10 Social Media Ratschläge, die Sie ignorieren sollten

by Inken Kuhlmann

Date

28.11.2015 02:00:00

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Es gibt eine Masse an selbsternannten „Social Media Gurus“ in der Marketing Welt, die Ratschläge verteilen, obwohl Sie manchmal wenig und gar keine Erfahrung haben. Sogar die echten Social Media Experten verbreiten teils falsche Tipps, je nach persönlichen Erfahrungen. Aber wie fischt man nun zwischen all den schlechten Ratschlägen die heraus, die man wirklich befolgen sollte? 

Keine Angst! Wir haben einige der irreführendsten Ratschläge, die wir bezüglich Social Media gefunden haben, zusammen gefasst um Ihnen die richtige Richtung für Ihr Social Media Marketing zu zeigen. 

1. Sie müssen auf jedem Social Media Netzwerk vertreten sein

Besonders, wenn Ihre Zeit und Ressourcen begrenzt sind, sollten Sie sich nicht übernehmen, indem Sie versuchen auf jeder Social-Media-Seite aktiv präsent zu sein. Recherchieren Sie im Vorfeld die jeweiligen Eigenschaften und Ansprüche der Zielgruppen auf jedem Netzwerk und finden Sie so heraus, auf welches davon Sie sich am besten konzentrieren sollten. Wenn Ihre Zielgruppe auf einem Netzwerk nicht vertreten ist, dann verschwenden Sie dort keine Zeit.

Da immer wieder neue soziale Netzwerke auftauchen, sollten Sie sich auf jeden Fall vornehmen mit solchen neuen Social-Media-Kanälen zu experimentieren. Gleichzeitig sollten Sie sich aber auch nicht scheuen eine Social-Media-Präsenz wieder fallen zu lassen, wenn sich diese für Sie nicht lohnt (analysieren Sie das und lassen Sie die Zahlen sprechen). Hier bei HubSpot haben wir so ziemlich jedes soziale Netzwerk auf dem Markt ausprobiert, aber fokussieren unsere Arbeit auf solche, bei denen wir durchgehend gute Ergebnisse für unser Marketing generieren.

Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Erstellen Sie eine Persona, die Ihre Zielgruppe verkörpert und finden Sie heraus auf welchen Plattformen sich diese aufhält. Dabei sollten Sie sich zunächst auf eine Handvoll von Netzwerken beschränken. 

2. Sie brauchen kein Email Marketing

An dem Tag, an dem sich Oprah Winfrey bei Twitter angemeldet hatte, schossen die Neu-Registrierungen durch die Decke. Aber deshalb hat nicht gleich jeder seinen Email Account gelöscht. Ich bin nun seit mehreren Jahren auf Twitter, auf Facebook und LinkedIn, doch Email ist nach wie vor mein meistgenutzter Kommunikationskanal. 

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Social Media hat Email Marketing nicht ausradiert, es hat nur einen weiteren integrierten Kanal ins Spiel gebracht, mit dem Email noch stärker wurde. Denken Sie daran: Einer der ersten Schritte, um sich bei einem Social Media Account anzumelden, ist immer noch seine Email Adresse anzugeben. Über Social Media zu kommunizieren ist oftmals das Gleiche wie über Email. Bei LinkedIn zum Beispiel werden Gruppennachrichten den einzelnen Mitgliedern via Email zugeschickt. Hinzu kommt, dass viele Leute noch immer Email gegenüber Social Media bevorzugen, gerade bei verschiedenen Arten von Content.

3. Social Media ist das neue SEO

Wenn wir von Buzzwörtern reden, dann stimmt es schon: Social Media ist das neue SEO. Aber wenn wir über Funktion und Strategie reden, dann ersetzt Social Media SEO keinesfalls.

Ganz genau gesagt ist diese Rivalität wieder ein Fall von „zwei Marketing Strategien, die zusammen eigentlich viel besser funktionieren“. Social Media Posts tauchen mittlerweile in Suchergebnissen auf und das Engagement auf den Netzwerken hat Auswirkungen auf die Rankings, sodass SEO wiederrum mehr Leute auf Ihre Social Media Profile und Posts lenken kann.

Anders gesagt: Social Media ist ein zusätzlicher Kanal und kein Ersatz zu älteren Marketing-Elementen wie SEO. Die Frage ist also nicht welcher Kanal effektiver ist sondern wie Sie beide Taktiken so in Ihre Online Marketing Strategie integrieren, dass sich diese ergänzen. Eine erste Einführung dazu finden Sie hier. 

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4. Wenn Ihre Zielgruppe nicht auf Social Media ist, müssen Sie es auch nicht sein

Als aller erstes: Ihre Zielgruppe ist auf Social Media. Laut dem Pew Research Center nutzen 69% aller Erwachsenen soziale Netzwerke. Denken Sie, niemand aus Ihrer Zielgruppe gehört zu dieser Mehrheit?

Wenn Sie die Fakten nicht überzeugen, dann sehen Sie sich doch einmal die Werbemöglichkeiten auf sozialen Netzwerken an (oftmals können Sie den Targeting-Prozess durchgehen ohne wirklich eine Anzeige schalten zu müssen), um zu sehen wie viele der Nutzer tatsächlich in Ihre Zielgruppe passen.

Neben der Kommunikation mit Ihren (potentiellen) Kunden und der größeren Reichweite für Ihren Content gibt es auch andere Gründe, die für Social Media sprechen. Sie können zum Beispiel mit Influencern aus Ihrer Branchen oder mit Journalisten Kontakte knüpfen und pflegen. Wie Sie die richtigen Influencer für Ihre Industrie finden, lesen Sie hier. 

5. Werden Sie nicht persönlich

In Social Media haben Sie die Möglichkeit etwas persönlicher zu werden als auf Ihrer Website. Um ehrlich zu sein ist eine persönliche Ansprache oft der Faktor, weswegen die Leute auf Sie aufmerksam werden. Oder wie Brand-Stratege Erika Napoletano (@ErikaNapo) es formuliert hat:

„Die Leute verlieben sich nicht in Farben und Logos – sondern in Menschen“.

Zeigen Sie ruhig die persönliche Seite Ihrer Firma und Ihrer Mitarbeiter, um die Sympathien der Leute zu gewinnen. Die Leute werden dann von ganz alleine den Kontakt zu Ihnen suchen.

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Quelle: Unser globales Instagram Profil

6. Deaktivieren Sie die Kommentarfunktion, um negative Kommentare zu vermeiden... oder löschen Sie alle negativen Kommentare

Die Kommentarfunktion zu deaktivieren ist sowohl unsozial als auch dumm. Die Nutzer werden ihre Meinungen sagen, egal ob Sie es ihnen auf Ihrer Facebook Seite erlauben, oder ob sie es auf ihrer eigenen Timeline tun.

Wenn Sie Kommentare auf Ihren eigenen Beiträgen freischalten, können Sie zudem den Dialog leiten und den Nutzern angemessen antworten. Eine gute Antwort kann sogar die Meinung eines Nutzers über Ihr Unternehmen ändern. Vorsicht auch beim Löschen von negativen Kommentaren! Sie können damit ganz leicht eine Welle von weiteren negativen Beiträgen auslösen, besonders von den Usern, die Sie zensiert haben. Zudem wirken Sie dadurch nicht offen und echt (was ein wichtiger Faktor für Ihren Social Media Erfolg ist) und es könnte Leute gegen Sie aufhetzen.

7. Social Media ist komplett kostenlos

Natürlich kostet es normalerweise nichts sich auf einem sozialen Netzwerk anzumelden. Aber wenn Sie auf Social Media wirklich erfolgreich werden wollen, dann müssen Sie mehr tun.

Sie müssen die Seiten wirklich nutzen, Content veröffentlichen und mit Ihren Followern kommunizieren. All das erfordert Zeitaufwand und Zeit ist bekanntermaßen Geld. Um auf Social Media erfolgreich zu sein, müssen Sie folglich in Ihr Personal investieren. Die Unternehmen, die Social Media beherrschen, setzten zudem auf eine Marketing Analyse Software, mit der sie den ROI ihres Social Media Marketings messen, um ihre Strategien und Aktionen zu optimieren.

8. Fan/Follower Zuwachs ist die wichtigste Kennzahl

Natürlich sind Fans und Follower auf Social Media gut, aber es ist nicht so, dass diese Ihnen Geld zahlen würden. Denken Sie lieber daran, was wirklich wichtig für Ihr Business ist – Leads, Kunden, etc. – und konzentrieren Sie sich größtenteils darauf. Ich möchte hier nicht sagen, dass Fans/Follower überhaupt nicht wichtig sind, sie sind sicherlich ein Puzzleteil des großen Ganzen, das für Ihren Erfolg maßgeblich ist. Achten Sie nur darauf, dass Sie eine hohe Followeranzahl nicht zu Ihrem Hauptziel ernennen.

9. Reden Sie nur von sich und Ihrem Unternehmen

Seien wir mal ehrlich: Wenn Sie nur Posts über sich selbst und Ihr Unternehmen veröffentlichen – zum Beispiel Ihre neusten Preise, anstehende Events, die letzten Produktveröffentlichungen – wieso sollte ich mich dann für Sie interessieren? Ich will mich mit meinen Problemen, meinen Herausforderungen und meinen Interessen beschäftigen und genau darüber sollten Sie schreiben. Überlegen Sie sich wie Sie Nutzern einen Grund geben können Ihnen zu folgen und mit Ihnen zu kommunizieren. 

10. Sie brauchen keine Strategie für Social Media

Während Sie auf der einen Seite stets mit Überraschungen rechnen müssen, sollten Sie auf der anderen Seite unbedingt eine Social Media Strategie parat haben. Genauer gesagt sollten Sie Ihre Ziele kennen, die Sie versuchen mittels Social Media zu erreichen, und sich einen Weg überlegt haben, wie Sie diese Ziele erreichen wollen. Haben Sie den nötigen Content, um Ihre Posts zu verfassen? Wissen Sie mit wem und wie Sie kommunizieren möchten? Legen Sie sich einen Plan zurecht, definieren Sie, welchen Content Sie brauchen und nehmen Sie sich die Zeit, um regelmäßige Analysen durchführen zu können.

Sind Ihnen noch andere schlechte Social Media Ratschläge begegnet? Erzählen Sie uns in den Kommentaren davon und warnen Sie Ihre Mitstreiter!

 

Written by Inken Kuhlmann

Inken Kuhlmann leitet ein internationales Team von Marketern bei HubSpot. Ihr Team betreut ingesamt 3 Märkte und erstellt Content in Französisch, Deutsch und Spanisch. Im Jahr 2013 hat Sie den deutschen Blog aufgebaut und seit dem sehr viel Erfahrung im internationalen Markt gesammelt. Viele Ihrer Tipps und Erfahrungen teilt sie auf unserem Blog mit.

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