Neue Social-Media-Profile werden oft mit großem Elan und den besten Absichten erstellt. Doch nach der ersten Welle an Content-Ideen kann es mitunter schwierig werden, den Redaktionsplan mit spannenden Inhalten für die eigene Zielgruppe zu befüllen. Es werden schließlich laufend neue Ideen – zugeschnitten auf die Buyer-Persona – benötigt. Die Ideenfindung für neue Inhalte, die die Zielgruppe ansprechen und aktivieren, zählt zu den täglichen Herausforderungen eines Social-Media-Managers.

Eine Content-Strategie funktioniert nur dann gut, wenn neue Ideen in die laufende Social-Media-Redaktionsplanung eingehen. In diesem Artikel lernen Sie fünf Content-Formate kennen, die Sie für Ihr Unternehmen und Ihre Kanäle anpassen können, um so einfacher Inhalte zu kreieren.

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Content-Ideen für Social Media

1. Regelmäßig wiederkehrende Motive

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Schließlich halten wir uns gerne in einer gewohnten Umgebung auf, erschließen selten neue und brechen noch seltener aus alten Gewohnheiten aus. Dasselbe gilt auch für die Inhalte, die wir konsumieren. Nutzer lieben regelmäßig wiederkehrende Formate und Themen sowie die Möglichkeit, selbst einen Teil dazu beizutragen – und hier bieten Social Media vielfältige Optionen. 

Einige der bekanntesten Beispiele für regelmäßig bzw. wöchentlich wiederkehrende Motive sind der #ThrowbackThursday und #FollowFriday auf Twitter oder der #Caturday auf Instagram. Natürlich gibt es für jeden Wochentag unzählige wöchentlich wiederkehrende Hashtags, die man mit kreativen Inhalten für sich nutzen kann.

Einige Beispiele für wiederkehrende Content-Motive:

  • #MusicMonday
  • #TravelTuesday
  • #WednesdayWisdom
  • #ThrowbackThursday
  • #FollowFriday
  • #FlashbackFriday
  • #Caturday (Katzen dürfen natürlich im Social Web nicht fehlen!)
  • #ScienceSunday
  • Nutzer, Fan oder Follower des Monats 

So findet sich seit beispielsweise seit Jahren ein wiederkehrendes Content-Motiv im Redaktionsplan des Kameraherstellers Nikon. Bei einem Fotowettbewerb reichen Fans Bilder ein, und das Gewinnerbild wird anschließend für einen Monat als Titelbild der Facebook-Seite verwendet. Mittels dieses Formats regt Nikon regelmäßig die Community an, mit der Marke zu interagieren.

Beispiel für Social-Media-Inhalt
Bild: Screenshot auf facebook.com/NikonDeutschland

2. Fortlaufende Geschichten

Geschichten sind seit jeher ein beliebtes und wirksames Kommunikationsmittel und können dazu beitragen, die Nutzer-Interaktion zu erhöhen – zum Beispiel wenn Nutzer durch Abstimmung in den Kommentaren den Verlauf der Geschichte aktiv beeinflussen können. Diese Art des Storytellings erfordert jedoch flexible Unternehmensstrukturen und kreativen Spielraum. Eine fortlaufende Geschichte mit Entscheidungsbäumen im Redaktionsplan längerfristig im Voraus zu planen, ist oft nur schwer umsetzbar und sehr zeitaufwändig. Besser funktioniert dieses Format, wenn man flexibel auf die Reaktionen der User eingehen kann und den weiteren Verlauf der Geschichte darauf aufbaut. 

Wenn wir von Storytelling in Social-Media sprechen, dann dürfen in diesem Zusammenhang zwei Marken als Beispiel nicht fehlen. 

Red Bull hat mit dem Weltraum-Sprung von Felix Baumgartner eine der spektakulärsten Geschichten erzählt. Über Jahre hinweg wurden die Vorbereitungen für den Sprung in den verschiedenen Social-Media-Kanälen und auch medienübergreifend begleitet. Den Red Bull Stratos-Sprung haben mehr als 8 Millionen Menschen gleichzeitig im YouTube-Livestream verfolgt, 3,2 Millionen Tweets sorgten für ein weltweites Trending Topic auf Twitter und das Foto des Sprungs auf Facebook hat mehr als eine Million „Gefällt mir“-Angaben erhalten. 

Lego wiederum hat es geschafft, mit dem Lego Movie und den Lego Creator Apps die Community durch kurze Videosequenzen zu aktivieren. Damit produziert Lego laufend mehrere Geschichtsstränge, bei denen Produkte in den Fokus der Handlung gestellt und die Community-Mitglieder aktiviert werden, mit der App selbst Geschichten zu erstellen.

3. Live-Formate

Live-Videos und Streaming zählen im täglichen Ringen um Reichweite und die Aufmerksamkeit der Nutzer zu den effektivsten Content-Formaten. Das Besondere daran ist die vielseitige Einsetzbarkeit. Zu den häufigsten Inhalten bei Live-Videos gehören Events, Webinare, Showcases oder einfach nur kurze Kommentare als Impuls für den Tag. Eine besondere Form des Live-Videos auf Facebook sind Live-Reaction-Umfragen. Bevor Sie eine solche Umfrage starten, sollten Sie jedoch die Facebook-Richtlinien genau lesen. 

Ein sehr positives Beispiel für Live-Inhalte sind Webinare, wie sie der Experte für Konversionsratenoptimierung, Nils Kattau, regelmäßig auf Facebook überträgt. Dabei findet entweder ein Know-how-Transfer durch Impulsvorträge statt oder es wird, wie in dem gezeigten Beispiel unten, eine Live-Analyse von Landing-Pages vorgenommen. Im Mittelpunkt steht hier der Wissens- und Informationsaustausch.

4. Informative Inhalte

Soziale Netzwerke sollen nicht nur bei direkterer Kommunikation helfen, sondern auch die existierende Distanz zwischen potenziellen Kunden und der Marke verringern. Genau dort setzt auch diese Content-Idee für den Redaktionsplan an. Marken haben mit Informationen aus dem Unternehmen, die normalerweise nur für Mitarbeiter verfügbar sind, aber auch mit hilfreichen Tipps und Tricks die Möglichkeit, interessierten Menschen mehr von ihrer Unternehmenskultur, Einblicken in das Unternehmen oder Hilfestellungen die Möglichkeit, bei potenziellen Kunden im Kopf hängen zu bleiben und Sympathie aufzubauen. 

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Feuerwehrfahrzeughersteller Rosenbauer. Für die Social-Media-Kanäle des Unternehmens werden laufend Inhalte erstellt und geteilt, die der Zielgruppe – Feuerwehrmännern und -frauen – bei technischen Herausforderungen im Feuerwehreinsatz weiterhelfen. Zudem werden sie mit regelmäßigen Quiz unterhalten, über Produktneuheiten informiert, bekommen Mitarbeiter vorgestellt oder Teile der Produktion eines Fahrzeuges zu sehen. Alle diese Informationen machen die Marke greifbarer und bringen sie ein Stück näher an die Zielgruppe. Im Rahmen eines eigenen Events, des Rosenbauer Tech Day, konnten mit dem begleitenden Hashtag #RosenbauerEncore zudem nicht nur eingeladene Gäste dabei sein. Über die Social-Media-Kanäle des Unternehmens wurden laufend Eindrücke des Events mit der Community geteilt.

5. Promotions

Eines darf in Ihrem Social-Media-Redaktionsplan natürlich nicht fehlen: Promotions, Gewinnspiele und Produktvorstellungen. Zugegeben, der vertriebliche Aspekt sollte bei den Inhalten nur einen geringen Anteil ausmachen, aber schließlich muss auch Social-Media-Marketing seinen Beitrag zu den Unternehmenszielen liefern.

Ein Beispiel für wiederkehrende Promotion-Inhalte in einem Redaktionsplan – sogar mit eigenem Hashtag – liefert paysafecard, ein Online-Prepaid-Zahlungsmittel. Mit dem regelmäßig genutzten Hashtag #PINWIN werden User für die Promotions aktiviert und können an dem Gewinnspiel per Kommentar teilnehmen.

Beispiel für Social-Media-Inhalt
Bild: Screenshot auf facebook.com/paysafecard

Wie Ihnen diese Ideen in der Redaktionsplanung helfen können

Diese fünf Content-Ideen sollen Ihnen als Impuls für die laufende Redaktionsplanung Ihrer Social-Media-Kanäle dienen. Wie Sie beim Lesen selbst gemerkt haben werden, können sich Formate mitunter auch überschneiden, etwa im Fall des „Whiteboard-Friday“ als regelmäßiges Weiterbildungsformat. 

Nicht jeder dieser Ansätze ist für jedes Unternehmen oder jede Marke geeignet. Verstehen Sie diese Ideen als Anreize, die Sie mit entsprechenden Anpassungen selbst verwenden oder als Diskussionsgrundlage für Ihr nächstes Meeting nutzen können.

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Ursprünglich veröffentlicht am 25. Mai 2017, aktualisiert am Mai 14 2020

Themen:

Social-Media-Marketing