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25 November 2015 // 02:00

Neues Google+: Die wichtigsten Änderungen und Experten Meinungen (Teil 1)

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Allen Unkenrufen und Gerüchten über ein baldiges Ende von Google+ zum Trotz, bekennt sich Google weiterhin zu seinem sozialen Netzwerk – und verpasst ihm ein neues Gesicht. Was der anstehende Relaunch für Marketer bedeutet und wie er von Experten kommentiert wird, lesen Sie hier:  

Google+ im Schatten von Facebook abschalten? Kommt nicht in Frage. Wer dachte, “About Me” würde das Google+ Profil ersetzen, hat sich getäuscht. Die neue Profilverwaltung ist nämlich nur ein Teil des größten Neustarts in der Geschichte von Google+. Content und gemeinsame Interessen stehen jetzt im Mittelpunkt:

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“Einfacher, schneller, besser, soll das neue Google+ Profil sein"

Was ändert sich am User Interface? 

Die wichtigsten Änderungen sieht man am neuen Interface. Probieren Sie es selber aus: Google bietet momentan an, zwischen den beiden Versionen hin und her zu wechseln. Wir freuen uns darauf Ihre Meinung zu hören!

News-Streams im Vergleich

Mehr Inhalte, weniger Social Network

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Schon die alte Version des News-Streams war mehr auf Inhalte als auf soziale Interaktion gebürstet. Prominent vertreten war hier noch die Filter-Funktion nach “Kreisen” zur Unterscheidung von Leuten, denen man folgt. 

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Diese Leiste ist jetzt verschwunden, stattdessen gibt es nur noch eine Kategorie-Auswahl auf der linken Seite. Sie bleibt stets eingeblendet und ersetzt das Filtern nach Kreisen.

Mit der Fokussierung auf Inhalte, Sammlungen und Communities verabschiedet sich Google von einer “Social Network Funktion”. Statt nach Kreisen zu filtern, durchsucht man zukünftig direkt die Netzwerk-eigenen Kategorien “Sammlungen” und “Communities”. Konkret formuliert heißt das: 

Es interessiert auf Google+ nicht mehr, was die eigenen Kontakte treiben, sondern welche Inhalte online gehen, die meinen Interessen entsprechen.

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In unserem Test mit der vorläufigen Google+ Version zeigte sich aber, dass Google die Filter-Funktion nach Kreisen dennoch beibehalten könnte: Klickt man im alten Google+ auf einen seiner Kreise und wechselt erst dann ins neue Google+, bekommt man nur Inhalte von diesem davor ausgewählten Kreis angezeigt. Diese gefilterte Ansicht verschwindet wieder, sobald man einen der Links im neuen Google+ klickt. Die vollständige Entwicklung dieser Verknüpfung bleibt demnach abzuwarten.

Personalisierte Inhalte 

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Bisher hatten Profilbesucher die Wahl zwischen geteilten Inhalten, persönlichen Informationen, Fotos, Videos, Sammlungen und Reviews. Dabei erleichterten Tabs die Navigation.

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Die neue Ansicht ist gewöhnungsbedürftig. Verschwunden sind die Tabs zur Navigation. Dafür werden geteilte Inhalte und Sammlungen gebündelt angezeigt. Infos zur Person erhält man nur per Klick auf ein - gut verstecktes - Icon.

Auch bei der Profilansicht gibt Google den Social Network-Charakter auf. Bisher konnte man vor allem etwas über die Person selbst erfahren, mit allem drum und dran: Auch Nutzer-Bewertungen, die die Person über Geschäfte und Unternehmen in Google Maps hinterlassen hat, konnte man in Google+ aufrufen - sofern der Nutzer das in seinen Privatsphäre-Einstellungen zugelassen hat. 

Damit ist nun Schluss: Der Fokus liegt ganz klar auf den Inhalten, die eine Person im Stream geteilt hat und die sie interessieren. Erfahrungsberichte finden wieder in Google Maps statt. Wer Google+ bisher gar nicht für Content Curation genutzt hat, dessen Profil erscheint jetzt vielleicht etwas verwaist. 

Unternehmensseiten: Schluss mit Local!

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Neben der Tab-Navigation von Unternehmensseiten war das linke Drittel des Headers eine der Haupt-Attraktionen im alten Layout. Kontakt-Informationen wurden hier prominent und schnell erfassbar gezeigt.

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Im neuen Layout spielen auch auf Unternehmensseiten Inhalte die Hauptrolle. Zu den Kontaktinformationen gelangt man erst durch einen Klick auf das kleine, weiße Icon im Header.

Content steht im Vordergrund, alles andere wird versteckt

Für einige Unternehmen und Local SEOs ist das neue Layout ein Schlag ins Gesicht (dazu mehr in der Übersicht von Expertenmeinungen). Die Kontakt-Informationen sind nicht mehr auf den ersten Blick ersichtlich. Reviews verschwinden ebenfalls aus der Ansicht. Nachdem das Projekt Google+ Local schon länger aufgegeben war, ist das wohl der letzte Schritt zur Trennung von Google+ und Google Local.

Im Mittelpunkt stehen auch hier Inhalte. Posts und Sammlungen erscheinen prominent und laden zur Content Curation ein.

Als lokales Branchenbuch oder gar soziales Netzwerk für lokale Unternehmen erscheint Google+ längst nicht mehr. Eher wie eine Pinterest-Alternative mit B2B-Fokus.

Das sagen Experten zum neuen Google+

  • In den deutschsprachigen Medien wird der Relaunch als Eingeständnis interpretiert, dass die Konkurrenz zu Facebook fehlgeschlagen ist. Ingo Rentz weist im Horizont Magazin darauf hin, dass sich der Fokus eindeutig in Richtung Sammlungen und Communities, also Inhalte verschoben hat. Er sieht darin weiter den Versuch, anderen Netzwerken, wie Facebook und vor allem Pinterest, Konkurrenz zu machen. Die Erfolgsaussichten dafür schätzt er eher gering ein. Diese Ansicht, teilt sein Interview-Partner Marc Thomalla von der Hamburger Agentur Werbeboten.

  • Andreas Floemer (t3n) lobt, im Gegensatz dazu, in seinem Artikel das neue Layout; vor allem die bessere mobile Nutzer-Erfahrung und deutlich reduzierte Ladezeiten stehen im Vordergrund. Zudem würdige Google mit seiner Neugewichtung die Tatsache, dass Communites und Sammlungen (also Inhalte) bei den Google Plus-Nutzern besonders gut ankommen. 

Geteiltes Echo bei Marketern 

Die Ausrichtung auf mobile Nutzer und der Content-Fokus sind nur folgerichtig. Schließlich vollzieht Google damit nur Entwicklungen nach, die in seiner Nutzerschaft (Content) und im Allgemeinen (Mobile) schon länger laufen. Marketing-Expertin Ana Hoffman bestätigt das in Ihrem LinkedIn Artikel und bringt es auf den Punkt: 

“The new Google+ is all about connecting around common interests (Collections and Communities) rather than people (Circles).”

Im Local Search Forum ist die Resonanz, wie zu erwarten, nicht ganz so positiv. Fast alle local SEOs, beklagen die verlorenen Funktionen für lokale Unternehmen. Allerdings gibt es noch einen Hoffnungsschimmer: Das Rollout der neuen Version fand extrem früh statt - das Produkt befindet sich offensichtlich noch in der Beta-Phase. Google will seinen Nutzern damit einfach die Chance geben, zu testen und Feedback zu geben. 

Wie die finale Version aussieht, wenn das alte Layout endgültig verschwindet, steht noch nicht fest. Mit genug Feedback lokaler Unternehmen und ihrer Marketing-Berater, könnte sich das Blatt für Local SEO-Anforderungen also noch wenden. Auch wenn Mike Blumenthal es in seinem Blog-Post drastisch formuliert:

“If you haven’t gotten the message yet, it should finally be clear in the release of their new and improved G+: BUSINESS UNWELCOME.”

Was halten Sie von diesen Einschätzungen und von der neuen Plattform an sich? Das wichtigste in Kürze finden Sie noch einmal in Teil 2, in dem wir untersuchen werden in wiefern das neue Google+ Potenzial hat SEO Maßstäbe für 2016 neu zu definieren. Bis dahin schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren: wir freuen uns auf einen regen Austausch, Ihr HubSpotDACH Team

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Themen: Social Media

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