Im Dezember letzten Jahres hat Facebook große Änderungen im User Newsfeed vorgenommen. Sicherlich haben die meisten von uns bemerkt was dann passiert ist. Die eigenen Posts wurden bei unseren Fans nicht mehr angezeigt und wir haben als Unternehmen reichlich an organischer Reichweite verloren.

 

Nahezu jeder war empört und hat sich beschwert, dass Facebook ihren Paid Channel dadurch mehr stärken wollte.

Doch warum ist Facebook das Risiko eingegangen und hat so viele Marketer verärgert? 

In einem Artikel von Brian Bloan, Facebook’s Produkt Marketing Manager, erklärt er warum die Änderung vorgenommen wurde. Fakt ist, dass der durchschnittliche Facebook User 1.500 Posts in seinem Newsfeed haben kann. Und das nicht nur einmal am Tag, sondern jedes Mal wenn er sich einloggt. Das ist natürlich viel zu viel Information, die eine einzelne Person gar nicht mehr filtern kann. Familienfotos, Babyfotos, Updates von Marken, Partybilder und Kommentare von Freunden und deren Freunden könnten jedem einzelnen komplett angezeigt werden, doch das macht wenig Sinn. Deshalb hat Facebook versucht diese Menge von Daten etwas zu filtern.

Egal ob wir es mögen oder nicht. Der Facebook Newsfeed Algorithmus wurde so designt, dass er dem User nur noch für ihn relevante Informationen anzeigt. Anstatt 1.500 Posts zu zeigen werden diese auf 300 limitiert. Das bedeutet, dass ein Facebook User nur 20% von dem sieht, was er eigentlich sehen könnte. Für Unternehmen bedeutet, dass eine rund 10% geringere Reichweite. 

Für mich persönlich erscheinen selbst diese Zahlen noch etwas gering, da ich aus eigener Erfahrung einen deutlicheren Rückgang sehen konnte. Das wird aber wohl recht individuell von der eigenen Marke und den Fans abhängig sein. 

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Des Weiteren beschreibt Bolan, dass sich Facebook dazu entschieden hat den Newsfeed für den User zu verbessern und nicht um Marken zu bestrafen und zur Paid Promotion zu zwingen. Natürlich kann man das auf der einen Seite nachvollziehen, da Werbung selten von Wert ist, doch Facebook rückt seine Promotion hiermit deutlich in den Vordergrund.

Wir haben selbst sehr stark gemerkt wie unsere organische Reichweite zurückgegangen ist und daraufhin unsere Facebook Aktivität und Aktionen gekürzt. Nach ein paar weiteren Paid Promotions war für uns klar, dass die Qualität des Traffics geringer geworden ist. Wir konnten über Facebook nicht mehr so viele qualitative Leads gewinnen.

Das hat uns dazu bewegt verstärkt andere Kanäle einzusetzen. Auch wenn wir womöglich das beste Beispiel für qualitative Inhalte sind, konnten wir es nicht schaffen die Reichweite nur ansatzweise zu halten. Facebook sagt hingegen: 

Organic content still has value on Facebook, and Pages that publish great content — content that teaches people something, entertains them, makes them think, or in some other way adds value to their lives — can still reach people in News Feed. 

Diese Erfahrung haben wir in diesem Maße nicht gemacht und nur festgestellt, dass wenn man viel Geld ausgibt man für ein paar Tage nach der Promotion eine höhere Reichweite erhält.

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Wie bereits angenommen, sind die Seiten mit mehr viralem Content Medienunternehmen und Verlage. Lokale Unternehmen und marken schaffen es leider oftmals nicht einen viralen Effekt auszulösen und verlieren somit am meisten Reichweite. Wie so oft trifft es in diesem Fall auch die kleinen, da sich solche Unternehmen wenig Werbung leisten können. Die großen Seiten haben hingegen schon reichlich Fans und können mit ein wenig bezahlter Unterstützung die Zahlen aufrecht erhalten. 

Aus diesen Erkentnissen kann man die eigene Strategie nur noch einmal überdenken. Wir haben uns nach der News Feed Änderung stark auf die Analyse von Facebook Interaktionen konzentriert und für uns festgestellt, dass andere Plattformen bessere Kontakte generieren. Die Analyse hat uns in diesem Fall einmal die Augen geöffnet.

Statt weiter so stark auf Facebook zu setzen haben wir uns jetzt mehr mit anderen Netzwerken angefreundet und fokussieren uns auf Twitter, Pinterest, Google+ und YouTube.

Was sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie etwas an Ihrer Strategie geändert oder akzeptieren Sie die reduzierte Reichweite einfach? 

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Ursprünglich veröffentlicht am 22. Juli 2014, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

Facebook-Marketing