Für Elias, den Geschäftsführer einer kleinen NGO im Energiebereich, war es wie ein Hauptgewinn im Lotto, als er von der Aufnahme seiner Organisation in das Google Grants Programms erfuhr. Ab sofort stellte Google der gemeinnützigen Organisation jährlich ein Budget von EUR 100.000.- für Google AdWords zur Verfügung. Noch dazu erklärte sich ein befreundeter, sehr erfahrener AdWords-Spezialist bereit, die Anzeigen-Kampagne kostenlos aufzusetzen und zu verwalten.

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Kurze Zeit später vervielfachten sich die Besucherzahlen auf der Website der Organisation. Die Enttäuschung war groß, als sich herausstellte, dass die vielen Besucher praktisch wertlos sind. Sie besuchen die Seite nur, ohne danach etwas zu kaufen oder zu spenden. 

Große Hoffnung, herbe Enttäuschung

Obwohl Elias für die AdWords nicht bezahlen musste, veranschaulicht diese Geschichte einen der wichtigsten Gründe, weshalb Unternehmen Geld mit Pay-per-Click-Anzeigen (PPC) vernichten. Beim Kundengewinnungs-Prozess im Web ist das Generieren von Traffic lediglich der erste Schritt. Wenn kein Konzept besteht, wie Besucher zu Leads und dann zu Kunden konvertieren, sind PPC-Anzeigen Geldverschwendung.

Die Vernachlässigung des Konvertierungs-Prozesses ist nicht der einzige Fehler, mit dem Unternehmen ihre Budgets vernichten. Häufig beobachten wir auch, dass sie sich sinnlose Bieter-Wettkämpfe für die wichtigsten Keywords liefern oder im AdWords-Rausch gute Chancen für organische Rankings vernachlässigen.

In diesem Artikel lernen Sie, wie Sie diese Fehler vermeiden.

3 häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten

Google AdWords und Co. sind nicht grundsätzlich schlecht und haben durchaus ihre Berechtigung in Online-Strategien. Beachten Sie aber, dass Sie diese drei häufigen Fehler vermeiden sollten.

1) Traffic statt Conversions anstreben

Ziel vieler AdWords-Kampagnen ist, möglichst viel Traffic auf die Website zu ziehen. Doch wenn die Besucher nur Besucher bleiben, ist der Return-on-Investment gleich Null. Die Akquisition von Neukunden im Web ist ein Prozess, bei dem das Generieren von Traffic auf die Website lediglich den ersten Schritt darstellt. Die weiteren Schritte gemäß der bewährten Inbound Marketing Methode sind: 

  • Convert: aus Besuchern Leads machen
  • Close: aus Leads Kunden machen
  • Delight: aus Kunden Empfehler machen

Überlegen Sie sich deshalb unbedingt, wie Sie die Besucher auf Ihrer Website durch diese drei weiteren Schritte führen.

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2) Longtail-Keywords vernachlässigen

Google legt die Preise für Adwords durch eine Art Auktionsverfahren fest. Je mehr Unternehmen auf ein bestimmtes Keyword bieten, desto teurer wird es. Viele Unternehmen machen den Fehler, dass sie nur auf die besonders oft gesuchten Keywords bieten. Wenn die Mittbewerber das gleiche tun, treibt das die AdWords-Preise in die Höhe. Das ist ebenfalls Geldverschwendung.

Recherchieren Sie unbedingt die Long-Tail-Keywords für Ihr Angebot. Sie fahren deutlich besser, wenn Sie auf eine grosse Menge Keywords mit wenig Suchvolumen und Konkurrenz setzten statt auf wenige Keywords mit viel Suchvolumen. Berücksichtigen Sie unbedingt auch Kombinationen mit mehr als zwei Wörter.

Beispiele für Short-Tail-Keywords:

  • Software
  • Online Marketing 

Beispiele für Long-Tail-Keywords:

  • Bester Buchhaltungssoftware Anbieter
  • Online Marketing Agentur Deutschland

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3) Organische Ranking-Chancen nicht nutzen

Google AdWords und andere PPC-Anzeigen können schnell zu neuen Besuchern auf Ihrer Website führen. Der Effekt ist aber kurzfristig und nicht nachhaltig. Sobald Sie keine Anzeigen mehr Schalten, geht der Traffic sofort wieder zurück.

Deshalb sollten Sie Möglichkeiten nutzen, um führ Ihre wichtigsten Keywords organisch zu ranken. Die dazu notwendigen Suchmaschinenoptimierungs- und Content-Marketing-Maßnahmen sind initial aufwändiger, bringen dafür längerfristig laufend Traffic auf Ihre Seite, ohne dass Sie dafür bezahlen müssen.

Ganzheitlich, langfristig und differenziert vorgehen

PPC-Anzeigen wie Google AdWords können also durchaus nützlich sein, um kurzfristig Traffic auf Ihre Website zu ziehen. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt, dass dies lediglich der erste Schritt im Verkaufsprozess ist. Gehen Sie auf keinen Fall ein Wettbieten mit Ihren Mitbewerberbern ein, sondern setzten Sie auf Long Tail Keywords. Wenn Sie an längerfristigen, konstanten und kostenlosen Traffic-Quellen interessiert sind, hilft nur eine organische Optimierung Ihres Webaustritts.

DAS GEHEIMNIS HINTER ERFOLGREICHEN FACEBOOK-ANZEIGEN

Ursprünglich veröffentlicht am 22. Dezember 2014, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

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