In der Politik haben Social Bots während des US-Wahlkampfs 2016 großes Aufsehen erregt. Sie stehen in der Kritik, politische Meinungen zu formen und die Gesinnung der Nutzerschaft mitzubestimmen.

Doch auch für Unternehmen können die programmierten Computer-Roboter Schwierigkeiten bereiten. Shitstorms und Fake News sind Herausforderungen, denen sich Business-Accounts in den sozialen Netzwerken stellen müssen.

Wie Sie Social Bots erkennen, was dahintersteckt und wie Sie auf Fake News reagieren sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Download: Leitfaden Social-Media-Krisenmanagement

Wie funktionieren Social Bots?

Social Bots sind programmierte Software-Agenten. Sie übernehmen in den sozialen Netzwerken Handlungen, die normalerweise von menschlichen Usern durchgeführt werden. Hinter Social Bots stecken Algorithmen, die festlegen, welche Handlungsketten von dem Roboter realisiert werden sollen. 

Das Vorgehen: Bots suchen in den sozialen Netzwerken in der Regel nach bestimmten Keywords. Tauchen diese in der Twitter-, Facebook- oder Instagram-Timeline auf, führt der Social Bot die programmierte Handlung durch. 

Ein Beispiel: Ein Bot erkennt das Keyword „Gewinnspiel“ unter einem Instagram-Post. Daraufhin werden Fake-Nachrichten an Abonnierende des Kanals geschickt, um Ihnen fälschlicherweise mitzuteilen, dass sie gewonnen haben – natürlich von einem Fake-Profil aus. Der Bot gelangt so an die Daten der User. 

Bots übernehmen darüber hinaus auch andere Funktionen in den sozialen Netzwerken – selten sind diese jedoch mit einer positiven Absicht verknüpft. Social Bots können Kommentare posten, Beiträge liken und fiktive Gespräche entfachen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch immer um die gleiche Aktion oder den gleichen Kommentar.

Mit etwas mehr Programmieraufwand sind jedoch auch Chatbots möglich, die komplette Gespräche führen. Eingesetzt werden Social Bots für PR- oder Marketingtäuschungen und gehäuft auch für politische Zwecke

Mensch oder Maschine: Wie Sie Social Bots erkennen

Social Bots werden eingesetzt, um Diskussionen einzuleiten, eine Opposition zu verstärken, Shitstorms zu entfachen, (Meinungs-)Trends anzustoßen oder Fake News zu verbreiten. Wie Sie sehen, ist die Liste der negativen Gründe wesentlich länger als die der positiven. Selbstverständlich steht dahinter eine menschliche Absicht – nämlich die des Entwicklers. 

Social Bots sind in den sozialen Netzen allgegenwärtig und sollten am besten erkannt werden, bevor sie auf Ihren Profilen Unfrieden stiften, Ihre Follower in die Irre führen können und Ihrer Reputation schaden. Die Entwickler geben sich jedoch stetig mehr Mühe, Bots menschenähnlich zu programmieren, weshalb es gar nicht so leicht ist, den Unterschied zwischen Mensch und Maschine auf Anhieb zu erkennen.

Aus diesem Grund haben wir Ihnen einen kleinen Leitfaden mit unseren besten Tipps zusammengestellt, damit Sie einen Bot nicht mit einem Social-Media-Troll verwechseln.

1. Verwenden Sie Anti-Bot-Software

Die Software Botswatch hat es sich zur Aufgabe gesetzt, falschen Content und Fake-Accounts in den sozialen Medien zu identifizieren. Jedoch setzt das Tool dabei vor allem auf die Häufigkeit der Veröffentlichung – so könnte auch ein besonders aktiver Account fälschlicherweise als Bot eingestuft werden. Mit dem Online-Service Botometer lassen sich zudem Twitter-Profile auf ihre Echtheit prüfen. 

2. Vertrauen Sie auf Ihr Urteilsvermögen

Darüber hinaus sollten Sie jedoch auch Ihr eigenes Urteilsvermögen nutzen, um zu enttarnen, ob es sich um ein Fake-Profil handelt. Anti-Bot-Programme stehen nämlich noch am Anfang. Viele Influencer- und Celebrity-Accounts werden von Social Bots imitiert. Überprüfen Sie deshalb stets, ob es sich um einen verifizierten Account handelt. Sie erkennen diesen am blauen Haken. 

3. Identifizieren Sie wiederkehrende Muster

Ein Blick in die Follower-Liste kann außerdem Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen echten Account handelt – denn Bots folgen oftmals Bots. Postet ein Account immer wieder dieselben Kommentare unter Ihren Posts, können Sie auch davon ausgehen, dass es sich um einen Social Bot handelt. 

Sollten Sie sich nicht sicher sein, so können sie austesten, ob der Account auf Gespräche eingehen kann. Bots sind längst nicht mehr einsilbig, aber lange nicht so kreativ wie der Mensch. Ein normales Gespräch werden Sie mit einem Bot kaum führen können – stattdessen erhalten Sie vorgefertigte Texte und stets dieselben Textmuster. 

Das Dilemma von Social Media: Fake News und Shitstorms 

Social Bots versuchen die User zu blenden oder zu irritieren. Nicht selten steckt dahinter die Absicht, dem Image eines bestimmten Profils zu schaden. Fake News (deutsch: Falschmeldungen) werden verbreitet und Shitstorms, bei denen ein Account gehäuft mit negativen Kommentaren überflutet wird, angezettelt.

Wird Ihr Account von einem Social Bot heimgesucht, sollten Sie transparent mit der Situation umgehen. Verfolgen Sie dazu stets ein digitales Reputationsmanagement, das den Richtlinien und Werten Ihres Unternehmens entspricht.

Kommt Ihnen ein Social Bot beispielsweise bei einem Gewinnspiel auf Social Media in die Quere, dann informieren Sie Ihre Follower umgehend. Entschuldigen Sie sich bei den betroffenen Personen und leiten Sie entsprechende Maßnahmen ein. 

Es kann außerdem hilfreich sein, Aufklärung über Social Bots zu betreiben und Ihre Follower auf die Problematik aufmerksam zu machen – denn nur 22 Prozent der Deutschen wissen, was es mit dem Begriff Social Bot auf sich hat.

Kommentiert ein Bot immer wieder denselben Text, haben Sie (unter anderem auf Instagram) auch die Möglichkeit, bestimmte Worte aus den Kommentaren Ihrer Post auszuschließen. 

Vor allem auf Twitter toben Social Bots, da Tweets eine sehr einfache Post-Struktur haben. Doch auch Facebook, Instagram und Co. sehen sich zunehmend mit dieser Herausforderung konfrontiert.

Inwiefern Social Bots politische Meinungen beeinflussen und die Demokratie bedrohen, ist bis dato ungeklärt. Doch für Unternehmen können Fake News und Hasskommentare gravierende Folgen haben – vor allem, wenn darauf nicht angemessen reagiert wird. 

Fazit: Social Bots sind zunehmend schwieriger zu erkennen

Die Entwickler von Social Bots bemühen sich fortlaufend, menschliches Handeln in den sozialen Netzwerken zu imitieren, um Falschnachrichten zu verbreiten, ihre eigene Agenda durchzusetzen und dem Image bestimmter Accounts zu schaden.

Greifen Sie deshalb schnell ein, sobald Sie merken, dass Ihr Profil von einem Social Bot attackiert wird. So können Sie sich und Ihre Community schützen.

New Call-to-action

Titelbild: Patrick Daxenbichler / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 16. April 2021, aktualisiert am April 16 2021

Themen:

Social-Media-Marketing