Marketing auf der Überholspur

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15 März 2017

Erfolgreiches Erlebnis-Marketing: 7 Beispiele für coole Kampagnen

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Erfolgreiches Erlebnis-Marketing: 7 Beispiele cooler Kampagnen

Branchen- und Firmenevents sind so eine Sache: Sie bieten entweder eine geeignete Plattform, um das berufliche Netzwerk auszubauen … oder eben nicht. Vielen von uns ist es leider schon mal vorgekommen, dass wir bei einem steifen Networking-Event unbeholfen in einer Ecke rumgestanden und nur auf einen geeigneten Moment gewartet haben, um unauffällig das Weite zu suchen.

Mit dem richtigen Ansatz können Event-Veranstalter dieser Dynamik jedoch entgegenwirken.

Nehmen wir als Beispiel eine ganz besondere Feier, zu der wir vor nicht allzu langer Zeit eingeladen waren. Denn das Event war nicht bloß eine Feier, sondern gleichzeitig auch eine interaktive Live-Version eines Arcade-Spiels. Die Gäste hatten sich als Charaktere aus dem Spiel verkleidet, es gab ein riesiges Scoreboard, Elektromusik und vor allem keinen Bedarf an langweiligem Smalltalk.

Fazit: Das war kein handelsübliches Arbeitsevent … es war ein ganz besonderes Erlebnis. Und in unserer Branche haben wir einen Namen dafür: erlebnisorientiertes Marketing.

Man kann die Zukunft zwar nicht vorhersehen, aber man kann sich darauf  vorbereiten. Holen Sie sich unser kostenloses PDF-Handbuch zur Zukunft des  Marketings.

Vielen Menschen ist dieses Konzept überraschenderweise noch nicht über den Weg gelaufen. Dabei ist es eine ziemlich große Sache. Es gibt sogar ein dreitägiges Event, das speziell dieser Art von Marketing gewidmet ist. Und 65 % aller Unternehmen, die diesen Ansatz nutzen, geben an, dass er sich positiv auf ihre Verkaufszahlen auswirkt.

Aber was ist erlebnisorientiertes Marketing eigentlich? Und wie setzt man es effektiv ein? Wir haben sieben coole erlebnisorientierte Marketingkampagnen herausgesucht, an denen man gut erkennen kann, welche Strategie dahintersteckt und wie diese auch in anderen Unternehmen eingesetzt werden kann.

Was ist erlebnisorientiertes Marketing?

Laut 451 Marketing, einem in Boston ansässigen Unternehmen, handelt es sich bei erlebnisorientiertem Marketing um das Erstellen eines einzigartigen, persönlichen Markenerlebnisses. Anstatt dass Sie Ihrem Publikum auf gut Glück eine Nachricht vermitteln – digital oder anderweitig –, schaffen Sie eine Situation, in der potenzielle Kunden direkt mit Ihrer Marke interagieren können.

Das hört sich ja ganz nach Eventmarketing an. Tatsächlich gibt es da einige Gemeinsamkeiten. Denn bei erlebnisorientierten Kampagnen steht oft ein besonderes Event im Mittelpunkt. Allerdings gibt es auch Kampagnen in dieser Kategorie, die nicht auf einem bestimmten Event basieren. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige solche Beispiele vor.

Doch auch bei den Kampagnen, die mit Events arbeiten, kommt es weniger auf die Veranstaltung selbst als vielmehr auf die Interaktion mit der Marke an.

Das Interessante an diesen Kampagnen ist, dass auch verschiedene Kommunikationsarten eingesetzt werden können, um Kunden ein facettenreiches Erlebnis zu bieten. In erster Linie geht es um ein Offline-Markenerlebnis. Doch danach soll das Gespräch online fortgeführt werden. Bei Markenevents nehmen 49 % der Teilnehmer Videos auf. Davon werden 39 % auf Twitter geteilt. Es lohnt sich also, Offline- und Online-Ansätze zu kombinieren. Mit einem markenspezifischen Hashtag zu Ihrem Event ermutigen Sie Ihr Publikum dazu, über Ihr Event zu reden.

Erfolgreiches Erlebnis-Marketing: 7 Beispiele cooler Kampagnen

1) Lean Cuisine: #WeighThis

Es ist erstaunlich, wie erfrischend ein Marketing-Ansatz wirken kann, wenn Unternehmen mit den üblichen Erwartungen spielen und sie womöglich sogar ins Gegenteil verkehren. So geschehen bei Lean Cuisine, dessen Marketing sich normalerweise um das Thema Gewichtsverlust dreht, einfach mal nicht von Diäten reden. Das beste Beispiel dafür: die #WeighThis-Kampagne.

Als Teil dieser Kampagne organisierte Lean Cuisine eine Ausstellung von „Personenwaagen“ in der Grand Central Station in New York. Weibliche Passanten wurden ermutigt, der Welt ihr wahres „Gewicht“ zu zeigen. Der Clou: Bei diesen Waagen handelte es sich eigentlich um Tafeln, auf denen die Teilnehmerinnen vermerken konnten, wie gewichtig ihr Einfluss in dieser Welt ist.

Anstatt also ihr Gewicht in Kilos aufzuschreiben – oder sich sonst irgendwie über ihr Aussehen zu definieren –, entschieden sich die Teilnehmerinnen dafür, sich nach anderen Qualitäten zu bewerten. So hob eine Teilnehmerin beispielsweise hervor, mit 55 ihre Hochschulausbildung wieder aufgenommen zu haben. Weitere Teilnehmerinnen gaben an, sich täglich um 200 obdachlose Kinder zu kümmern oder Alleinerzieher von vier Kindern zu sein.

Was diese Kampagne besonders cool macht, ist die Tatsache, dass die Teilnehmerinnen zu keinem Zeitpunkt mit den Produkten von Lean Cuisine interagierten. Niemand wurde darum gebeten, etwas auszuprobieren oder an einer Produktumfrage teilzunehmen. Tatsächlich wurde niemand um irgendetwas gebeten; die Ausstellung allein reichte aus, um Passanten neugierig zu machen und die Interaktion mit der Marke zu suchen.

Lean Cuisine hatte eine klare Botschaft im Kopf: „Unsere Produkte unterstützen einen gesunden Lifestyle. Aber vergesst nicht, was ihr selber alles Gutes tut. Das ist wichtiger als die Zahlen auf der Waage.“ Anstatt diese Message einfach auf eine Anzeigetafel zu schreiben, schuf Lean Cuisine ein interaktives Erlebnis, durch das die Message auf ganz andere Art den Weg in die Köpfe der Verbraucher fand.

Natürlich machten die Marketer von Lean Cuisine keinen Hehl daraus, wer das Event organisiert hatte. Auf der Ausstellungsfläche prangte in großem Schriftzug das Twitter-Handle des Unternehmens sowie ein spezielles Hashtag für die Kampagne, damit das Publikum sein Erlebnis in den sozialen Netzwerken teilen konnte. Die Kampagne hat sich für das Unternehmen definitiv bezahlt gemacht. Es verzeichnete mit der #WeighThis-Kampagne über 211 Millionen Impressionen.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Sie müssen Passanten nicht auf gut Glück auf der Straße anreden – vor allem, wenn es sich bei Ihrem potenziellen Publikum um geschäftige Leute handelt, wie in diesem ersten Beispiel. Wenn Sie ein Erlebnis schaffen, das Passanten einen gewissen Mehrwert bietet, sind diese eher dazu geneigt, daran teilzunehmen.
  • Identifizieren Sie die Message, die Ihr Unternehmen kommunizieren will. Das kann ein produktspezifisches oder allgemeines Statement sein, oder etwas, das Ihre Marke zuvor noch nicht gesagt hat. Schaffen Sie dann auf dieser Basis ein Erlebnisevent.

2) Google: „Building a Better Bay Area“ (Für eine bessere Bay Area)

Immer mehr Unternehmen setzen sich für einen guten Zweck ein. Zwischen 2012 und 2014 erhöhten 56 % aller Unternehmen ihre karitativen Ausgaben – darunter auch Google. Als der Suchmaschinengigant sich dazu entschied, 5,5 Millionen USD an gemeinnützige Organisationen in der Bay Area in Kalifornien zu spenden, wurde den Anwohnern die Entscheidung überlassen, wem die Spenden zugeteilt werden sollten. Ganz nach dem Motto: unkonventionell und interaktiv.

Wer wollte, konnte seine Stimme online abgeben. Doch Google hatte daneben noch eine Idee, wie die Community der Bay Area direkt mit eingebunden werden sollte. Dafür wurden große, interaktive Poster an Orten wie Bushaltestellen, Imbisswagen und Restaurants aufgestellt, über die Anwohner direkt für den guten Zweck ihrer Wahl abstimmen konnten.

Beispiele für erfolgreiches Erlebnis-Marketing – Google Impact ChallengeQuelle: 72andSunny

In dem Video unten wird erklärt, welchen Vorteil diese Art der Kommunikationsaufnahme hat: Es werden nur Leute angesprochen, die auch gerade Zeit haben. Das ist besonders wichtig beim erlebnisorientierten Marketing: Die Interaktion mit der Marke findet statt, wenn Verbraucher Zeit dafür haben. Vielleicht liegt es auch gerade an dieser besonderen Charakteristik des Erlebnis-Marketings, dass 72 % aller Verbraucher Unternehmen in einem positiven Licht sehen, wenn sie ihnen großartige Erlebnisse bieten.

Dieses Google-Erlebnis funktioniert auf der Basis des „sowieso gerade da“-Konzepts. Wer schon mal in San Francisco war, der weiß, dass es nicht allzu schwer ist, hier Menschen anzutreffen, die gerade auf den Bus warten oder vorm Imbisswagen in der Schlange stehen. Google nutzte diese Gelegenheit und lenkte die Aufmerksamkeit der Passanten auf seine Kampagne. So konnten diese:

  1. sich über lokale gemeinnützige Organisationen informieren und für diese abstimmen;
  2. mit der Marke interagieren, ohne dabei unbedingt deren Produkte nutzen zu müssen;
  3. auf indirekte Weise die Initiative von Google kennenlernen.

Durch die verschiedenen Wahlmöglichkeiten – in Kombination mit einem eigenen Kampagnen-Hashtag (#GoogleImpactChallenge) – brachte es die Kampagne in einem Zeitraum von dreieinhalb Wochen auf 400.000 Stimmen.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Erstellen Sie ein eigenes Hashtag für Ihr Event, damit Teilnehmer diese besondere Erfahrung in den sozialen Netzwerken teilen können. Außerdem sollte das Erlebnis auch ein Online-Element enthalten. So können auch andere teilnehmen, die online auf Ihre Kampagne aufmerksam wurden.
  • Regionales Engagement punktet! Es kommt in der Regel gut an, wenn Großunternehmen sich in ihrer örtlichen Community engagieren. 72 % aller Verbraucher sagen, dass sie Freunden und Familie von derartigen Events erzählen würden.
  • Denken Sie an die „sowieso gerade da“-Herangehensweise. Finden Sie heraus, wo sich Ihre Zielgruppe üblicherweise aufhält. Versuchen Sie nicht, diese an Orten zu erreichen, wo sie nur äußerst selten anzutreffen ist.

3) Misereor: Eine Werbetafel für den guten Zweck

Viele von uns sind mittlerweile zu „bedenkenlosen Kartenzahlern“ geworden: Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich 357 Milliarden bargeldlose Zahlungstransaktionen durchgeführt werden. Diesen Trend hat sich das deutsche Hilfswerk Misereor für eine ihrer Spendenaktionen zunutze gemacht.

Der Name von Misereors Kampagne lautete „Social Swipe“. Dafür wurden in Flughäfen digitale Poster aufgestellt, die verschiedene Projekte der Organisation darstellten. Hunger wurde beispielsweise durch einen Brotlaib repräsentiert.

In der Mitte der digitalen Bildschirme befand sich ein länglicher Schlitz mit integriertem Kartenlesegerät. Wenn jemand seine Bankkarte durch den Schlitz – und über das Brot – zog, wurden zwei Euro von der Karte abgebucht und auf dem digitalen Poster eine Brotscheibe vom Laib geschnitten.

Und es ging noch weiter. Auf dem nächsten Bankauszug des Spenders stand eine kurze Nachricht, in der sich Misereor für die Spende bedankte, sowie ein Link, über den man die einmalige 2-Euro-Spende zu einer monatlichen Spende machen konnte.

Man kann sich vorstellen, wie viel Planung und Koordinierung hinter dieser Kampagne steckte – Banken, Flughäfen und mobile Zahlungsplattformen mussten zusammenarbeiten, um das Erlebnis für die Verbraucher möglich zu machen. Schon allein deshalb konnte diese Kampagne für Teilnehmer nicht am Flughafen aufhören. Später wurden sie noch einmal auf die Hilfsorganisation aufmerksam gemacht, als sie sich ihren Bankauszug ansahen.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Zeigen Sie den Menschen, welche Auswirkungen ihre Teilnahme hat. Unterstützer der Misereor-Kampagne konnten genau sehen, wo ihre Spende zum Einsatz kam – zum Beispiel bei der Versorgung einer hungrigen Familie. (Hier würde sich auch eine Infografik gut machen – unsere Vorlagen können da weiterhelfen.)
  • Holen Sie sich die Hilfe anderer Unternehmen an Bord, um ein noch erfolgreicheres Erlebnis zu schaffen. Misereor sicherte sich zum Beispiel die Unterstützung von Stripe.com für die Zahlungsabwicklung seiner Kampagne. Und diverse Kreditinstitute halfen dabei, dass das Hilfswerk auf Bankauszügen seine individuellen Danksagungen hinterlassen konnte. (Mehr zum Thema Co-Marketing finden Sie hier.)
  • Keine Angst vor der Lead-Pflege. Es muss nicht immer ein eigenes Hashtag sein, aber suchen Sie trotzdem nach einem Weg, wie Sie jemanden an seine Teilnahme erinnern können.

4) Guinness: Guinness Class

In unseren Augen ist eine der besten Marketingstrategien das sogenannte „Aspirational Marketing“ (zu Deutsch etwa: Marketing, das zum Nachahmen anregt). Dies eignet sich besonders für Marketing für Marken, die Produkte anbieten, deren Besitz viele Leute erstrebenswert finden. Konkret heißt das zum Beispiel: Luxusautos, Haute Couture und Privatjets.

Die Kampagne Guinness Class bediente sich eines solchen Produkts – eines Privatjets –, um das ikonische dunkle Bier der Brauerei kreativ zu vermarkten. Einige Wochen lang tauchten in Pubs im Vereinigten Königreich Guinness-Markenbotschafter in voller Flugbegleitermontur auf und boten nichtsahnenden Kunden die Gelegenheit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen.

Für die Chance auf einen Gewinn musste man sich einfach nur ein Pint Guinness bestellen. Wer diese Teilnahmebedingungen erfüllt hatte, der bekam ein Tablet in die Hand. Wenn dieses geschüttelt wurde, zeigte es den jeweiligen Gewinn an. Zu gewinnen gab es alles Mögliche, von Passhüllen bis hin zu Schlüsselanhängern. Den Hauptpreis konnte pro Tag nur ein glücklicher Gewinner absahnen: einen kostenlosen Trip nach Dublin, im Privatjet, mit vier Freunden.

Uns gefällt an dieser Kampagne besonders, dass sie die Marke Guinness mit einem Erlebnis assoziiert, das so manch einer anstrebt. Laut Nick Britton, Marketing Manager für Guinness in Westeuropa, stellte sich das Unternehmen dadurch als eine Marke heraus, die sich nicht mit Gewöhnlichem zufrieden gibt.

Es ist gar nicht so einfach für ein fast 257 Jahre altes Unternehmen, gleichzeitig authentisch zu bleiben und sich einer Werbelandschaft und einem Publikum anzupassen, die sich laufend ändern. Doch Guinness musste dafür nicht einmal etwas an seinem Produkt ändern. Stattdessen schuf es ein Erlebnis, das sich modernen Erwartungen anpasste – zum Beispiel der Tatsache, dass 78 % der Millennials ihr Geld lieber für ein erinnerungswürdiges Erlebnis ausgeben als für ein begehrtes Konsumgut.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Überlegen Sie, was Ihr Zielpublikum als erstrebenswert empfindet. Ist es möglich, diese Dinge mit Ihrer Marke zu assoziieren? Auf dieser Grundlage ließe sich dann ein Erlebnis aufbauen.
  • Wenn jemand Ihr Produkt kaufen muss, um teilnehmen zu können, dann sollten Sie darauf achten, dass es so einfach wie möglich ist, an das Produkt zu gelangen. In unserem Beispiel sollten Teilnehmer sich ein Guinness kaufen – das war relativ einfach, da sie sich ja bereits in einem Pub befanden.

5) GE: Healthymagination

Erlebnisorientiertes Marketing ist nur was für B2C-Marken? Weit gefehlt – 67 % aller B2B-Marketer sagen, dass Events für sie eine der erfolgreichsten Marketingstrategien sind.

Daher war es eine gute Idee von GE, ein Fachpublikum einzuladen, um die Healthymagination-Initiative live mitzuerleben. Bei der Kampagne ging es darum, globalen Lösungen für das Gesundheitswesen eine Plattform zu geben – vor allem in Entwicklungsländern.

Beispiele für erfolgreiches Erlebnis-Marketing – GE Healthymagination Quelle: agencyEA

Um den positiven Einfluss dieser Initiative zu verdeutlichen, wandte sich GE an agencyEA. Die Agentur half GE bei der Erstellung von „Filmsets“, welche die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens darstellten, in denen die Arbeit von Healthymagination stattfand: eine Klinik im ländlichen Afrika, eine städtische Klinik und eine Notaufnahme. Die beteiligten Ärzte sollten dann ihre Erfahrungsberichte live einem 700 Personen starken Publikum vorführen, um zu zeigen, welche Rolle die Technologie von GE in den einzelnen Einsatzgebieten spielt.

Ob eine erlebnisorientierte Kampagne erfolgreich war, erkennt man normalerweise daran, wie viel darüber geredet wird. Das macht Sinn – denn 71 % aller Teilnehmer teilen diese Erlebnisse. Im Fall von GE ging es darum, dass durch Healthymagination Menschen sich über ein sehr wichtiges, aber unangenehmes Thema unterhalten: Den Zugang zum Gesundheitswesen in den ärmsten Regionen unseres Planeten.

Wenn Sie es Menschen ermöglichen, eine Problematik hautnah zu erleben, sorgen Sie gleichzeitig dafür, dass sie sich mit einem Thema auseinandersetzen, das nicht immer leicht angesprochen werden kann. Solche Aktionen können weitreichende Konsequenzen haben. Dieser GE-Kampagne wurde zum Beispiel der Business Marketing Association Tower Award verliehen.

Aber keine Angst: Das gleiche Konzept funktioniert auch bei nicht ganz so ernsten, aber trotzdem unangenehmen Gesprächsthemen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Klopapierhersteller Charmin.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Erlebnisorientiertes Marketing ist auch eine Option für B2B-Unternehmen. Denken Sie über die Unternehmen nach, an die Sie verkaufen. Schaffen Sie eine Gelegenheit zur Interaktion, die nicht nur dieses Publikum anzieht, sondern ihm auch die Möglichkeit bietet, Ihre Produkte und Dienstleistungen direkt zu erleben.
  • Trauen Sie sich, auch die unangenehmen Dinge im Leben anzusprechen. Wenn Ihr Unternehmen einen Lebensbereich thematisiert, der als tabu gilt oder über den sich nur schwer reden lässt, erstellen Sie ein Erlebnis rund um dieses Thema. Die Wahrscheinlichkeit ist dann größer, dass Menschen darüber sprechen wollen. Hier müssen Sie allerdings vorsichtig sein, dass Sie nicht übers Ziel hinausschießen. Die Interaktion sollte den Teilnehmern nicht dermaßen unangenehm sein, dass diese nachher nur Negatives über Ihre Marke zu sagen haben.

6) Facebook: Facebook IQ Live

Facebook hat Zugriff auf jede Menge Nutzerdaten – das Unternehmen weiß zum Beispiel, wie Menschen Facebook und Instagram nutzen. Auf dieser Basis entstand das Facebook IQ Live-Erlebnis.

Anhand der Daten inszenierte Facebook Live-Szenen, welche eben diese Daten darstellten. Dazu gehörte etwa der IQ Mart: Eine Ladenkulisse, die den Konversionspfad eines Online-Shoppers repräsentiert, der für seine Kaufentscheidung die sozialen Netzwerke heranzieht. Es gab auch ein Instagram-Café, gefüllt mit interessanten Gelegenheiten zum Knipsen, die sich kein Millennial entgehen lassen konnte.

Die Kampagne schuf allerdings nicht nur ein einprägsames Event. Sie stellte sich auch als extrem hilfreich heraus: 93 % der Teilnehmer (und es nahmen mehr als 1.500 Leute teil) sagten aus, dieses Erlebnis habe ihnen wertvolle Informationen zur Nutzung von Facebook für Unternehmen vermittelt.

Warum sind diese Informationen so wertvoll? Momentum Worldwide, die Agentur hinter Facebook IQ Live trifft den Nagel auf den Kopf: „Wenn wir verstehen, was Menschen wichtig ist, können wir genau das sein, was ihnen wichtig ist.“ Anders gesagt, wir können unsere Botschaft den Dingen anpassen, die unserem Publikum wichtig sind.

Mit dieser Kampagne hat Facebook genau das für seine Marke erreicht. Das Unternehmen konnte bei verschiedenen Zielgruppen gleichzeitig ein positives Markenbewusstsein erzeugen, zum Beispiel bei den Menschen, die sich nicht sicher waren, wie man die Plattform für Unternehmenszwecke nutzt.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Schaffen Sie ein Erlebnis für Menschen, die nicht sicher sind, wie sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nutzen können. Finden Sie eine Möglichkeit, wie diese Menschen mit Ihrer Marke interagieren können, die ihnen auf kreative Art übermittelt, wie Ihr Unternehmen sie unterstützen kann.
  • Hauchen Sie Ihren Daten Leben ein. Wir lieben Zahlen. Doch wenn es darum geht, anderen zu verdeutlichen, was unsere Zahlen aussagen, kann ein Live-Event gut weiterhelfen. 65 % aller Verbraucher sind der Meinung, dass Live-Events ihnen helfen, ein Produkt besser zu verstehen – und in einem solchen Rahmen lässt sich das hervorragend umsetzen.

7) Zappos: Der Google-Cupcake-Hinterhalt

Um Werbung für seine neue Fotoapp zu machen, begab sich Google mit einem Imbisswagen voller Cupcakes auf die Straßen von Austin, Texas. Passanten konnten im Gegenzug für ein Foto mit der besagten App einen Cupcake absahnen.

Was gibt es Schöneres als einen praktisch kostenlosen Cupcake? Wir sagen’s Ihnen: Praktisch kostenlose Schuhe oder Armbanduhren.

Das war jedenfalls die Idee, die Zappos hatte. Das Unternehmen nahm das Cupcake-Erlebnis von Google und erweiterte es um eine eigene Idee. Es stellte eine „Kiste auf Füßen“ gleich neben Googles Imbisswagen. Wer die Kiste mit einem Cupcake fütterte, bekam eines der bereits erwähnten Goodies.

Nur wer einen Cupcake hatte, konnte die Belohnungen von Zappos bekommen. Auf diese Weise erhielten beide Marken reichlich Aufmerksamkeit von ihrem jeweiligen Zielpublikum. Da 74 % aller Verbraucher angeben, dass ein mit einer bestimmten Marke verbundenes Erlebnis sie eher dazu bewegt, das angebotene Produkt zu kaufen, war es sehr wahrscheinlich, dass Google und Zappos sich durch diese Aktionen neue Kunden sichern konnten.

Uns gefällt an diesem Beispiel besonders, dass es den Mehrwert von erlebnisorientiertem Co-Branding verdeutlicht. Da Google und Zappos ein komplett unterschiedliches Angebot haben, haben sie sich durch diese gemeinsame Kampagne nicht gegenseitig sabotiert. Ganz im Gegenteil. Mit dem richtigen Co-Marketing-Partner kann man also umso erfolgreicher sein.

Was können wir als Marketer hieraus lernen?

  • Nutzen Sie erlebnisorientiertes Marketing als Co-Marketing-Gelegenheit:
    • Wählen Sie einen Partner, dessen Zielpublikum sich auch für Ihr Angebot interessieren könnte, das Sie jedoch auf herkömmliche Weise nicht erreichen können.
    • Natürlich ist es auch schön, wenn Ihr Partner ebenso von Ihrem Publikum profitieren kann. So wird das ganze Erlebnis zu einer Win-win-win-Situation: für Sie, für Ihre Co-Marke und natürlich für den Verbraucher.
  • Wenn Sie sich zur Zusammenarbeit mit einem Marketing-Partner entscheiden, bietet es sich an, ein Erlebnis zu schaffen, das auf einem Austausch Ihrer beiden Produkte oder Dienstleistungen basiert. So erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Verbraucher mit beiden Marken interagieren.

Für die beiden Unternehmen in unserem Beispiel hat sich die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen, bezahlt gemacht. Wenn es also darum geht, ein Markenerlebnis zu erstellen, scheuen Sie sich nicht davor, unkonventionelle Wege einzuschlagen und einen Marketing-Partner an Bord zu bringen.

Verbringen Sie reichlich Zeit damit, mit Ideen herumzuspielen, wie Menschen mit Ihrem Unternehmen interagieren könnten – auch wenn beim Brainstorming ein paar eher schräge Ideen herauskommen. Wenn das Erlebnis auf Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung abgestimmt ist und gekonnt umgesetzt wird, dann werden Menschen auch darüber reden.

Haben Sie von einer großartigen erlebnisorientierten Marketingkampagne gehört oder sogar selbst eine miterlebt? Teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren.

New Call-to-action Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

Themen: Content Marketing

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