„Was jemand denkt, merkt man weniger an seinen Ansichten als an seinem Verhalten“, sagte einst schon der berühmte US-amerikanisch-polnische Schriftsteller Isaac Bashevis Singer (1904 bis 1991), der 1978 sogar den Literaturnobelpreis erhielt, in Bezug auf die Körpersprache.

Viele Aspekte menschlichen Verhaltens finden nonverbal statt und müssen von anderen korrekt gedeutet werden. Um keinen Fehlinterpretationen zu erliegen, sollten Sie gerade im geschäftlichen Bereich Körpersprache deuten können.

Lesen Sie in unserem Blogartikel, wie Sie Körpersprache deuten, worauf es bei diesen Signalen ankommt und wie wichtig dies für die Gesprächsführung ist.

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Was ist Körpersprache?

Bevor wir uns näher damit beschäftigen, wie sich Körpersprache deuten lässt, stellt sich zunächst die Frage, was überhaupt genau unter Körpersprache zu verstehen ist.

Körpersprache besteht aus drei großen Teilbereichen: Mimik, Gestik und Körperhaltung

  • Bei der Gestik geht es um den Ausdruck des Körpers. Die Gesten können dabei bewusst oder unbewusst erfolgen. 
  • Mimik bezeichnet das Spiel der Gesichtsausdrücke.
  • Die Körperhaltung ist auf das Stehen, Sitzen und Gehen bezogen.

Zudem lassen sich in der Körpersprache in bewusste und unbewusste Verhaltensmuster erkennen.

  • Bewusste Aktionen sind unter anderem ein wütendes Gesicht oder das Zeigen der Faust. 
  • Zu den unbewussten Faktoren zählen beispielsweise das Stirnrunzeln oder wenn direkter Blickkontakt vermieden wird.

Es ist hilfreich, sich vor allem mit der unbewussten Körpersprache auseinanderzusetzen und diese richtig deuten zu können. Denn bei genauem Hinsehen lässt sich so eine Menge über die Befindlichkeit des Gegenübers herausfinden.

Typische Körpersprache richtig deuten

Ein perfekter sprachlicher Ausdruck und gut formulierte Sätze können in der Regel nicht über die wahre Stimmung oder die entsprechenden Gedanken eines Menschen hinwegtäuschen.

Gestik, Mimik und die Körperhaltung sorgen oft dafür, dass sich zum Beispiel im Rahmen von Vertragsverhandlungen oder Vorstellungsgesprächen beim Gesprächspartner andere Informationen ablesen lassen als die, die tatsächlich sprachlich vermittelt werden. Doch wie können Sie die Körpersprache anderer richtig deuten?

Beispiele für die Gestik

Ein der Situation angemessenes Kopfnicken kann eine positive Geste für Zustimmung sein. Das gilt auch, wenn der Gesprächspartner die Hände einsetzt, um die eigenen Aussagen zu unterstützen. 

Auf der anderen Seite können verschränkte Arme vor der Brust eher Abwehr signalisieren. Ebenso weisen Gesten wie ein nervöser bzw. verlegener Griff an die Nase und das Berühren des eigenen Halses möglicherweise darauf hin, dass der Gesprächspartner in der aktuellen Situation unter Druck steht und/oder sich unwohl fühlt.

Beispiele für die Mimik

Geht es um die Mimik, ist es ein gutes Zeichen und zeugt von Selbstvertrauen, wenn ein Mensch den Blickkontakt mit Ihnen sucht. Ein freundliches, nicht aufgesetztes Lächeln können Sie ebenfalls als eine positive Form der Körpersprache deuten.

Im Gegensatz dazu steht das Ausweichen von Blicken für Unsicherheit und Verlegenheit. Achtgeben sollten Sie auch bei Stirnrunzeln (= Unverständnis), verdrehten Augen oder einem starr geschlossenen Mund (= Verbissenheit, keine Empfänglichkeit für Tipps oder Ratschläge).

Beispiele für die Körperhaltung

Schauen Sie, ob Ihr Gegenüber eher locker geht bzw. aufrecht und gerade sitzt. Eine leichte Beugung des Oberkörpers in Ihre Richtung zeugt von Aufgeschlossenheit und Interesse.

Herabhängende (= Last zu schwer) oder hochgezogene Schultern (= Angst), ein eher zurückgeneigter Oberkörper (= Desinteresse) und Beine, die um das Stuhlbein herum positioniert sind (= Suche nach Halt) können Sie dagegen eher als eine negative Körpersprache deuten.

Interessant wird es, die Körpersprache auf den Vertrieb zu übertragen. Die folgende Körpersprache könnten Sie so deuten, dass ein potenzieller Kunde Ihnen gegenüber positiv gestimmt und zu einem Vertragsabschluss bereit ist:

  • Der Gesprächspartner wendet sich Ihnen mit dem Oberkörper zu.
  • Der Gesprächspartner intensiviert den Blickkontakt.
  • Der Gesprächspartner nickt zustimmend mit dem Kopf.
  • Der Gesprächspartner verstärkt sein Lächeln ohne aufgesetzte Wirkung.

An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass sich alle genannten Signale rund um die Körpersprache nicht nur auf den beruflichen Bereich, sondern auch auf das private Umfeld übertragen lassen.

Die Körpersprache anderer deuten und sich daran orientieren

Wissen über Körpersprache kann nicht nur dazu dienen, verschiedene Reaktionen des eigenen Gegenübers zu deuten und zu verstehen, sondern auch, um aus der eigenen Sicht für ein angenehmes und erfolgreiches Gespräch zu sorgen.

So kann die non-verbale Kommunikation die verbale Kommunikation ergänzend verstärken. Darüber hinaus bietet es sich im Gespräch an, sich mit der eigenen Körpersprache am Gesprächspartner zu orientieren.

Tritt die andere Person beispielsweise offen, freundlich und kompetent auf und sagt Ihnen das zu, sollten Sie ebenfalls angemessen lächeln und immer wieder den Blickkontakt halten. Gleiches gilt auch für die Haltung, beispielsweise die Sitzposition des anderen.

Trainieren Sie Ihre eigene Körpersprache 

Die Körpersprache spielt in allen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. Wer in etwa keine klaren Signale sendet oder unbewusst durch Gestik, Mimik und Körperhaltung Desinteresse oder Abwehr suggeriert, der riskiert unter anderem, dass geschäftliche Termine oder Verkaufsgespräche nicht wie erhofft – also mit einem positiven Abschluss – verlaufen. 

Wenn Sie sich nachhaltig mit der Körpersprache beschäftigen, können Sie der Gegenseite einen Schritt voraus sein, die Stimmung entsprechend einschätzen und darauf reagieren.

Übungen vor dem Spiegel, vor der Familie oder vor Freunden können übrigens helfen, sich des eigenen Verhaltens bewusst zu werden und besser fremde Körpersprache deuten zu können. Simulieren Sie also allein oder vor Vertrauten Verhandlungen und Gespräche und testen Sie so die Reaktionen auf Ihre Körpersprache. So gibt es gleich Feedback, das auf dem Weg zu mehr Erfolg weiterhelfen kann.

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Ursprünglich veröffentlicht am 3. Januar 2020, aktualisiert am Januar 03 2020

Themen:

Verkaufsgespräch