Marketing auf der Überholspur

26 November 2015 // 08:00

Neues Google+: Die 5 wichtigsten Erkenntnisse für Marketer und SEOs (Teil 2)

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Mit dem Relaunch von Google+ besinnt sich Google auf seine größte Stärke: Inhalte aufbereiten und Interessen befriedigen. Die Suchmaschine könnte damit ihre künstliche Intelligenz schärfen – und für neue Maßstäben im SEO sorgen. Mit Bezug auf Teil 1 zeigen wir, wie wichtig Google+ für Marketer und SEOs zukünftig sein könnte.

So wichtig ist Google+ für das Projekt “Intelligente Suchmaschine” 

Auch die Google-internen Erwägungen werden kommentiert, die für Marketer vielleicht erstmal nicht greifbar sind. Madhumita Murgia beschreibt im englischen Telegraph, wie mit Hilfe des Netzwerks bereits seit 2011 ein detailliertes Nutzerprofil von ihr entstand. Und das, ohne dass sie Google+ in dieser Zeit aktiv genutzt hätte. Die Datenströme, die das Surfverhalten eines Nutzers erzeugt, laufen hier zusammen. Die neue Ausrichtung zeigt mit ihrem Fokus auf Content und Communities, dass Google an dieser Schnittstelle weiter großes Interesse hat. Durch diesen Fokus setzt die Plattform ihre Konkurrenz zu Facebook fort. 

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Murgia schreibt:

“Google’s new chief executive, Indian-born Sundar Pichai has admitted this. Google Plus ensures ‘a common identity across our products,’ he has said.“  

Sie zitiert auch Bradley Horowitz, Vize-Chef der Produktentwicklung für Google Plus:

"Google Plus gives you the opportunity to be yourself, and gives Google that common understanding of who you are.”

Über die weitere Entwicklung zur intelligenten Suchmaschine spricht auch Gideon Rosenblatt in diesem sehr lesenswerten Google+ Post. Er wagt sogar die These, dass Google künftig in seiner Strategie verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen wird und Google+ darin eine zentrale Rolle spielt. Sehr trefflich kommentiert er außerdem das neue, mobilfreundliche Layout: “(...) in a mobile-first world, the desktop needs to accommodate mobile - not the other way around”

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Die 5 wichtigsten Erkenntnisse 

Mit seinen neusten Änderungen justiert Google einen seiner wichtigsten Services neu. Und für Marketer sollte klar sein: Google+ wird nicht so bald verschwinden. Ich habe aus den Meinungen der oben genannten Experten (Teil 1 und 2) und meiner Expertise deshalb 5 Aspekte zusammengefasst, die Sie künftig berücksichtigen sollten: 

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1.  Content Curation: Google+ als Sammelbecken verschiedenster Inhalte zu einzelnen Themen

Das Feature der “Sammlungen” kam bei Google+ Nutzern schon vor dem Start des neuen Google+ sehr gut an. Daher ist es aus doppelter Sicht erfreulich und logisch für Google, künftig mehr Gewicht darauf zu legen. Denn neben ihrer Beliebtheit, liefern Sammlungen Google noch einen weiteren großen Nutzen: So eindeutig, wie vielleicht sonst nirgends, drücken Nutzer mit ihren Sammlungen aus, was sie interessiert und womit sie sich auskennen. Letzteres spielt auch mit Blick aufs Marketing-Potential und SEO eine große Rolle. Für potentielle Partner, insbesondere im B2B Segment, können Unternehmen, Selbstständige, Journalisten und sonstige Dienstleister ihre Expertise in Sammlungen übersichtlich aufbereiten. 

Wenn G+ sich mit seinen Sammlungen behaupten kann, könnte der Dienst damit im B2B-Bereich wieder gefährlich für Player wie Facebook oder LinkedIn werden.

2.  Unternehmen müssen mit Content glänzen, lokale Unternehmen sind ganz raus

Für’s Erste scheint der Google Local-Traum ausgeträumt. Unternehmensseiten erscheinen jetzt im Netzwerk nicht mehr wie knappe Unternehmensportraits. Die Integration der Google+ Daten in anderen Diensten wie Suche und Maps wurde in den letzten Monaten ohnehin stark zurückgefahren. Für einige Freiberufler (zum Beispiel Fotografen, Berater oder Künstler), oder Unternehmen aus Touristik und Gastronomie, könnten die Communities in Google+ aber interessant bleiben. Hier netzwerkt man mit einer kleinen, dafür aber leidenschaftlichen Nutzerschaft.

3.  Vorerst keine Konkurrenz mehr zu anderen Social Networks

Im Moment wäre es abwegig, Google+ als direkte Konkurrenz für Facebook, LinkedIn, Twitter oder auch Pinterest zu betrachten. Es ist eher ein “Special Interest Network”, bei dem die vertretenen Interessen noch nicht so genau definiert sind. In manchen Branchen gibt es aber bereits sehr aktive Communites und Influencer. Dazu zählt auch Online Marketing! Anders als in den meisten sozialen Netzwerken, sind die Communities und User-Profile generell offen und frei lesbar. Schmökern, Austauschen und Vernetzen bietet sich an.

4.  Wer sich nicht an mobile Nutzer richtet, verliert

Die bisherige Version, die für Desktop-Browser optimiert war, wird durch eine “mobile first”-Variante abgelöst. Damit bestätigt Google den Trend, den Gideon Rosenblatt so schön auf den Punkt gebracht hat: Zukünftig muss man die Browser-Variante an die Mobil-Variante anpassen – und nicht mehr umgekehrt.

5.  Google entwickelt mit Google+ seine Suchmaschine weiter

Die ideale Suchmaschine würde einfach mit jeder Suche dazulernen, die ein Nutzer ausführt. Außerdem könnte sie auf dem Nutzerverhalten basierend ein ziemlich gutes Profil ihres Anwenders erstellen. Google+ mit seinem neuen Schwerpunkt auf Interessen und Inhalte könnte einen großen Teil dazu beitragen, dass Google seine Nutzer und ihre Bedürfnisse beim jeweiligen Thema noch besser versteht. 

Fazit 

Google hat das Rollout der neuen Version sehr früh gewagt. Einiges riecht noch stark nach “beta” am neuen Google+ und die ständige Wechselmöglichkeit zwischen beiden Versionen gibt es aus einem guten Grund: Die finale Version wird sicher noch ein wenig anders aussehen. Auch dank des Nutzer-Feedbacks, das sich Google jetzt einholt.

Fest steht aber, dass Google mit diesem Relaunch eindeutige Schwerpunkte setzt. Nutzer können und sollen Wissen und Interessen sammeln und kuratieren. Wenn sie dieses Angebot annehmen, wird es erst richtig spannend. Denn dann erleichtern sie nicht nur Google die Weiterentwicklung seiner Suchmaschine, sondern bringen auch Google+ wieder als Netzwerk ins Geschäft: Und diese Konkurrenz könnte sich dann gegen jedes andere Social Network richten. 

Themen: Social Media

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