Google ist unter Suchmaschinen so deutlich der Marktführer, dass manchmal ganz vergessen wird, dass es durchaus auch noch Konkurrenten gibt – und dass diese mitunter sehr hilfreiche Tools und Daten zur Verfügung stellen. So zum Beispiel Deutschlands Nummer zwei Bing mit den Webmaster Tools.

Was dieses Werkzeug kann, wie es sich von Googles Search Console unterscheidet und für wen die Nutzung von Vorteil ist, verraten wir in diesem Beitrag.

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Was sind die Bing Webmaster Tools?

Bing ist die in Deutschland am zweitmeisten genutzte Suchmaschine. Im September 2020 kam sie am Desktop auf einen Marktanteil von 9,72 Prozent. Mobil waren es nur 0,62 Prozent - aber das reicht immer noch für Rang 2 hinter Google.

Um den Nutzerinnen und Nutzern zu helfen, bessere Rankings zu erzielen, bietet der Betreiber Microsoft kostenlos die Webmaster Tools für Bing an. Sie funktionieren im Kern wie die Search Console von Google. Nutzende bekommen Daten dazu, welche Leistung ihre Webseite in den Suchergebnissen erbringt, für welche Keywords sie gefunden wird, wie die Click-Through-Rate (CTR) aussieht und einiges mehr.

Außerdem können über die Webmaster Tools Sitemaps zur Verfügung gestellt werden und das Programm hilft dabei, Fehler bei der Indexierung und beim Crawling aufzudecken.

Wie unterscheiden sich die Webmaster Tools von der Google Search Console?

Um sich von der Google Search Console abzuheben, bietet Bing zwei besondere Funktionen an.

Erstens liefert das sogenannte Inbound Link Tool eine Liste mit Backlinks, die zu Ihrer Webseite führen. Das mag erstmal wenig spektakulär klingen, denn die Search Console hat eine ganz ähnliche Funktion. Bing wirbt aber damit, weiter in die Tiefe zu gehen und mehr Links anzuzeigen als die Konkurrenz. Darüber hinaus können Sie Ihr Backlink-Profil mit dem von ein bis zwei anderen Seiten vergleichen.

Noch viel interessanter dürfte für die meisten Webmaster Bings Keyword Research Tool sein. Auf Basis der organischen Impressionen pro Suchanfrage soll es Nutzenden helfen, Keywords besser einzuordnen und dadurch die eigene Auffindbarkeit im Internet gezielt zu erhöhen.

Vielleicht erinnern Sie sich: Etwas ähnliches konnte auch der Keyword-Planner von Google Ads (ehemals Google AdWords) einmal. Heute erhalten Sie dort kostenlos aber nur noch sehr eingeschränkt Daten. Statt eines konkreten Suchvolumens zeigt der Keyword-Planner einen vagen Von-Bis-Wert an.

Das bedeutet, dass das Keyword Research Tool von Bing mit seinen konkreten Zahlen tatsächlich einen vielversprechenden Mehrwert liefert. Zusätzlich können Sie sich zu jedem Suchbegriff verwandte Keywords, Fragen zum Thema und die Entwicklung der Suchanfragen in den vergangenen Monaten anzeigen lassen.

Vor- und Nachteile der Bing Webmaster Tools

Das Keyword Research Tool kann getrost als einer der größten Vorteile der Bing Webmaster Tools betrachtet werden. Zwar können Keyword-Daten auch auf anderen Wegen gewonnen werden – die sind aber in der Regel kostenpflichtig. Die wenigen Gratis-Alternativen arbeiten mit kleineren, weniger leistungsstarken Datenbanken und sind deshalb oft weniger zuverlässig in den Werten, die sie ausgeben. Bing schließt hier also eine Lücke, die viele Webmaster bereits geschmerzt haben dürfte.

Auf der anderen Seite müssen wir darauf hinweisen: Bing hat in vielen Ländern einen verschwindend geringen Marktanteil. Während er etwa in den USA im Jahr 2020 zwischen rund 12 und fast 14 Prozent lag (je nach Monat), bewegte er sich im weltweiten Schnitt nur zwischen 5,5 und 6,5 Prozent.

Zur Erinnerung: In Deutschland schwankt der Wert zwischen 9,72 Prozent am Desktop und 0,62 Prozent auf Mobiltelefonen.

Je geringer die Zahl der Suchanfragen über Bing, desto weniger aussagekräftig sind auch die Daten in den Webmaster Tools. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie sich dort anmelden.

Weiterer Nachteil: Der Hilfebereich der Webmaster Tools ist nicht ins Deutsche übersetzt. Während Sie die Funktionen an sich auf Deutsch nutzen können, müssen Sie sich Anleitungen und Vorschläge für Problembehebungen auf Englisch zu Gemüte führen. Das ist womöglich ebenfalls auf den geringen Marktanteil zurückzuführen.

Für wen lohnen sich die Webmaster Tools?

Lohnenswert ist ein Blick in die Webmaster Tools vor allem dann, wenn Sie sich an eine Zielgruppe richten, die oft Bing für Suchanfragen verwendet. In erster Linie wird das Menschen betreffen, die aus einem Land mit vergleichsweise hohem Marktanteil von Bing stammen – zum Beispiel den USA.

Es ist aber auch denkbar, dass innerhalb Deutschlands bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Branchen bevorzugt auf Bing zurückgreifen. Um das einschätzen zu können, sollten Sie regelmäßig analysieren, über welche Traffic-Kanäle Besucherinnen und Besucher auf Ihre Webseite kommen.

Fazit: Bings Webmaster Tools als sinnvolle Ergänzung zur Search Console

Halten wir fest: Die Webmaster Tools von Bing bieten einige interessante Daten an, die Sie für Ihre SEO und die Optimierung Ihrer Webseite nutzen können. Allerdings sind diese Zahlen weniger aussagekräftig als die, die Sie in der Google Search Console erhalten, weil viel weniger Menschen Bing als Suchmaschine nutzen.

Auch der Nutzen der Daten ist dadurch natürlich beschränkt. Denn selbst, wenn wir davon ausgehen, dass alle Werte aus den Webmaster Tools realistisch sind, beziehen Sie sich eben doch immer nur auf die Suchergebnisse in Bing. Das bedeutet, dass Sie Ihre Webseite damit auch nur für Rankings in dieser Suchmaschine optimieren können.

Wie sinnvoll das angesichts der aktuellen Nutzerzahlen ist, müssen Sie letztlich selbst beurteilen. Aus unserer Sicht ist es in jedem Fall sinnvoller, sich auf Google als Suchmaschine zu konzentrieren und damit auch primär die Google Search Console zu nutzen. Die Bing Webmaster Tools können aber eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

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Titelbild: oatawa / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 12. Februar 2021, aktualisiert am Februar 12 2021

Themen:

SEO