Mehr als jede dritte Website weltweit nutzt das Content-Management-System WordPress. Kein Wunder: Es besticht durch Flexibilität, Vielseitigkeit, Nutzerfreundlichkeit und ansprechende Designs. Allerdings bringt Ihnen auch die schönste und pflegeleichteste Website gar nichts, wenn niemand sie findet. Deshalb sollten Sie sich so früh wie möglich mit dem Thema WordPress-SEO auseinandersetzen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten und welche Plugins Ihnen die Arbeit erleichtern können.

Download: Arbeitsmappe für die Neugestaltung Ihrer Website

WordPress-SEO: Die wichtigsten Grundeinstellungen

Bevor Sie irgendetwas an Ihrer Website selbst tun, sollten Sie kontrollieren, dass Sie einen guten Hoster gewählt haben. Einer der wichtigsten Ranking-Faktoren für Google ist die Ladegeschwindigkeit Ihrer Seite – und die hängt entscheidend vom Hosting ab.

Wählen Sie deshalb unbedingt einen Hoster, der PHP 7, http/2 und einen integrierten Caching Layer bietet. All diese Punkte verbessern die Ladezeiten. Auch kostenlose SSL-Zertifikate sollten enthalten sein, damit die Sicherheit Ihrer Wordpress-Website gewährleistet ist.

Gute Hoster sind zum Beispiel Raidboxes, Flywheel und All-Inkl.

Achten Sie außerdem darauf, ein SEO-freundliches WordPress-Template zu wählen. Es sollte ebenfalls kurze Ladezeiten aufweisen, sauber programmiert sein und ein responsives Design haben. Der letzte Punkt ist essentiell, damit Ihre Seite auch auf Mobilgeräten einwandfrei funktioniert, denn auch das ist ein elementarer Ranking-Faktor.

Haben Sie einen guten Hoster und ein gutes Theme, können Sie sich den Grundeinstellungen in WordPress widmen.

Website für Suchmaschinen zugänglich machen

Suchmaschinen können Ihre Website nur dann analysieren und in ihren Index aufnehmen, wenn Sie ihnen die Erlaubnis dazu erteilen.

Öffnen Sie in WordPress die Einstellungen und wählen Sie den Punkt „Lesen“. Ganz unten finden Sie die Einstellung „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Entfernen Sie das Häkchen aus dem dazugehörigen Kasten und klicken Sie auf „Änderungen speichern“.

SSL-Verschlüsselung einrichten

Der SSL-Standard sorgt dafür, dass alle Daten auf Ihrer Website verschlüsselt übertragen werden. Auf Seiten, die nicht verschlüsselt sind, bekommen Nutzer die Warnung „nicht sicher“ angezeigt. Außerdem schadet ein fehlendes SSL-Zertifikat Ihrem Ranking.

Ihre Seite ist bereits verschlüsselt, wenn die URL mit https statt http startet und ein kleines Schloss vor der Adresszeile angezeigt wird. Sollten Sie noch eine http-Adresse haben, können Sie einfach umsteigen.

Sie bekommen ein SSL-Zertifikat von Ihrem Hoster. Installieren Sie es auf Ihrem Server. Anschließend öffnen Sie in WordPress die Einstellungen und klicken auf „Allgemein“. Ändern Sie in den Feldern „WordPress-Adresse“ und „Website-Adresse“ das http zu einem https um. Wählen Sie dann im Menü den Punkt „Permalinks“ und klicken Sie auf „Änderungen speichern“.

Alle Inhalte, die Sie künftig erstellen, werden nun verschlüsselt. Ältere Inhalte müssen Sie gegebenenfalls manuell oder über das Plugin Better Search Replace aktualisieren.

Sprechende URLs aktivieren

Eine weitere wichtige SEO-Einstellung in WordPress betrifft die URLs, auch Permalinks genannt. Empfehlenswert sind sogenannte sprechende URLs, die von Menschen gut lesbar sind und Keywords statt Zahlenkolonnen enthalten.

Rufen Sie in den Einstellungen den Punkt „Permalinks“ auf. Wählen Sie dort die Option „Beitragsname“ und speichern Sie die Änderung.

Aber Vorsicht: Diese Einstellung sollten Sie nur unbedacht vornehmen, wenn Ihre Website neu ist. Haben Sie bisher mit einem anderen URL-Format gearbeitet, müssen Sie nach einer Änderung Weiterleitungen einrichten. Sonst laufen die bereits im Internet kursierenden Links auf Ihre Seite mit einem Mal ins Leere.

Auf WordPress sorgen SEO-Plugins für mehr Einstellungsmöglichkeiten

Auf viele Einstellungsmöglichkeiten erhalten Sie erst Zugriff, wenn Sie ein SEO-Plugin installieren. Dabei haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Erweiterungen mit unterschiedlichen Funktionen.

Plugins machen es zum Beispiel möglich, den Meta-Title und die Meta-Beschreibung von Seiten und Beiträgen zu bearbeiten. Zudem analysieren Sie Ihren Content auf die gängigsten SEO-Regeln hin und geben Ihnen Hinweise, wie Sie Ihr Ranking verbessern können. Einige Plugins weisen auch strukturierte Daten aus, erstellen Sitemaps oder lassen Sie bei Bedarf 301- und 302-Weiterleitungen einrichten.

Yoast SEO für WordPress: Beliebtes Plugin für Einsteiger

Yoast SEO zählt zu den bekanntesten SEO-Plugins für WordPress. Nach der Installation werden Sie Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt. Danach ist Yoast SEO permanent im Hintergrund aktiv, um Ihre Website für Suchmaschinen attraktiver zu machen.

Wenn Sie eine neue Seite oder einen Beitrag anlegen, finden Sie dank Yoast ganz unten die Möglichkeit, die Metadaten manuell festzulegen. Außerdem können Sie ein Fokus-Keyword eingeben und Ihren Text analysieren lassen. Das Plugin wird Sie unter anderem darauf hinweisen, wenn das gewählte Keyword zu häufig oder zu selten im Text vorkommt oder wenn Sie Ihre Zwischenüberschriften noch nicht optimiert haben.

Abschließend können Sie Inhalte als Cornerstone-Inhalte markieren und Google so anzeigen, dass diese Inhalte besonders wichtig sind.

Nach einem kostenpflichtigen Upgrade auf Yoast Premium können Sie Weiterleitungen einleiten, erhalten von Yoast Vorschläge zur internen Verlinkung und können Ihre Texte nicht nur auf einzelne Keywords hin optimieren, sondern auch auf Synonyme und semantische Zusammenhänge.

Rank Math: Die Alternative zu Yoast SEO

Rank Math gibt es erst seit Anfang 2019. Damit ist es ein vergleichsweise junges und noch recht unbekanntes Plugin. Es bietet die gleichen Funktionen wie Yoast SEO, ist aber komplett kostenfrei, etwas übersichtlicher aufgebaut und schlanker codiert. Das wirkt sich positiv auf die Ladezeit Ihrer Seite aus.

SEO Framework: Ein Plugin für Fortgeschrittene

Das Plugin SEO Framework ist die beste Wahl, wenn Sie im Bereich SEO schon fortgeschritten sind und die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten von Yoast SEO und Rank Math nicht benötigen. SEO Framework geht nicht über rudimentäre Funktionen hinaus, ist dafür aber sehr schnell.

Je nach Ihrem Bedarf können Sie das Plugin durch verschiedene Zusatzfunktionen erweitern. Die meisten können Sie unentgeltlich installieren.

Fazit: SEO-Plugins steigern Ihre Chancen auf ein gutes Ranking

In Sachen WordPress-SEO gibt es eine ganze Menge zu beachten. Viele Einstellungen können Sie direkt im Backend Ihrer Webseite vornehmen. Um alle Möglichkeiten für ein gutes Ranking auszuschöpfen, sollten Sie aber ein SEO-Plugin installieren. Welches für Sie das Richtige ist, richtet sich im Grunde nach Ihrem Kenntnisstand. Fangen Sie gerade erst an, sich mit dem Thema SEO zu beschäftigen, sind Yoast SEO und Rank Math eine gute Wahl. Kennen Sie sich mit der Suchmaschinenoptimierung schon besser aus, ist SEO Framework eine Überlegung wert.

New Call-to-action

Titelbild: arbaz bagwan/ getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 10. Juni 2020, aktualisiert am Juni 10 2020

Themen:

Wordpress