Haben Sie je einen Blog-Beitrag verfasst, bei dem Sie sich sicher waren, dass er ein absoluter Treffer wird? Sie haben Stunden damit verbracht, jeden Satz zu perfektionieren, und waren überzeugt, dass Ihre Leser jedes einzelne Wort verschlingen werden. Sie haben den Beitrag auf sämtlichen Social Media-Plattformen geteilt und Sie wussten einfach, dass dieser Beitrag innerhalb weniger Stunden zum viralen Hit wird.

Vielleicht haben Sie sogar darüber nachgedacht, Ihren Profil-Slogan auf LinkedIn in „Marketing-Guru“ zu ändern. Sie waren schließlich auf dem besten Weg, genau das zu werden …

Leider war das alles aber nur ein Wunschtraum. Ihr Beitrag fand, wie manch andere Beiträge auch, aus unerfindlichem Grund keinen Anklang. Obwohl Sie sich, während Sie den Beitrag geschrieben haben, so sicher waren, dass er ein viraler Hit werden wird. Was also ging schief?

Wir Marketer neigen gerne einmal zur Selbstüberschätzung. Da wir rein theoretisch vom Fach sind, tendieren wir dazu, unser Branchenwissen und unsere Fähigkeit, den Erfolg unserer Inhalte vorherzusehen, überzubewerten.

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Das kann dazu führen, dass wir bei der Suche nach neuen Blog-Themen weniger auf Daten und stärker auf unsere Intuition vertrauen. Da wir unsere eigenen Ideen gut finden, gehen wir davon aus, dass es unseren Lesern genauso gehen wird.

Doch das ist ein Trugschluss.

Neue Blog-Themen sollten nicht nach dem persönlichen Geschmack des Verfassers ausgewählt werden, sondern auf Basis des Verhaltens der Leser und ihren Präferenzen. Andernfalls gehen Sie das Risiko ein, dass Sie Inhalte veröffentlichen, die nicht relevant sind.

Um Content erstellen zu können, der Ihre Leser begeistert, müssen Sie vor der Ideenfindung unbedingt die Anforderungen Ihrer Zielgruppe in Erfahrung bringen. Wir haben deshalb sechs Strategien zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, auf Basis Ihrer Daten das perfekte Blog-Thema für Ihre Zielgruppe zu finden.

6 datengestützte Strategien, um passende Blog-Themen zu finden

1. Finden Sie heraus, welche Ihrer Beiträge am beliebtesten sind

Die beste Datenquelle für Ihre Blog-Strategie, sind Ihre eigenen Kennzahlen. Alles was Sie tun müssen, um diese nutzen zu können, ist jeden Ihrer Blog-Beiträge einem zugehörigen Thema zuzuweisen. Das gelingt am besten mit Tags. Nachdem Sie Ihre Beiträge kategorisiert haben, können Sie dann mit einem Datenanalyse-Tool wie Excel oder dem Content Strategy-Tool von HubSpot die Kennzahlen zu den einzelnen Themen erfassen und so deren Beliebtheit messen.

Welche Zahlen Sie dabei berücksichtigen, hängt von Ihren Marketing-Zielen ab. Bei HubSpot messen wir den Erfolg eines Themas hauptsächlich daran, wie häufig die Beiträge dazu aufgerufen wurden. Doch auch weitere Kennzahlen, wie die Zeit, die Leser mit den Artikeln verbringen, und die Anzahl von neu gewonnenen Abonnenten oder Leads, können Aufschluss darüber geben, wie gut ein Thema bei den Lesern ankommt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Ihr Blog einem der Hauptziele Ihres Unternehmens dient und dass Sie seine Performance anhand der Kennzahlen stets im Auge behalten.

Zudem lohnt es sich, bei der Auswertung auch zu berücksichtigen, wie viele Beiträge zu den einzelnen Themen veröffentlicht wurden. So gehen Sie sicher, dass Sie auf die tatsächlichen Interessen Ihrer Zielgruppe eingehen und nicht aus Versehen ein wichtiges Thema außer Acht lassen.

Betrachten wir dies anhand eines Beispiels genauer: Nehmen wir einmal an, die Blog-Beiträge von HubSpot zu den Themen Display-Marketing und Video-Marketing generieren insgesamt beide das gleiche Traffic-Volumen. Auf Basis dieser Information könnte man annehmen, dass beide Themen bei den Lesern gleich beliebt sind.

Doch die Kennzahl zum Gesamt-Traffic, den ein bestimmtes Thema generiert, ist noch nicht aussagekräftig genug. Denn diese Zahl berücksichtigt nicht, dass wir beispielsweise dreimal mehr Beiträge zum Thema Display-Marketing als zum Video-Marketing veröffentlichen.

In diesem Fall würden wir mit 30 Beiträgen zum Display-Marketing also dieselben Ergebnisse erzielen wie mit nur 10 Beiträgen zum Video-Marketing. Damit wären die Video-Marketing-Artikel dreimal so effektiv wie die Display-Marketing-Artikel.

Würden wir nun das Display-Marketing aus unserem Themenpool streichen und stattdessen mehr Beiträge zum Thema Video-Marketing schreiben, würden wir den Interessen unserer Zielgruppe gerechter werden und sogar mehr Traffic mit weniger Content generieren.

Hier ein konkretes Beispiel dazu:

Bisherige Blog-Strategie

Beispiel-Daten der bisherigen Verteilung von Blog-Beiträgen und Traffic-Volumen

Neue Blog-Strategie

Veränderte Verteilung von Blog-Beiträgen und Traffic-Volumen nach neuer Content-Strategie

Wenn Sie Ihre Blog-Themen anhand der Seitenaufrufe analysieren, um die Präferenzen Ihrer Zielgruppe zu bestimmen, sollten Sie daher immer den Durchschnitts- oder Medianwert zugrunde legen. So gewährleisten Sie, dass Sie neben dem Gesamt-Traffic auch die Anzahl der Beiträge berücksichtigen. Andernfalls könnte es passieren, dass Sie ein Thema priorisieren, das Ihre Zielgruppe nicht wirklich interessiert.

2. Untersuchen Sie, auf welche Themen Ihre Wettbewerber setzen

Sehr wahrscheinlich überschneidet sich Ihre Zielgruppe mit der Ihrer Wettbewerber. Demnach kämen die Inhalte, die bei deren Lesern am beliebtesten sind, vermutlich auch bei Ihrer Zielgruppe sehr gut an.

Hier kommen Tools wie BuzzSumo oder EpicBeat ins Spiel. Mit diesen können Sie analysieren, welche Beiträge Ihrer Wettbewerber am häufigsten geteilt wurden.

Sobald Sie den erfolgreichsten Content Ihrer Wettbewerber identifiziert haben, ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, wie Sie das Thema aus einer neuen, interessanteren Perspektive angehen könnten. Während es durchaus legitim ist, die gleichen Themen zu wählen wie Ihre Wettbewerber, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie Ihrer Zielgruppe einen individuellen Blick auf das Thema bieten.

3. Lesen Sie die Online-Kommentare Ihrer Zielgruppe

Die Blogger bei HubSpot befassen sich tagtäglich mit Inbound-Marketing, weswegen wir regelmäßig auf Inbound.org und in der LinkedIn-Gruppe „Content Marketing Institute“ Zeit verbringen. Dort konnten wir schon so manche Anregung zu einer brillanten Blog-Idee auftun.

Marketer stellen auf diesen Seiten täglich neue Fragen. Damit machen sie ihr Fachwissen öffentlich zugänglich und ermöglichen es Ihnen, ihre Fragen mit Ihren Buyer-Personas in Verbindung zu bringen. Dies hilft Ihnen dabei, die Anforderungen Ihrer Buyer-Personas zu ermitteln und Ihren Content entsprechend anzupassen.

Die Diskussionen, die auf Inbound.org geführt werden, sind besonders interessant, da dort die brennendsten Marketingfragen der Woche besprochen werden. Wenn dort eine Frage zu einem Thema gestellt wird, das wir gerne aufgreifen würden, prüfen wir, ob die Rolle dieser Person mit einer unserer Buyer-Personas übereinstimmt. Ist dies der Fall, notieren wir uns, wie wir diese Frage in einem Blog-Beitrag beantworten würden, und präsentieren die Idee dann allen Bloggern bei unserem nächsten monatlichen Brainstorming-Meeting.

Mögliche Fragen zu anderen Themen finden Sie auch auf Frage-Plattformen wie gutefrage.net oder Quora. Geben Sie einfach ein Thema ein und schon werden Ihnen zahlreiche relevante Fragen angezeigt. Wenn Sie dort eine wahre Flut von Fragen überrollt und Sie die Themen weiter eingrenzen möchten, können Sie sich einfach auf die Fragen konzentrieren, die die Top-Follower Ihres Themas beantwortet haben.

4. Nutzen Sie Themen- und Fragevorschläge von Google

Wenn Sie ein Thema weiter ausarbeiten möchten, weil es von Ihrer Zielgruppe besonders gut angenommen wird, können Sie es einfach bei Google eingeben, um nach verwandten Themen zu suchen. Die vorgeschlagenen Suchbegriffe oder der Abschnitt „Ähnliche Suchanfragen“ am Ende der Seite können hier gute Anhaltspunkte geben. In den USA testet Google derzeit auch ein neues Feature namens „People Also Ask“. Sobald Sie bei Google einen Suchbegriff eingeben, wird unterhalb des Suchfelds das Fenster eingeblendet:

Beispiel eines „People Also Ask“-Fensters

Dieses Feature nutzt die semantische Suche, um verwandte Fragestellungen zu bestimmten Themen zu präsentieren. So verfügen Sie über eine ganze Liste von Fragen zu weiteren beliebten Themen, die alle mit Ihrem Hauptthema zusammenhängen. Wenn Ihre Zielgruppe so an Ihrem Hauptthema interessiert ist, werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch verwandte Themen sehr gut bei ihr ankommen.

Es ist derzeit noch kein Datum für die Veröffentlichung von People Also Ask“ in der deutschsprachigen Version von Google bekannt.

5. Befragen Sie Ihre Blog-Abonnenten

Der einfachste Weg, herauszufinden, für welche Themen sich Ihre Zielgruppe interessiert, ist wohl, sie einfach zu fragen.

Beachten Sie dabei jedoch, dass nicht alle Abonnenten gerne Feedback geben und viele die Umfrage ignorieren werden. Daher sollten Sie eventuelle entsprechende Anreize bieten. Motivieren Sie Ihre Leser etwa zur Teilnahme, indem Sie ihnen einen Preis, beispielsweise einen Gutschein, in Aussicht stellen.

Die Erfahrung zeigt uns, dass sehr viel mehr unserer Abonnenten an unseren Umfragen teilnehmen, wenn wir ihnen dafür einen gewissen Anreiz bieten.

6. Befragen Sie den Vertrieb und Kundendienst zu den Problemen Ihrer Kunden

Ihre Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter interagieren täglich mit Ihren Kunden und potenziellen Kunden. Daher sind sie die wahren Experten, wenn es um die Anforderungen und gängigsten Probleme Ihrer Zielgruppe geht. Wenn Sie also erfahren möchten, für welche Herausforderungen Ihre Zielgruppe primär eine Lösung sucht, arbeiten Sie am besten mit diesen Teams zusammen.

Dazu könnten Sie einmal im Monat ein Meeting mit diesen Mitarbeitern ansetzen oder sie bitten, die häufigsten Probleme der Kunden zu notieren und Vorschläge für hilfreiche Blog-Beiträge abzugeben.

Wie gehen Sie persönlich vor, wenn Sie nach neuen Blog-Themen suchen? Twittern Sie uns Ihre Tipps!

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Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

Ursprünglich veröffentlicht am 14. September 2017, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

Content-Marketing