Einhornschokolade, Fidget Spinner und Pokémon Go: Die vergangenen beiden Jahre waren geprägt von viralen Trends, denen sich nur wenige Menschen entziehen konnten. Viele standen den Hypes aus 2016 und 2017 eher mit gemischten Gefühlen gegenüber – einige Unternehmen haben ihre Chance jedoch erkannt und sind auf den Trend-Zug aufgesprungen. Wir stellen Ihnen drei Trends vor, bei denen Marketer die Gunst der Stunde erfolgreich genutzt haben.

Warum das Ausnutzen von Trends im Marketing sinnvoll sein kann

Das Internet, insbesondere soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram, wird geprägt von Trends und viralen Hits. Hashtags, Likes und Re-Tweets helfen, den Hype weiter anzufeuern und aktuelle Trends mit vielen Millionen Menschen zu teilen.

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Marketer können sich dies zunutze machen: Ist ein Trend ohnehin gerade in aller Munde, besteht eine viel höhere Chance, dass die eigenen Marketing-Aktionen mehr Aufmerksamkeit erregen und die eigenen Inhalte ebenfalls von der viralen Beliebtheit erfasst werden. Wer den richtigen Kniff raus hat, kann also mit aktuellen Trends erfolgreiches Branding betreiben.

Trends für das eigene Marketing nutzen – drei einmalige Beispiele

Wie Ritter Sport und Einhörner zusammenpassen

Das deutsche Unternehmen Ritter Sport hat Ende 2016 einen besonderen Coup gelandet: die „Einhorn“-Schokolade. Der Schokoladenhersteller reagierte damit auf die hohe Nachfrage seiner Verbraucher. Fans können nämlich auf der Website „SortenKreation“ eigene Schokoladensorten kreieren – insbesondere die Fake-Sorte „Einhorn-Glitter“ hatte den Hype ins Rollen gebracht. Und so produzierte Ritter Sport unter dem Namen „Einhorn“ eine Schokolade mit Joghurt-Himbeer-Geschmack.

Mithilfe der Hamburger Kommunikationsagentur Elbkind hat das Unternehmen eine Marketingkampagne rund um die neue Sorte ins Rollen gebracht – besonders passend zum 01.11.2016, dem Tag des Einhorns. Auf sozialen Netzwerken wie Twitter, Instagram und Facebook liefen die Kampagnen unter dem Hashtag #glittersport.

Der Erfolg kam explosionsartig: Innerhalb von 24 Stunden war die „Einhorn“-Schokolade im Online-Shop von Ritter Sport ausverkauft – innerhalb von vier Tagen gingen alle lokal erhältlichen Tafeln über die Geschäftstheken. Insgesamt hat der Süßwarenhersteller in nur wenigen Tagen über 200.000 Tafeln verkauft und mehr als 500 Millionen Menschen mit seiner Marketingkampagne erreicht

An dieser Stelle endete der Hype um das Fabelwesen jedoch nicht, denn viele weitere Hersteller hatten ihre Chance gewittert: Während dm die Ladenregale mit Einhorn-Duschgel der Eigenmarke Balea füllte, entwickelte Edekas Hausmarke Gut & Günstig ein Toilettenpapier mit Einhorn-Motiv. Auch vor Fruchtgummi, Tee und sogar Bratwürsten machte der rosafarbene Trend nicht Halt – und kam sowohl bei den kleinen als auch großen Einhorn-Fans super an.

Der Sommertrend Pokémon Go

Am 13.07.2016 wurde die App „Pokémon Go“ das erste Mal über App-Stores zur Verfügung gestellt. Schon etwa eine Woche später konnte der Hersteller Niantic Inc. rund zehn Millionen Downloads über den Google Play Store verzeichnen.

Das Besondere an Pokémon Go: Es kombiniert die Nostalgie der Videospiele aus den 1990er-Jahren mit der noch relativ neuen Technologie der Augmented Reality (AR). Hierbei wird über die Kamera am Smartphone die Umgebung der Nutzer aufgenommen und mit virtuellen Informationen gekoppelt – auf diese Weise können die kleinen Monster in die reale Welt eingebettet werden. Fans der App bewegen sich also mit ihrem Smartphone im Freien, um Pokémon zu fangen – dies ist mit Pokébällen möglich, die entweder in der App gekauft oder kostenlos in einem Pokéstop aufgefüllt werden können.

Sowohl Pokémon als auch Pokéstops sind über die gesamte Welt verteilt – das kommt vor allem lokalen Händlern zugute: Sie können ihre Geschäfte als solche Stops zur Verfügung stellen und somit unzählige Fans anlocken. Auch sogenannte Lockmodule konnten Restaurants, Cafés und Bars zu ihrem Vorteil nutzen; denn mit diesen ließen sich innerhalb von 30 Minuten etliche Pokémons anlocken. Mit entsprechenden Kampagnen auf den sozialen Netzwerken konnten sich die lokalen Niederlassungen den Trend zu eigen machen – wie beispielsweise der Kölner Burgerladen „The Bird“.

Doch auch Online-Anbieter hatten die Möglichkeit, von der Social-Media-Reichweite der beliebten App zu profitieren. Unter anderem PiCK UP! hat es vorgemacht: Insbesondere mit humorvollen Bildern können Unternehmen den Hype ausnutzen und sich ins Gespräch bringen. Auch Gewinnspiele rund um Pokémon Go wurden von den Fans begeistert aufgenommen – so hat etwa Lidl unter allen Teilnehmern, die den Gewinnspiel-Post mit #pokémonGO kommentieren, eine Powerbank verlost.

Was Marketer aus diesen Aktionen lernen können? Die meisten Fans lieben es, wenn ihr Hobby oder ihre Leidenschaft auf humorvolle Weise gewürdigt wird – auch wenn es sich dabei um Marketingmaßnahmen handelt. Verbraucher sind meist eher gewillt, einem Unternehmen eine Chance zu geben, wenn dieses sich mit den Vorlieben seiner Zielgruppe auseinandersetzt und zeigt, dass es in einen Dialog mit den Nutzern treten will.

Wie der Fidget Spinner den Sommer 2017 prägte

Ähnlich wie Pokémon Go wurde der Fidget Spinner zum Sommerhype, welcher vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ansteckte. Ursprünglich wurde das Spielzeug in den 1990er-Jahren für Führungskräfte entwickelt, damit diese ihre Nervosität reduzieren und ihre Aufmerksamkeit erhöhen können. Im Frühjahr und Sommer 2017 wurde der Fidget Spinner allerdings zum meistdiskutierten Spielzeug des Jahres.

Blitzschnell hatten sich ab März 2017 unzählige Videos zu dem Handkreisel verbreitet. Schon im Mai war unter den 20 meistverkauften Spielzeugen 17-mal der Fidget Spinner vertreten und auch die Google-Suchanfragen hatten in diesem Monat ihren Höhepunkt erreicht.

Obwohl der Fidget Spinner zu keiner Marketing-Kampagne gehörte, sondern ein YouTube-Selbstläufer war, konnte er zumindest für den Sommer als Trend überzeugen. Etliche Promis sind auf den Zug aufgesprungen, um mithilfe des Fingerkreisels ihrer eigenen „Marke“ mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen – so beispielsweise Schauspielerin Gwyneth Paltrow, Model Kendall Jenner oder YouTube-Ikone Pewdiepie (Felix Kjellberg). Auch unzählige YouTuber haben den Trend erkannt und Videos produziert, in denen sie Tricks zeigen, Fakten zu Fidget Spinnern auflisten oder erklären, wie der Fingerkreisel selbst gebastelt werden kann.

Die Lektion für Marketer: Wer insbesondere Generation Y und Z auf sich aufmerksam machen möchte, sollte seinen Fokus auf YouTube richten. Jüngere Konsumenten sind Werbung gegenüber oftmals abgeneigt, vertrauen aber zunehmend mehr der Videoplattform – inzwischen ist YouTube zum beliebtesten sozialen Netzwerk geworden. Haben Marketer also einen Trend erkannt UND dazu Videos für die Plattform produziert, können sie ihr Branding deutlich schneller vorantreiben.

Wie sich Marketer Trends zunutze machen können

Trotz aller Vorteile sollten Unternehmen ihre Marketingstrategien rund um Trends gründlich durchdenken – für sie gilt das Gleiche wie für Memes: Marketer sollten sich gut damit auskennen und genau wissen, wie sie diese richtig einsetzen. Ein falscher Ansatz kann dafür sorgen, dass die Maßnahmen nach hinten losgehen – insbesondere bei der erhöhten Aufmerksamkeit um aktuelle Trends. Marketer sollten dafür folgende Fragen beantworten:

1) Welche Trends bestehen gerade?

Über Hashtags bei Twitter und Instagram, über die Trending Section von Facebook oder über Google Trends lässt sich herausfinden, worüber gerade alle Welt spricht. Eine anschließende Recherche ist unumgänglich, damit Sie einen Trend in allen Facetten verstehen lernen. Achtung: Sie sollten nichts nutzen, womit Sie sich nicht auskennen – falsch eingesetzte Trends können Ihre Marke negativ beeinflussen.

2) Welche Trends eignen sich?

Finden Sie heraus, ob Sie eine sinnvolle Verbindung zwischen dem Trend und Ihrer Marke herstellen können. Erzwungene Verknüpfungen werden von Ihrer Zielgruppe schnell erkannt und missbilligt. Achten Sie außerdem darauf, den Kern Ihrer Marke herauszuheben und keine Ideen anderer Marken zu kopieren.

3) Kann ich eine Werbekampagne kreieren?

Handelt es sich – wie bei Ritter Sport und dem Einhorn – um einen etwas langlebigeren Trend, können Werbekampagnen und Marketingmaßnahmen Hand in Hand gehen. Entwickeln Sie spezielle Angebote und individuellen Content, den Sie anschließend über bezahlte und organische Maßnahmen bei Facebook, Twitter & Co. verbreiten. Achten Sie aber darauf, den Nutzern nur das zu versprechen, was Sie mit Ihren Angeboten tatsächlich einhalten können.

So nutzen Sie Instagram for Business

Ursprünglich veröffentlicht am 22. Januar 2018, aktualisiert am Mai 17 2018

Themen:

Marketing-Trends