Marketing auf der Überholspur

Seien Sie dabei beim Treffen der Inbound-Community: 4 Tage voller Inspiration und neuer Einblicke.

07 Mai 2014 // 02:00

8 Tipps für Content Marketing in langweiligen Branchen

Verfasst von

many-hats

Vertreter mancher Branchen haben nach eigener Aussage das Gefühl, dass das, was sie tun, “zu langweilig” ist, um daraus tollen Content zu kreieren, der andere zum Lesen inspiriert und interessant ist. Hier muss ich widersprechen – mit dem richtigen Ansatz ist oftmals genau das Gegenteil der Fall.

Wenn Ihnen die aufregensten Content-Kampagnen in den Sinn kommen – waren die entsprechenden Produkte denn am Anfang überhaupt interessant? Hat nicht erst der Markenaufbau, die Geschichte um die Marke, diese interessant und bekannt gemacht?

Gerade spezialisierte Branchen haben lebhafte Communities und eine spezielle Experten-Gemeinde, treue Kunden und Interessenten. Fachpublikationen, Online-Fachmagazine und Nischen-Webseiten zeigen erstaunlich gute Qualtiät und bieten nachhaltige Informationen. Kommunikation ist gerade bei „schwierigen“ Themen das A und O und hier tauschen sich die Experten aus und Kunden benötigen häufig gerade viele Informationen vor einem Kaufentscheid.

Was sind langweilige Branchen?

Natürlich gilt auch hier – was für den einen zum Gähnen langweilig, ist das Herzblut eines anderen. Aber im Allgemeinen gelten beispielsweise die folgenden Branchen tendenziell als eher langweilig:

  • Datenspeicherung
  • Immobilien
  • Versicherung
  • Baugewerbe
  • Landwirtschaft
  • Finanzsektor
  • Pappgeschirr
  • Energie
  • Autovermietung, Parken

Dabei findet man gerade hier goldwerten Content. Wichtig: Der Content muss nicht viral sein oder einen Hype kreieren, sondern solide Inhalte bieten.

Zwei Beispiel-Marken:

Fugentechnik: Ein heißes Thema 

Hier ist ein grundsolides Beispiel eines bodenständigen deutschen Unternehmens, das Dank seiner Inhalte gut gefunden werden kann. Basis ist eine „ganz normale“ Internetseite, aber komplett mit Testimonials, Firmengeschichte, Presseartikeln , mit einem Link zum Blog mit einer Extra-Seite, die nach „Problemen“ sortiert ist.

fugentechnik-content-marketing-beispiel

Weitere hilfreiche Content-Angebote finden sich beispielsweise auf YouTube und Google+

Auch Taschentücher rocken!

Ein weiteres Beispiel einer bekannten Marke ist „Tempo“, die auch mit einer Facebookseite arbeitet.

Im FAQ findet man zum Beispiel Antworten auf alle möglichen Fragen, die rund um Tempo-Taschentücher auftreten können. Tempo wird nicht für die Maschinenwäsche hergestellt. In der Regel überstehen sie aber sogar einen Waschgang in der Waschmaschine. Diese Stärke demonstriert auch die Tempo Kampagne „Tempo sucht die gute Seele“, in dessen Zentrum ein Youtube-Viral steht. 

tempo-content-marketing

Brainstorming – Ideen und den richtigen Ansatz finden

Wie kann Content um ein auf den ersten Blick nicht viel her gebendes Thema kreiert werden? Was gibt es da überhaupt zu sagen? Und wen soll das interessieren?

„Langeweile erzeugt Kreativität.“
(Karl Lagerfeld)

Erstmal sammeln – einige Ideen erscheinen besser auf den ersten Blick, andere schlechter. Doch werten Sie nicht sofort, notieren Sie jede Idee, die Ihnen in den Sinn kommt. Gerade aus Ideen, die zunächst nicht so aufregend erschienen, können oftmals aufregende Kampagnen entwickelt werden.

Auf eines können Sie sich verlassen: egal, wie ungwöhnlich oder langweilig die Branche erscheint, Content kann man immer kreieren. Teilen Sie die ersten Ideen mit Ihrem Team, spinnen Sie Ideen gemeinsam weiter. Dann können die besten Ideen weiter verfeinert und ausgebaut werden. 

Denken Sie auch mal in ungewöhnlichen Bahnen

Die Themen können sich auch etwas weiter um das eigentliche Business herum winden, einen Bezugspunkt findet man zu verschiedensten Themen.

  • Wenn in oder für Ihr Unternehmen etwas eigenes produziert wird, ist es für andere häufig interessant, zu lernen, wie das geht. Denken Sie „Sendung mit der Maus“.

  • Vielleicht haben Sie (bzw. Ihr Kunde) spezielle Daten zur Branche, die interessant für andere wären oder Sie können Trends aufzeigen. Jedes Unternehmen sammelt Erfahrung, Daten, Wissen. Spüren Sie diese auf und teilen Sie sie.

  • Welches Fach- oder Spezialwissen und Know-how ist vorhanden, das geteilt werden kann, ohne den eigenen Wettbewerbsvorteil preis zu geben?

Sie können einfache Anleitungs-Videos, E-Books oder Blog Posts erstellen, die kurze Tutorials bieten, die mit den Themen Ihres Business zu tun haben, ohne dass Sie Informationen, die Ihren Wettbewerbsvorteil ausmachen, verlieren. 

Ob Kacheln oder Geräte für die Teichreinigung – fragen Sie sich, warum Ihr Kunde gerade jetzt gerade dieses Produkt kaufen würde. Ein Endkunde arbeitet vermutlich gerade an seinem Haus oder Grundstück. Wer Büromöbel kauft, hat auch hierfür einen guten Grund. Nutzen Sie diese Annahmen über den Kontext, ich welchem der Kunde Ihr Produkt nutzt und schaffen Sie hierzu nützliche Wissensprodukte. 

8 Tricks fürs Auffinden faszinierender Themen

Richten Sie alle Aktivitäten an Ihrem (Kommunikations-) Ziel aus.

1. Beschreiben Sie Ihre Persona und Zielgruppensegmente. Denn mit dem ersten, was Sie bei jeder Content-Strategie tun, haben Sie gerade auch bei „langweiligen Branchen“ bereits halb gewonnen. Was interessiert die Persona, also Ihre Zielgruppe? Welche Probleme hat sie? Was treibt sie an? Beantworten Sie diese Fragen und der erste Teil ist geschafft. 

2. Nutzen Sie Kreativitäts-Tools wie Mind-Maps zur Ideenfindung. Notieren Sie das Thema als Ausgangspunkt für eine Mind-Map und arbeiten Sie von hier aus weiter. Nutzen Sie Online-Tools, um verbundene Themen zu finden. Verzweigungen und Verästelungen, gerade auch die kleinen und entlegenen, können ein wahrer Goldschatz sein.

3. Entscheiden Sie, welche Content-Arten die dringensten Fragen der Kunden beantworten. Dies gibt die Richtung vor. Beginnen Sie damit, Themengruppen festzulegen und Haupt-Content-Teile zu erschaffen, daraus können Sie weitere Unterthemen und Spezialthemen ableiten. Reports, Videos, Interviews, Fachpublikationen oder ein E-Book. Das Format folgt aber der Themenplanung und kommt erst im zweiten Schritt.

4. Hieraus folgt ganz natürlich, dass es Zeit für den Redaktionskalender ist. 

5. Führen Sie Interviews mit Experten – nicht zuletzt den Experten im Unternehmen, für das Sie den Content erschaffen. Diese Personen können einen wahren Schatz an Wissen und Themen beherbergen. Finden Sie die interessanten Informationen. Führen Sie echte Interviews wie ein Reporter.

6. Recherchieren Sie Content, der um die Branche herum veröffentlicht wurde. Stellen Sie die wichtigsten Beiträge für sich selbst zusammen und denken Sie einen Schritt weiter. Finden Sie Lücken und neue Perspektiven.

7. Fassen Sie bestehenden Content neu. Kreieren Sie hilfreiche Inhalte wie Checklisten, Druckvorlagen, Leitfäden. Oftmals brauchen Sie hierfür nur das Format ändern. Verstreute, verwaiste Inhalte können Sie neu zusammenfassen und oftmals hieraus sogar ein E-Book machen.

8. Nutzen Sie Social Media Communities und Expertengruppen, um Themen zu finden. LinkedIn-Gruppen ist nur eine von vielen Möglichkeiten.

Noch mehr Tipps für die Ideen-Findung gewünscht? Lesen Sie hier weiter.

Marketer Handbuch: Content Planung

Themen: Content Marketing

Abonnieren

1 Kommentar

Leider ist es nicht mehr möglich, Kommentare für diesen Beitrag zu hinterlassen, da die Kommentar-Funktion für ältere Beiträge deaktiviert wird. Natürlich ist uns Ihre Meinung dennoch wichtig! Schicken Sie uns einfach einen Tweet @HubSpot, um uns zu kontaktieren!

1 Kommentar
X

Ihre Konkurrenz beliest sich auch.

Bleiben Sie am Ball mit unseren Tipps unserer Marketing-Experten und sichern Sie sich Ihren Wissensvorsprung. Abonnieren Sie jetzt den HubSpot Marketing-Blog.