Wer den Switch zu Content oder Inbound Marketing wagt, steht vor der Herausforderung, Inhalte produzieren zu müssen und redaktionelles Know-how aufzubauen. Das zählt jedoch nicht zur Kernkompetenz vieler Unternehmen. Naheliegend, freie Autoren, Redakteure, vielleicht auch Illustratoren oder Grafiker zu engagieren. Das bietet einige Vorteile. Doch Vorsicht! Bei der Auswahl und der Zusammenarbeit mit Freelancern gibt es einiges zu beachten - sonst kann es schnell die Hölle werden.

Warum Freelancer?

Es gibt einige gute Gründe, Freelancer zu engagieren:

  • Freelancer bieten Ihnen Flexibilität: Mit freien Mitarbeitern können Sie Auftragsspitzen abfangen oder Projetkteams gezielt ergänzen.

  • Über Fixkosten und Kündigungsfristen müssen Sie sich keine Gedanken machen. Sie zahlen für geleistete Arbeit - ob zu einem vorher definierten Festpreis (zum Beispiel pro Blogartikel) oder auf Stundenbasis.

  • Freie Mitarbeiter tragen Versicherungs- und Altersvorsorgekosten oder auch Kosten für Fortbildung selbst; außerdem das unternehmerische Risiko. Auch andere Aufwendungen für Festangestellte - Kantine, Kaffee, Dienstwagen - fallen bei Freien, die oftmals ja nicht vor Ort im Unternehmen arbeiten, weg.

  • Freelancer sind es gewohnt, sich in neue Projekte einzuarbeiten und schnell produktiv zu werden. Eigenständiges, termin- und qualitätsgerechtes Arbeiten ist eine Grundvoraussetzung für Freie, um am Markt zu überleben.

  • Dementsprechend motiviert gehen Freelancer zu Werke. In der Regel sind sie sehr motiviert, hochwertige Arbeit zu leisten und Kunden zufrieden zu stellen. Schlampige Arbeiten lassen sich nicht als Referenz nutzen; unzufriedene Kunden sprechen selten eine Empfehlung aus.

  • Arbeiten Sie mit einem Freelancer zusammen, können Sie meist sicher sein, dass der die Arbeit mit all seiner Expertise auch selbst erledigt und Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Bei Agenturen haben Sie da nicht immer so den Einblick!

  • Freelancer können frischen Wind, neue Erfahrungen, Sicht- und Arbeitsweisen ins Unternehmen bringen. Zudem sprechen sie Probleme bzw. Dinge, die nicht optimal laufen, vielleicht eher an als Angestellte.

Wie finde ich den passenden Freelancer?

Freelancer zu rekrutieren, ist in der Regel mit weniger Aufwand verbunden, als eine feste Stelle zu besetzen. Es gibt im Web zahlreiche Portale, Marktplätze, Projekt- und Stellenbörsen, auf denen Freelancer ihre Arbeit anbieten und auch gleich ihre Referenzen präsentieren - zum Beispiel dasauge.de, twago, odesk oder somewhere um nur einige zu nennen. Hier kann man natürlich Stellenanzeigen schalten - oder sich auch einfach Freelancer heraussuchen, die schon ähnliche Projekte verwirklicht haben und diese kontaktieren

Natürlich hilft oft auch schon eine einfache Google-Suche oder das Durchstöbern sozialer Netzwerke wie Xing oder LinkedIn weiter. Denn Freelancer sind in der Regel zeigefreudig und wollen gefunden werden.

Und auch bei Freelancern gilt: Eine Empfehlung ist am wertvollsten. Suchen Sie beispielsweise einen guten freien Texter, fragen Sie doch einfach mal Ihren freien Grafiker, mit dem Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Freelancer sind in der Regel bestens vernetzt, arbeiten häufig auf Projektbasis mit anderen “Gewerken” zusammen, legen dabei sehr viel Wert auf Qualität und können die auch bewerten.

Worauf sollte ich bei der Auswahl eines Freelancers achten?

Das hängt stark vom Kontext, also dem genauen Auftrag, den Zielen, dem Budget und noch vielen vielen weiteren Faktoren ab. Einiges sollten Sie aber grundsätzlich beachten:

  • Ein Journalist, ein PR-ler und ein Werbetexter gehören vielleicht alle der “schreibenden Zunft” an, ihre Kompetenzen, Arbeits und Sichtweisen können aber sehr unterschiedlich sein. Benötigen Sie einen Kommunikationsdesigner oder einen Illustrator? Einen SEO-Schreiber oder einen Fachjournalisten? Einen Wordpress-Ninja oder einen Typo-3 Nerd? Hier sollten Sie im Detail genau hinsehen, ob Ihr Kandidat zu Ihrem Projekt passt und sich notfalls gezielt Referenzen zusenden lassen.

  • Wenns ums Geld geht, wird’s ja immer kompliziert. Ein hoch spezialisierter Freelancer kann auch gerne schon mal 900,00 Euro am Tag kosten; andere sind mit 15,00 Euro/Stunde zufrieden. So wie Stunden- und Tagessätze variiert auch die Qualität der Arbeit. Hier sollten Sie wissen, was Sie benötigen und ein Gefühl für den Markt entwickeln.

  • Gerade wenn es um Content geht - seien es Blog-Artikel, Infografiken oder Videos - können Freelancer beim Seeding in den sozialen Medien ein wichtiger Multiplikator sein. Ein Grafiker, der Ihnen eine herausragende Infografik für Ihren Blog erstellt hat, wird diese mit Sicherheit via Twitter, Facebook, Google + oder Pinterest teilen und so Aufmerksamkeit auf ihr Angebot lenken. Viele Fans und Follower sind also ggfs. Gold Wert.

  • Gerade, wenn es sich um ein größeres Projekt handelt, kann es sinnvoll sein, dass ein Freelancer bei Ihnen vor Ort und mit festen Angestellten zusammenarbeitet. Hier sollten Sie die menschliche Komponente nicht unterschätzen und genau wie bei “Festen” auch, darauf achten, dass der “Freie” ins Team passt, also teamfähig ist und neben fachlichen auch soziale Kompetenzen vorweisen kann.

Worauf Sie bei der Zusammenarbeit mit Freelancern achten sollten

  • Freelancer stehen nicht rund um die Uhr für Ihr Unternehmen zur Verfügung. In der Regel betreuen sie mehrere Kunden oder Projekte gleichzeitig (schon um nicht den Verdacht der Scheinselbstständigkeit aufkommen zu lassen). Planen Sie deswegen realistische Deadlines in Absprache mit dem Freelancer. Kommunikation ist alles!

  • Seien Sie nicht beratungsresistent. Sie beauftragen einen Freelancer ja oftmals wegen dessen Expertise und Erfahrung, die Sie eben nicht vorweisen können. Seien Sie deswegen offen für fachliche Argumente.

  • Sprechen Sie Kosten im Vorfeld im Detail ab. Klären Sie auch, wie vorher nicht abgesprochene zusätzliche Leistungen berechnet werden, ob und wie Korrekturen behandelt werden etc. Alls was vorab geklärt ist, verursacht nachher keinen Ärger. Gerade digitale Projekte sind aber vorab schwierig zu kalkulieren und oft nie wirklich zu Ende. Hier liefert das Buch “Agiles Publishing: Fokus auf den Nutzer, das Silo-Denken beenden: Neue Wege des Publizierens für Print, Web und Apps” viele interessante Anregungen, die Zusammenarbeit und Kalkulation für beide Seiten vereinfachen können.

  • Ein gutes Briefing ist die halbe Miete. Ein Rebriefing schon fast die Ganze.

  • Ein Freelancer ist frei. Zum Beispiel auch für die Konkurrenz zu arbeiten und der ggfs. Ihre Insights zu liefern. Im Zweifelsfall sollten Sie sich vertraglich absichern.

Mit Sicherheit gibt es noch eine Menge weiterer Tipps, wie die Zusammenarbeit mit Freelancern zum Erfolg wird. Wir freuen uns auf Ihre!

… denn es ist nicht immer einfach im Alltagsgeschäft, das zeigt die Website “Kunden aus der Hölle”, die Höllengeschichten aus dem Büro-, Agentur- und Servicealltag sammelt. Hier eine kleine Auswahl:


 
Beitrag von ausderhoelle.de.

 

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Beitrag von ausderhoelle.de.

Ursprünglich veröffentlicht am 2. Juli 2014, aktualisiert am November 27 2018

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Teamwork