fans gefüllte Facebook-Seite kann aber keine gut gepflegte E-Mail-Liste mit relevanten Abonnenten ersetzen, wenn es um direkte Nutzeransprache und Abverkauf oder Vertrieb geht. E-Mails kommen in der Regel sicher beim Empfänger an, während Unternehmen bei Facebook nie alle Fans erreichen, ohne tief in die Tasche zu greifen. Kurz gesagt: Abonnenten gehören Ihnen – Fans gehören Facebook. Auch wenn die beiden hier vorgestellten Internet Marketer nur digitale Produkte verkaufen, ist ein spezifischer Newsletter für jedes Unternehmen ein hervorragendes Tool, um Vertrauen zu Kunden aufzubauen und mit der Zeit relevante Angebote zu platzieren. Facebook wiederum ist ein hervorragender Kanal, um Kontakt zu den Menschen aufzubauen, die später als Abonnenten zum Stammpublikum Ihrer Webseite gehören sollen.

DAS GEHEIMNIS HINTER ERFOLGREICHEN FACEBOOK-ANZEIGEN

Ursprünglich veröffentlicht am 20. Juni 2016, aktualisiert am Juli 25 2018

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